VW-Chef Diess fordert europäischen „Masterplan“ für Elektroauto-Ladeinfrastruktur

VW-Chef Diess fordert europäischen „Masterplan“ für Elektroauto-Ladeinfrastruktur

Copyright Abbildung(en): VW AG

Volkswagen-Chef Herbert Diess schlug auf dem Neujahrsempfang des Konzerns in Brüssel einige Maßnahmen vor, welche die Marktdurchdringung von Elektroautos sowie die Reduzierung des CO2-Ausstoßes beschleunigen könnten. Zum einen äußerte er den Wunsch nach einem europäischen „Masterplanfür mehr Elektroauto-Ladesäulen. Der VW-Chef hält „bindende Ausbauziele für die einzelnen Mitgliedstaaten“ für notwendig, damit der Aufbau eines europäischen Ladenetzes für Elektroautos schneller voranschreitet. Die EU habe die Aufgabe, „denjenigen Ländern helfen, die den größten Aufholprozess vor sich haben. Wir brauchen einen europäischen Masterplan E-Mobilität.“

Nur mit einer europaweit ausreichenden Anzahl an Ladepunkten könnten sich die Elektroautos bei den Kunden auch durchsetzen, findet Diess. Eine Million Ladepunkte seien ein durchaus realistisches Ziel. Der VW-Chef bezeichnete die Niederlande beim Ausbau des Ladenetzes als besonders fortschrittlich, Deutschland befinde sich allenfalls im Mittelfeld. „Die Niederlande kommen auf beinahe 20 Ladepunkte je 100 Kilometer Straße, in Deutschland sind es weniger als drei“, sagte Diess.

Gleichzeitig forderte Diess „einen europäischen Kohleausstiegsplan mit verbindlichen Auslaufdaten für jeden Mitgliedstaat“. Sonst habe Europa „keine Chance, die Klimaziele zu erreichen.“ Er kritisierte den hohen Kohleanteil in der europäischen Stromerzeugung stark, allen voran Deutschland wegen der vergleichsweise großen Zahl an Kohlekraftwerken und Osteuropa. Sieben der zehn größten Kohlendioxid-Emittenten stünden in der Bundesrepublik.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor wenigen Tagen hatte Diess bereits einen deutlich höheren CO2-Preis verlangt. Für das kommende Jahr peilt die Bundesregierung zunächst 25 Euro je Tonne an, wobei der CO2-Preis sukzessive steigen soll. Nun bekräftigte er, dass die Politik beim CO2-Preis „mutiger sein“ solle.

Quelle: DPA-Newskanal auf SZ.de — VW-Chef: EU-Kohleausstieg und „Masterplan E-Mobilität“ // Handelsblatt — VW-Chef Diess macht Druck für ein europäisches Ladenetz

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16 Antworten

  1. Weiss der Mann eigentlich wovon er redet.Bei 10 Tsd km pro Jahr verdoppelt sich ungefähr der Stromverbrauch eines privaten Haushalts durch ein Elektroauto.Trotzdem fordert er einen noch schnelleren Kohleausstieg, Kernkraft sowieso. An manchen Wintertagen erzeugen die Erneuerbaren gerade mal 4 % des Bedarfes. Nieten in Nadelstreifen…

      1. Wenn du die Wärmeverluste beim Laden berücksichtigst, musst Du von 20 kwh/100 km, also 2000 kwh pro Jahr ausgehen. Das ist der Verbrauch eines 2-3 Personenhaushaltes.Das öffentliche Netz muss die Leistung nachts und im Winter vorhalten, auch wenn Du 20 Kwpeak auf deinem Dach installierst.

  2. Soll der Staat Mal wieder zahlen? Was denken sich diese Herrschaften? Geht es zu gut? Hat Tesla um Geld gebettelt? Und die sind nicht Milliarden schwer gewesen, als sie. IT dem Bau von Superchargen begonnen haben

  3. Die Politik sollte schon längst folgendes verlangen: Bei Neubauten oder bei grossen Renovationen muss zu jedem 3. Parkplatz ein Leerrohr vom Einspeisesicherungskasten verlegt werden. Die Kosten dafür sind null. Wenn aber ein Mieter nun ein eAuto will, so kann er mit wenig Auwand/Kosten seinen Parkplatz aufrüsten, wo er nachts(!) sein eAuto laden kann. Das ist zudem ökologischer als tagsüber(!) an einer öffentlichen Ladestation. Heute hat ein Mieter mit einem eAuto diese Option nicht.

    1. Es ist ausserordentlich wichtig, insbesondere bei Neubauten resp. Umbauten Elektro-Leerrohre einzuplanen. Ausserdem Platz für Fehlerstromschutzschalter in den Haupt-/Zwischenverteilungen. Das sind marginale Mehrkosten.
      Der Einzug von Kablen sowie der Anschluss von Wallboxen können so ganz einfach und kostengünstig vom Elektriker bei Bedarf vollzogen werden. Eine CEE 3-phasig 16A ( 11kW Ladeleistung = 70km/h ) ist noch günstiger. Mit einem NRGKick Ladekabel ( ca. 750EUR ) ist man auch flexibel und kann das Kabel im Auto mitnehmen.

      Architekten und Bauherren müssen dazu aber sensibiliert werden. Je mehr Leute Elektroautos fahren, desto häufiger werden sie sich auch nach Liegenschaften umsehen, bei denen bereits Vorinstallationen vorhanden sind. Ein Verkaufsargument auch für Vermieter.

      Je mehr Leute auf diese Art und Weise zu Hause laden können, desto weniger werden sie auf öffentliche Ladestationen angewiesen sein. Desto geringer werden die Kosten beim öffentlichen Ladenetz sein, desto öfter finde ich eine öffentliche Ladestation, die nicht besetzt ist. Je mehr solche Lademöglichkeiten im Office, bei Hotels, Restaurants, Einkaufszentren, Parkhäusern, Sporteinrichtungen, Theatern usw. usw. vorhanden sind, desto geringer ist auch die Reichweitenangst für Elektroautos mit eher geringerer Reichweite z.B. 150km – 250km. Alle Anderen > 250km sind eh kein Problem.

      Motto: “Jedes Gebäude hat Wechselstrom und ist eine potenzielle Ladestation”.

      Wir Elektroautofahrer haben es in der Hand uns ein Ladenetz aufzubauen, welches dann jedem Anderen Tanknetz ( was auch immer getankt werden soll ) bezüglich Erreichbarkeit und Kosten konkurenzlos überlegen ist. Aber wir Elektroautofahrer müssen das FORDERN indem wir z.B. konsequent und hartnäckig diese Orte besuchen, wo Lademöglichkeiten vorhanden sind. Wir Elektroautofahrer haben es im Griff, dass wir so zu sagen das Ladenetz nicht nur für uns, sondern gerade für alle zukünftigen Generationen erstellen. Der Unterhalt ist sehr minimal und wir können sogar noch die Art des nachhaltigen Stromes bestimmen.

      Ich lebe das seit 9 Jahren mit dem Elektroauto und zwar problemlos und ohne, dass sich in meinem täglichen Leben nur irgendwelche Nachteile ergeben hätten. Nein im Gegenteil, ich erspare mir jährlich ganze 50x15min. = 12h warten, tanken ( was auch immer ) und bezahlen an einer stinkenden Tankstelle. Und spare dabei noch sehr viel Geld. Ich lade immer dann, wenn ich mein Elektroauto nicht benütze.

      1. Ich fahre täglich 70 Kilometer und verbrauche dafür 14 KW/h. Die lade ich über Nacht in meiner Garage wieder rein. Oft nehm ich zum Schonen des Akkus eine Schuko- Steckdose und reduziere den Ladestrom auf 10 Ampere. Dadurch lade ich ca. 2 KW pro Stunde und das Ganze 7 Stunden lang. Klappt super und schont das Netz und das Auto.

        1. Hatte ich mit meinem E-Golf auch überlegt. Bin dann aber wegen der höheren Ladeverluste doch auf 7kW an einer 11kW Wallbox gegangen. Laut offiziellen VW schreiben sind diese AC Leistungen unkritisch für den Akku. Nur DC Schnelladen sollte man möglichst vermeiden.

          PS: nicht vergessen darf man ja auch, dass man bei diversen Supermärkten heute kostenlos während des Einkaufs nachladen kann. Das gibts beim Tanken nirgends.

  4. In Deutschland fährt jedes Auto durchschnittlich 40 km an Tag. Das sind 8 kWh je Fahrzeug. Das Laden kann in der Niedriglastzeit zwischen 0 und 6 Uhr oder gleich wenn der Strom aus Erneuerbaren erzeugt wird stattfinden. Technisch alles kein Problem mehr. Mann muss es nur wollen.

  5. Schon wieder dieser Diess…. 😉
    Er sollte sich darauf konzentrieren den Konzern ordentlich zu führen. VW führte den Dieselskandal an und kommt außerhalb USA fast “ungeschoren” davon. Es erinnert mich ein bischen an seine Forderung an die Deutsche Politik, sich ausschließlich auf BEVs zu konzentrieren. Ist Diess wirklich der richtige Mann an der Spitze?
    Ich glaube auch nicht, dass der ID3 DAS Auto für alle ist. In meinem Augen ist der starre Radstand der ersten Plattform ein Fehler. Wer braucht wirklich 15cm Kniefreiheit in der 2. Reihe? Hier wird viel Platz vergeudet. Familien mit Kind(ern) oder Taxler benötigten vor allem einen flexiblen Kofferraum.
    Der Spagat für VW ist sicher schwer. Es bräuchte eine Optimismus ausstrahlende Spitze… Mutig in die neuen Zeiten!

    1. Naja, also was also was man so von ihm hört ist er immerhin der einzige Deutsche Konzernchef in der Automobranche, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und dem Konzern immer wieder vorhält, dass man sich mächtig anstrengen muss. Bei BMW klingt das eher nach “wird scho’ passen”. Mit Winterkorn würde es bei VW gefühlt ähnlich aussehen.

    2. @Tom
      Ich glaube nicht dass Diess der richtige Mann an der Spitze ist. Wenn man sich seine Aussagen und Widersprüche der letzten Monate anhört, erinnert mich das doch sehr an einen bekannten amerikanischen Märchenonkel. Ich glaube nicht, dass er VW in eine glorreiche Zukunft führen kann. Der Klotz am Bein ist der Verbrennungsmotor, von dem er sich (leider) nicht trennen kann. Und solange diese Trennung nicht vollzogen ist, hat VW keine Chance Tesla einzuholen.

  6. Tesla Fahrer, richtig mache ich oft auch so, mit nur 10 Ampere zu laden. So kann man auch bei bedecktem Himmel noch ohne zusätzlich teuren Tagstrom günstig aufladen. Ist auch für den AKKU besser als immer Schnelladen. Sagt TESLA selber.

  7. Weshalb nicht frech in die Zukunft schauen? Man sollte TESLA nicht nur bestaunen und loben. Ein gemeinsames Ladenetz mit denen wäre nicht das Dümmste. In Anbetracht, dass der Wechselakku kommt, hat der Hinterradantrieb ausgedient. Dort zwischen hinein, Längs- oder Schräglenkerachse würde heut schon die günstige Passform des BMW i 3 Akkus passen. “Schnellkonect“ wie bei einem AKKU-Schrauber machbar für Schnellaustausch. Bei TESLA geht das in 5 Minuten. Die ersten Batterien kommen jetzt dann zu EXODUS. Da muss auch an die Montagekosten gedacht werden. Ein Akku vom i 3 ist besser im Keller als Fixspeicher aufstellbar, als derjenige vom Model S TESLA.

  8. Herr Diess und auch die anderen europäischen Betrügerfirmen fordern, fordern und fordern nur. Die Steuerzahler, natürlich auch die, die kein Auto haben sollen alles bezahlen. Die Gewinne streifen dann wieder die etablierten Betrüger ein.
    Wie wäre es, wenn der “super gescheite” Herr Diess es so machen würde wie Elon Musk und in Eigenregie Ladesäulen und Supercharger aufstellen würde??? Auf so eine Idee kommt er natürlich nicht !!! Finanziell müsste es ja sehr leicht möglich sein, wenn man neben Toyota weltweit der grösste Autobauer ist. Für das kleine Startup Unternehmen aus Kalifornien (Tesla) war es ja auch möglich. Man hat sich stattdessen in der Vergangenheit nur lustig gemacht über die eMobilität. Jetzt steht man vor dem Scherbenhaufen und jammert. Und die betrogenen Bürger sollen schon wieder zur Kasse gebeten werden und der deutschen Autoindustrie alles finanzieren. Hoffentlich sind die Politiker nicht so blöd und spielen mit. Viel Hoffnung hab‘ ich allerdings nicht.

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