Chinas E-Verkaufsschlager: Verkauft sich öfters als Model 3 für Bruchteil der Kosten

Copyright Abbildung(en): Wuling

SAIC-GM-Wuling verzeichnete mit der Einführung des Hongguang MINI EV einen großen Erfolg: Der Hongguang MINI EV, das erste Elektroauto der chinesischen Marke Wuling, das einem Joint Venture zwischen General Motors, dem chinesischen Autokonzern SAIC Motors und der ebenfalls chinesischen Guangxi Automobile Group entsprang, hat sich 2020 zum Verkaufsschlager in China entwickelt. Auch 2021 reißt dessen Serie nicht ab.

Ausschlaggebend für den Erfolg ist sicherlich nicht zuletzt der äußerst niedrige Preis des Hongguang MINI EV. Je nach Ausstattung pendelt dieser zwischen 28.800 und 38.800 chinesischen Yuan. Umgerechnet ist dies in etwa gleichzusetzen mit einer Preisspanne zwischen 3.500 und 4.800 Euro. Mit seinem Markterfolg hat der chinesische Kleinststromer sich sogar an die Spitze der NEV-Verkaufszahlen in China katapultiert. Wo zuvor niemand geringeres residierte als Teslas Mittelklasse-Bestseller Model 3. Im Januar 2021 ist der Mini-Stromer immer noch auf Rang eins des Rankings vorzufinden.

Mit 25.778 Verkäufen im Januar 2021, laut der China Passenger Car Association (CPCA), war dieser das meistverkaufte Elektroauto Chinas. Zudem sei es so, dass die Auslieferungen des Herstellers, nach dessen eigenen Angaben, noch höher liegen. Von 36.762 Auslieferungen ist die Rede. Das Tesla Model 3 brachte es im Vergleichszeitraum auf 13.843 Einheiten, gefolgt vom vollelektrischen BYD Han (9.298).

Ganz fair erscheint der Vergleich sicherlich nicht, da das Model 3 als auch der BYD Han in einer anderen Liga spielen. Gilt der Hongguang MINI EV eben nicht als Auto. Dennoch weiß der Ansatz des City Car wohl einige tausend Chinesen zu überzeugen. Die zweitürige Limousine mit vier Sitzen hat sich als ein praktisches Hilfsmittel für den täglichen Stadtverkehr positioniert. Die kompakte Größe und der kurze Radstand sollen dem E-Auto einen natürlichen Vorteil beim Parken und Wenden in überfüllten Städten verschaffen. Durch seinen rein elektrischen Antrieb wird es dem nur in China erscheinenden City-Car möglich sein die Smog-Belastung nicht weiter nach oben zu schrauben.

Im Stromer ist mindestens ein 9,2-kWh-Batteriepaket verbaut, welches dem Wuling Hongguang MINI EV eine Reichweite von 120 (9,2 kWh) bis 170 km (13,8 kWh) nach NEFZ beschert. Je nach gewählter Akku-Variante. Die kleinere Variante der beiden kostet 4.112 US-Dollar, die Variante mit größerer Reichweite 5.540 US-Dollar. Die Abmessungen sind bei beiden gleich und betragen nur 2.917 mm Länge, 1.493 mm Breite und 1.621 Höhe. Angetrieben wird der Mini-Stromer von einem E-Motor mit 13 kW Leistung, sowie einem maximalen Drehmoment von 85 Nm. Hierdurch ist es dem E-Auto möglich eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zu erreichen.

Quelle: InsideEVs – China: Wuling Hong Guang MINI EV Starts Year 2021 In Sales Lead

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Möchte man mit dem Auto einen Unfall bei 50Kmh haben… eher nein…

Der e-Up von VW verkauft sich auch viel häufiger als der e-tron von Audi
(Stand Januar 2021: 1446: 592)
Bei einem innerstädtischen Unfall wird auch hier der e-tron Fahrer auch besser aus der Sache herauskommen.
Trotzdem würde ich 1000x lieber in einem e-Up unterwegs sein, als in dem chinesischen „Auto“
Bei VW steht nämlich die Sicherheit der Insassen im Vordergrund – das China „Auto“ hat ja nicht einmal einen einzigen Airbag!!!.

Bei Tesla steht die Sicherheit der Insassen übrigens an erster Stelle – die halten das wohl für so selbstverständlich, daß man darüber leider viel zu wenig spricht – manchmal wäre eine PR- Abteilung wohl schon von Vorteil.

Trotzdem würde ich 1000x lieber in einem e-Up unterwegs sein, als in dem chinesischen „Auto“

Alles kommt aus China und wird wie verrückt in DE gekauft, vom 3D Drucker bis zum iPhone, aber beim Auto eine Grenze ziehen?

so ein Schwachsinn…

Powerwall Thorsten schrieb:

Trotzdem würde ich 1000x lieber in einem e-Up unterwegs sein, als in dem chinesischen „Auto“

Darauf antwortete Martin Hofstetter:

Alles kommt aus China und wird wie verrückt in DE gekauft, vom 3D Drucker bis zum iPhone, aber beim Auto eine Grenze ziehen?

Du hast da etwas Wichtiges vergessen, gell?: Weder mit dem 3D Drucker noch mit dem iPhone beschleunige ich aber mich oder meine „Lieben“ auf 100 km/h oder mehr!

so ein Schwachsinn[ ]…

Tja, wenn Du Deinen Vergleich so bezeichnen möchtest …

Ironie des Schicksals: Gut möglich, dass der P.Th. bald einen MY aus China erhalten wird.

Da hast Du schon recht. Aber der Vergleich zu einem „erwachsenen“ Auto stellt sich doch gar nicht. Für das gleiche Geld kann man auch ein Pedelec kaufen. Oder ein E-Roller mit ähnlicher Reichweite und Fahrleistung. Oder für mehr als das doppelte ein Microlino. Oder vielleicht ein Twizzy? Das sind doch die Vergleichfahrzeuge. Und damit wird das Autochen interessant.

Möchte ich in meinem Twizy einen Unfall bei 50km/h haben? Auch nicht. Ist trotzdem ein super Zweitwagen. Wir haben dadurch einen Verbrenner ersetzt. Reicht halt für 95% der täglichen Strecken.

Farnsworth

Was sagen dazu Motorradfahrer. Die haben überhaupt keinen Blechschutz, haben Spaß und denken nicht bei jedem Meter an einen Unfall. Der Vergleich hinkt nicht so sehr. Dieses Fahrzeug gilt laut Artikel auch nicht als Auto.

Ich bin Motorradfahrer und sehe das genauso. Im Gegensatz zum Motorrad fühle ich mich im Twizy deutlich sicherer. Okay, das China-Mobil hat wahrscheinlich keinen Airbag. Aber immer noch eine geschlossene Fahrgastzelle.

Farnsworth

Und hört bitte mit diesen Tesla Clickbait Überschritten auf – das nervt

  • Besser als Tesla
  • Schneller als Tesla
  • Schöner als Tesla
  • Billiger als Tesla
  • mehr verkauft als Tesla
  • Teslajäger
  • ………

ich kann es langsam nicht mehr hören !

Keep cool, lieber Thorsten, die eWelt braucht einen Anhaltspunkt, die will sich an etwas greifbares orientieren und auf etwas Handfestes zurückgreifen 😉
Für mich persönlich ist es eine Art „Schlag den Raab“ der Autoindustrie 🙂
Die versuchen Quecksilber mit dem Hammer zu schlagen oder Roadrunner („meep, meep“) zu schnappen, vergeblich…
Tesla in aller Munde, was will man mehr? 😉 LG

Tesla baut halt die schlechtesten Verbrenner auf Welt, und steht dazu.

Super Cool. Next Step nach dem Motorroller und gut gegen den Smog.

Wo steht denn…ohne Airbag? Oder hab ich es übersehen. Finde es trotzdem gut.

Ganz kleine E-Autos sind eher überdachte Motorroller auf 4 Rädern, nicht mit 2-Tonnen-SUVs zu vergleichen, sie bieten Wind- und Regenschutz und man kann mehr Gepäck (z.B. den Einkauf) transportieren.

Aber mit modernen Materialkombinationen kann man auch kleine E-Autos sicherer machen, vor allem wenn man vorne und seitlich etwas stabiler baut und hinten noch gut einen halben Meter Kofferraum als Knautschzone anbringt statt die Hinterbänkler als Knautschzone zu missbrauchen.

Ich vermisse Infos zu kleinen E-Autos. Wann ist Citroen Ami in Deutschland zu kaufen? Wann kommen Eli Zero oder Microlino? Es gibt E-Autos von Aixam (2 Sitze, Kofferaum, 45 km/h), aber mit Preisen ab 14.390€.
Schön, wenn die Preisklasse bis 20.000 Euro, auch ohne Subventionen, besser vertreten wäre, z.B. als 4 Sitzer mit ausreichend großem Kofferaum und min. 100 km/h, um auf Autobahn kein Hindernis zu sein.

[…] Ich vermisse Infos zu kleinen E-Autos. […] Schön, wenn die Preisklasse bis 20.000 Euro, auch ohne Subventionen, besser vertreten wäre, z.B. als 4 Sitzer mit ausreichend großem Kofferaum und min. 100 km/h, um auf Autobahn kein Hindernis zu sein.

Ein dazu passendes Auto könnte künftig – wenn sich genug Kapital „findet“ – die MIA 2.0 werden,
in drei Varianten – wie schon bisher die (nicht mehr produzierte) Mia 1.0 – als 4-, 3- und 1-Sitzer:
https://fox-em.com/MIA/

Nicht mehr ganz auf dem letzten Stand dazu:
https://www.elektroauto-news.net/elektroautos/elektro-minivan-mia-2-soll-2023-fuer-16000-euro-zu-haben-sein

Last edited 4 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Als Ergänzung der Link auf deutsch ==> https://fox-em.com/de/mia/

Ein Auto für China und Nordkorea. In Europa wird man es kaum sehen, außer in einem Kuriositäten Kabinett. 😉

Für ein E-Auto mit 100 km/h dürfte die Sicherheit viel zu gering sein – wie auch bei den großen E-Autos aus China, die zwar sehr günstig sind, aber leider bei der Sicherheit noch nicht europäischen E-Autos mithalten können.

Da stellt sich die Frage, wenn schon abgekupfert wird, warum dann nicht auch bei der Sicherheit.

Ein kleines E-Auto muss bei der Sicherheit nicht mit eine SUV mithalten, aber ein Mindestmaß sollte schon sein, zumal es in China nicht viel kostet – trotzdem wird es auch bei großen E-Autos aus China nicht gemacht stattdessen werden die E-Autos in Europa nicht angeboten bzw. der Verkaufsstart verschoben..

Genau soviel Auto braucht der Mensch für Stadt und Landstrasse (100km/h).
Natürlich zukünftig mit ausreichend Sicherheit.

Wenn man die Fortschreibung der Auto-Gigantomanie jetzt bei den Elektros beobachtet,
stellt man fest, dass immer noch nicht kapiert wurde, warum es in Zukunft geht.

Tja, und weshalb werden den wohl solch schlechte Kopien weder in deren Nachbarländern noch bei uns verkauft? Bestellt halt mal einen dann wisst ihr es.

Eine schlechte Kopie von was?

Die Leute sind der Meinung sie bräuchten mehr. Ich habe den Schritt zu weniger gewagt. Statt Golfklasse-Kombi und Poloklasse-Zweitwagen fahren wir jetzt E-Up! und Twizy. Und: es funktioniert.

Farnsworth

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