Audi-Chef: „Statt Technologieoffenheit brauchen wir Technologieklarheit“

Audi-Chef: "Statt Technologieoffenheit brauchen wir Technologieklarheit"

Copyright Abbildung(en): Audi AG

Seit gut einem Jahr leitet Markus Duesmann die Audi AG. In einem Interview mit dem Handelsblatt sprach er darüber, wie er die Ingolstädter VW-Tochter ins Zeitalter der Elektromobilität führen will, welche Rolle Audi bei der E-Auto-Entwicklung innerhalb des Volkswagen-Konzerns ausfüllen soll und warum er den Weg der Technologieoffenheit bei Pkw-Antrieben für nicht sinnvoll erachtet.

Duesmann fahre privat bereits ein Elektroauto, sagt er zu Beginn des Interviews, und freue sich „jeden Tag über das Auto, den lautlosen Antrieb und die einmalige Beschleunigung.“ Reichweitenangst habe er zwar nicht, da er sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz eine Lademöglichkeit habe. Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist dem Manager allerdings trotzdem noch zu lückenhaft. „In ein paar Jahren sollte jeder Parkplatz eine Lademöglichkeit bieten“, findet Duesmann.

Es gebe bereits viele Initiativen, um den Ausbau zu beschleunigen, etwa in Städten, wo sich der Audi-Chef mehr Schnellladesäulen als Ergänzung zur gängigen 22-kW-Infrastruktur wünscht. Hierbei fände er „mehr Förderung durch die Politik hilfreich“. Audi prüfe sogar, „eine eigene Premium-Ladeinfrastruktur in großen Städten“ aufzubauen. Der Grund dafür klingt ziemlich naheliegend: „Wir wollen nicht, dass der Verkauf unserer Fahrzeuge durch den Mangel an Ladestationen gebremst wird.

Für schätzungsweise „irgendwann in den 30er-Jahren“ rechnet Duesmann damit, dass der letzte Verbrenner bei Audi vom Band läuft. Aktuell seien noch zu 95 Prozent Verbrennungsmotoren im Angebot, aber ab sofort soll jedes Jahr „mindestens ein neues Elektromodell“ ins Portfolio wandern. „Mitte des Jahrzehnts werden wir in Europa ungefähr ein Drittel der Autos mit Elektroantrieb ausliefern, Ende des Jahrzehnts rund die Hälfte“, gibt Duesmann die Marschrichtung vor. Hybridautos seien dabei lediglich als „eine Brückentechnologie“ zu betrachten. Elektroautos seien mittlerweile „sehr attraktiv“ geworden und es sei sinnvoll, „sich auf die reinen Batteriefahrzeuge zu konzentrieren“.

Eine größere Technologieoffenheit, wie sie einige Vertreter verschiedener Branchen fordern, findet Duesmann „problematisch“. Die Autoindustrie müsse „neben Wasserstoff und Strom auch noch den Verbrenner kontinuierlich weiterentwickeln“, gibt er zu bedenken. Grüner Wasserstoff sei jedoch weltweit „auf absehbare Zeit kaum verfügbar. Jedenfalls nicht so viel, dass es sinnvoll wäre, damit Autos zu betanken“, findet er. Außerdem seien andere Branchen „viel dringender auf Wasserstoff angewiesen: die Luftfahrt oder die Stahlindustrie zum Beispiel. Statt Technologieoffenheit brauchen wir Technologieklarheit“, so der Audi-Chef.

Audi will „in vielerlei Hinsicht Maßstäbe setzen“

Diese technologische Klarheit zu schaffen sei eine Aufgabe der Politik: „Berlin sollte abschätzen in welchen Feldern welche Energiemengen benötigt werden, wie viel grüner Wasserstoff in den nächsten Jahren verfügbar sein wird und wo er eingesetzt werden soll“, sagt Duesmann. Für die Elektromobilität gehe Audi massiv in Vorleistung, allein bis 2025 sollen bei Audi 15 Milliarden Euro in E-Mobility-Projekte investiert werden. Gleichzeitig müsse der Hersteller auch die Verbrennertechnologie weiterentwickeln, da sie bis Ende des Jahrzehnts „immer noch die Hälfte der Verkäufe ausmachen dürften“, so der Audi-Chef. Dies sei „insgesamt ein enormer Kraftakt“.

Die Antwort auf die in mehreren technologischen Teilbereichen führenden Elektroautos von Branchenprimus Tesla sei bei Audi das Projekt Artemis. Unter diesem Schlagwort entwickelt Audi für den gesamten VW-Konzern eine E-Auto-Plattform, mit der Tesla überholt werden soll, so Duesmann: „Das Projekt soll in vielerlei Hinsicht Maßstäbe setzen. Mit Blick auf Elektromobilität, aber auch auf das automatisierte Fahren“. Audi sei mit Artemis, gestartet bereits im vergangenen Jahr, „auf jeden Fall im Zeitplan“. Das erste Artemis-Auto soll in diesem Herbst auf der IAA als Studie vorgestellt werden und im Jahr 2024 auf den Markt kommen.

Quelle: Handelsblatt – Audi-Chef Markus Duesmann: „Wir wollen Tesla überholen“

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Audi-Chef: „Statt Technologieoffenheit brauchen wir Technologieklarheit““ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
23 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Hier zeigt sich wieder das ohne ein Verbrenner Verbot sich nichts tun wird und die Hersteller nur Alibi Autos herstellen.
Wenn man fest an die Emobilität glaubt fallen Verbrenner spätestens ab 2032 nicht mehr ins gewicht und nicht wir bauen ab 2030 nur noch 50% Verbrenner.
Hierzu sollte man wissen das die Entwicklung eines neuen Fahrzeugs ca. 8 Jahre dauert und selbst wenn man die Verbrenner Plattform verwendet benötigt man noch 4 Jahre.
Heißt wenn nur ab 2030 50% der Verbrenner noch übrig sind, werden bereits diese 50% noch mindestens weitere 4 Jahre gebaut und sogar noch in der nächsten Generation gebaut.
Würde bedeuten das frühestens ein Verbrenner Ende 2038 in Frage kommt wenn überhaupt.
Deswegen muss unsere Regierung den Autobauern in den allerwertesten treten und das Verbrenner Ende bis 2030 beschließen nur dann werden Fortschritte in der Branche stattfinden.

Nicht Produktion mit Zulassung verwechseln und auch nicht vergessen daß Audi seine Autos so wie alle grossen deutschen Hersteller für den Weltmarkt herstellen und nicht nur für Deutschland. Es wird wohl auch noch 2040 Regionen in der Welt geben, wo man sich deutsche Premiumautos leisten kann, und wo es aber keine Ladeinfrastruktur gibt. Warum soll dann Audi in solche Regionen keine Verbrenner mehr verkaufen? Wäre doch betriebswirtschaftlicher Unsinn, sich dieses Geschäft entgehen zu lassen. Auch da wird Cashflow vor Klimaschutz rangieren.
Es ist doch selbst heute in Südeuropa ein Abenteuer bis unmöglich sich mit einem BEV zu bewegen. Von den ganzen Ländern im Osten von uns ganz zu schweigen. Und das wird sich nicht in zwei drei Jahren erledigen.

Also was den Ausbau der E Mobilität anbelangt sind gerade die Osteuropäischen Länder besser als Deutschland, die Schnellladenetze dort werden mittlerweile hoch Subventioniert und im Laufe diesen Jahres soll es tausende von Säulen mehr geben.
Denn im Gegensatz zu Tankstellen kann man diese überall hinbauen.
Länder wie Spanien und Portugal können ab diesem Jahr auch aus dem EU Pott Ladesäulen ausbauen, da kommt also auch noch was.
Und selbst Russland hat begonnen Ladenetze auszubauen…

Ist das jetzt nicht Träumerei in die Zukunft hinein? Schau mal das Ladenetz von Going Electric an. Alleine in Berlin gibt es mehr Ladesäulen als in ganz Polen zusammen. Von der Ukraine oder Belarus wollen wir gar nicht reden. Ladenetz nur rudimentär vorhanden.Jede deutsche Stadt mit 100.000 Einwohner hat mehr Säulen als diese beiden Länder. Balkan? Griechenland? Mit BEV praktisch nicht erreichbar. Selbst in Südtirol wird es schon eng. Ich bin regelmäßig nach Wolkenstein zum Skilaufen gefahren. Jetzt da ich nur noch BEV´s habe ist die Region vorerst gestrichen. Natürlich gibt es in den Tiefgaragen der Fünf-Sterne-Hotels Destination-Charger von Tesla. Aber zu welchen exorbitanten Übernachtungspreisen? In ganz Wölkenstein eine einzige öffentliche Ladestation mit 50 kWh. Das ist der Status Quo vor dem Lockdown vom Frühjahr. Natürlich passiert da was, irgendwann. Aber auch bei uns ist nicht Ende der Fahnenstange. Da werden immer mehr Ladepunkte aufploppen. Zum Glück.

Und gibt es irgendwo wenigstens Steckdosen, um das Auto zur Not über Nacht zu laden?

So sehe ich das auch. Letztlich kann der Hersteller ja auch nicht unendlich Einfluss auf seine eigenen Verkaufszahlen nehmen. Der Kunde entscheidet ja am Ende was er kauft. Solange Audi noch zum überwiegenden Teil Verbrenner verkauft weil der Kunde sie eben haben will, werden sie auch noch welche bauen. Das wäre sonst ja total bescheuert für einen Hersteller. Und natürlich muss da auch weiter Entwicklungsarbeit (wenn auch nicht mehr mit so viel Investitionsmitteln) rein gehen, weil man immer noch im Wettbewerb mit anderen Herstellern steht.
Und man muss halt auch mal über die eigenen Landesgrenzen schauen, wie es z.B. alleine in Osteuropa so aussieht mit der Infrastruktur. Da muss man ja nicht mal aus Europa raus gehen. Auch USA sind riesig und dürften immer noch ein großes Problem sein. Brasilien, Indien usw… Es gibt viele Beispiele.

Aber Herr Duesmann gefällt mir langsam mit seinen Aussagen. Er hat immerhin wie auch Diess die Zeichen erkannt. Er weiß ganz offenbar, dass es nur eine Zukunftstechnologie gibt und das ist das BEV. Kein Wasserstoff, kein E-Fuel, ein Auto mit Akku. Und bei der Entwicklungsarbeit, die in die Batterieforschung heute fließt, gehe ich stark davon aus, dass ab 2025, spätestens 2030, auch den letzten Skeptikern die Argumente ausgehen. Bei 2025 werden wir bei den meisten Herstellern wohl primär einen Ausbau der elektrischen Modellpalette sehen. Die Auswahl an Fahrzeugen wird stetig wachsen. Ab 2025 dürfte im VW Konzern dann so langsam eine neue Version der MEB kommen, ich würde wetten dann mit 800V System.
Es wird definitiv ein überaus spannendes Jahrzehnt werden.

„Und das wird sich nicht in zwei drei Jahren erledigen.“ Bis 2030 sind es aber noch 8 Jahre.

Im ersten Teil des Artikels erfasst Audi die Situation völlig richtig – schade finde ich es, wenn dann schon nach staatlicher Hilfe bei der nötigen Ladeinfrastruktur gerufen wird.
Warum will eigentlich jeder Autohersteller Tesla immer überholen?
Vielleicht wäre ja mal ein ganzheitlicher Ansatz, wie bei Tesla hilfreich:

  • grüne Energie der Sonne ernten (Solar Roof)
  • Ladeinfrastruktur bereitstellen (Supercharger)
  • Speichermöglichkeit für zu Hause bereitstellen (Powerwall)
  • Netzdienliche Großspeicher bereitstellen (Megapack)
  • ach ja – vernetzte Software mitentwickeln (Autobidder)

+1
+ Beschaffung der Rohstoffe
+ Eigenproduktion der Hardware (GF) und der Software
+ Herstellung der Batterie
+ Raumfahrt Technologie im Autobau
+ Autonomes Fahren
+ robotaxis
+ Steuerung des og.. via Starlink
+ Versicherungen (in absehbarer Zukunft)
… geschweige über SpaceX, Boring company, hyperloop, Neuralink..
……
…….
Wie beim Schachspiel: Figuren in Position bringen…

Aus dem Artikel:

Audi prüfe sogar, „eine eigene Premium-Ladeinfrastruktur in großen Städten“ aufzubauen. Der Grund dafür klingt ziemlich naheliegend: „Wir wollen nicht, dass der Verkauf unserer Fahrzeuge durch den Mangel an Ladestationen gebremst wird.

Aus dieser „Sogar“(sic!)-Prüfung zu diesem Bau (auf eigene Kosten) wird rauskommen:
Nix … weil:

  • eine Schnelllader-Struktur in großen Städten bereits auf u.a. auf Kunden-Parkplätzen von Supermärkten und Discountern errichtet wird
  • und (das ist noch viel naheliegender 😛 )
  • Audi ja auch nicht den Verkauf von (Premium-)Fahrzeugen anderer Hersteller fördern will …

N.B. Als AUDI nicht, in größerem Rahmen mit Ionity oder anderen Partnern ist das denkbar.

Last edited 7 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Nicht „Technologieoffenheit“ oder gar „Technologieklarheit“ (total verschwurbeltes Wort…), sondern „Entscheidungsfreude“ des Vorstandes und „Entschiedenheit“ ist die Zauberformel.
Aber baut in Ingolstadt ruhige weiter eure Benzin/Diesel-Pferdekutschen.
Auch im Ausland regelt der Markt schon, wann die vier Ringe beerdigt werden.

Ich glaube ehrlich gesagt das Wort „Technologieoffenheit“ ist ein klarer Seitenhieb auf BMW und Daimler. Gerade BMW trägt das ja seit Jahren vor sich her. Unsere Politik redet allerdings auch gerne mal davon und suggeriert der Allgemeinheit, dass es beim PKW wirklich Alternativen oder einen Wettkampf um die Zukunftstechnologie gäbe. Duesmann scheint aber ganz klar zu sein: es wird im PKW Bereich auf das BEV hinauslaufen. Und da wünscht er sich Klarheit. Solange aber die Kunden noch Verbrenner haben wollen (die Skepsis ist noch da, egal ob man es wahr haben will oder nicht), werden Audi und auch alle anderen noch Verbrenner bauen und versuchen sie weiter zu entwickeln.
Viel wichtiger ist, dass sie eben jetzt die Kurve in Richtung BEV bekommen und dort Produkte auf den Markt bringen. Und genau das werden wir bis 2025 hauptsächlich sehen: ein deutliches Wachstum der Produktpalette bei BEVs. Ab 2025 wird dann ja sowieso Preisparität mit den Verbrennern erwartet und wir werden uns auch über Reichweiten nicht mehr unterhalten. Dann werden nur noch Hardcore Ignoranten am BEV vorbei gucken. Die die mal eins gefahren sind, kommen sowieso zu 99% nicht zurück zum Verbrenner. Das Problem wird sich durch die Nachfrage am Ende regeln.

Das Argument mit dem Markt im Ausland ist aber fragwürdig. Es gibt genug Ausland selbst innerhalb der EU, wo es mit dem BEV sehr schwer sein dürfte klar zu kommen.

Da haste recht, die bauen was die Kunden (noch) mehrheitlich wollen.
Aber mich hat bei den etablierten Premium-Herstellern immer gestört, dass sie in der Vergangenheit z.B TESLA ausgelacht und immer betont hatten, dass nur Verbrenner und höchstens noch Wasserstoff eine Zukunft hätten.
Ein ehrliches Bekenntnis, dass man sich zu lange auf den Lorbeeren ausgeruht hat, wäre ein erster Schritt nach vorne.

Tja, hätte die Verbrennerlobby über Behörden wie Eichamt, etc. nicht noch bis Ende 2019 die Bestückung von Supermarktplätzen mit öffentlichen Schnellladesäulen preislicht derart in die Höhe getrieben, könnte man heute an jedem zweiten Supermarkt preiswert wärend des Einkaufs ausreichend laden. Da der Wandel nun doch schneller erfolgte als erwartet, fürchten CEOs und oberes Management nun doch um die restliche private Vergütung der nächsten 2 bis 3 Jahre und versuchen fehlende Bezüge für wohlhabenden Ruhestand vom Staat zu fordern. Einfach nur noch ekelerregend was in unserem Land abgeht !

Ja Ja, die Politik muss unserer Privatwirtschaft sagen was sie entwickeln sollen. Tolle neue Managerwelt, ja keinen eigenen risikobehafteten Entscheidungen treffen.
Ich finde, die Politik muss Rahmenbedingungen, hier Grenzwerte, vorgeben und jede Firma muss schauen mit welcher Technik diese erreichbar sind. Warum müssen sich die Firmen dazu absprechen? Ist Wettbewerb in Deutschland nichts übliches mehr auf Konzernebene?
Ich fände es toll, wenn z.B. VW sich für E-Autos entscheidet, BMW bei Verbrennern bliebe und Daimler voll auf Wasserstoff setzen würden. Einer setzt sich durch und die Anderen gehen den Bach hinunter, wie es auch sein sollte.
Wer hat bisherigen Innovatoren, Tesla, Apple, Mercedes, … vorgeschrieben welche Technologie sie entwickeln sollen?

Ich glaube, was Herr Duessmann (der mit immer sympatischer wird) bemängelt ist, dass die Politik den Menschen vorgaukelt, dass es im PKW Bereich mehrere mögliche Zukunfts-Technologien gibt. Wobei jeder, der sich mit dem ganzen Thema mal auseinander gesetzt hat, zu dem Schluss kommt, dass auch den Verbrenner nur das Batterieelektrische Auto folgen kann (wie Duessmann ja auch richtig feststellt). Aber die Politik philosophiert immer noch von Wasserstoff und E-Fuel, was einfach für den PKW Bereich kompletter Käse ist. In anderen Bereich wie Luftverkehr, Schifffahrt oder Lastentransport ja, aber nicht beim PKW.
Nebenbei haut er mit dem Stichwort „Technologieoffenheit“ natürlich besonders kräftig in Richtung BMW und Daimler aus ;-). Gerade BMW trägt das seit Jahren vor sich her.

Was hindert eine Firma für sich festzulegen in welche Richtung sie weitergehen will? Herr Duessmann braucht auch nicht auf die Politik zu schielen, da die Zukunft sicher nicht von der deutschen Politik getroffen wird. Nein, Herr Duessmann will selbst kein Risiko eingehen, will von der Politik die Aussage es soll Richtung xy gehen und dann will Herr Duessmann sagen, dafür benötigen wir Fördergelder. Um diese geht es.
Die Politik soll die Baterieentwicklung fördern, soll Transformationssubventionen Zahlen und soll dann noch Subventionen auf den Kauf weiter ausgeben.
Was aber wichtig währe, unternehmerisches Risiko tragen, sich für eine Technologie festlegen und das Geld hier hinein stecken um diese möglicht zu verbessern und Technologieführer zu werden.Und wenn das der saubere Verbrenner, das Billigste Wasserstoffauto oder Elektroauto wird, wird sich entscheiden, aber zu warten bis der Letzte sich entschieden hat was die Zukunft bringt, sorgt nur dafür, dass die Zukunft dann schon da sein wird.
Wer hat denn Tesla gesagt was sie machen sollen? Wer hat bei den Segelschiffen gesagt einen Motor einzubauen? Die haben es gemacht was sie alleine für richtig hielten und alle Energie hineingesteckt. So soll es sein.
Nicht die Politik, der Kunde hat das zu entscheiden. Die Frage muss für VW lauten: Wie kann VW das beste System für den Kunden entwickeln, und mit welcher Technologie das am effektivsten erreicht werden kann.

Das ist aber ein idealisierte Welt der Unternehmer, die Sie da zeichnen. Der Markt der PKW ist massiv reguliert: Flottenziele, Abgasnormen, usw. Das Interesse von Audi ist es an der Front Klarheit zu haben, um die Entwicklung genau darauf abstimmen zu können. Audi hat auch im Gegensatz zu Tesla am Anfang kein leeres Blatt Papier vor sich, sondern will eine Umstellung planen, inklusive der Entwickungsabteilungen.

Die Politik kann sich dazu entscheiden, dass sie den Technologiewettbewerb haben will, das nimmt aber eben in Kauf, dass einige Unternehmen sich in eine Sackgasse entwickeln und das kann in einem Umfeld, das durchaus stark reguliert ist, die politischen Fragen einfach nach hinten verschieben und dann zu Kosten führen, die unnötig gewesen wären, weil jetzt eben schon die Technologie recht klar ist.

Glauben sie, dass es eine Rolle spielt wie sich die Politik des Nieschenmarktes Deutschland positioniert? Oder der EU? Nein, diese Entscheidung der Politik ist hier irrelevant. Aber deren Subventionen wollen abgegriffen werden.
Wo die Reise hingeht ist allen klar (das behaupte ich mal ganz kühn), das will man sich jetzt nur noch vergolden.
Aber tote Pferde reiten hat Tradition, ich sage nur Holzmann oder Karstadt …

VW (somit auch Audi) sind technologisch so weit, dass Ihnen bereits die Händler das Geschäft sabottieren. Obwohl die eigentlich große Chancen hätten: wie schnell ist aus nem Autohaus eine Elektrotankstelle gemacht…. Kaffeautomaten haben die meisten schon…
Mittlerweile sind auch die Motoren von Audi und VW so schlecht, dass natürlich die Werkstätten goldenen Zeiten entgegen blickten: Steuerketten halten heute bei VW kürzer als Zahnriehmen. Man könnte fast von hineinkonstruiertem Verschleiß sprechen.
Das fällt alles weg.

[…] die [Händler hätten] eigentlich große Chancen: wie schnell ist aus [‚]nem Autohaus eine Elektrotankstelle gemacht[ ]… Kaffe[e]automaten haben die meisten schon[ ]…

Wenn man aber erstmal die „Verbrenner-Tankstellen-Brilleabgesetzt hat, merkt der real praktizierende eAuto-Fahrer doch recht schnell, dass solche „Plätze im Irgendwonicht wirklich attraktiv sind!

Über die völlig abstruse Idee, ein Ladepark könnte den Umsatz/Ertrag/Beschäftigungseffekt eines Autohauses auch nur annähernd erreichen, mal kopfschüttelnd und komplett hinweggesehen …

Last edited 7 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Aldi for Audi – bitte nicht. Stellen Sie sich vor, Sie müßen sich in der Warteschleife auch noch mit einem dieser Prol-Piloten unterhalten. Ach zum Glück gibts noch die Maske… und die 4 Ringe unter’m Einkaufswagen.

Ich bin sehr für Technologieoffenheit, und die würde auch zu Technologieklarheit in Sinne der Elektroantriebe führen.

Zur Definition von Technologieoffenheit würde es gehören, auf jegliche Förderung zu verzichten, die auf spezielle Antriebstechnologien ausgerichtet ist. Weil Wasserstoff die beschriebenen Nachteile hat, würde kein Privatunternehmen ohne Förderung in Waserstofftankstellen oder in die Entwicklung von Wasserstoffantrieben investieren, die bei PKW Nischenanwendungen bleiben werden. Die Umstellung würde dann vorzugsweise mit einheitlich höheren CO2-Preisen (und damit Spritpreisen) und ggf. Unterstützung durch Flottenemissionsgrenzen erfolgen. Wasserstoffautos und Batterie-Elektroautos würden dabei gleichgestellt werden. Auch bei der Umweltprämie, die aber kein sinnvolles Programm darstellt, da indirekt Verbrenner gefördert werden, gäbe es eine technologieneutrale Förderung.

Wenn der Staat für alle möglichen Antriebsmöglichkeiten und entsprechende Programme der Hersteller Subventionen verteilt, und dabei jeder Richtung ihren Etat zuweist, ist das keine Technologieoffenheit, sondern eine breit angelegte Technologieförderung.

Wenn sich VW gegen Technologieoffenheit ausspricht, dann bedeutet das in „leichter Sprache“:
VW möchte technologiespezifische Subventionen für seine Elektroautos und die zugehörige Stromversorgung. Und zwar zugleich firmenspezifische Förderung, bewilligt auf Antrag und nach VW genehmen, „technologieklaren“ Kriterien. Subventionen für Wasserstoffentwicklungen der Konkurrenz wollen sie nicht.

Last edited 7 Monate zuvor by Joa Falken

Diese News könnten dich auch interessieren:

GM enthüllt neue E-Auto-Motoren für seine vollelektrische Zukunft
Rallye Dakar: Audi testet Rallyestromer RS Q e-tron in Marokko
MG MAZE Concept verspricht Spielen, Entdecken und Abenteuer
23
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).