Designwerk: E-LKW mit Überlänge und 900 kWh-Akku

Designwerk: E-LKW mit Überlänge und 900 kWh-Akku

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 252335674

Die Designwerk Gruppe richtet sich bereits sei 12 Jahren auf die E-Mobilität im Nutzfahrzeugbereich aus. In diesem Zusammenhang ist es dem Unternehmen bereits gelungen die Entwicklung und Produktion von elektrischen Lastwagen, mobilen Schnellladegeräten und modularen Batteriesystemen voranzutreiben. Künftig wird es dem Unternehmen möglich sein die Akku-Kapazität der eigenen E-Nutzfahrzeuge deutlich zu steigern. Von derzeit 680 kWh auf bis zu 900 kWh.

Stand heute sind unter der Nutzfahrzeugmarke Futuricum bisher rund 70 Elektrolastwagen in der Schweiz und im nahen Ausland mit einer Batteriekapazität von bis zu 680 Kilowattstunden (kWh) unterwegs. Für die meisten Anwendungen sind die Reichweiten, welche damit möglich sind, völlig ausreichend. Jedoch wurden Kundenwünsche laut, dass die Reichweite durchaus ein wenig größer sein darf. Um dies zu erreichen muss natürlich gleichzeitig die Kapazität der verbauten Akkus steigen. Beziehungsweise mehr Lithium-Ionen-Akkus verbaut werden. Der Platz hierfür ist jedoch bei den regulären Achsabständen ausgeschöpft.

Designwerk

Aus diesem Grund hat das Unternehmen einen Antrag beim Schweizer Bundesamt für Strassen ASTRA eingereicht. Dabei ging es namentlich um eine Ausnahmeverfügung zum Bau und Einsatz von zwei Futuricum Fahrzeugmodellen mit Überlänge. Deren Bewilligung liegt nun vor. Hierdurch wird es möglich „die Batteriepacks sowohl zwischen den Achsen wie auch hinter der Fahrerkabine zu platzieren, was einer Zusatzlänge von einem Meter bedarf“, wie CEO Adrian Melliger kommentiert. „Mit diesem zusätzlichen Meter können wir bis zu 900 kWh Batteriekapazität verbauen und eine konkurrenzfähige Reichweite auch im Logistikbereich erzielen“, so Melliger abschließend.

Die Produktion der 900 kWh Sattelzugmaschinen in den Futuricum Werkshallen in Winterthur ist angelaufen. Denn nicht nur das Familienunternehmen Galliker Transport AG, sondern auch das Westschweizer Unternehmen Friderici Services haben bereits einen 900 kWh Truck bestellt. Beide E-LKW werden noch in diesem Jahr auf den Schweizer Strassen zum Einsatz kommen. Zudem erhoffe sich das Unternehmen auch Signalwirkungen im Logistikbereich über die Landesgrenzen zu setzen.

Quelle: Designwerk – Pressemitteilung per Mail

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Designwerk: E-LKW mit Überlänge und 900 kWh-Akku“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
24 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Ein 40t Diesel LKW verbraucht ca. 40l / 100km. Ich denke die laufen mit recht „hohem“ Wirkungsgrad von 35%, vielleicht mehr. Das würde heißen, der Energiebedarf ist 40*0,35*10,8 ~ 150 kWh/100km. Wenn der E-LKW 85% Wirkungsgrad schafft, käme er also mit 900 kWh ca. 500 km weit. Das ist schonmal weiter, als man zwischen 2 Lenkzeitpausen kommt.
EDIT: ah nee, fast 50% Wirkungsgrad sollen die LKW Diesel haben. Dann reichts doch nur für 360 km.

Last edited 19 Tage zuvor by Johannes

Bestes Beispiel dafür das LKW mit Batterie nicht für die Langstrecke geeignet sind. Wann sollen die Laden? Und vorallem wo? In Deutschland sind die LKW-Parkplätze jetzt schon überfüllt. Lohnt sich eher für den Transport vom Depot in die Stadt oder den Endkunden. Aber Fernverkehr kann ich mir einfach nicht vorstellen. Spätestens hier müsste Stromnetz so massiv ausgebaut werden, das sich die Kosten niemals decken würden. Wer soll das tragen? Hier lohnt sich einfach nur Wasserstoff. Die Milliarden für Stromnetze kann man dann besser in neue Windräder oder PV mit lokal erzeugten Wasserstoff stecken. Das hat den Vorteil, wenn man es richtig plant, das der erzeugte Wasserstoff auch bei Spitzenlast wieder eingespeist werden kann. So spare ich mir andere Speicher. Das Stromnetz wird nicht mehr belastet als jetzt. Politik und Wirtschaft muss langsam anfangen groß zu denken und nicht immer nur auf den Verkehr oder die Energiewende. Dann spielt der Wirkungsgrad keine große Rolle mehr.

Wir haben ein bestens ausgebautes Stromnetz für den Fernverkehr. Und zwar bei der Bahn! Und dort ist der Wirkungsgrad noch viel höher als beim E-Lkw, weil der Luftwiderstand und die Reibung an den Rädern deutlich geringer sind. Es gibt keine verstopften Autobahnen und Ladesäulen braucht die Bahn auch nicht.

Genau meine Rede. Kurzstrecke mit Akku, Langstrecke auf der Bahn. Und zwar egal, ob Güter- oder Personenverkehr.

Die Bahn kann nicht ansatzweise die Menge an Schwerlastverkehr aufnehmen. Dazu müsste das Schienennetz verdoppelt werden.

Wer Wasserstoffinfrakstruktur für LKWs bauen will, kann auch das Schienennetz ausbauen. Wer Wasserstoff haben will, muss auch sagen wo bei den gerade angesagten Bürgerprotesten die 3-fache Menge an Windrädern entstehen soll, die dessen Ineffizienz erzeugt
Schadstoffemissionen sind ja nicht das einzige Problem des LKW Verkehrs. Volle Parkplätze, du sagst es schon, hohe Unfallgefahr sowie unfassbarer Lärm für alle die nahe der Autobahn wohnen. Das tue ich, 500m Luftlinie zur A7.

Wer wissen will, wie leise Bahn sein kann, dem sei die Schweiz empfohlen. Wir waren mal auf einem Campingplatz direkt an der Bahnlinie. Ich dachte ich hab was an den Ohren, ein Zug und kein Geratter. In der Schweiz sind die Räder halt rund statt oval, weil die schon lange auf Bremsscheiben statt Radbremsen setzen.

Was spricht dagegen? Kann auch für den ÖV genutzt werden!

Dann mal bei den Politikern bedanken, die sorgen seit Jahrzehnten dafür, dass die Bahn kaputt gespart wird – von einigen Prestigeprojekten mal abgesehen, bei denen die Politiker dann Bändchen durchschneiden dürfen.

Die Verbrennerlobby aus den Lkw-Bereich war hier sehr erfolgreich und hat sogar dafür gesorgt, dass die Bahn ihre Milliarden in die Logistik per Lkw gesteckt hat anstatt den Güterverkehr auf der Schiene in Deutschland zu verbessern.

Die Schenker Aktiengesellschaft ist ein international tätiger Logistikdienstleister. Das Angebot des Unternehmens umfasst Warenverkehr auf dem Land-, Luft- und Seeweg sowie Kontraktlogistik. Schenker ist eine 100-prozentige Tochter der Deutsche Bahn AG

(Quelle: Wikipedia)

Also die Bahn ist seit Jahrzehnten dabei den eigenen Güterschienenverkehr zu sabotieren mit Hilfe der Politik – absurder geht politischer Umweltschutz wohl nicht.

Ich glaube, das Problem ist weniger die absolute Kapazität der Strecken als die Logistik, sprich das Umschlagen für die letzte Meile.

Es gibt seit Jahrzehnten zahlreiche Konzepte für intermodalen Landverkehr (Schiene/Straße). Problem: Keines hat sich europaweit durchgesetzt. Fleckerlteppich und Insellösungen.

Weitere Probleme:
Jegliche Infrastrukturmaßnahme bei der Schiene braucht sehr lange. Mittelgroße Maßnahmen (Elektrifizierung, ETCS Einbau in einzelne Strecken) brauchen in Europa locker 3 – 5 Jahre, eher 7+. Größere 10 Jahre aufwärts.

Da ist die Ladeinfrastruktur für eLKW vergleichsweise ein Spaziergang.

Ja, da ist was dran. Hab mal gerade spaßeshalber den Energiebedarf ausgerechnet. Es werden 40 Mrd km pro Jahr von allen LKWs auf mautpflichtigen Straßen zurückgelegt. Die 2,16 kWh/km oben waren für 40 Tonner, ich würde jetzt mal mit 1,5 rechnen, weil das ja auch kleinere LKW beinhaltet.
Also: 40*1,5=60 TWh im Jahr. 10% des momentanen Verbrauchs. Geht ja. Aber ich hoffe trotzdem, die Zahl der LKW sinkt bald wieder.

Ich glaub, da ist ein Denkfehler in der Überlegung. Die H2 Infrastruktur ist ja auch nicht und müsste gebaut werden. Billig ist so eine H2 Tankstelle nicht, vor allem, wenn da ständig LKWs ihre großen Tanks füllen wollen.
Weiters der Wasserstoff wird auf die Energie bezogen teurer sein als der Diesel. Und vom Energieverbrauch – Primärenergie bis zum Rad – braucht der H2 LKW DIE 3-4fache Energiemengen.
All das wird sich nicht ausgehen gegen E-LKWs, zumal die Batterien immer besser und billiger werden.

Wann sollen die Laden? Und vorallem wo?

So große Akkus haben fantastische Ladekurven. Die können lange Zeit 150kW und mehr Ladestrom halten.
Geladen werden kann beim Be-und Entladen der Fracht, bei Pausen oder Nachts.
Die Kunden haben meisstens genug Anschlussleistung um eine Schnellladesäule aufzustellen.
Ich vermute jetzt aber mal, das die Reichweite so berechnet ist, dass eine Rückkehr zum Standort möglich ist.

Last edited 18 Tage zuvor by Silverbeard

Hier kann man mal sehen wie LKWs laden. Dieser Volvo mit 200kWh Batterie läd bei 77% Akkuladung immer noch mit 150kW und hatte zwischenzeitlich eien Ladeleistung von 250kW.
So kann man 900kWh schnell füllen.

https://www.youtube.com/watch?v=Ovq4Tniknd4

Welcher Verbrenner schafft einen Wirkungsgrad von 50%? Ich halte das für fern der Realität, aber wenn Sie dazu noch eine seriöse Quelle angeben könnten.

Um den benötigeten Diesel für die gleiche Strecke herzustellen braucht man 3 x soviel Strom als wenn man gleich elektrisch fährt. Auch das sollte man berücksichtigen.

Bei Diesel nützen auch 50% und mehr nichts, denn das viele Co2 und die anderen Schadstoffen sollen ja nicht mehr in die Umwelt gelangen.

Das ist der thermische theoretische Wirkungsgrad. Das hat aber nichts mit der Realität zu tun.

Das ist leider keine seriöse Quelle sondern eine Pressemitteilung einer Firma, die hier versucht die davonschwimmenden Felle (€€€) zu retten!

Die nutzbare Energie im Diesel liegt bei 9,8kW/l (Mehr Wärme kann man nur rausholen, wenn der Wasserdampf kondensiert wird. Hilft aber nichts im Motor.). Und E-Motoren haben 95% Wirkungsgrad. Dann kommt es mit 500km schon hin.
Dazu kommt die Rekuperation.
Tesla will beim Semi mit 500kWh etwa 800km weit kommen. Das liegt wohl auch am besseren cw-Wert.

Last edited 18 Tage zuvor by Silverbeard

Tesla geht beim Semi Truck von etwa 125 kWh pro 100 km aus, d.h. 1.000 kWh netto für 800 km.

Für Tesla muss man nicht schwindeln – also bei der Wahrheit bleiben.

Nur sieht man keine Tesla Semi Truck. Du schwindelst, jetzt hast Du s schwarz auf weiss, dass die E Lkw s mit Batterien länger sein müssen um keinen Laderaum und Gewichtsverluste einzubüssen.
Auch Tesla kann weder mit einem leichten Kunstoffschassis das Gewicht wegleugnen,
noch den Platzverlust durch die Batterie, wo der H2 Antrieb auch da besser ist, nicht nur beim Schnellen Tanken.

Bei E-Lkws kann man nicht einfach ein Lkw-Standardfahrgestell verwenden, wenn daraus ein konkurrenzfähiger E-Lkw werden soll, deshalb müssen sowohl H2- als auch die rein elektrische Lkws ein spezielles Leichtbaufahrgestell verwenden.

Hyundai hat bei seinem H2-Lkw für die Schweiz aufwändigen Leichtbau eingesetzt und die H2-Tanks hinter der Führerkabine platziert – wie auf dem Bild oben.

Stimmt, ich habe mich wohl an die kleinere Reichweite (300ml = 480km) erinnert.

Aus diesem Artikel geht hervor, das Tesla zur Zeit mit etwa 1,66kWh pro Meile rechnet. Das bedeutet für die 500 Meilen Version (800km) des Semi würden 830kWh benötigt. Das entspricht etwa 105kWh/100km.
Mit den neuen, teslaeigenen Zellen hält Musk 1000km Reichweite (~1.000kWh) für möglich. Das kommt dann wohl durch das bessere Kapazitätsgewicht.

letzter Absatz:
https://teslamag.de/news/weiterer-semi-prototyp-entdeckt-tesla-chef-erstmals-konkrete-akku-groesse-34148

edit: wir werden es vielleicht bis Ende diesen Jahres wissen, wenn die Produktionspläne Teslas aufgehen.

Last edited 17 Tage zuvor by Silverbeard

Diese News könnten dich auch interessieren:

KIA EV6 bildet die Basis für kommende Perfomance-Stromer
Porsche und Shell errichten Hochleistungs-Ladenetzwerk in Malaysia
Berlin bleibt Spitzenreiter bei Ladesäulen
24
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).