VW-Vorstand: „Brauchen in den nächsten fünf Jahren eine Verzehnfachung der Ladeinfrastruktur“

VW-Vorstand: „Brauchen in den nächsten fünf Jahren eine Verzehnfachung der Ladeinfrastruktur“

Copyright Abbildung(en): Volkswagen AG

Thomas Ulbrich, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen und für den Geschäftsbereich E-Mobilität zuständig, spricht in einem auf dem Unternehmensblog veröffentlichten Interview unter anderem über den aktuellen E-Auto-Boom, über die stetig wachsende Ladeinfrastruktur und was notwendig ist, wenn künftig immer mehr E-Autos auf die Straße kommen.

Die Menschen wollen das E-Auto“, stellt Ulbrich fest. Die Nachfrage zeige „steil nach oben“, im Oktober lag der Marktanteil rein elektrischer Fahrzeuge bei den Neuzulassungen in Deutschland bei mehr als 8 Prozent. Zusammen mit den Plug-in-Hybriden waren es sogar mehr als 17 Prozent. Zur Einordnung: Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei nur zwei bis drei Prozent. „Das ist gerade in der aktuellen Situation – Stichwort Covid 19 – eine sehr starke Entwicklung“, sagt Ulbrich. Die Förderung spiele „hier sicher eine Rolle“, andererseits kommen aktuell auch etliche „attraktive Modelle“ neu auf den Markt, von Volkswagen etwa der Kompaktstromer ID.3 und der mittelgroße SUV ID.4.

Das öffentliche Laden sei aktuell „so einfach und komfortabel wie nie zuvor“, so VWs E-Mobility-Vorstand: „Wer heute ein Elektroauto kauft, findet ausreichend Lademöglichkeiten“, sagt er. Das Verhältnis von öffentlichen Ladepunkten zu E-Fahrzeugen liege in Deutschland aktuell bei etwa 1:14 „und damit genau im Zielbereich“. An den Autobahnen gebe es inzwischen „ein enges Netz von Schnellladestationen“. Und wer einen der vielen Ladedienste wie zum Beispiel VWs We Charge nutze, welche „den Ladevorgang an sich sehr einfach“ machen, komme mit dem E-Auto „heute schon sehr gut durch den Alltag.“

„Wer jetzt investiert, wird davon lange profitieren“

Hält der E-Auto-Boom an, werde der Ausbau der Infrastruktur allerdings eine „gewaltige Herausforderung“. Auch der Automobilverband VDA wies erst vor kurzen darauf hin, dass ab sofort gut 2000 neue Ladestationen pro Woche errichtet werden müssten, wenn die Bundesregierung ihr im Masterplan Ladeinfrastruktur definiertes Ziel von einer Million Ladestationen bis zum Jahr 2030 auch erreichen will. „Ein einfaches ‚Weiter so‘ reicht also nicht“, sagt Ulbrich. Das Millionenziel könne nur erreicht werden, „wenn der Ausbau jetzt deutlich beschleunigt wird“, da allein in diesem Jahr der E-Auto-Bestand doppelt so schnell gewachsen sei wie die Ladeinfrastruktur. „Im Jahr 2025 könnten drei bis vier Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride auf deutschen Straßen unterwegs sein, dafür sind in Deutschland rund 300.000 öffentliche Ladepunkte notwendig“, so der VW-Manager. „Wir brauchen in den nächsten fünf Jahren also eine Verzehnfachung der Ladeinfrastruktur“, gibt er zu bedenken

Zwar habe die Bundesregierung mit dem Masterplan Ladeinfrastrukturschon viele wichtige Themen angepackt“, sagt Ulbrich. Bei der Umsetzung jedoch seien „alle in der Pflicht. Vor allem die Kommunen müssen aktiv werden und entsprechende Flächen vor Ort ausweisen“, fordert VWs E-Mobility-Chef. Leider fühle sich „in vielen Rathäusern niemand so recht zuständig“, bemängelt er. „Im Prinzip brauchen wir in jeder Stadt einen E-Mobilitäts-Manager“, stellt er fest. Auch die Wirtschaft könne und müsse mehr tun, schon allein weil das Thema Laden für den Handel und den Immobiliensektor „große Chancen“ mit sich bringe: „Wer jetzt investiert, wird davon lange profitieren. Denn eines ist sicher: Die Zahl der Kunden, die eine Lademöglichkeit suchen, wird in den kommenden Jahren massiv steigen.“

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 12.11.2020

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Das hört der VDA aber gar nicht gerne…

Wieso, änliches trötet doch Frau Müller seit etlichen Tagen.;) Das ist letztendlich pure Panik aufgrund…

Mal schauen was nach Ende der Förderung noch übrig bleibt. Richtig währe Verbrenner zu besteuern und mit diesem Geld Elektromobilität zu subventionieren. Heute bezahlt diese Subvention jeder Steuerzahler, auch wenn dieser selbst kein Auto besitzt.

Richtig wä_re Verbrenner zu besteuern […]

Noch richtiger wäre, z.B.

  1. Subventionen in -D- auf Kohle, Öl und Gas von 46 Milliarden €/Jahr *) auslaufen zu lassen
  2. Eine realistische CO2-Abgabe von 100 € pro Tonne zu erheben
  3. Den E-Auto-Strom von der EEG-Umlage zu befreien

Hint: Die Subvention zu 1. zahlt jeder Steuerzahler, …

Dann kann die eAuto-Förderung auch problemlos auslaufen!

*)
https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/deutschland-subventioniert-kohle-oel-und-gas-mit-46-milliarden-euro-pro

Die sollen doch erst mal die Gesetze richtig verabschieden, so dass man in Tiefgaragen und auf privaten Parkplätzen einfache Ladestationen errichten darf. Es ist schon Peinlich wie das alles angegangen wird. Subventionen fuer „Gridfähige Lader“ und dann die Kosten für den Gridanschluss auf den Enduser abzuwälzen. Da sind die 900 EUR gleich weg und man hat noch nicht einmal eine Ladestation. Augenwischererei,
Da wären die Stromversorger gefragt, die zur Zeit ja nur die Hand aufhalten durch die neuen Stromverbraucher und dafür noch extra zur Kasse bitten. (Wenn ein zusätzlicher Stromzähler gebraucht wird muss man die Aufstellung und danach die Durchleitungsgebühren komplett zusätzlich tragen, obwohl der gleiche Kunde im gleichen Haus bereits einen Zähler hat)

Für 99% aller zukünftigen E-Auto-Benutzer würde schon eine normale Schuko-Steckdose reichen, und nicht einmal das bekommen unsere Politwurschteln hin.
Es muss ganz einfach für jeden Parkplatznutzer in Tiefgaragen oder auch auf öffentlichen Parkplätzen die Möglichkeit geben mit 230V sein Fahrzeug aufzuladen. Das benötigt keine großen Ressourcen und ist schnell umzusetzen.
Wenn man immer wieder an einer 230er hängt braucht man keine 22kw-Lösung.
Für die „Fernreise“ ist das natürlich etwas anderes.

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