Wie Japan Wasserstoff zum Massenprodukt pushen will

Wie Japan Wasserstoff zum Massenprodukt pushen will

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Japan hat schon vor einigen Jahren als erstes Industrieland eine nationale Wasserstoffstrategie vorgestellt. Die Olympischen Spiele sollen dem Gastgeberland helfen, seinen technologischen Vorsprung zu sichern. Olympia setzt immer Statements über den sportlichen Wettkampf hinaus. Als Tokio 1964 die Spiele austrug, präsentierten sich die Gastgeber mit elektronischer Zeitmessung und dem Superschnellzug Shinkansen als Hightech-Nation. Bei den nächsten Spielen, sollten sie 2021 nachgeholt werden können, wollen die Veranstalter dies mit Robotern und autonomen Taxis wiederholen.

Vor allem aber geht es ihnen um einen klimaschützenden Traum, wie das Unternehmen Freudenberg Sealing Technologies (FST) die Pläne in einer aktuellen Mitteilung vorstellt: Das Land will sich als Fackelträger der globalen Wasserstoffwirtschaft darstellen, im wahrsten Sinne des Wortes. Erstmals soll das olympische Feuer mit Wasserstoff brennen. Dieser wird aus der Präfektur Fukushima stammen, dem Ort der Atomkatastrophe im Jahr 2011, und mit Solarstrom aus Wasser hergestellt sein. Ein Beamter von Japans mächtiger Behörde für Ressourcen und Energie betont die Symbolik dahinter: „Dies wird das öffentliche Bewusstsein für die wichtige Rolle schärfen, die Wasserstoff in der Zukunft spielen wird.“

Japans Regierung versteht sich als globaler Vorreiter, wenn es darum geht, Strom ohne CO2-Emissionen aus Wasserstoff herzustellen. In Brennstoffzellen gehen Wasser- und Sauerstoff eine chemische Reaktion ein. Daraus resultieren Strom und Wärme, mit Wasser als einzigem Nebenprodukt. „Japan hat die Welt bei praktischen Anwendungen von Wasserstofftechnologien angeführt. Etwa bei der Kommerzialisierung von Brennstoffzellen für Autos und Wohnungen“, so der Beamte weiter. Um diesen technologischen Vorsprung zu sichern, verabschiedete die Regierung bereits im Jahr 2017 eine nationale Wasserstoffstrategie. Zwar folgen andere Länder inzwischen dem Vorbild. Doch noch immer sticht Japan mit seinen detaillierten und ambitionierten Zielen sowie einer engen Kollaboration zwischen Politik und Wirtschaft heraus.

Japans globale Pläne

Japans Regierung beschränkt ihre Vision nicht aufs eigene Land. Sie will Wasserstoff bis 2050 weltweit zu einer wirklichen Alternative für fossile Brennstoffe aufbauen. Zum einen will sie in dieser Dekade eine globale Lieferkette aufbauen, die Wasserstoff in großindustriellem Maßstab produzieren und verteilen kann. Zum anderen will sie rasch Massenmärkte schaffen, um die noch hohen Kosten schnell zu senken. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist dabei der Fahrzeugbau. Bis 2025 soll die Zahl der Brennstoffzellenfahrzeuge allein in Japan von derzeit 3600 auf 200.000 und bis 2030 auf 800.000 Autos anwachsen. Darüber hinaus sollen 1200 Busse und 10.000 Gabelstapler mit Strom aus Brennstoffzellen angetrieben werden.

Daneben nimmt Japan die Energieproduktion ins Visier. Brennstoffzellen für Wohnungen und Eigenheime, die Strom und heißes Wasser liefern, sind schon jetzt ein Markt, der sich subventionsfrei trägt. Seit 2009 wurden 300.000 dieser „Ene-Farm“ getauften kleinen Blockheizkraftwerke verkauft. Dabei ernten die „Energiefarmen“ ihren Betriebsstoff noch aus Stadtgas, das zumeist durch Kohlevergasung gewonnen wird, denn noch fehlt die Infrastruktur für reinen Wasserstoff. 2021 will Marktführer Panasonic die erste Brennstoffzelle einführen, die reinen Wasserstoff nutzt. Bis 2030 sollen nach dem Willen der Planer 5,3 Millionen Energiefarmen beider Typen ihren Dienst versehen.

Die nationale Strategie nimmt auch die Stromversorger in die Pflicht. Sie sollen in den nächsten zehn Jahren Wasserstoffkraftwerke mit einer Leistung von einem Gigawatt errichten. Das entspricht in etwa der Kapazität eines Atomreaktors. Bis dahin soll der Preis von Wasserstoff um 70 Prozent auf drei Dollar pro Kilo gesenkt werden. 2050 soll das leichteste chemische Element dann bis zu 30 Gigawatt zum japanischen Strombedarf beisteuern.

Wegbereiter einer emissionsfreien Gesellschaft

Die Geburt des Wasserstoffplans war allerdings schwierig, erinnert sich Toyota-Ingenieur Katsuhiko Hirose FST zufolge. Er selbst wurde vom Wasserstoff-Saulus zum -Paulus Japans. Massiv mussten Toyota und Honda, die beide bereits Brennstoffzellenautos verkaufen, die Planer im Wirtschaftsministerium drängen, ihre Fokussierung auf Batterien für Elektroautos aufzugeben. Seine eigene Erfahrung erleichterte Hirose wohl die Überzeugungsarbeit. Schließlich hatte Toyota ausgerechnet ihn, den Mitentwickler von Hybridautos, beauftragt, Toyotas Brennstoffzellenauto Mirai zu entwerfen. Bis dahin hielt er Batterien und Hybridautos im Verkehr für die schnellere und bessere Lösung. Nicht zuletzt wegen der hohen Energieverluste beim Einsatz von Wasserstoff und der fehlenden Infrastruktur. Aber nun predigt Hirose: „Man braucht eine holistische Sicht für die Dekarbonisierung der gesamten Gesellschaft. Wir müssen ja nicht nur den Verkehr emissionsfrei betreiben, sondern wollen auch unsere Autos emissionsneutral produzieren.“ Seine Botschaft: Wer Nullemissionsgesellschaften will, der braucht Wasserstoff, und zwar sehr viel.

Toyota entwickelt daher wie Japans Stahlkonzerne Hochöfen für die eigenen Fabriken, die mit Wasserstoff funktionieren. Japans Energieexperte verweist zudem auf die Rolle von Wasserstoff als transportablen und brennbaren Energiespeicher. Die Betreiber von Solar- und Windkraftwerken können Wasserstoff mit überschüssigem Strom herstellen, der andernorts in schwierig zu elektrifizierenden Bereichen genutzt werden kann: in Lastwagen, Schiffen, der Stahlproduktion oder Ölraffinerien.

Die Suche nach Wasserstofflieferanten

Die eigentliche Stärke von Japans Strategie ist allerdings, dass sie inzwischen einer nationalen Bewegung gleicht, bei der sich Politik und Wirtschaft gegenseitig antreiben. Die Regierung arbeitet mit Hochdruck daran, weltweit Wasserstofflieferanten zu rekrutieren. Für den Transport lief Ende 2019 der erste Wasserstofftanker vom Stapel, gebaut von Kawasaki Heavy Industries.

Beim Import setzt die Regierung jedoch auf eine Strategie, die unter Klimaschützern umstritten ist. So erhält Japan ab diesem Jahr Wasserstoff aus Australien, der aus Kohle gewonnen wird. Aus Südostasien soll aus Erdgas gewonnener Wasserstoff importiert werden. Erst später dürfte Saudi-Arabien als Großlieferant von „grünem“ Wasserstoff hinzustoßen, der dank Strom aus erneuerbaren Energiequellen durch Elektrolyse aus Wasser gewonnen wird.

Japan setzt zunächst auf Wasserstoff aus Kohle

Noch verteidigt Japans Regierung Kohle und Gas – gemeinsam mit Methoden der Kohlendioxidspeicherung – als notwendige Zwischenstufe, um künftig schneller auf grünen Wasserstoff umsteigen zu können. Das Kalkül: Je mehr Geld zu verdienen ist, umso größer ist der Anreiz für Staaten, Unternehmen und Finanzinvestoren, Kapital in Innovationen zu stecken und gemeinsame Regeln und technologische Standards zu entwickeln. Japans Industrie prescht derweil mit Hilfe der Regierung voran. 2018 haben die Autobauer zusammen mit Gas- und Ölkonzernen, Investoren und anderen Unternehmen die Gesellschaft „Japan H2 Mobility“ gegründet, um den Bau von Wasserstofftankstellen zu finanzieren. Außerdem investieren Toyota und Honda in neue Brennstoffzellenfahrzeuge. Toyota präsentierte 2019 eine zweite Generation seines Brennstoffzellenautos Mirai und begann mit dem Verkauf von Brennstoffzellenbussen. Daneben will der Konzern seine Produktionskapazität von Brennstoffzellen in den kommenden ein bis zwei Jahren von wenigen tausend auf 30.000 Stück pro Jahr erweitern.

Die Japan AG exportiert bereits ihre Brennstoffzellentechnik. Toyota bietet viele Patente kostenlos und seine Technik gegen Geld auf dem Weltmarkt an. Bei Bussen hat sich der portugiesische Hersteller CaetanoBus das Brennstoffzellensystem aus Japan eingekauft. Der Technikkonzern Panasonic versucht, seine Brennstoffzellen durch eine Allianz mit dem deutschen Heiztechnik-Spezialisten Vaillant für den Hausgebrauch in Europa zu vertreiben.

Olympische Spiele als Starthilfe der Wasserstoffgesellschaft

Die Olympischen Spiele sollen der Wasserstoff-Strategie zusätzlichen Schwung verleihen, auch daheim. Das zeigen zwei Großprojekte der Regierung von Tokio. Bis zum Beginn der Spiele wollen die städtischen Verkehrsbetriebe die Zahl ihrer von Toyota geleasten Wasserstoffbusse von 15 auf 70 hochfahren. Die Busse fallen mit ihrer blauen Lackierung und der Aufschrift „Fuel Cell Bus“ schon jetzt als ganzheitliche Werbung für Wasserstoff im Stadtbild auf. Das eigentliche Novum will die Stadt aber im Athletendorf realisieren. Nach den Spielen soll das Areal in einen Stadtteil mit rund 5600 Wohnungen umgebaut werden. Takeshi Ikawa, Tokios zuständiger Direktor für Stadtneuentwicklung, zeigt dabei stolz auf eine Linie im Bauplan: „Hier wird die erste urbane Wasserstoffleitung in Japan verlaufen.“

Die Rohre werden im Norden der Siedlung an einer Wasserstofftankstelle beginnen, wo Wasserstoff aus Erdgas abgespalten wird. Von dort strömt er unterirdisch einige hundert Meter zu zwei Brennstoffzellenparks mit fast 40 Kilowatt Leistung. Sie sollen das lokale Einkaufszentrum und die öffentlichen Einrichtungen mit Strom und Warmwasser versorgen. Zusätzlich rüstet Panasonic 4000 Eigentumswohnungen mit kleinen Brennstoffzellen aus. Das Ziel ist laut Ikawa klar: Tokio will der Welt mit dem neuen Stadtteil zeigen, wie eine klimapolitisch nachhaltige Megacity aussehen kann.

Quelle: Freudenberg – Pressemitteilung vom 14.07.2020

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28 Antworten

  1. Wo soll die ganze Energie herkommen…
    Man hat nicht mal Flächendeckend ausgebaut und benötigt schon Fremdwasserstoff…
    Für mich zeigt Japan eher wie man Energie in allen Auswüchsen verschwenden kann…
    Der Tag an dem es die erste richtige Wasserstoffexplosion diesen Schwachsinn begräbt steht schon vor der Tür…

  2. unfassbar wasserstoff aus Kohle und Gas das ist das allerschlechteste was man machen was da an umengen an co2 anfällt
    und dann müssen sie den Großteil des Wasserstoffes auch noch importieren was für ein schwachsinn man begibt sich in die totale abhängigkeit von drittstaaten, diese werden es irgendwann auch ausnutzen diese abhängigkeit. Dann kommt noch dazu das Toyota in den USA die Wasserstoffautos nahezu verschenken um sie überhaupt an den Mann zu bringen. aber sie werden den Irrweg irgendwann schon noch erkennen
    wasserstoff ist ein energiespeicher und für die Industrie sinnvoll und wichtig aber im PKW hat er nichts verloren

    1. Finanzielles Sepuku ist für Toyota nicht möglich…. die sind genau wie VW… too big to fail .
      Die Regierung dort unterstützt Wasserstoff mit Milliarden… und ein großer Batzen geht an Toyota.

  3. Scheinbar ist Japan da irgendwo falsch abgebogen und findet nicht mehr den Weg zurück auf die richtige Bahn.
    Ich hoffe, dass das in Deutschland nicht so irre wird, das Wasserstoff, egal mit welchen Umwelt und finanziellen Auswirkungen, durchgedrückt wird.

    Gut, das die absoluten Zahlen, die bis 2030 geplant werden, lächerlich sind. Die Japanische Bevölkerung ist ja nochmal 50% grösser als die deutsche (120 Mio.).

  4. Ich glaube, die “Schreiber“ sollten sich mal besser informieren.
    Lesen Sie mal nach, was im Transportwesen unseres Nachbarn SCHWEIZ gerade mit Wasserstoff geschieht oder auch sonst in europäischen Ländern. Selbst in der BRD, regionale Busse, Züge usw. und denken Sie daran, was Amazon bereits mit Wasserstoff alles bewerkstelligt. Nicht “hinterweltlerisch“ denken und meckern und nörgeln sondern die Zukunft gestalten. Edison hat bereits im 19. Jahrhundert Gaslampen in England eingesetzt.
    Also – zukunftsfähig bleiben oder weiter beschei…… wie die Autoindustrie!

    1. 1+:
      Aber eben nicht NUR Wasserstoff Denken, sondern technologieoffen bleiben und Akkus mit einbeziehen.

      Ich bin Schweizer und bin eher neutral und sehe eine Zukunft bei der Wasserstoff und Akkus Side-by-Side eine Zukunft haben, jeder an seinem Platz und so dass die Leute stets die Freiheit haben, das zu wählen, was wir auch haben wollen und Ganz Ganz Wichtig die Unabhängikeit bewahren unser Schicksal selbst zu bestimmen. Sprich: die Energie bei uns und zwar nachhaltig zu erzeugen.

      1. Schwarz und Weiß ist eben die übliche Denkweise, besonders im Internet.
        H2 macht in manchen Anwendungen durchaus Sinn, so konzentriert wie in Japan aber eher nicht, das hat dort ja auch starke wirtschaftliche und politische Gründe, sich als Vorreiter und Spezialist an der Spitze zu positionieren und sich unabhängiger von den Ölländern zu machen. Auf Importe ist Japan immer angewiesen, da ihnen schlicht ausreichend Landmasse fehlt.
        Dass H2 aus Kohle und Gas kommt ist natürlich umwelttechnischer Quatsch, aber Zeit zum Warten hat Japan eben nicht.

    2. Toll das alle Europäischen Länder am Wasserstoff arbeiten, das ändert nichts daran das Wasserstoff nur mit sehr viel Energieaufwand Produziert werden kann…
      Für Wasserstoff benötige ich 60% mehr Energie als wenn ich es direkt in eine Batterie Speichere von den ganzen Teuren Materialien mal abgesehen.
      Wasserstoff hat sich in den letzten 30 Jahren nur minimal weiter entwickelt und jetzt soll in 5 Jahren sich alles ändern?
      Wasserstoff bringt etwas im Industrie Bereich , ob es etwas im Mobilitätsbereich bringt steht noch nicht fest…
      Selbst LKW und Busse könnten mit weiterentwickelten Batteriezellen bald wesentlich günstiger und effektiver fahren.
      Wasserstoff ist auf Dauer zu Energie Intensiv und teuer alleine wegen der hohen Sicherheitstechnik!
      Wir schaffen es jetzt gerade mal bis 50% mit Erneuerbaren und meckern rum, dass wir mit Batterie KFZ die Versorgung nicht schaffen, aber Wasserstoff mit 3x höherem Bedarf geht auf einmal, in Japan sieht man doch das dies nicht funktionieren kann…

  5. Alle hier so negativ…
    Wird ja auch Gründe haben es zunächst aus Kohle herzustellen wie im Artikel schon erwähnt.
    Warum fährt jetzt jeder Elektroautos? Wo sind die hitzigen Diskussionen über die Batterien? Es hat jemand ganz gut geschafft diese Autos zu etablieren und dabei es so allgegenwärtig unter uns gebracht das wir die Gegenargumente akzeptieren. Ist ja nicht so als wäre Wasserstoff schlecht, aber wer investiert in bessere Umwandlung wenn kein Geld damit gemacht wird? Der Staat? Es wird jetzt schon daran gearbeitet gute Lösungen zu finden, aber wann fängt man an? Lieber früher als später. Und de facto kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen das Strom für die Elektroautos aus Luft und Liebe oder Überschuß kommt.

    1. @ Markus:
      ich kann versuchen, Deine Fragen zu beantworten:
      – aus welcher Quelle auch immer, Kohle oder 100 Erneuerbar, mit H2 wird man rund das 3x an Primärenergie benötigen, im Vergleich zu einem Elektroauto, bei dem (Elektroauto) man die Elektrizität direkt nutzt
      – Batterien benötigt ein H2-Brennstoffzellenfahrzeug ebenfalls, allerdings in kleineren Version, diese müsste aber groß genug sein, um z.B. ausreichend Rekuperation zu ermöglichen. Die Herstellung der Batterien benötigt zwar extra Ressourcen (egal für welche Anwendung), die meisten Hersteller versuchen aber diese möglichst nachhaltig zu gestalten. Diese sind nach der Nutzung nicht weg, sondern können entweder für andere Zwecke genutzt werden, oder recycelt, oder …
      – Wasserstofffahrzeuge benötigen rund 3x so viel Elektrizität, wie Elektrofahrzeuge; oder sie fahren mit H2, was aus Gas gewohnen wird, was jetzt der Fall ist. Das haben Viele bereits (oder schon lange) verstanden, deswegen sehen die auch Gegenargumente auch bei H2-Fahrzeugen, die noch viel mehr weitere Nachteile haben. Weil es eigentlich offensichtlich ist, kommen eben entsprechende Antworten.

  6. „Der Technikkonzern Panasonic versucht, seine Brennstoffzellen durch eine Allianz mit dem deutschen Heiztechnik-Spezialisten Vaillant für den Hausgebrauch in Europa zu vertreiben“
    Ich glaube es ist nicht Vaillant, sondern Viessmann mit dem Panasonic BZ Heizungen in Deutschland vertreibt. Denn solch eine Heizung habe ich mir vor zwei Jahren installieren lassen.

    1. ich bin jetzt mak genauso reißerisch wie andere Kommentatoren: wer wasserstoff verteufelt,hat überhaupt keine Ahnung vom derzeitigen Status unseres Stromnetzes, Rohstoff-Lieferketten, dem Zusammenhang von Beschäftigungsverhältnissen und unserem Sozialsystem oder ist schlichtweg ein Troll von Tesla.
      Ich hoffe, dass der geneigte Leser meine Überspitzung verzeiht und den Inhalt herauslesen kann.

    2. @ Alo:
      Zum Glück sind es nur Schein-Leuchtturm-Projekte. In China fahren bereits jetzt ungefähr eine halbe Million Elektrobusse, während in Japan 1200 H2-Busse für 2025 geplant sind.
      Ähnlich bzw. noch viel klarer sieht es bei H2-PKW´s vs. BEV´s: müsste jetzt ungefähr bei 10 000 H2-PKW´s gegenüber wohl ca. 5 000 000 BEV´s (fast 10 Mio BEVs+PHEV´s) sein.

      Was da mit Wasserstoffkraftwerken geplant ist, verstehe ich allerdings nicht

  7. @ Roma:
    nur wenn man keine Zeit zum Warten hat, muss man doch nicht völlig unnütz die Energie verschwenden?

    Was kann man aus Kohle und Gas denn bekommen? Richtig Elektrizität (aus Gas auch direkt Mobilität, mit dem Verbrennungsmotor – ist aber direkt effizienter und günstiger, als Zwischenweg über Wasserstoff). Man kann aber auch mit hohen Verlusten damit Wasserstoff aus Wasser herstellen, und dann wieder aus Wasserstoff Elektrizität herstellen (Elektrogeräte wie auch Wasserstofffahrzeuge nutzen am Ende Elektrizität, nicht Wasserstoff).
    Nur, man hat bei dem Irrweg mehr als 2/3 der Energie verloren. Und was hat es positives gebracht?

    Wegen der Landmasse und angebliche notwendige Abhängigkeit von außen: Japan hat zwar eine etwas höhere Bevölkerungsdichte als Deutschland (336 gegenüber 233 Einwohner pro km²), allerdings sind die Bedingungen für Photovoltaik und Windenergie etwas besser als in Deutschland, so dass ich keinen großen Nachteil für das Land sehe, auf 100% Erneuerbar zu gehen, ohne netto-Importeur zu bleiben, wie sie jetzt sind, da Kohle und Gas importiert wird.
    Und Südkorea und China sind eigentlich recht nah, um den Stromaustausch per Seekabel kosten- und ressourceneffizient zu gestalten. Gute Bedingungen um Schwankungen (Sonneneinstrahlung und Wind) auszugleichen.

    In manchen Anwendungen kann H2 schon Sinn machen, z.B. in der chemischen Industrie, in der jetzt Erdgas verwendet wird, damit auch diese Branche in einigen Jahrzehnten nachhaltig wird. Die Ressource H2 sollte man aber nicht für völlig abwegige Anwendungen verschwenden, wie z.B. Mobilität. Da gibt es bereits jetzt viel bessere Lösungen, als H2 jemals sein kann.

  8. Die Eigenschaften vom Molekül Wasserstoff ist sehr geheimnisvoll und vielfältig.- So sind viele Aktivitäten in der Verfahrungsforschung nur mit grossen Bemühungen zu verbessern.
    Die ersten „guten“ Resultaten finden sicher vorerst nur für die stationäre Anwendung statt- und später auch in der Mobilität auf der Schiene, Strasse und in der Luft.
    Anstelle Turbinen (Gezeitenkraftwerk,Wasserkraft,Windenergie, Solarenergie) bei Überproduktion abzustellen, kann u.a. durch die Elektrolyse Wasserstoff realisiert, welcher z.T. auch in grosse Erdgasnetze eingemischt werden kann (und danach bei Bedarf vielfältig chemisch/ elektrisch verändert wird). Die Energiekosten steigen dadurch sicher- aber der Planet wird dies dankbar annehmen.

  9. Genial. Bis jetzt wars wohl sehr sinnvoll. Aber brauchen wir ihn in Zukunft noch, wenn’s eh dezentrale Netze und erdleitungen in DC gibt?

    1. Sry wollte auf doeseggers Tesla Zitat antworten. Aber irgendwie werd ich mit der kommentarspalte hier nich freund. Im Moment werden mir die Name und mailadress-zeile nur unsichtbar angezeigt (Handy)

  10. @andi
    Ich denke das mit Kraftwerken, eben zentrale Brennstoffzellen, evtl hochtemperatur (sofc) oä gemeint ist, die sich eher im grossformat rechnen.
    Es gibt da diverse Arten neben der PEM (wasserstoff+sauerstoff) was ja die gängigste ist. Also so an sich funktioniert die Brennstoffzelle also auch mit anderen brennstoffen. Zb methanol
    Oder sofc=feststoff
    Das mit den erdleitungen ist wohl politisch eher uninteressant, und unnötig

    Das mit den Bussen in china is auch ein sehr sehr interessanter Punkt, bisher geht man ja bei batteriebussen wenn ich richtig informiert bin von 200km Routen im Stadtbereich aus, wo es ohne zwischnladung sinnvoll ist. Aber überland (zb flixbus) ist bis jetzt eher Unsinn.
    China speziell verwendet ja viel LFP Batterien, und was hier sehr interessant ist, ACHTUNG LIEBE LESER, DIE FOLGENDE INFO IST IN GOOGLE NUR SCHWEHR ZU FINDEN: laut roskill Newsletter laufen 2022 die Patente für LFP Akkus aus, angeblich hat nur China eine Ausnahme zur lizenzfreien Verwendung…
    laut dem hier https://www.chemanager-online.com/news-opinions/nachrichten/elektromobilitaet-sued-chemie-forciert-weltweite-vermarktung-von-batteriem
    ist LFP auf einen gewissen Dr. John Goodenough patentiert, der man scheint kein Unbekannter zu sein, jmnd schonmal gehört?
    Nun, lange Rede kurzer Sinn, laut roskill könnte es dann 2022 interessant werden, ob sich das billigste und sicherste, oder doch high tech durchsetzt.
    Aber im Kern richtig, in china scheint es ja auch zu gehn. Bleibt die Frage nach der Reichweite, und ob man an Haltestellen nachlädt.

    Ich persönlich denke auch, mit den teueren Katalysator den die pem Zelle braucht, bleibt die Masse kritisch. Aber falsch ist es deshalb nicht. Ist halt in Japan politisch.
    Und da muss man sehn, Japan ist in gewisser Weise eine weiter entwickelte Gesellschaft als wir, die brauchen so nen Leuchtturm, (im aktuellen Corona Podcast vom NDR auch Müdigkeit der Gesellschaft genannt) sonst geht irgendwann garnix mehr. Aufbruch.

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