VW-Manager sieht Treibstoffverbrauchsziel in China für 2020 in Gefahr

Copyright Abbildung(en): Volkswagen AG

Im Zusammenhang mit dem europäischen PKW-Markt bestimmen vor allem die CO2-Emissionsziele die Entwicklung des Marktes. Eine ähnliche Fokussierung liegt in China vor, dort allerdings stärker auf die sogenannten Treibstoffverbrauchsziel ausgerichtet – wobei beide rechtlichen Vorgaben die Grundlage für eine dauerhafte CO2-Senkung mit sich bringen. Bedingt durch den Coronavirus kann es für einzelne Hersteller allerdings sein, dass diese ihre Treibstoffverbrauchsziele in China für 2020 nicht erreichen. VW scheint davon ebenfalls betroffen zu sein.

Dennoch stehen die Pläne, dass die E-Mobilität weiterhin der Weg der Wahl ist, für die eigene Zukunft, als auch um die CO2-Emissionsziele zu erreichen. Gerade in China will der VW Konzern auf Plug-In-Hybride setzen, um die Treibstoffverbrauchsziel zu erreichen. Aus dem dortigen Management wurde allerdings Mitte April 2020 ebenfalls bekannt, dass man möglicherweise noch Emissionsgutschriften von anderen Automobilherstellern kaufen müsse, um die CO2-Zielvorgaben zu erreichen. Trotz einer deutlichen Steigerung im Absatz von E-Autos, als auch PHEV kann derzeit nicht davon ausgegangen werden, dass die Vorgaben erreicht werden.

„Wir befinden uns derzeit noch in der Feinabstimmung, um zu sehen, ob wir dieses Jahr in Bezug auf die Selbstkonformität unserer Treibstoffverbrauchsziele erreiche oder wir diese mit Hilfe von Partnern kompensieren müssen“, dabei spielt der VW-Manager auf die geringeren Absatzzahlen im ersten Quartal 2020 in China an. Ähnlich wie Europa hat China für 2020 ein ehrgeiziges Ziel, der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch soll bei 5 Litern Benzin pro 100 Kilometer landen, auf der Grundlage der neuen Europäischer Fahrzyklus (NEDC). Das Ziel sinkt auf 4 Liter pro 100 km im Jahr 2025.

Darüber hinaus müssen die Autohersteller in China eine NEV-Quote erreichen, die auf Punkten basiert, die für den elektrische Reichweite eines Fahrzeugs. Zum Beispiel verkaufte die Volkswagen Group China im Jahr 2019 4,23 Millionen Fahrzeuge und musste 423.000 Credits erreichen, um die 10-Prozentpunkte-Quote dieses Jahres zu erfüllen, entweder durch mindestens 212.500 Plug-in-Hybride, die jeweils zwei Punkte oder 85.000 Langstrecken-E-Autos erhalten die hinsichtlich ihrer Punkte mit bis zu Faktor vier gewichtet werden. Wenn eines der beiden Ziele nicht erreicht wird, müssen Credits übertragen werden, entweder durch beteiligte Unternehmen oder durch die Übernahme überschüssiger Credits anderer Unternehmen.

Ursprünglich wollte die Volkswagen Group China in diesem Jahr mehr als 400.000 NEVs in China verkaufen. Auf die Frage nach dem Status des chinesischen Marktes gab der VW-Manager zu verstehen, dass er erwarte, dass das Land beim Rückgang der Fahrzeugverkäufe auf 15 bis 20 Prozent im April landet und zum Niveau des Vorjahres potenziell bis Juni zurückkehrt. Dies ist eine Verbesserung gegenüber dem 80-prozentigen Rückgang der Verkäufe in China im Februar und den 40 Prozent des letzten Monats. Zusätzliche Impulse für die Absatzsteigerung könnten in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Hierbei ist die Rede von einem Konjunkturprogramm, dass während des Nationalen Volkskongresses angekündigt werden könnte, welcher Mitte Mai stattfinden soll.

Quelle: Automotive News Europe – VW may miss 2020 China fuel-use target, exec says

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Herbert Diess ist wahrlich nicht zu beneiden. Nach dem Image- und Kostendesaster mit Dieselgate hat es seine Mannschaft jetzt geschafft, dass VW in der zentralen Golfklasse weder die neue e-Version noch die Verbrennervariante vernünftig liefern kann. Da muss der gute alte e-Golf noch eine Weile herhalten, um überhaupt batteriebetriebene Autos liefern zu können.
Und nun muß man sich von der Konkurrenz noch für teures Geld Zertifikate kaufen, um noch teurere Strafzahlungen zu vermeiden.
Angesichts dieser Situation kann man nur hoffen, dass das Flagshipunternehmen der deutschen Wirtschaft aus dem Tal der Tränen bald wieder herauskommt. Aber bitte nicht mit noch mehr Steuergeld, Herr Weil!

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