Warum es den VW ID.3 nur in wenigen Farben gibt

VW gibt zu verstehen: ID.3 genauso günstig wie ein Verbrenner

Copyright Abbildung(en): Volkswagen AG

Weiß, türkis, silber und drei Grautöne. Und das Dach ausschließlich in Schwarz. Eine größere Auswahl an Außenfarben hat Volkswagen bei seinem neuen Elektroauto ID.3 nicht vorgesehen. Wer es gerne etwas bunter möchte, hat ab Werk keine Möglichkeit dazu. „Viele unserer Kunden ordern ihre Autos in Weiß und unbunt“, erklärte Designchef Klaus Bischoff bei einer Pressekonferenz im Internet das für manchen wohl langweilig erscheinende Farbkonzept.

Außerdem würden weitere Lack-Optionen die Komplexität in der Fertigung und somit die Kosten erhöhen, erklärt Volkswagens Chefdesigner. Wer es ein wenig individueller haben möchte, könne in einem kleinen aufpreispflichtigen Kontrastprogramm stöbern. Und sich zum Beispiel für das „Kupferpaket“ entscheiden, unter anderem mit einer roségoldenen Dachrahmenlinie. Auch im Innenraum trifft Grau auf Grau in verschiedenen Schattierungen und auch hier bietet VW nur gegen Aufpreis ein etwas frischeres Kontrastprogramm an.

Großen Wert habe VW hingegen darauf gelegt, im ID.3 möglichst viele umweltverträgliche, nachhaltige und tierfreie Materialien zu verwenden. Echtes Leder findet sich im ersten MEB-Stromer deshalb nur noch an einer Stelle, dem Lenkradkranz, und das nur der Haptik wegen und da es keine Alternative gebe, wie Bischoff erklärt. Bewusst habe VW auch darauf verzichtet, Innenraum-Flächen in der Optik und Anmutung auf Leder zu trimmen.

Der ID.3 soll mit seiner neuen Designsprache den Aufbruch in eine neue Zeit markieren: „Da verschiebt sich alles“, erklärte Bischoff bei den Gespräch. Deshalb habe der Stromer auch andere Proportionen als der in etwa gleich große VW Golf und ein „gelassenes Design“ ohne Sicken und aufgesetzte Kanten. Trotzdem sei der ID.3 „sofort als Volkswagen zu erkennen“, unter anderem da sich seine Schnauze, die ohne Kühlergrill auskommt, an VW-Klassikern wie dem Käfer oder dem T1 orientiert. Die Vielzahl an Sensoren sei „so gut wie möglich versteckt“, da VW „die Technik nicht in den Vordergrund stellen“ wolle, erklärt der Designchef des Wolfsburger Autokonzerns.

Volkswagen ID.3 gewinnt branchenführenden Designpreis

Dass Bischoff einiges richtig gemacht hat, zeigte sich bereits vor einigen Wochen: Anfang Mai erhielt der ID.3 die „Best of Best“- Auszeichnung in den Kategorien „Exterior Volume Brand“ und „Interieur Volume Brand“ beim „Automotive Brand Contest 2020“, der in der Branche als einziger, unabhängiger und internationaler Designwettbewerb für Automobilmarken gilt.

In der offiziellen Begründung der Jury heißt es dazu: „Der ID.3 ist ausdrucksstark, mit einer geschwungenen, gleichzeitig straffen Linie – Interieur und Exterieur sind aus einem Guss. Der ID.3 überzeugt mit seiner Weiterentwicklung der typischen Designsprache von Volkswagen mit moderner Interpretation – er ist der lang erwartete, junge Volkswagen mit dem nötigen Mut zu einer neuen Bewegung.“

„Der ID.3 ist für uns ein Aufbruch in ein neues Zeitalter der Mobilität. Gleichzeitig ist es der Aufbruch in ein digitales Zeitalter des Designs, in dem wir mit neuesten Arbeitsweisen virtuell und teamübergreifend die bestmögliche User Experience kreieren wollen. Die Anerkennung der Jury zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ — Klaus Bischoff, Leiter Volkswagen Konzern Design

Der „Automotive Brand Contest“ wurde 2011 ins Leben gerufen. Mit dem Wettbewerb prämiert der Rat für Formgebung, eine vom Bundestag 1953 initiierte Stiftung, herausragendes Produkt- und Kommunikationsdesign und lenkt den Blick auf die elementare Bedeutung von Marke und Markendesign in der Automobilbranche. Die interdisziplinäre Jury setzt sich aus Vertretern von Medien, Design, Industrie, Hochschule und Architektur zusammen. Die offizielle Preisverleihung ist im Herbst in Frankfurt geplant.

Quelle: Edison — Volkswagen ID.3: Weiß, Türkis – und ganz viel Grau // Volkswagen — Pressemitteilung vom 04.05.2020

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26 Antworten

  1. @ Norman

    Es geht um Design….

    Hasst Du Dir mal überlegt warum VW einer der größten Automobilkonzerne ist?
    Auch mit Sicherheit wegen Design, nicht umsonst wird z.B. der Golf seit Jahrzehnten
    vom Multimillionär bis zum Basisdesignkäufer gefahren und geliebt.
    Die Erfahrung dieser „Schande” muss wohl ziemlich gut sein 🙂

  2. In Zeiten des aktuellen Klimawandels mit Sommertemperaturen in Richtung der 40 Grad Marke sind schwarze Autodächer ja “besonders ideal”…. VW Ingenieure waren ja schon immer ihrer Zeit voraus!

    1. Ist beim Elektroauto nicht so ein riesen Problem. Kann ja jederzeit klimatisiert werden, dafür muss ja kein lauter und durstiger Diesel an sein. Einfach in der App zum Auto 10 Minuten vor dem Losfahren die Wunschtemperatur einstellen, einsteigen, bei angenehmer Temperatur losfahren, Winters wie Sommers.

  3. Danke VW für diesen Hinweis. Finde ich alles toll. Aber es bleibt meine Frage welche bislang unbeantwortet bleibt.
    Wann kann ich als “nicht Vorbesteller” einen ID3 mit großer Batterie bestellen? Egal in welcher Farbe.

  4. VW geht neue Weg, das muss man ihnen lassen, ob es in fünf oder zehn Jahren nur Unbunte und Weiße ID.3s oder auch bunte gibt wird sich ergeben. Ich finde es schade weil VW hat ein schönes Rot und auch ein tolles Gelb. Aber man probiert es ja aus.

  5. Finde die zu wenigen Farben schade, aber das Türkis ist toll. Damals gab es beim Mercedes W116 (alte S-Klasse) sehr viele bunte Farben, sehr cool. Auch beim Golf 8 ist außer gelb kaum eine richtige Farbe dabei.

  6. Ist ja sehr kundenfreundlich. Weil “viele unserer Kunden” ihre Autos in “weiß und unbunt” bestellen, haben sich die restlichen Kunden gefälligst anzupassen. Wenn das so weiter geht, sind wir in zehn Jahren so weit, dass man ein Auto in jeder Farbe bestellen kann, so lange es grau ist. 1913 war Ford schon mal so weit – nur eben mit schwarz.

  7. Es hat nichts mit dem Elektroauto zu tun. In den meisten aktuellen Volkswagen Modellen hat man eh das Gefühl im Dacia zu sitzen. Wenn ich nur an die Plastiklandschaft im T-Cross denke… Wenn sich der Softlack in meinem zwanzig Jahre alten Golf IV nicht auflösen würde, hätte ich heute noch das Gefühl in einem höherwertigen Auto zu fahren.

  8. Wenn dann schon richtig. Dann kann man ab Werk alle in einer Farbe ausliefern und entsprechend billig. Und wenn jemand Farbe will kann er eine beliebige Folie aufziehen lassen.

  9. Das klingt alles wieder nach ausreden wo Einsparungen als neues Design verkauft werden. Eine billiger Plastikinnenraum ist jetzt also zukünftiges Design. Na dann gute Nacht VW.

    Das man möglichst auf Tierleder verzichten will zählt auch nicht. Da gibt es etwas das nennt sich Kunstleder.

    Auch mit den Farben ist nur eine Ausrede. Dann wird es eben teurer, na und? Der Aufpreis wird doch sonst auch an den Kunden weitergegeben.

  10. @Beny91:

    Ich denke die VAG ist sich schon sehr bewusst dass es Kunstleder gibt, es wird schließlich an vielen Stellen eingesetzt.

    Am Lenkrad hat es jedoch kein Einsatzpunkt, da Kunstleder im Gegensatz zu echtem Leder keine Feuchteregulation bietet. Mit verschwitzten Händen rutscht einem dann unter Umständen das Lenkrad durch – eine eher weniger lustige Sache…

    Im Zweifelsfall einfach mal ein gescheites Lederlenkrad in die Hand nehmen, dann erklärt sich so einiges.

    Viele Grüße

    1. “Am Lenkrad hat es jedoch kein Einsatzpunkt, da Kunstleder im Gegensatz zu echtem Leder keine Feuchteregulation bietet. Mit verschwitzten Händen rutscht einem dann unter Umständen das Lenkrad durch – eine eher weniger lustige Sache…

      Im Zweifelsfall einfach mal ein gescheites Lederlenkrad in die Hand nehmen, dann erklärt sich so einiges.”

      So ein Unfug. Ich empfehle mal eine längere Probefahrt in einem Fahrzeug von Kia – da rutscht nix. Ach ja, mehr Farben und mehr Elektro können die auch. Und über die 7 – 8 Jahre Garantie brauchen wir erst gar nicht reden.

  11. „Aufbruch in ein digitales Zeitalter des Designs, in dem wir mit neuesten Arbeitsweisen virtuell und teamübergreifend die bestmögliche User Experience kreieren wollen.“
    Das ist soo etwas von Marketingsprech, dass es wortgleich auch von Apple, SAP oder einem Alltagsmaskenhersteller stammen könnte.

  12. tja, dann wird es halt nichts mit einem künftigen id. Immerhin will ich mir ein Auto in einem mittleren fünfstelligen Anschaffungspreis auch noch in ein paar Jahren ansehen können und nicht sattsehen.

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