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BMW: „Strom für E-Autos nicht teurer als Diesel“

Die BMW Group führt ab sofort eine neue einheitliche Tarifstruktur für öffentliches Laden mit BMW und Mini Fahrzeugen in 19 europäischen Ländern ein. Laut einer Mitteilung wird so der Betriebskosten-Vorteil elektrifizierter Fahrzeuge weiter ausgebaut und dem deutlich steigenden Absatz elektrifizierter Fahrzeuge im Jahr 2020 (plus 31,8 Prozent) Rechnung getragen.

Das öffentliche Ladeangebot von BMW Charging und Mini Charging biete mit nur einmaliger Registrierung in Europa Zugang zu über 173.000 öffentlichen Ladepunkten von über 500 Betreibern, heißt es. Allein in Deutschland stünden via Karte oder App mehr als 33.000 Ladepunkte zur Verfügung. Je nach Präferenzen und individuellen Fahrprofil könnten Kunden zwischen zwei Grundtarifen wählen.

Der Zugang zu einer guten Ladeinfrastruktur mit wettbewerbsfähigen, transparenten Kosten ist neben der Reichweite eine elementare Voraussetzung für die Akzeptanz und das Wachstum von Elektromobilität„, so BMW-Vertriebs-Vorstand Pieter Nota. Mit dem Tarif „Active“ lägen die Energiekosten für Kunden, die daheim oder beim Arbeitgeber nicht laden könnten und auf öffentliche Infrastruktur angewiesen seien, bis zu 25 Prozent unter denen für vergleichbare Fahrzeuge mit Diesel-Antrieb. Nota: „Den Mythos, Strom für elektrifizierte Fahrzeuge sei teurer als Benzin und Diesel, können wir damit klar ausräumen.

Das High Power Charging Netzwerk von Ionity ist ebenfalls in das BMW-Netzwerk integriert. Die Ladeparks befinden sich – mit durchschnittlich vier Säulen – europaweit an Autobahnen und anderen Verkehrsachsen. Hier könne etwa der vollelektrische BMW iX3 innerhalb von 10 Minuten Reichweite für bis zu 100 Kilometer (WLTP) nachladen. Bis Ende 2021 sollen mehr als 400 Ladestationen europaweit bereitstehen. Auch in Städten ist ein weiterer Ausbau geplant.

Im Tarif „Active“ können Kunden in Deutschland bei einer Grundgebühr von 4,99 Euro monatlich im Charging Netzwerk von BMW/Mini laden, heißt es bei BMW – für 33 Cent pro kWh Wechselstrom und für 39 Cent pro kWh Gleichstrom. Die Zusatz-Option „Ionity Plus“ sei insbesondere für Kunden auf Langstrecken interessant. Mit einer monatlichen Grundgebühr von 13 Euro lasse sich für 35 Cent pro kWh Fahrstrom an den zugehörigen Schnelladestationen beziehen.

Bei Übernahme eines neuen elektrifizierten BMW oder Mini ist der „Active“ Tarif für 12 Monate ohne Grundgebühr enthalten, verspricht der Hersteller. Bei den vollelektrischen Modellen BMW iX3, BMW iX und BMW i4 entfällt darüber hinaus die Grundgebühr für das bereits enthaltene Paket „Ionity Plus“. Für Kunden, die unregelmäßig und spontan öffentlich laden, bietet sich im „Flex“ Tarif ohne Grundgebühr die Möglichkeit, mit nur einmaliger Registrierung bei allen Ladesäulenbetreibern im Charging Netzwerk von BMW/Mini zu betreiberspezifischen Konditionen zu laden.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 16. Februar 2021

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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156 Euro Fixkosten damit man überhaupt aufladen kann – im Ernst?

Sie können grundsätzlich immer laden. Um aber die von BMW subventionierten Preise nutzen zu können, bezahlen Sie eine monatliche Grundgebühr.

Klar laden kann man schon, allerdings erhält man nur einen Vorteil von 4 Cent pro kWh gegenüber dem Standard DC Tarif. Bei 156 € jährlich müsste man schon 3.900 kWh laden, um überhaupt nur einen preislichen Gleichstand zu erreichen. Bei sparsamer Fahrweise verbraucht ein Tesla Model 3 beispielsweise 200 Wh pro km auf der Autobahn, also bei Fahrten zwischen 100 und 120 km/h. Das sind dann 19.500 Kilometer, die ich komplett über Ionity, statt an den zahlreichen anderen Schnellladern nachladen muss. Das hört sich nicht wirklich attraktiv für die Masse der Elektromobilisten an. Selbst ein großer BMW SUV dürfte kaum über 300 Wh/km kommen und würde somit 13.000 km zum Gleichstand brauchen.

Edit: Ich habe den Artikel nochmal genau angesehen. Man muss sogar im Tarif Active schon 4,99 € monatlich zahlen. Der Unterschied zum subventionierten Ionity Preis ist also 8,01 € monatlich. Es müssen also „nur“ 2.403 kWh jährlich bei Ionity geladen werden, damit sich der Ionity-Plus Tarif lohnt.

Last edited 18 Tage zuvor by Felix Klüsener

Nehmen wir als Vergleich die Firma Fastnet, die von den meisten als fairer Anbieter betrachtet wird. Die KWh kostet 35c, bei einer Monatsgebühr von 11,99€.

Im übrigen kenne ich keinen SUV, bei dem eine einzige Tankfüllung weniger als 100€ kostet. Da mache ich mir über 4,99€ keine Gedanken.

Strom für E-Autos nicht teurer als Diesel ja von wegen der Strom ist deutlich teuer als diesel

  1. beim diesel bezahle ich für die Benutzung der Tankstellen keine Grundgebühr!
  2. der eregiehalt des Diesel beträgt ca. 9,5kw und kostet beim diesel derzeit aufgerundet 1,20Euro das heißt pro kw ca. 12,64 cent also müsste der Strom nur 13 Cent kosten und das ohne Grundgebühr

okay wenn man natürlich gegenrechnet das deas E-Auto beim Verbrauch von 20kw auf 100km umgerechnet nur rund 1,9 Liter Diesel entspricht im vergleich zu einem 5L Diesel verbrauch dann komt man rechnerisch auf ca. 33cent also Haushaltsrompreis aber alles ohne Grundgebühr dann wäre die Behauptung zum teil richtig

Energiemengen werden in kWh gemessen und die Leistung in kW, nur zur Info.

Zurück zum eigentlichen Thema. Die Effizienz des Elektroantriebs ist nur im niedrigen Lastbereich, beispielsweise im Stadtverkehr so deutlich überlegen, dass Strompreise über 30 Cent pro kWh zu einem günstigeren Betrieb führen. Ein Tesla Model 3 kann beispielsweise im Stadtverkehr mit ca. 15 kWh auf 100 km bewegt werden. Selbst bei 40 Cent pro kWh kosten 100 km nur 6 € und gerade im Stadtverkehr braucht man schon einen sehr sparsamen Diesel um auf 5 Liter auf 100 km zu kommen. Auf der Autobahn bei 200 km/h benötigt der Tesla ca. 50 kWh pro 100 km, was bei 40 Cent schon 20 € auf 100 km ausmacht. Ein sehr sparsamer Diesel kommt hier auf ca. 10 Liter auf 100 km und somit 12 €. Der Gleichstand ist unter diesen Bedingungen erst bei 24 Cent pro kWh erreicht.

Der oben beschriebene Effekt kommt durch einen abnehmenden Wirkungsgrad und höhere Wärmeverluste bei hohen Strömen zustande, wobei Verbrennungsmotoren von einem höheren Wirkungsgrad bei steigender Last profitieren. Zumindest gilt das bis zu einem gewissen Scheitelpunkt. Ein 160 kW Motor ist bei 160 kW Leistungsabgabe ineffizienter, als z.B. ein 200 kW Motor bei ebenfalls 160 kW Leistungsabgabe.

Um wirklich in allen Situationen den Elektroantrieb preisgünstiger zu machen, müsste entweder der Preis fossiler Brennstoffe stark ansteigen, oder der Strompreis deutlich sinken, oder wir brauchen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn und zwar eher 100 km/h und nicht 130 km/h. Eine Kombination aller drei Alternativen ist natürlich ebenfalls möglich.

Ein sparsamer Diesel wäre in den Fahrleistungen einem Tesla nicht gleichwertig. Ich rechne bei der Fahrzeugklasse (A4, 3er, C-Klasse) eher mit 15l/100km bei konstant 200km/h. Selbst ein Passat Diesel wurde von Auto Bild mit 12l/100km bei konstant 200km/h gemessen.
Ausserdem bezweifle ich Ihre Verbrauchsangabe für das Tesla Model 3. 50kWh/100km bei 200km/h benötigt vielleicht ein Model X, aber kein M3. Das liegt bei dieser Geschwindigkeit eher bei knapp 35kWh/100km.

An den Tesla Säulen kostet der Strom überall in Deutschland übrigens 36ct/kWh, nicht 40. Auch das verschiebt ihre grobe Rechnung um 10% Richtung Strom.

Ihr finanzieller Vergleich wird sich durch die steigende CO2 Abgabe mit der Zeit auch noch etwas zugunsten des Stroms verschieben. An Ladesäulen wird meisstens Ökostrom angeboten, bei Tesla auf jeden Fall.
Zur Zeit würde jedenfalls gegen den Passat Gleichstand herrschen mit 12,60€ zu 12,40€ auf 100km, alle anderen vergleichbaren Verbrenner wären ca. 20% teurer.

Last edited 17 Tage zuvor by Silverbeard

Also Bjørn Nyland hat den Test bei konstant 200 km/h bereits gemacht. Ergebnis ca. 480 Wh pro Kilometer und zwar ohne Wärmeverlust, da der vom Bordcomputer nicht mitgerechnet wird. Später musste er auf ca. 180 runter gehen, damit er den Supercharger erreicht. Danach ist der Schnitt natürlich etwas gesunken.
Quelle: https://m.youtube.com/watch?v=EiuIyHORZi8&t=38s
Ein vergleichbares Fahrzeug ist z.B. ein Audi A4 B9 3.0 TDI. Den bin ich selbst schon gefahren und hab ihn etwa eine Stunde am Limit des erlaubten und möglichen bewegt. Ergebnis durch Nachtanken ermittelt: 11,8 l/100 km und der Wagen hat immerhin 200 kW Dauerleistung. Die Dauerleistung eines Model 3 Dual Motor liegt meines Wissens nach bei 153 kW. Das sagt jedenfalls mein Fahrzeugschein. Vielleicht ist es beim Performance etwas mehr.
Ich bin mir sicher, dass eine entsprechende A4 Limousine mit 2.0 TDI Motor 1 bis 2 Liter weniger verbraucht, als es ein Sechszylinder macht.
Leider habe ich für meine Fahrt mit dem A4 keinen Videobeweis vorliegen, daher müssen Sie mir das entweder glauben, oder Sie lassen es.

Übrigens hält mich das nicht davon ab trotzdem elektrisch zu fahren. Nur bin ich etwas langsamer unterwegs wenn ich elektrisch fahre, da ich nicht alle 30 bis 40 Minuten eine Pause einlegen möchte.

Man kann auch einfach 100-120 km/h auf der Autobahn fahren, ohne dass es eine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Niemand hindert einen daran. Wenn man mal schneller fahren will, bleibt die Möglichkeit legal. Praktiziere ich schon Jahre. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist für mich der falsche Ansatz. Für den der schneller fährt wird es teurer. Das war schon immer so.

Was hier leider völlig außer acht gelallten wird sind 3 Punkte

  1. ich lade zu etwa 95% zu hause
  2. es gibt Nachtstromtarife bei uns 19 Cent pro KWh
  3. Mit Solaranlage lade ich 7 Monate im Jahr für 11 Cent = Einspeisevergütung

Damit ist E-Mobilität deutlich günstiger als einen Diesel zu fahren
PS unser VW Bus braucht 9 Lieter. iChat die von VW versprochen 6,7

Wer Erbsen zählen will fährt einen Dacia.

13€ monatlich sind auf 4 Jahre 624€.

wenn BMW gute eAutos hätte wäre das völlig okey für ein Premium Ladenetz wie Ionity.

leider hat BMW bis dato keine guten eAutos, sondern nur umgebaute Verbrenner ☹️

Es geht in diesem Artikel aber explizit um die Kraftstoffkosten und darum, dass BMW einen Preisvorteil auf Langstrecken für das Elektroauto angibt, den es in der Gesamtbetrachtung so nicht gibt. Es ist mir neu, dass BMW auch eine grundgebührpflichtige Tankkarte anbietet, die eine Halbierung des Dieselpreises bei ARAL bewirkt.

Beim Tankstellennetz wirkt der Wettbewerb mittlerweile. Das sieht man daran, dass zu einem beliebigen Zeitpunkt die Preise nur um wenige Cent voneinander abweichen. Es ist doch klar, dass sich Umsteiger zur Elektromobilität abgezockt fühlen, wenn es fast 1.000 Ladetarife mit und ohne Grundgebühr und nach zig verschiedenen Berechnungsgrundlagen gibt. Dieser Wildwuchs müsste durch eine klare Regulierung über die Preisangabenverordnung und die verpflichtende Akzeptanz gängiger Zahlungsmittel (Kreditkarte, EC-Karte, Bargeld) eingegrenzt werden. Solange es nur mit Grundgebühr ohne jede direkte Gegenleistung möglich ist ein Ladenetz zu vernünftigen Preisen zu nutzen, wird die Elektromobilität nie etwas für die große Masse.

Ich gebe selbst zu, dass mich diese ganze Sache nicht so sehr stört, weil es mir auch Spaß macht mich mit der Elektromobilität und dem ganzen Drumherum auseinanderzusetzen. Für Personen die einfach, bequem und zu akzeptablen Preisen von A nach B wollen ist die aktuelle Situation jedoch absolut abschreckend.

Mit Erbsenzählerei hat es jedenfalls wenig zu tun, wenn mich eine Fahrt von München nach Berlin im X3 Diesel weniger kostet, als wenn ich einen iX3 fahren würde.

Ich habe es schon oft gesagt und wiederhole es gerne nochmal: IONITY ist ein Abzockverein! Nie und nimmer werde ich da auch nur 1 kWh laden! Grundgebühr? Geht’s noch? Wer käme bei Diesel und Benzin auf so eine hirnrissige Idee? Auch bei meinem Stamm-Supermarkt zahle ich keine Grundgebühr, damit ich dort einkaufen darf. Im Übrigen: Auf Parität bei den Kosten kommt man eher, wenn man ausschließlich Zuhause lädt – im Idealfall noch mit PV-Unterstützung vom Dach.

Last edited 16 Tage zuvor by Norbert Seebach

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