Europa: PHEV haben weiterhin die Nase vorn; E-Autos holen auf. Schnell…

Europa: PHEV haben weiterhin die Nase vorn; E-Autos holen auf. Schnell...

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Mittlerweile liegt das Volumen an neu zugelassenen Plug-In-Hybriden (PHEV) den fünften Monat in Folge vor dem reiner Elektroautos. Jedoch könnte es hier bald zum Umschwung kommen. Verantwortlich hierfür scheint niemand anderes als Tesla zu sein; welche durch ihren Quartalsabschlusssprint massiv zum Absatz im Juni 2021 beigetragen haben. Vollständige Daten liegen allerdings nur bis Ende Mai 2021 vor; diese betrachten wir nachfolgend.

In den ersten fünf Monaten des Jahres haben neue PHEVs fast 0,5 Millionen (422.000) Neuzulassungen erreicht. Verglichen mit 356.000 E-Autos. Interessant ist bei der Betrachtung der Zulassungszahlen, dass die E-Auto-Zulassungen von den Volumenherstellern dominiert werden (70% aller Zulassungen). Die Zulassungen der Teilzeitstromer (>50% Anteil) vor allem durch Premiummarken beim Wachstum getrieben wird. Wie eingangs erwähnt wird Ende Juni 2021 voraussichtlich erstmals nach sechs Monaten der europäische E-Automarkt durch E-Autos dominiert. Dank des Tesla-Schubs zum Quartalsende.

Nachfolgend betrachten wir die Entwicklung einzelner Modelle am Markt und zeigen auf wieso PHEV die Vormachtstellung an Europas E-Automarkt bis Ende Mai 2021 einnehmen konnten. Mittlerweile kann man immer deutlicher die Verschiebung von E-Autos zu PHEV festhalten. Den fünften Monat in Folge sind in Europa mehr Teilzeitstromer als reine Stromer zugelassen worden. Dennoch bewegt man sich mit der Differenz von 66.000 Einheiten gar nicht so weit über dem Vormonatsniveau von 60.340 Einheiten. Die Top-10 der meistverkauften PHEV brachten es bis Ende Mai auf 148.880 Einheiten und machten somit über einem Drittel der Gesamtzulassungen aus. Bei E-Autos war es so, dass sich diese für 197.165 aller abgesetzten Stromer verantwortlich zeichneten. Oder anders ausgedrückt 56% aller E-Auto-Zulassungen. Daraus lässt sich schließen, dass der Absatz von Plug-In-Hybriden auf eine größere Modellauswahl am Markt zurückzuführen ist.

Für die drei ersten Plätze im Ranking der Top-10 Plug-In-Hybrid-Modelle zeigt erstmals wieder eine Veränderung. BMW musste mit der 3-er Serie den zweiten Rang räumen und Platz machen für den Peugeot 3008 als Plug-In-Hybriden. Im hinteren Feld gab es ebenfalls eine Verschiebung. Abermals musste ein BMW - in diesem Fall der X1 - ein Rückgang um einen Rang hinnehmen und somit dem Renault Captur weichen.

Mit weiteren, kommenden Modellen kann man davon ausgehen, dass hier auch künftig weitere Veränderungen stattfinden werden. Es wird wohl nicht mehr so wie 2020 werden, einem Jahr in dem der Mitsubishi Outlander PHEV lange Zeit den ersten Rang für sich beansprucht hatte. Es ist eher davon auszugehen, dass künftig entsprechend mehr Bewegung im Markt vorhanden bleibt. Selbst bei erfahrenen E-Auto-Marken wie Renault zeigt sich, dass PHEV eine große Rolle spielen. Der Captur und Megané wuchsen im Absatz stark und kämpfen sich an den Renault ZOE ran. Dass der Captur ebenfalls ankommt sieht man ganz gut Ende Mai 2021.

Der ZOE muss allerdings nicht nur Konkurrenz aus dem eigenen Haus fürchten. Bei den Top-10 Modellen nach E-Autos musste sich dieser dem VW ID.3 erneut geschlagen geben, welcher Ende Mai auf Rang 2 verbleibt. Ungeschlagen an der Spitze, mit fast doppelt so hohem Absatz, steht weiterhin das Tesla Model 3. Auf den Rängen dahinter verändert sich einiges. Nicht nur in absoluten Zahlen, vor allem auf Modell-Ebene.

Der VW ID.4 glänzt mit einem starken Absatzwachstum und drängt abermals nach vorn. Dieses Mal in die Top-4 aller abgesetzten E-Autos in Europa vor. Durch das Debüt des VW ID.4 in Europa stieg der Absatz der SUV- und Crossover-Stromer enorm an. Gestützt durch den ŠKODA Enyaq iV, welcher ebenfalls dem VW-Konzern entstammt. Auch für die Zukunft darf man davon ausgehen, dass neue E-Fahrzeuge wie das Tesla Model Y als auch der Audi Q4 e-tron, den Absatz stützen.

Somit lässt sich auch festhalten: 2021 scheint sich zum Jahr der Elektro-SUV und E-Crossover zu entwickelnEnde Januar konnte dieses Segment einen neuen Höchststand verzeichnen. Musste dann im Februar einen ersten, kleinen Dämpfer hinnehmen, bevor im März der Aufschwung erneut begannEnde April 2021 zeichnete sich das Segment der E-SUV und Elektro-Crossover für 42,5% aller Zulassungen verantwortlich. Im Mai ging der Anteil leicht zurück, im Juni wird es wahrscheinlich zu einer weiteren Verschnaufpause in diesem Sektor kommen, aufgrund der Auslieferungen des Tesla Model 3 zum Ende des Quartals. Danach ist bei den SUV aber wohl wieder mit Absatzwachstum zu rechnen.

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Flash Report – Edition 05.2021 May

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Mit dem Bekenntnis vieler Länder und OEMs, der verbindlichen Festlegung von Verbrennerverboten, der Entscheidungen bereits vieler OEMs recht kurzfristig sich von der Verbrennerproduktion zu verabschieden, wird sich der BEV-Markt sicherlich in kommender Zeit sehr beschleunigen.
Die PHEVs werden keine (Übergangs-)Lösung darstellen, weil diese meist nur als Verbrenner genutzt werden und nur wegen steuerlicher Anreize erworben werden. Diese Autoform bietet zuweilen sogar mehr technische Nachteile durch ihre aufwendigere Konstruktion und dessen Gewicht als mancher Hybrid oder sogar Verbrenner.
Bye Bye Verbrenner

Ich denke das Gegenteil wird eintreffen. Die eTechnik wird den Verbrenner lange am Leben halten, wie schon einmal der elektrische Anlasser dafür gesorgt hat, dass sich das Batterie-Auto nicht durchgesetzt hat.
Fahre mit meinem Passat GTE ca. 12000 km pro Jahr rein elektrisch und habe dank Corona von Dezember 2020 bis Mai nicht einmal getankt.
Das gleiche kann ich von meinen Kollegen sagen, die PHEVs als Firmenwagen verwenden.
Die Mär das nie elektrisch gefahren wird, hält sich hartnäckig und gilt vermutlich nur für Mietwägen oder Pool-Cars, die von mehreren geteilt werden. hier ist das in der Tat schwierig zu bewerkstelligen.

Kompliziert ist an der Technik nicht wirklich etwas…außer die Steuerung und der Zusammenspiel mit dem Verbrenner..man merkt im Grunde nichts davon was genial ist.
Der eMotor ist im Getriebe und ersetzt den Anlasser…der kann schon mal nicht kaputt gehen.
Der eMotor macht auch die Übergänge beim Schalten glatt und es fährt extrem angenehm.
Man kombiniert das angenehme des eAutos…Standklimatisierung…mit dem angenehmen des Verbrenners….nicht alle 250km für 30 min stehen zum Laden…wer was anderes behauptet lügt oder fährt max 90 auf der Autobahn. Erst der EQS ändert das mit seiner hohen Reichweite und Effizienz…Herr Bloch ist in seinem Video von München nach Berlin gefahren OHNE zu laden…650km und noch 48km Restreichweite…15min um 300km zu laden, da nur 16kwh/100k verbraucht wurden (bei einem Schnitt von 104 und immer wieder mal 150).

Dann gibt es auch wieder die Mär von der doppelten Wartung und gleichzeitig wird behauptet das der BEV wartungsfrei ist.
Was soll an einem PHEV im eStrang gewartet werden? Die Elektronen bügeln, oder was? 😉
Da gibt es genau Null zu tun…der Verbrenner bekommt seine Inspektion und das wars.

Und wegen dem Gewicht…ein ID 4 wiegt über 2T und mein Passat trotz Plugin nur 1.8t…wo ist das Problem? Mein A6 3.0 TDI hat ohne Plugin Antrieb mehr gewogen.

Aber natürlich gilt ABC…allways be connected…sonst ist das System sinnlos.
Und das Fahrprofil sollte eher auf der Kurzstrecke liegen…je näher man an den reinen Benzinverbrauch kommt (ist immer niedriger wegen Rekuperation), desto unpassender ist so ein Fahrzeug für das Fahrprofil…es gibt nicht DIE eine Lösung für die Mobilität.

Es geht hier in Summe um Komfort im Alltag und sonst nichts…das Geld spielt hier nicht wirklich eine Rolle, da wir sonst alle Dacia fahren müssten…bringt auch von A nach B und das für 9000€.

Abgesehen, dass es die Infrastruktur noch nicht hergibt für die Masse an eAutos, wird sich die Ladezeit wohl in 5 Jahren auf das Niveau des EQS oder niedriger senken (15min für >300km, so dass der Komfort-Faktor im Alltag nicht mehr gegen den BEV spricht.

Last edited 3 Monate zuvor by Josef

Die „Mär“ des nie ladenden PHEV steht hier 3 Häuser weiter. Volvo XC60 mit E-Kennzeichen, fleißig am brummen beim Brötchenholen. Hab da auch noch nie ein Kabel dran gesehen. Klar, ist jetzt nur ein Beispiel unter vielen. Für das Laden von Dienstwagen gibt es aber oft keinen Anreiz. Gibt ja mehrere Studien, dass der Realverbrauch über die Flotte 3-4x höher ist als die Märchen-2l/100km.
Der einzige Trost: nach 3-4 Jahren ist das Leasing zu Ende und das Gefährt wird anschließend hoffentlich von Ladenden Privatpersonen gefahren.
Das Blöde: PHEV werden auch das ein oder andere BEV vom Markt verdrängen.

Es ist höchste Zeit, dass die Politik den PHEVs endlich den Garaus macht. Nur weil die Dinosaurier den Anschluss komplett verpasst haben gibt es keinen Grund, nicht das Maximum an Zukunftserwartungen auch per Gesetz zu formulieren. Öffentlich die grüne Gesinnung zu behaupten und im Hintergrund gegen jegliche Verschärfungen zu lobbyieren sollte dem Gesetzgeber einen klaren Hinweis darauf geben wie ehrlich die Autolobby der Ewiggestrigen ihr Klimabewusstsein meint.

Am einfachsten und schnellsten wäre, die CO2-Abgaben kräftig zu erhöhen und die Strompreise zu senken. Dann würden die PHEVs geladen und die meisten kämen zur Erkenntnis, dass ein BEV doch mehr Sinn macht. Auch sollten die Zuschüsse für PHEVs einfach gestrichen werden.

Es wäre ja überhaupt kein Problem, beim TÜV wird der Computerspeicher ausgelesen und danach die CO2 Steuer direkt am Schalter verrechnet! Im normal Fall wäre das etwa 5 mal mehr CO2 als der Katalog Wert! Die Förderung auf PHEV ist einfach nur Steuergeld Verschleuderung! Das Problem, es trifft nicht die Masse nur ein paar wirklich Reiche die sich auch diese Steuern noch leisten können. 67000000 Autos fahren auf Deutschlands Straßen 458000 sind davon BEVs. Das alles mit viel Geld vom Staat, denn die Menschen habe nicht erkannt das es so nicht mehr weitergeht! In den Köpfen ist kein denken an Morgen und die nächsten Generationen!
Ein Kona E Fahrer der sein Auto ohne Förderung voll bezahlt hat!

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