Elektroautos hadern beim Restwert mit einigen Unwägbarkeiten

Elektroautos hadern beim Restwert mit einigen Unwägbarkeiten

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Der Wertverlust eines Neuwagens wird oft unterschätzt, er gilt als Kostenfresser, der die Gesamtkosten eines Fahrzeugs maßgeblich beeinflusst. Der durchschnittliche Wertverlust liegt bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern allein im ersten Jahr nach der Neuzulassung bei etwa 24 Prozent. Danach sind es nur noch rund fünf bis sechs Prozent pro Jahr. Focus Online und Bähr & Fess Forecasts haben wie jedes Jahr soeben wieder einmal die Autos mit den besten Restwert-Aussichten vorgestellt.

Restwert-Prognosen für Elektroautos und Plug-in-Hybride sind mit einigen Unsicherheits-Faktoren behaftet, so Bähr & Fess Forecasts. Staatliche Förderungen verzerren das Gesamtbild, da der Erwerb oder das Leasing eines neuen E-Autos mit – wie zuletzt im Sommer 2020 geschehen – dank eines um 3000 Euro erhöhten Umweltbonus günstiger sein kann als ein gebrauchtes Modell. Der technologische Fortschritt bei E-Autos wiederum zerschieße Herstellern, Händlern sowie auch Privatverkäufern die Restwerte mitunter ebenfalls um ein weiteres Stück: „Zum Teil verdoppeln sich die Reichweiten bei einer neuen Modellgeneration nahezu“, sagt Dieter Fess von Bähr & Fess Forecasts. „Das macht natürlich die jeweilige Vorgänger-Generation alles andere als attraktiv.

Diesen Unwägbarkeiten zum Trotz erlebt die Elektromobilität derzeit einen nie da gewesenen Boom, mit Rekord-Zulassungszahlen beinahe im Monatsrhythmus, während die Verkäufe von Verbrennern, insbesondere Dieseln, immer mehr nachlassen. Diese Faktoren seien auch in der Restwert-Entwicklung zu beobachten, wie Fess erklärt: „Wir sitzen hier hinter dem Zaun und sehen zu, wie eine Technologie langsam aber sicher verschwindet, und das gilt grundsätzlich natürlich auch für den Benzinmotor.

Im Segment der Elektroautos hat Bähr & Fess Forecasts den Skoda Enyaq iV zum Restwert-Sieger erklärt. Das Elektroauto hat vier Jahre nach dem Kauf noch einen Wert von 50,5 Prozent des Neupreises. Bei den Plug-In-Hybriden steht Mercedes mit dem GLC 300 e auf dem ersten Platz, mit einem Restwert von 54,5 Prozent. Zum Vergleich: In anderen Segmenten erreichen die Restwert-Sieger zum Teil auch Werte zwischen 55 und 59 Prozent.

Bei den wertstabilsten Marken führt BMW die Liste an, mit zwölf Platzierungen in den Top 3. Mercedes kommt auf elf Podestplätze, Audi auf zehn, Porsche auf sechs. Bei den Restwert-Siegern schafft Porsche wiederum gleich fünf erste Plätze. Mercedes stellt drei Restwert-Sieger, Audi und BMW jeweils zwei.

Quelle: Focus Online – Elektroautos haben ein Wertverlust-Problem – Benziner und Diesel bleiben noch stabil

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Ich liebe „Studien“, die sich immer nur um die gleichen, möglichst deutschen, Hersteller dreht. Das hat was von Mittelpunktswahn und prägt die öffentliche Wahrnehmung im Sinne von alternativen Fakten. Was ist denn z.B. mit der Wertstabilität eines Tesla Model 3?

Also eine Restwert Prognose ist aktuell eher mit Lotto zu vergleichen…

das der Wertverlust in ersten Jahr so hoch ist hat damit zu tun das die Neuwagenpreise „Mondpreise“ sind besonders in Deutschland. der Markt sorgt eben durch den Wertverlust für realistische Preise der Fahrzeuge. Ob die Plug in fahrzeuge in 4 Jahren noch 50% restwert haben bezeifle ich doch sehr stark, glaube eher das restwert gegen 0 tendiert. wenn sich eine neue Technik durchsetzt wird die alte sehr schnell wertlos. Ich konnte jedenfalls für meinen 25 Jahre jungen top funktionierenden Röhrenfernseher jedenfalls kaum Geld mehr bekommen eher symbolische 25 Euro und das bei einem Neupreis von damals 2750 D-Mark

Das Problem ist aktuell eher das wir in wahrscheinlich 4-10 Jahren den nächsten Technologie Sprung haben werden.
Preise werden um 25%-50% Fallen und Reichweiten stark steigen.
Dadurch wird es zu einem sehr starken Preisverfall bei den gebrauchten kommen.
Dies ist so im Automobilsektor noch nicht vorgekommen…
Wer also nicht vorhat ein Auto Lange zu fahren und Leasing ignoriert könnte in ein paar Jahren Schwierigkeiten haben seit E Auto noch halbwegs Preislich gut unterzubringen.

„Ob die Plug-In Fahrzeuge in 4 Jahren noch 50% Restwert haben, bezweifle ich […]“

Bei den Mengen von gewerblich genutzten PHEVs, die nach Auslaufen der Leasingverträge (36/48 Monate?) schon bald auf der »Schlachtbank der Restwerthalde« landen werden, erwarte ich eher ein Restwertgemetzel!

Aktuell ist von dieser Prognose nichts zusehen. Bei den gebrauchten Tageszulassungen bei E-Autos wird der Käufer ja auch beschissen. Wie kann sonst ein Mi Electric 17900,– als Tageszulassung kostet obwohl dieses Auto gefördert wird? Normal verlieren Tageszulassungen 10-20% des Neuwagenpreises. Bei 24.000 wären das min. 2.400,– eher 4.800,– Zusätzlich 6.000,– vom Staat und der Herstelleranteil. Somit dürfte das Auto noch 10.000,– kosten. Aber da VW die Menge der Autos gering hält und das interesse hoch ist, dürfen die Käufer so getäuscht werden.

„Aktuell ist von dieser Prognose nichts zu sehen“

… sagte der Mann, der vom 12-stöckigen Hochhaus fiel, „… ich bin schon an 11 Stockwerken vorbeigekommen und es ist noch nichts passiert!“.

Mein Thema waren übrigens die „Massen an PHEVs“, die in spätestens 3 oder 4 Jahren aus gewerblicher Hand aus den Leasigverträgen purzeln … 🙂

Die ganze Restwertdiskussion ist überbewertet. Es ist niemand gezwungen alle paar Jahre das Auto zu wechseln. Viele Privatpersonen fahren ihre Fahrzeuge bis zum Ende. Wer günstig Auto fahren will, sollte möglichst lange fahren und nicht auf regelmäßige Wartung verzichten. Die Frage ist dann nur, ab wann werden Reparaturen ein lästiges Thema. Für eine Firma ist Leasing sinnig. Wenn der Restwert niedrig ist, freut sich darüber eine Privatperson, welche günstig ein BEV kaufen kann.

richtig darauf hoffe ich das in ein paar (3-4) Jahren dann z.B. einen Hyundai ionic facelift premium für unter 10.000-15.000 Euro belommen. Auch ich gehöre zu denen die gebrauchtes ein Auto kaufen und hoffen mindestens 10 Jahre fahren zu können, was leider bisher nie geklappt aht das diese verdammten kisten immer vorzeitig so kaputt gehen dass die Reparaturen den Restwert bei weitem übersteigen. (fahre beruflich leider 25.000-30.000 km im Jahr)

Robert, was hast Du für Autos die immer kaputt gingen? Ich fuhr schon mit meinen alten Dieseln über 300 000 KM ohne Probleme
An den E Autos geht gar nichts mehr kaputt. Weder der Motor noch die Bremsen. Das Nadelöhr ist die Batterie. Bei denen die unter 30 T Kaufpreis liegen, dürfte der Wiederverkaufspreis kein Problem sein. Die Frage stellt sich eher als Beispiel bei einem Tesla Model S nach 8 Jahren.
Wie gross wird der Abschreiber dort sein?.

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