Wie Dänemark die Elektromobilität fördern will

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Mit einer Doppelstrategie will unser nördlicher Nachbar Dänemark zur steigenden Verbreitung von Elektroautos beitragen: Das Land will zum einen die Steuern für E-Autos und den benötigten Ladestrom senken und gleichzeitig die Steuern und Abgaben für Verbrenner-Autos schrittweise erhöhen, heißt es in einem Steuerplan, den das dänische Parlament vor wenigen Tagen verabschiedet hat. Mit diesem Plan will Dänemark bis zum Jahr 2030 insgesamt mindestens 775.000 Elektro- und Hybridautos auf die Straße gebracht haben.

Die Besteuerung von Pkw, so der Plan, soll künftig nicht mehr auf Basis der Kilometerleistung eines Fahrzeugs berechnet werden, sondern sich nach dem CO2-Ausstoß richten. Mit dieser Maßnahme will Dänemark bis 2030 die Kohlenstoff-Emissionen im Verkehrssektor um 70 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 gesenkt haben. Der Plan, der weitgehend früheren Empfehlungen des dänischen Klimarats folgt, würde die Treibhausgasemissionen des Landes um mehr als 2 Millionen Tonnen senken. Die in dem Steuerplan definierten Finanzmittel in Höhe von umgerechnet gut 340 Millionen Euro sollen diesen Klima-Erfolg ermöglichen.

Aktuell sind in Dänemark nur rund 20.000 Elektroautos zugelassen, ein kleiner Bruchteil der gut 2,5 Millionen Autos, die derzeit auf dänischen Straßen unterwegs sind. Geplant ist, ab 2030 den Verkauf von neuen Autos mit Diesel- und Benzinantrieb sogar ganz zu verbieten. Im Jahr 2025 will die dänische Regierung eine Zwischenbilanz ziehen und dann gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen, um vielleicht sogar eine Million Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2030 auf den Straßen zu haben.

Nicht nur bei den Pkw, auch bei Elektrobussen tut sich in Dänemark derzeit einiges: Die sechs größten Kommunen Dänemarks haben sich in diesem Jahr verpflichtet, bereits ab 2021 nur noch elektrische Stadtbusse neu einzuflotten. Dazu haben Kopenhagen, Aarhus, Odense, Aalborg, Vejle und Frederiksberg mit dem dänischen Verkehrsministerium das sogenannte Klimakooperationsabkommen unterzeichnet.

Quelle: Electrive – Dänemark: Höhere Steuer für Verbrenner, Anreize für E-Autos // Reuters – Denmark agrees deal to have 775,000 electric cars by 2030

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Man könnte wohl auch sagen, „Dänemark rudert wieder zurück“. Vor nur wenigen Jahren hat man die bis dahin großzügigen Steuervergünstigungen für E-Autos nämlich drastisch reduziert, was ganz offensichtlich – nicht unerwartet – die E-Mobilität im Land weitgehend abgewürgt hat. Mal sehen, wie sich die neuen Maßnahmen auswirken. Hoffentlich positiv.
In Schweden, wo ich lebe, ist man derzeit dabei, denselben Fehler zu begehen, wie Dänemark vor einigen Jahren. Die Steuervergûnstigungen für Firmenwagen mit e-Antrieb fallen zum 1.1.2021 weitestgehend weg, sogar für bereits existierende Fahrzeuge. Ein Benziner ist als Firmenwagen von nun an steuerlich oftmals wieder günstiger als ein E-Auto. Blöd, wenn man gerade seine ganze Flotte umgestellt hat.
Zum 1.7.2021 wird die Firmenwagenbesteuerung für Neuwagen nochmals um 25% erhöht. Sowohl für Verbrenner als auch E-Fahrzeuge. Sich danach noch einen Stromer zuzulegen, werden sich viele Firmen zweimal überlegen.
Der Umweltbonus, den Erstbesitzer eines E-Fahrzeugs vom Staat nach wie vor erhalten, muss ab 1.4.2021 zurückgezahlt werden, wenn der Wagen innerhalb von 5 Jahren ins Ausland verschwindet. Dies gilt auch dann, wenn sich das Fahrzeug inzwischen gar nicht mehr im Besitz des Erstbesitzers befindet, was ja nicht selten nach 5 Jahren der Fall ist. Trotzdem muss also der Erstbesitzer seinen erhaltenen Bonus zurückzahlen. Die Regierung behauptet zwar, alles sei zum Wohl der Umwelt. Ich glaube aber eher, dass mit solch unsinnigen Regelungen die mittel- und langfristigen Kosten eines E-Fahrzeugs völlig unvorhersehbar werden. Und damit wird es der Elektromobilität sehr schwer gemacht.

Liebe Dänen. Ich würde mich als E Auto Fahrer schon freuen wenn ihr es mal hin bekommt auf der Halbinsel Römö eine lausige Ladesäule zu bauen. Es gibt nicht 1! Es ist 2020 !

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