Deutsches E-Auto-Startup Next E.Go Mobile zieht es nach Bulgarien

Deutsches E-Auto-Startup Next E.Go Mobile zieht es nach Bulgarien

Copyright Abbildung(en): Next E.Go Mobile

Mitte Juni startet der deutsche Elektroautohersteller Next.e.GO Mobile SE den Verkauf der Sonderedition e.GO Life Next in Deutschland und konnte, eigener Aussage nach, bereits das Vertrauen erster Neukunden gewinnen. Doch nicht nur in Deutschland soll der Stromer seinen Weg auf die Straße finden. Wie Bulgariens Wirtschaftsminister Kiril Petkov zu verstehen gab wird das Start-Up 140 Millionen Euro in den Aufbau einer Produktionsstätte in Bulgarien investieren.

Next e.Go Mobile plane, in zwei Jahren mit der Produktion von Elektroautos in der nördlichen Stadt Lovech zu beginnen und etwa 1.000 Mitarbeiter zu beschäftigen, sagte Petkov am Samstag gegenüber Reportern, nachdem er ein Memorandum für die neue Investition mit dem Unternehmen unterzeichnet hatte. Ähnlich wie in Deutschland wird man sich am „unteren Ende des Marktes“ platzieren, wenn es darum geht E-Autos anzubieten. Speziell für das Werk in Bulgarien ist angedacht, dass dort der E.Go Life sowie der E.Go Life Cross vom Band laufen werden.

„Wir wollen sicherstellen, dass die Menschen eine erschwingliche, saubere und nachhaltige Mobilität haben“, sagte Ali Vezvaei, Vorsitzender der Geschäftsführung von Next e.GO, gegenüber Reportern. Petkov seinerseits gab zu verstehen, dass die Regierung Next e.Go Mobile mit insgesamt 34 Millionen Euro in drei Tranchen unterstützen werde. Die erste Tranche wird ausgezahlt, wenn das Unternehmen mit der Produktion seiner Elektroautos beginnt und die letzte, wenn die Verkäufe 20.000 Autos pro Jahr erreichen, so Petkov abschließend.

Weitere Hintergründe: Schon bevor der e.GO Life in Deutschland vom Band läuft, wurden Pläne laut, dass der kompakte Stromer auch in Mexiko gefertigt wird. Dies alles geschieht künftig ohne den Gründer des Aachener Elektrobauers e.Go Günther Schuh. Denn dieser verlässt das Unternehmen und konzentriere sich wieder auf seine Lehrtätigkeiten. Diese Entwicklung kommentiert das Unternehmen damit, dass man sich auf den Prozess eines möglichen Börsengangs konzentriere.

Quelle: Automotive News Europe – German electric car startup Next E.Go Mobile to build plant in Bulgaria

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Gut, jetzt ist man die Personalkosten Produktion angegangen. Nur sehe ich kein Konzept für die Materialkosten/Zulieferer. Man ist Kleinserienhersteller und ordert klein, während VW und Renault signifikante economies of scale verbuchen. Besonders VW, deren ID.1 auf MEB-Plattform laufen soll. Und man hat keine eigene Bank, die charmante Leasingraten bietet. Ansonsten hat das Auto nichts, was einen begeistert. Optik geht so, Akku klein…

e.go wird etliche Teile aus Bulgarien günstig beziehen, sowie die Software, da Bulgarien eine gute Zulieferindustrie sowie viele IT Spezialisten hat. Es werden zusätzlich bis zu 5000 Arbeitsplätze rund um e.go in Bulgarien geschaffen. Somit wird das Auto lukrativ.

Naja, wie gesagt: Personalkosten Produktion. Gilt für die gesamte Fertigungstiefe, also auch für Zulieferer. Das sind etwa 18% im Werk und mit Zulieferern 30% der Kosten. Dort spart man 25% gegenüber Deutschland. Das sind 7,5% am Fahrzeugpreis. Damit kommt man nicht weit.

Aber die Materialkosten oder Teile, die dort nicht gebaut werden oder als Rohstoffe im Land sind – was ist damit? Beispiel Zellen, die wird man wohl zukaufen. VW zahlt unter 100€ pro kWh, Kleinserien aktuell etwa 250€. Beispiel Verglasung, die wird man wohl zukaufen. Beispiel Reifen, die wird man wohl zukaufen. VW zahlt für Teile vielleicht 40% vom Kleinserienpreis.Gleiches gilt für Materialien: Stahlblech und Kunststoff kauft VW ebenso günstig ein.

Du verstehst?

Der e.go ist etwa 5 Jahre zu spät dran – nach dem Dieselskandal waren die Chancen für ein günstiges E-Auto in Kleinserie gut, aber seit immer mehr große Hersteller bei E-Autos einsteigen, ist ohne günstige Großserienfertigung mit Pressteilen kaum noch ein „Blumentopf“ zu gewinnen.

Günstige Lohnkosten in Bulgarien alleine nützen wenig, wenn in Kleinserie Stahlrohre in Handarbeit geschweisst werden müssen. Dazu der Einkauf der vielen sonstige Teile ein kleinen Stückzahlen zu erhöhten Preisen.

Das 3-rädrige E-Auto „Sam“ aus Polen ist letztlich am hohen Preis der Kleinserie gescheitert.

Das Sam ist ein dreirädriges Fahrzeug der Fahrzeugklasse L5e für zwei Personen, deren Sitze hintereinander angeordnet sind. Es ist ein sparsames (5 kWh/100 km) Elektroauto aus der Gruppe der Leichtfahrzeuge.

Ab Sommer 2009 wurde das Elektroauto serienmäßig in Pruszków produziert und in Polen für umgerechnet 15.000 Euro (netto) verkauft. Ab Ende 2009 war das Nachfolgemodell Sam Re-Volt in Polen, in der Schweiz und in Deutschland erhältlich. Die Produktion endete 2014.

(Quelle: Wikipedia)

Eine Chance ist

… dass man sich auf den Prozess eines möglichen Börsengangs konzentriere.

… und mit dem Geld eine Großserienproduktion in Bulgarien, Mexiko oder sonstwo aufbaut.

Ich bin etwas verwirrt. Heißt das, dass die Produktion nicht wie angekündigt jetzt starten wird?
In zwei Jahren ist das Auto doch tot. VW nimmt seit Ende letzten Jahres keine Bestellungen für den E-Up! an, obwohl der Wagen immer noch auf Platz 1 der Zulassungen steht.Jetzt könnte der e-Go life enttäuschte Kunden abgreifen. In zwei Jahren gibt es den id.1. Der wird deutlich besser als der life und wahrscheinlich auch als der E-Up!.

True. Vor allem wird dann der kleine Mini und der Smart auf dem Markt sein. Beide werden in China gebaut. Und Dacia wird den Spring nicht vom Markt nehmen.

Da hat ein Kleinserienfahrzeug aus der Economie-Klasse fast keine Chance.
Da helfen selbst tausende Reservierungen nicht, wenn diejenigen am Schluss das Auto nicht erwerben.
Ein Start-Up muss schon mit nennenswerten Vorteilen aufwarten, aber damit sind sie wie hier schon gesagt wurde Jahre zu spät dran.
Ob dann Bulgarien ein gute Wahl, welches ich persönlich nicht einzuschätzen vermag, da man über die Industrie in Bulgarien fast nichts hört, ist anzuzweifeln. China wäre wahrscheinlich die bessere Wahl, weil dort viele eMobile entwickelt und produziert werden, die Smarts und vielen anderen beweisen es.

Wer kauft so eine Mißgeburt? Sieht aus, wie ein billiggeprsster Hausschuhkarton. Könnte aus dem Mittelalter stammen.

Ich glaube die Stimmung hier im Forum zeigt es schon ganz gut. Der e.Go ist tot. Durch Fehlentscheidungen wie fehlende Schnellladefähigkeit und einen nicht konkurrenzfähigen Preis, durch Kleinserienfertigung ist er kein Auto, was viele kaufen werden.

Mir wäre ein Kauf viel zu riskant

Farnsworth

Am Anfang hatte das Projekt eine Zukunft.
Erst als sich eine andere große Firma einkaufte, nahm das Übel seinen Lauf.
Wieder ein Projekt dass ins europäische Ausland geschoben wird.
Warum, fragen meine Kinder, bleiben keine Arbeitsplätze für uns in Deutschland?
Weil es dann nicht genügend Gewinne für Vorstände, Aktionäre und korrumpierbare Politiker gäbe.
Sind das denn Verbrecher, fragen meine Kinder?
Nein, das ist das gängige Geschäftsmodell, das den deutschen immer billige Produkte liefert.
Aber wer soll das bezahlen, wenn die Arbeitsplätze, so wie bei VW, ins Ausland geschoben werden?
Na, der deutsche Steuerzahler wird das bezahlen, er weiß es nur nicht, weil er von der Wahrheit abgelenkt wird.
Wer soll denn dann in die Kranken- und Rentenkasse einzahlen, fragen meine Kinder.
Ja, da werden die Beiträge steigen bei gleichzeitiger Leistungseinschränkung. 🙁
So ist das, wenn man immer billig will und dabei immer der Wirtschaft den Vorrang gibt.
Warum macht die Regierung denn nichts dagegen, sind das auch Verbrecher?
Nein, die versuchen nur mit den Nebeneinkommen aus dieser Wirtschaft die rechtlichen Schlupflöcher zu schaffen, damit keine Klagen kommen.
Macht VW das auch so?
Ja, die haben ein noch besseres Modell. Die lassen alles in China von einer anderen Firma mit Uigurischen Zwangsarbeitern herstellen und liefern es nach Deutschland zum Zusammenbau.
Wie sollen wir denn in Zukunft leben, wenn weiter

  • dreckige Verbrenner gebaut werden,
  • durch Öl- und Gasförderung Flora, Fauna, also alle Ozeane, Meeresgründe und Ländflächen unbewohnbar sind
  • durch CO2, NOx und Methan die Luft zum Atmen, die UV-Schicht zur Verhinderung von Hautkrebs, zerstört werden,
  • Fortschritt nur versprochen wird, aber gleichzeitig die Neandertal-Industrie weiter gefördert wird?

In Zukunft werden wir uns also immer in geschlossenen Räumen aufhalten müssen, damit wir gesund bleiben. Und der Planet geht vor die Hunde.
🙁
Hauptsache immer billig 😉

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