Elektrifizierter Golf Mk2 mit Tesla-Power unter der Haube

Elektrifizierter Golf Mk2 mit Tesla-Power unter der Haube

Copyright Abbildung(en): eDub Services

eDub Services hat sich einen Klassiker von VW geschnappt und diesen mit Tesla-Elementen in die Moderne geholt. 162 PS stark kommt dieser Verbrenner daher, beinahe lautlos, denn er wurde umgebaut und ist nun in der Welt der Elektroautos angekommen. Ursprünglich wurde der VW Golf Mk2 von einem 1,8-Liter-Achtventilmotor angetrieben. Über sein Design konnte man sicher schon damals streiten, aber Auffallen ist garantiert. Da ist man sich einig.

Die Leistung des 1984 ins Leben gerufenen Verbrenners wurde mit einer Leistung von 110 PS immer als „unzureichend“ bezeichnet. Der GTI verbesserte diese Leistung schließlich auf 137 PS, aber eDub Services ist noch einen Schritt weiter gegangen. Durch den Einsatz einer Tesla-Antriebseinheit an der Stelle, an der sich früher Motor und Getriebe befanden, wird dieser flinke Elektroauto-Klassiker 162 PS leisten.

„Er könnte die vollen 270 PS leisten“, so Kit Lacey, Company Director bei eDub Services, „aber dann macht das Fahren nicht so viel Spaß. Nach vielen Tests fühlen sich 162 PS perfekt an.“ Außerdem gibt es keine Schaltvorgänge oder Drehzahlen, die Leistung steht sofort zur Verfügung, wenn man das Gaspedal betätigt. Anstelle des Schaltknüppels gibt es einen raffinierten Wählhebel – Drive, Neutral oder Reverse. Die Kupplung ist ebenfalls verschwunden, so dass der linke Fuß viel Platz zum Ausstrecken hat.

Lacey gibt darüber hinaus zu verstehen, dass man sich entschieden habe den Innenraum so Original wie möglich zu halten. So habe man den Verbrenner-Umbau lediglich um drei einfache Anzeigen auf dem Armaturenbrett ergänzt, die MPH, SOC (State of Charge) und Ampere anstelle von Drehzahlen anzeigen. Neben dem mehr an Leistung profitiert der VW Golf Mk2 von der Tatsache, dass die Heizung direkt zum Start voll zur Verfügung steht.

eDub hat die letzten 15 Monate damit verbracht, die Komponenten und die Fertigungsarbeit dieses Umbaus zu perfektionieren. Mit den einzigartigen, maßgeschneiderten Batteriekästen und dem Hilfsrahmen für die Antriebseinheit sieht der Motorraum des Golfs so aus, als wäre er von Anfang an für diesen Umbau konzipiert worden. Dieser Stromer verfügt über ein 53-kWh-Batteriepaket mit einer Reichweite von etwa 270 km pro Ladung. Der aktuelle Umbau verfügt über eine CHAdeMO-Schnellladefunktion, künftige Versionen werden jedoch das weiter verbreitete CCS2-System mit einer Ladegeschwindigkeit von 70 kW nutzen. eDub Services nimmt ab sofort Bestellungen für Golf Mk2-Umrüstungen entgegen, die ab 2022 produziert werden.

Quelle: cleantechnica – You Can Now Order A Tesla-Powered Golf Mk2

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Ich finde deren klassische 911 mit 80 kWh beeindruckender.

Hahaha. Ein VW made by Tesla. Das sagt doch alles.

Richtig. VW besteht, Tesla geht. Der jüngere Tesla ist geopfert worden, um dem älteren VW ein elektrisches Leben zu bescheren. Symbolisch.

Last edited 1 Monat zuvor by David

Unter der Annahme, dass

  1. eine Verbrenner-Umrüstung einen geringeren »Umwelt-Fußabdruck« als eine Verschrottung plus kompletter Fertigung eines neuen eAutos hinterläßt, und
  2. ein E-umgerüsteter »historischer« Verbrenner in der Öffentlichkeit vielfach eine erhöhte Aufmerksamkeit und positive Akzeptanz erfährt

zitiere ich mal:
„Hauptsache vollelektrisch“ … 🙂

Last edited 1 Monat zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Preis wäre interessant gewesen.

Ich befürchte, der Preis ist sehr hoch.
Ein Umbau kostet viel Geld, auch wegen der Arbeitszeit. Aber Tesla Komponenten kosten Spitzenpreise im Einkauf.

Die Preise sind teilweise sehr hoch. Aber nicht jeder Umbauer verwendet Neuteile, gerne werden alte Model S mit Unfallschäden umgebaut.

Wie man einen alltagstauglichen Klassiker für viel Geld zum Stadtauto degradiert und sein H-Kennzeichen verliert.

Aber, jedem das Seine…

Unter dem Strich überwiegen aber die Vorteile. Und mehr Spaß machen 162 PS, die der Antrieb aus dem Ärmel schüttelt, auch. Man sollte das nicht so fundamentalistisch sehen.

Roland Schüren aus Hilden hat einen T2 auf eAntrieb umrüsten lassen. Endlich ist er flotter als eine Wanderdüne und kann auch in Umweltzonen ohne Abgaswolke gefahren werden. Die meisten Oldies und Youngtimer erkennt man blind am üblen Geruch, wenn sie an einem vorbei fahren. Grund: Oft alterbedingt schlechte Verbrennung/ fehlende Abgasaufbereitung. Km ohne Ende runter und das meiste Geld geht in die Karosserie und seltener in die Motor.

Wenn man vor einer Motor Revision steht, macht die Umrüstungauf Elektro schon Sinn.

Genauso wie beim Dach vom Haus. Wenn es fällig ist, macht man auch PV drauf. Und lädt damit seinen Youngtimer.

Das H-Kennzeichen braucht man nicht mehr, um überall fahren zu dürfen. 270 km sind eine realistische Reichweite und haben mit Stadt nichts zu tun. Zumal andere Golf II doch sicher nicht im Langstreckeneinsatz sind.

verlieren die Zwingend das H-Kennzeichen wenn sie Original belassen werden?

Man kann doch auch einen Oldtimer zum Dragster umbauen und verliert das H-Kennzeichen nicht

Soweit ich weiß reicht es, wenn das Fahrzeug beim Umschreiben auf H-Kennzeichen im Originalzustand ist. Danach kann man es umbauen oder tunen.

Gibts in GB überhaupt ein H-Kennzeichen??

Naja der klassische Gestank und Geknatter ist ja auch nicht so geil. Lieber E-Kennzeichen als H-Kennzeichen.
Achso und 270km würde ich mal als langstreckentauglich bezeichnen, vorausgesetzt jemand will mit nem 2er Golf Langstrecke fahren.

Ich würde gerne mein PHEV Seat Leon vollelektrisch umrüsten lassen das wäre der hammer

Firmen, die Verbrenner umbauen gibt es nicht nur in England. Hier ist die Youtube Page einer deutschen Werkstatt. Aber das ist nur eine von vielen:

https://www.youtube.com/user/motoheiko/videos

Ich habe selber mehrere Klassiker, darunter zwei Golf 2. Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, einer Umrüstung eines der beiden (standard CL, also kein wertvolles Sammlerstück) um ihn im Alltag zu fahren.
Bei den Preisen für eine Umrüstung wird das aber in absehbarer Zukunft ein Wunsch bleiben. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es einfach nicht rentabel. Bei den aufgerufenen Preisen könnte ich jahrelang nur mit Super Plus fahren und käme immer noch günstiger weg….

Wenn du die Arbeit einrechnest wird es teuer. Die Komponenten gibt es auf dem Gebrauchtmarkt aber billig. Am unteren Ende nimmst du einfach Getriebe (mit Motor) und Wechselrichter vom Toyota Prius für insgesamt 300€. Für die Akkus wirst du nochmal 100-150€ pro kWh los. Auf openinverter dot org gibts solche Projekte

Last edited 1 Monat zuvor by Johannes

Hallo Matthias,
Ich besitze auch einen Oldtimer, bin aber auch voll interessiert in E-Auto’s. Ich muss in die Oldtimerkummunen schwere Diskusionen führen, denn da befinden sich fast nur Petrolheads und Gegner der E-Mobilität.
Aber ich fürchte, oder besser gesagt hoffe, dass für unsere Lieblingsstücke gute und bezahlbare Umbaualternativen kommen, denn ich bin der feste Glaube dass die Spritpreise nach 2030 so hoch sein werden dass die Oldtimer nur noch selten gefahren werden können und ich habe meinen Klassiker nicht nur um in die Garage ab zu stellen und zu bewundern.

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