BMW gibt dem Thema Nachhaltigkeit mehr Gewicht im Konzernbericht

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Copyright Abbildung(en): BMW

Die BMW Group beginnt ein neues Kapitel ihrer Berichterstattung: Für das Berichtsjahr 2020 führt sie erstmals ihren Geschäftsbericht und den Nachhaltigkeitsbericht (vormals Sustainable Value Report) zu einem Integrierten Konzernbericht zusammen. Nachdem der Vorstand in 2020 zentrale Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens neu definiert hat, folge mit der integrierten Berichterstattung nun der nächste logische Schritt dank einer integrierten Unternehmenssteuerung, wie der Hersteller mitteilt. Der Integrierte Bericht soll fortan zur BMW Group Jahreskonferenz erscheinen und die ökonomische Leistung der BMW Group sowie ihren ökologischen und gesellschaftlichen Beitrag in einem Bericht aufzeigen.

„Der BMW Group Bericht 2020 zeigt, dass Geschäftsmodell und Nachhaltigkeit bei uns nicht zu trennen sind. Wir steuern die BMW Group sowohl nach finanziellen als auch nach nicht-finanziellen Kenngrößen, und über diese berichten wir transparent Jahr für Jahr. Gerade als Premiumhersteller ist es unser klarer Anspruch, in der Branche mit gutem Beispiel voranzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Kennzahlen, die unser nachhaltiges Handeln ausweisen, stehen in unserer Berichterstattung gleichberechtigt den finanziellen Kennzahlen gegenüber.“ – Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstandes der BMW AG / Finanzen

Bei den bislang definierten Nachhaltigkeitszielen hat die BMW Group laut eigener Aussage wesentliche Meilensteine erreicht: So konnte sie die CO2-Emissionen ihrer europäischen Neufahrzeugflotte zwischen 1995 und 2020 um 53 Prozent senken. Seit vergangenem Jahr werde für alle Werke weltweit zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen eingekauft. Zudem habe das Unternehmen 2020 ein zentrales Diversitäts-Ziel erreicht: Der Anteil von Frauen in Führungsfunktionen in der BMW Group betrug 17,8 Prozent und lag damit über dem Zielkorridor von 15-17 Prozent.

Im Juli 2020 hat sich die BMW Group neue ehrgeizige Ziele zur Senkung von CO2 Emissionen bis zum Jahr 2030 gesetzt – erstmals über den gesamten Lebenszyklus von der Lieferkette über die Produktion bis zum Ende der Nutzungsphase.

  • Über diese gesamte Bandbreite sollen die CO2-Emissionen je Fahrzeug deutlich um mindestens ein Drittel gesenkt werden. Für eine Flotte von gut 2,5 Millionen Fahrzeugen, die 2019 von der BMW Group produziert wurden, würde das 2030 einer Reduktion von mehr als 40 Millionen Tonnen CO2 über den Lebenszyklus entsprechen.
  • Nachdem das Unternehmen die CO2-Emissionen je Fahrzeug in der Produktion seit 2006 bereits um rund 78 Prozent reduziert hat, sollen die Emissionen der BMW Group (Scope 1 + 2) von 2019 ausgehend bis 2030 um abermals 80 Prozent reduziert werden.
  • Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen in der Nutzungsphase der Fahrzeuge gegenüber 2019 um mehr als 40 Prozent je gefahrenem Kilometer reduziert werden. Zentraler Hebel dafür ist eine weitreichende Produktstrategie mit einem konsequenten Ausbau der E-Mobilität.
  • Eine Vorreiterrolle nimmt die BMW Group als einer der ersten Automobilhersteller mit konkreten CO2-Zielen für ihre Lieferkette ein. Hier ist das Ziel, die CO2-Emission je Fahrzeug verglichen mit 2019 um mindestens 20 Prozent zu senken. Dazu werde die BMW Group unter anderem den CO2-Fußabdruck der Lieferkette als Vergabekriterium in ihren Entscheidungsprozessen etablieren.

Die CO2-Ziele der BMW Group wurden von der Science Based Targets Initiative (SBTI) inzwischen offiziell validiert. Damit sei bestätigt, dass die BMW Group Nachhaltigkeitsziele nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen dazu beitragen, die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Langfristig hat sich die BMW Group vorgenommen, bis zum Jahr 2050 ein klimaneutrales Geschäftsmodell über die gesamte Wertschöpfungskette zu etablieren.

In den kommenden Jahren ist es der Anspruch des Unternehmens, anhand des Integrierten Berichts transparent über die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele zu berichten. Dabei orientiert sich der BMW Group Bericht an den Regeln des International Integrated Reporting Council (IIRC).

Der BMW Group Bericht 2020 beinhaltet den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht für die BMW AG und den BMW Konzern sowie den nichtfinanziellen Bericht, der sich aus den Anforderungen des deutschen CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) nach einer nicht finanziellen Erklärung ableitet. Des Weiteren legt der BMW Group Bericht 2020 Rechenschaft über die Umsetzung der Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie im Zeitraum 2012 bis 2020 ab.

BMW kann für die integrierte Berichterstattung auf einem soliden Fundament aufbauen: Seit 2001 berichtet die BMW Group ihre Maßnahmen zur Reduzierung von Umweltauswirkungen. Seit 2005 wendet die BMW Group die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) zur Berichterstattung über ihre Fortschritte in der Nachhaltigkeit an, und seit 2008 folgt sie dabei dem höchsten GRI-Anwendungsgrad (Option „Umfassend“). Die BMW Group unterzieht ihre Sustainable Value Reports bereits seit dem Geschäftsjahr 2013 der externen Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer („Limited Assurance“). Seit dem Sustainable Value Report 2014 wurden Nachhaltigkeits- und Geschäftsbericht zeitgleich veröffentlicht.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 10.03.2021

Über den Autor

Michael ist freier Journalist und schreibt seit 2012 fast ausschließlich über nachhaltige Mobilität, Elektro- und Hybridautos, Energiethemen sowie Umweltschutz.

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Der Panzer oben im Bild ist bestimmt sehr nachhaltig, genau so wie der X8M oder wie das nächste Monster heißen soll.

Da schiesse ich mir dir voll und ganz an. BMW und Nachhaltigkeit stehen in krassem Widerspruch. Sie sind quasi die beiden Enden der Fahnenstange. Dass BMW die eigenen Leistungen schönschreibt, zeigt, welch verzerrtes Bild in der Chefetage herrscht.

Schade, daß BMW die Innovation, die sie 2012 mit dem i3 auf die Straße gebracht haben, nicht konsequent weiterentwickeln konnten/wollten.
Jetzt ist der Zug wohl leider abgefahren – da kann eine hochbezahlte Marketing Abteilung das von der Firmenleitung in den Brunnen geworfene Kind leider auch nicht mehr retten.

BMW hofft wohl weiterhin darauf, dass die CSU wie gewohnt den Verkehrminister stellt und dieser auch in Zukunft seine „schützenden Händen“ dank Lobbyisten über Verbrenner hält, so dass PR-Blabla reicht.

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