Die E-Mobilität hat im ÖPNV ein enormes Aufholpotenzial

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Copyright Abbildung(en): MAN

Die Elektromobilität elektrisiert immer mehr Menschen. Das zeigen die steigenden Zulassungszahlen von Elektroautos deutlich, der Anteil von E-Autos liegt bei den Neufahrzeugen mittlerweile klar im zweistelligen Prozentbereich. Aber nicht nur im Individualverkehr nimmt die E-Mobilität Fahrt auf.

Auch im ÖPNV setzen immer mehr Betreiber auf E-Fahrzeuge, wie aktuelle Zahlen des Dachverbands der europäischen Fahrzeughersteller (ACEA) zeigen. Der Verband vermeldete auf Basis der Bus-Zulassungszahlen, dass der Absatz von Elektrobussen in der Europäischen Union 2020 im Vergleich zu 2019 um 18,4 Prozent gestiegen ist. Der Anteil des Dieselmotors ist hingegen um fast zehn Prozent zurückgegangen. „Insgesamt lag der europäische Gesamtmarkt für Elektrobusse im vergangenen Jahr bei mehr als 2000 Fahrzeugen. Und die Tendenz ist ganz klar steigend“, so Rudi Kuchta, Head Business Unit Bus bei MAN Truck & Bus. Der Hersteller geht davon aus, dass die Hälfte aller neuen MAN-Stadtbusse bis 2025 alternativ angetrieben sein wird.

Trotz der steigenden E-Bus-Zahlen ist der Dieselbus auf EU-Straßen noch mit Abstand am häufigsten im Einsatz. Insgesamt waren es 2019 laut ACEA mehr als 690.000 Busse mit einem Durchschnittsalter von 11,7 Jahren – 94,5 Prozent davon wurden mit Diesel angetrieben, 0,6 Prozent rein elektrisch. „Die Zahlen und unsere Erfahrungen zeigen, dass die Elektromobilität im Aufwind ist. Gleichzeitig machen sie auch deutlich, welch großes Potenzial noch darin steckt. Dieselbusse mit veralteter Technik gegen moderne Elektrobusse auszutauschen, wird enorm dazu beitragen, die CO2-Emissionen zu senken“, sagt Kuchta. Der Elektroantrieb sei im ÖPNV „ein zentraler Baustein, um dem Klimawandel zu begegnen.“ Denn bei einer Jahresfahrleistung von 50.000 bis 60.000 Kilometern und einem je nach Einsatz, Topographie und Fahrzeugvariante variierenden Verbrauch von 36 bis 49 Litern pro 100 Kilometer lassen sich mit einem Elektrobus, der lokal emissionsfrei unterwegs ist, rund 60 bis 80 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen – im Vergleich zum Dieselbus und bei Annahme des aktuellen Strommix.

Elektromobilität-ÖPNV-Elektrobus-MAN-München
MAN

Busse gelten als eines der umweltfreundlichsten und wirtschaftlichsten Verkehrsmittel. ÖPNV-Betreiber und Kommunen haben es selbst in der Hand, noch stärker CO2-Emissionen einzusparen und damit zum Klimaschutz beizutragen. Das hat auch die Europäische Union erkannt und die „Clean Vehicle Directive“ verabschiedet. Diese sieht verbindliche Emissionsstandards in kommunalen Flotten vor – seit August 2021 ist die Gesetzgebung in Kraft. Städte müssen damit ihre Weichen für eine emissionsfreie Mobilität stellen. Das Ziel ist, von „Low Emission“ zu „No Emission“ zu kommen. „Immer mehr öffentliche Verkehrsunternehmen haben das verstanden und setzen bei Neuanschaffungen nur noch auf batteriebetriebene Stadtbusse. Oder sie legen klare zeitliche Ziele für die Umstellung der gesamten Flotte auf emissionsfreie Antriebe fest“, so Kuchta. Ein Beispiel dafür sind die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), die seit 2020 ausschließlich lokal emissionsfreie, batteriebetriebene Busse beschaffen. Ziel ist, bis 2030 die gesamte Busflotte weitestgehend auf emissionsfreie Antriebe umzustellen.

„Elektromobilität ist die Schlüsseltechnologie für den Nutzfahrzeugverkehr der Zukunft“

Um die Verkehrsbetriebe auf ihrem Weg hin zu einer emissionsfreien Mobilität bestmöglich zu unterstützen, bietet MAN Truck & Bus ein Gesamtkonzept, das ganzheitliche E-Mobility-Beratung und maßgeschneiderte, zukunftsweisende Lösungen zusammenbringt. Denn auch für MAN ist die Zukunft der urbanen Mobilität elektrisch. „Wir sind davon überzeugt, dass Elektromobilität die Schlüsseltechnologie für den Nutzfahrzeugverkehr der Zukunft ist. Aus diesem Grund treiben wir gemeinsam mit unseren Kunden Technologien und Fortschritt immer weiter voran“, so Kuchta. Im Mittelpunkt dabei stehe der MAN Lion’s City E – und damit die vollelektrische Lösung für den ÖPNV.

Wie gut der MAN Lion’s City E den Stadtverkehr meistert und wie unkompliziert er sich in bestehende Abläufe integrieren lässt, beweist er in immer mehr Städten in ganz Europa schon seit mehreren Monaten. Bei einer Testfahrt, die im Mai dieses Jahres in München über die Bühne ging, knackte er außerdem unter realistischen Alltagsbedingungen mit nur einer Batterieladung die 550-Kilometer-Marke. „Das Thema Reichweite spielt für unsere Kunden eine wesentliche Rolle. Denn auf den Linien, die bisher von einem einzigen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor bedient wurden, soll künftig auch nur ein Elektrofahrzeug unterwegs sein. Beim MAN Efficiency Run hat unser E-Bus eindrucksvoll bewiesen, wie alltagstauglich Elektromobilität schon heute ist“, so Kuchta. Denn selbst bei einer realistischen Reichweite von „nur“ 400 Kilometern im Regelbetrieb könnte der Bus 98 Prozent der von MAN-Kunden bedienten Strecken ohne Zwischenladen abdecken. Und aufgeladen wird er dann im Depot – mit dem Vorteil, dass die Betreiber nicht in zusätzliche Ladeinfrastruktur im Stadtgebiet investieren müssen.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 22.09.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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„Das hat auch die Europäische Union erkannt und die „Clean Vehicle Directive“ verabschiedet. Diese sieht verbindliche Emissionsstandards in kommunalen Flotten vor – seit August 2021 ist die Gesetzgebung in Kraft. Städte müssen damit ihre Weichen für eine emissionsfreie Mobilität stellen.“

Genau genommen haben sie eine Quote von zuerst 45%, später 65% für Busse vorgeschrieben bekommen. Leider gelten Erdgas, Biokraftstoffe und synthetische Kraftstoffe auch. Das hat Scheuer noch schnell so am Rande des Auslegungsbereichs der Direktive so hingefuddelt. Zum Glück ist der Typ demnächst Geschichte und man wird da sicher nachbessern. Andererseits sind diese Alternativen im Betrieb aktuell noch sehr teuer, so dass es dann doch auf Elektro hinauslaufen wird.

Technologieoffenheit ist auch im Nutzfahrzeugbereich mittlerweile nur noch eine Beruhigungspille. Technisch und wirtschaftlich hat sich der reine Batterieansatz schon jetzt durchgesetzt. GmDurch die enormen Fortschritte in der Batterietechnik, die wir jetzt sehen, wird sich dieser Vorsprung noch vergrößern. Wasserstoff wird aber trotzdem benötigt, aber nur dort, wo es rein elektrisch nicht funktioniert: Chemische Industrie, Stahlerzeugung, Langzeitspeicher im Stromnetz.

naja, das wird noch spannend werden wann da die Politiker aufwachen und das eigentliche Co2-Einsparpotenzial erkennen…..

Bei den E-Motoren gibt es interessante Entwicklungen in Bezug auf Kosten und seltenen Erden..

Mahle: Neuer hocheffizienter E-Motor

Magnetfreier E-Motor soll die Stärken verschiedener E-Motoren-Konzepte in einem Produkt vereinen und Benefits bei Kosten, Rohstoffsicherheit und Umweltverträglichkeit durch Verzicht auf seltene Erden bieten.

(Quelle: logistra.de – 06.05.2021)

Auch die Batterien werden in den nächsten Jahren zunehmend günstiger.

Mit dem geplanten Bau von sechs „Gigafabriken“ will VW die 100-Euro-Marke deutlich unterschreiten, die Akkukosten halbieren.

(Quelle: autobild.de – 10.08.2021)

Damit gibt es immer öfters batterie-elektrische Busse auf unseren Straßen.

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