Mineralölunternehmen BP: Nicht alle Ladestationen sind aktuell profitabel

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Das Mineralölunternehmen BP will bis 2030 70.000 Ladestationen für Fahrzeuge installieren. Trotz der Tatsache, dass Stand Februar 2021 noch nicht alle Ladestationen des Unternehmens profitabel sind. Der Weg von derzeit 10.000 Ladestationen auf 70.000 Ladestationen werde daher auch schrittweise angegangen. Dabei wolle man sich am Hochlauf der E-Mobilität orientieren.

BP Plc macht noch nicht mit allen seinen Ladestationen Gewinn, aber der britische Ölriese erwartet, dass sich das ändern wird, wenn mehr Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen. Christian Girardeau, Direktor für Elektrifizierung bei BP, gab hierzu zu verstehen: „Ich würde nicht sagen, dass wir in allen Bereichen Gewinne machen“. Er fügte allerdings auch hinzu, dass das Unternehmen durch seine Partnerschaften in der Vergangenheit in der Lage war, Geld durch die Bereitstellung von Energie für Ladestationen zu verdienen. „Nur auf der Energieseite sind wir mehr in den schwarzen als in den roten Zahlen“, so Girardeau.

Stand Anfang Februar 2021 hat das Unternehmen bisher fast 10.000 Ladestationen installiert und hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 70.000 Stationen zu installieren, mit einer großen Expansionsanstrengung in Europa und China. Das Unternehmen fügt das Laden von Elektroautos zu einer Reihe von Energiedienstleistungen hinzu, die es im Angebot hat. BP versucht sich dadurch über sein traditionelles Öl- und Gasgeschäft hinaus zu entwickeln.

Im Jahr 2018 kaufte BP Chargemaster, das damals größte Unternehmen für das Laden von Elektrofahrzeugen in Großbritannien. Der Ölkonzern hat außerdem ein Joint Venture mit Didi Chuxing gegründet, um eine Ladeinfrastruktur in China aufzubauen. In einem Gespräch mit Bloomberg New Energy Finance im Juli 2019 erklärt David Eyton, Leiter der Technologie bei BP, dass der Schwerpunkt für BP im Elektroauto-Markt auf der Zeit liegt, die zum Laden von Fahrzeugen benötigt wird. Ein 150 kW Ladegerät bietet einem Fahrzeug in etwa 5 Minuten eine Reichweite von 100 km, aber Eyton hofft, dass BP mehr als 100 km innerhalb derselben Zeitspanne bereitstellen kann.

Quelle: Bloomberg – BP Says Not All Electric Car Chargers Are Profitable Yet

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Interessant wäre zu wissen wo diese Ladepunkte stehen. Ob bei Tankstellen oder Supermarkt-Parkplätzen macht einen großen Unterschied.

Entscheidend ist, wo der Strom herkommt. Wenn BP unter Verwendung seiner fossilen Energieträger den Strom am Besten selbst neben der Ladesäule produziert, kann es hochprofitabel sein, da keine Netzgebühren anfallen. Die Effizienz wäre durch Wegfall der Übertragungsverluste auch besser und das allgemeine Stromnetz wird nicht belastet. Durch die bessere Effizienz wird auch weniger CO2 ausgestoßen. Super Sache.

Last edited 4 Monate zuvor by Hannes Bader

Soll die von Dir vorgeschlagene Lösung etwa ein Dieselgenerator zur Stromerzeugung sein – mit dem greenwashing „kurze Transportwege”
Super Idee (Ironie off)

Besser wäre es Ladestationen dort zu bauen wo Millionen Autos sowieso längere Zeit stehen, also Arbeitgeber (hier reichen geringe Ladeströme), Super- und Baumärkte sowie Möbelhäuser (hier höhere Ladeströme).

Solarpanele bei E-Autos sollten zur Serienausstattung gehören, dann fallen viele Kurzstreckenfahrer im Sommerhalbjahr als Ladestationennutzer weg.

Es bleiben die Langstreckenfahrer übrig und für die braucht es nicht an jeder Ecke eine Ladestation. Hier bieten sich Raststätten, Autohöfe, Gaststätten und Hotels (nach Corona) an.

Die endgültige Zahl wird der Markt regeln müssen, dort wo es sich lohnt gibt es mehr Ladestationen, an anderer Stelle wird man die Anlagen wieder abbauen bzw. versetzen oder subventionierte Ladestationen haben.

Die Idee, klingt nicht schlecht doch der Effekt, den die Module auf Dach und Motorhaube hätten, ist bei den hohen Verbräuchen, den die meisten der heutigen Elektroautos mit rund 20kWh/100km aufweisen, eher gering. Zudem erhöht sich durch die Module das Fahrzeuggewicht, was auf die Reichweite schlägt. Besser fände ich es, wenn man eine Anlage auf seinem Hausdach installieren könnte und man sein Auto dort lädt, bzw. der Strom, den ich unterwegs oder etwa auf der Arbeit lade, mit dem Überschuss daheim verrechnet würde. Für die, die kein Eigentum haben, muss die Möglichkeit bestehen, sich über die Beteiligung an einer Anlage die „erneuerbaren“ Strom produziert, ein preisgünstiges Kontingent an Fahrstrom zu sichern.

Sion rechnet mit 30 bis 35 km am Tag bei Sonnenschein – die Hälfte ca. 16 km und selbst damit hätte ich früher locker in die nächste Stadt (Arbeit / Einkaufen) und wieder zurück fahren können.

Mit einem Sion, wenn es ihn damals schon gegeben hätte, wäre ich vermutlich den ganzen Sommer über ohne nachzuladen gefahren, nur im Winter hätte ich wohl eine Steckdose gebraucht.

Für die vielen Kurzstreckenfahrer wären E-Autos mit Solarpanelen eine tolle Sache und mit einem Leergewicht von ca. 1400 kg inkl. Solarzellen bei 4,29 m Länge ist der Sion nicht schwer.

Zum Vergleich:

VW e-up – Leergewicht von 1188 kg bei 3,56 m Länge – 73 cm kürzer als Sion.

e.GO life – Leergewicht 1231 kg bei 3,35 m Länge – 94 cm kürzer als Sion.

So sehr ich E-Autos mag so sehr frage ich mich auch wie man aktuell öffentliche Ladesäulen profitabel betreiben will. Die Schnellladesäulen sind teuer. EnBW erlaubt den normalen Tarif nur für Privatkunden und bei mehr wie 800kWh im Monat kann es gekündigt werden. Die Adhoc preise bei Schnellladern sind relativ hoch 79 Cent / kWh (Ionity) bzw. 69 Cent / kWh + 6 Cent pro Minute (EnBW).
Selbst bei AC Ladern kann man aktuell beobachten die kostenlosen sind regelmäßig besetzt die kostenpflichtigen sind besetzt wenn man sich die Parkgebühren dadurch spart. Die kostenpflichtigen wo man sonst kostenlos parken darf sind aktuell fast immer leer, sofern es nicht irgendwelche Vereinbarungen mit Carsharing Anbietern gibt. Was zumindest aktuell klar sein dürfte die meisten E-Auto besitzer dürften aktuell zu Hause laden können und warum soll man dann am Supermarkt laden wenn man es auch zu Hause kann, wenn dort die Kosten höher sind (wenn der Strom da gratis ist nimmt man den natürlich gerne mit)

Mich würde generell mal interessieren wie dort die Meinungen sind wie man so etwas wirklich profitabel aufbauen könnte aktuell sehe ich da noch einige Probleme

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