Canoo öffnet seine Bestellbücher in den USA

Copyright Abbildung(en): Canoo

Interessenten können auf der Canoo-Webseite für 100 Dollar eines von drei geplanten E-Fahrzeugen reservieren. Den Anfang macht 2022 das Lifestyle Fahrzeug zu Preisen ab 34.750 Dollar. Der elektrische Pickup-Truck und das Multi-Purpose Delivery Vehicle (MPDV) sind für das Jahr 2023 geplant. Das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Dallas, Texas, setzt auf eine Skateboard-Plattform.

Wir entwickeln für Menschen, die hart arbeiten, hart spielen und etwas Zuverlässiges brauchen, das lange hält und ihnen Wert gibt. Wir entwickeln für die 99 Prozent nicht für die ein Prozent. Unsere Fahrzeugpalette wurde für das Rückgrat Amerikas entwickelt – um ihnen Mehrwert zu bieten, damit sie smarter arbeiten können“, lässt sich CEO und Executive Chairman Tony Aquila in der Presseankündigung zitieren. Beim Skateboard-Konzept sitzen Batterie, E-Motoren sowie Steuerungseinheit im Boden bzw. den Rädern. Das erlaubt eine flexible Nutzung des Fahrzeug-Innenraums. Das Lifestyle Vehicle wird in den Versionen Base, Premium und Adventure angeboten. Der Kleinbus kann als Transporter, Wohnwagen oder Shuttle-Bus eingesetzt werden. Neben dem Startpreis verrät Canoo die voraussichtliche Motorleistung mit 224 kW (300 hp), das Drehmoment mit 450 Nm (332 lb. ft.) sowie die Reichweite mit 400 km (250 Meilen). Weitere technische Details folgen später.

Pickup und universelles Lieferfahrzeug

Der Pickup wird mit den Worten beschrieben: „Competes with America’s best-selling pickup„. Das dürfte eine Anspielung auf Fords F-150 sein, der demnächst als F-150 Lightning in einer batterie-elektrischen Version angeboten wird. Als Leistungswerte gibt Canoo mehr als 373 kW (500+ hp) Motorleistung, eine Ladekapazität von rund 800 kg (1.800 lbs.) und über 320 km Reichweite (200+ Meilen) für seine Pickup-Version an.

Der MPDV ist als Lieferfahrzeug für die letzte Meile konzipiert. In Metropolen und Wohngebieten spielt er mit seinem leisen und emissionsfreien Antrieb seine Vorteile aus. Der Transporter kann Energie in beide Richtungen fließen lassen. Handwerker und Service-Techniker können auf entlegenen Baustellen und Montageplätzen ihre Werkzeuge mit Strom versorgen. Als Motorleistung werden 150 kW (200 hp) und eine Reichweite bis zu 400 km (250 Meilen) angegeben.

Deutsche Auto-Experten als Gründer

Canoo würde 2018 unter dem Namen Evelozcity in Kalifornien gegründet. Die drei Gründer stammen aus Deutschland und haben Erfahrung in der Auto-Industrie. Stefan Krause war zuvor Finanzvorstand bei BMW und in gleicher Position bei der Deutschen Bank tätig. Karl-Thomas Neumann war Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG. Er hat in seiner Laufbahn für Continental und die Volkswagen Group China gearbeitet. Ulrich Kranz gilt als Vater des Projekts i bei BMW. Er hat den BMW i3 und den BMW i8 auf die Straße gebracht. Den dafür verantwortlichen Designer, Richard Kim, nahm er zum Start-up mit.

Die Gründer verließen zu unterschiedlichen Zeitpunkten das Unternehmen, bevor Canoo 2020 über einen SPAC-Deal an die Nasdaq ging. Zeitweise gab es Gespräche zwischen Apple und dem Start-up. Für den koreanischen Konzern Hyundai-Kia sollte Canoo seine Skateboard-Plattform für kommende Modelle beisteuern, doch aus der Kooperation wurde laut Medienberichten nichts. Nun geht Canoo, das inzwischen rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, allein seinen Weg und startet mit der Vermarktung der Modelle.

Quelle: Cannoo – Promises Kept – Canoo Pricing For Lifestyle Vehicle Is Accessible For Everyone

Über den Autor

Dirk Kunde beschäftigt sich mit dem Wandel der Mobilitäts- und Energiebranche. Neben neuer Antriebstechnik und Vernetzung im Fahrzeug, bringt die Verknüpfung mit dem Energiesektor große Umbrüche. Bei seinen Praxistests hat der Diplom-Volkswirt stets ein Auge auf die wirtschaftlichen Aspekte. Ein Lächeln ins Gesicht zaubert dem technikverliebten Journalisten jede vernetzte Anwendung im Auto oder als App, die Mobilität komfortabler macht.

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Da kann man mal wieder sehen, zu was deutsche Ingenieure im Team mit hoch qualifizierten Managen in der Lage sind, wenn sie aus ihren verkrusteten OEMs heraustreten.
Viel Glück und Erfolg für eine elektrische Zukunft!

Scharf die Drei. Das Edge Design schreit nach Photovoltaik auf der Außenhaut. Wie beim Sono Sion. Ich drücke die Daumen und hoffentlich werden sie in der EU auch angeboten. Good look….

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