Verti: “Versicherungskosten E-Golf deutlich günstiger als Verbrenner-Alternative”

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Wer sich für ein Elektroauto entschieden hat, der möchte verständlicherweise lange Freude an diesem haben. Doch man kann noch so vorsichtig sein, in der Hand hat man es nicht immer, dass es auch tatsächlich glatt geht. Daher ist es wichtig sich bei der Auswahl der passenden Elektroauto-Versicherung zu informieren und auf etwaige Fallstricke zu achten. Auch den Kosten einer solchen E-Auto Versicherung* sollte man besondere Aufmerksamkeit widmen. Wenn man nämlich genau hinschaut, ist es gar möglich das eigene E-Auto günstiger als die Verbrenner-Alternative zu versichern.

Alexander Held, Abteilungsleiter Underwriting & Product bei der Verti Versicherung AG, hat sich mit uns über das Thema Elektroauto-Versicherung, etwaige Fallstricke als auch Beobachtungen am Versicherungsmarkt unterhalten. Dabei haben wir unter anderem erfahren, dass auch von seiten der Versicherung, Monat für Monat ein steigender Anteil von E- und Hybridfahrzeugen bei den Neuzulassungen zu verzeichnen ist.

Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Held. Zunächst einmal wäre es gut, wenn sie sich unseren Lesern vorstellen und ein paar Worte über Verti verlieren und wieso gerade diese qualifiziert sind bei der Auswahl der richtigen E-Auto-Versicherung zu unterstützen?

Verti ist die zweitgrößte Kfz-Direktversicherung in Deutschland. Ich bin dort seit 2015 als Abteilungsleiter für Underwriting & Product beschäftigt. Der Schwerpunkt unserer Geschäftsaktivität liegt auf der Versicherung von Kraftfahrzeugen. Neben “KFZ-Versicherungsprodukten*” bieten wir unseren Kunden darüber hinaus weitere Produkte in Form einer Versicherung für Motorräder, der Privat- und Verkehrsrechtsschutzversicherungen sowie Privathaftpflicht- und Risiko-Lebensversicherungen an. Im Sinne unseres nachhaltigen Engagements, für das wir erst kürzlich von Focus Money ausgezeichnet wurden, haben wir als einer der ersten Kfz-Versicherer in Deutschland bereits frühzeitig den CO2-Rabatt eingeführt. Wir verfolgen die Entwicklung hin zu alternativen Antrieben mit großem Interesse und begleiten diese durch attraktive Versicherungsangebote, wie beispielsweise unsere E-Fahrzeugversicherung.

Grundsätzlich gilt, dass Autos – egal welchen Antrieb sie besitzen – versichert werden müssen. Welche Wahl hat man dennoch beim Versicherungsumfang? (Stichwort: Teil- und Vollkaskoversicherung)

Die Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Pflicht und schützt vor den Ansprüchen von Unfallgegnern. In der Kaskodeckung sichert man sich gegen Schäden am eigenen Fahrzeug ab. Hierbei deckt die Teilkaskoversicherung – wie der Name bereits verrät– nur einen Teilbereich der möglichen Schäden ab. Beispielsweise Glasschäden, Diebstahlschäden oder Hagelschäden. In der Vollkaskoversicherung sind zusätzlich auch selbst verschuldete Unfälle und Vandalismusschäden abgesichert.

Wer sich ein teures E-Auto anschafft sollte eher zum Vollkaskoschutz tendieren. Wichtig ist hierbei eine Art “Rundumschutz für den Akku”. Was bietet Verti in diesem Zusammenhang an?

Da E-Fahrzeuge in der Anschaffung häufig teurer sind als Fahrzeuge mit herkömmlichem Verbrennungsmotor, empfehlen wir bei Verti in den ersten Jahren eine Vollkaskoversicherung. Der Akku ist das Herz eines E-Fahrzeuges. Aufgrund der Tatsache, dass die elektrischen Bauelemente in einer herkömmlichen KFZ-Versicherung z.B. bei Kurzschlussschäden oder Marderbiss eine zu geringe Deckungssumme haben, muss hier eine umfangreichere Deckung abgeschlossen werden. Wir decken bis 20.000 Euro in unseren normalen Produktlinien und in unseren Produktlinien Premium und Pro Premium sind solche Schäden beispielsweise unbegrenzt abgedeckt. Je nach Speicherleistung in Kilowattstunden einer Batterie, kann mit etwa 150 Euro Kosten für den Ersatz dieser gerechnet werden.

Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden einen zusätzlichen Schutzbrief an, der für unsere Versicherungsnehmer unter anderem einen umfänglichen Pannenservice enthält. Kommt es zu einer Entladung des Akkus, die nicht vorsätzlich herbeigeführt wurde, kann der Kunde uns einfach darüber informieren und Verti kümmert sich um eine adäquate Pannenhilfe.

Worauf gilt es hierbei besonders zu achten? Welche Punkte sind für eine gute E-Auto-Versicherung entscheidend?

Bei Verti empfehlen wir für E-Fahrzeuge generell eine Vollkaskoversicherung* in Kombination mit einem Schutzbrief. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Schutzbrief auch das Abschleppen nach Entleerung der Batterie beinhaltet. Bei der Vollkaskoversicherung sollte man auf die Absicherung des Ladekabels nach Diebstahl und – ganz wichtig – auf die Übernahme der Folgekosten an der Batterie nach Kurzschluss oder Tierbiss achten. Da der Antriebsakku bei E-Fahrzeugen einen Großteil des Fahrzeugwertes ausmacht, können hier Kosten von bis zu 20.000 Euro entstehen, die ohne Absicherung selbst zu tragen wären.

Das Abschleppen eines E-Fahrzeugs birgt ein gewisses Risiko. Denn unter Umständen wird über die bewegten Achsen, beim Abschleppen, im Motor Strom erzeugt, der dann das Auto beschädigen kann. Wie handhabt dies Verti mit seiner Versicherung für E-Autos?

E-Fahrzeuge werden generell auf einen Abschlepper verladen und abtransportiert. Das klassische „Abschleppen“, bei dem eine Achse auf der Straße mit rollt, wird hier nicht angewandt. Somit werden Beschädigungen an der Achse durch die Verladung ausgeschlossen. Sollten beim Abschleppen dennoch Schäden entstehen, übernimmt Verti selbstverständlich die entstandenen Kosten.

Können Sie gegenüberstellen was mich eine Versicherung für ein vergleichbaren e-Golf gegenüber einer Verbrenner-Alternative kostet? Bzw. Aussage Differenz in %.

Die Prämienhöhe eines Modells richtet sich hauptsächlich nach den Typklassen. Diese sind bei einem E-Golf und einem vergleichbaren Golf mit konventionellem Antrieb nahezu identisch. Durch den Verti-CO2-Rabatt von zehn Prozent verringert sich die Prämie aber um diesen Prozentwert und macht somit die Versicherungskosten* eines E-Golfes deutlich günstiger als die eines Golfes mit Verbrennungsmotor.

Nun fällt die E-Auto-Versicherung eine Spur teurer aus. Verti schreibt sich aber bereits seit 2007 auf die Fahne CO2-freundliche Fahrzeuge zu unterstützen und gewährt in diesem Zusammenhang einen Rabatt. Können Sie hierzu einige Worte verlieren?

Mit unserem CO2-Rabatt wollen wir das umweltfreundliche Fahren unserer Kunden honorieren. Handelt es sich bei dem zu versichernden Fahrzeug um ein reines E-Fahrzeug oder um ein Fahrzeug, das maximal 2,2 Tonnen wiegt und einen CO2-Ausstoß von weniger als 110 Gramm pro Kilometer herbeiführt, erhält unser Kunde einen zehnprozentigen CO2-Rabatt auf seine Versicherungspolice. Dabei muss der Kunde den von uns gewährten Rabatt nicht zusätzlich anfragen. Der Nachlass erfolgt bei Vertragsabschluss automatisch.

Wie sieht Verti als Versicherer die Entwicklung am Markt? Kündigt sich ein Wandel an? Steigt die Nachfrage nach speziellen E-Auto-Versicherungen?

Wir sehen Monat für Monat einen steigenden Anteil von E- und Hybridfahrzeugen bei den Neuzulassungen. Dies liegt zum einen natürlich an der staatlichen Subventionierung, zum anderen aber auch an der immer größer und vielfältiger werdenden Produktpalette. Mittlerweile findet man E-Modelle in fast allen Preisklassen und Aufbauarten am Markt. Dadurch steigt der Absatz und demzufolge natürlich auch die Nachfrage nach Versicherungen, die die Besonderheiten der Fahrzeuge mit absichern – so wie unsere E-Auto Versicherung*. Entwicklungen weiterer staatlicher Subventionen für den Kauf emissionsarmer Fahrzeuge würden wir als Kfz-Direktversicherung doppelt begrüßen. Denn eine Attraktivitätssteigerung der Angebote für neuartige und emissionsarme Fahrzeuge wird nicht nur einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, sondern auch das Verkehrsgeschehen durch den Einsatz von modernen Assistenzsystemen sicherer machen.

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6 Antworten

  1. Versicherungen orientieren sich an Risiken. Bei Autos die nicht fahren sind die Risiken automatisch geringer. Somit sollten sollten die eVW’s alle erheblich günstiger sein, was die Versicherung betrifft. Sie haben ja fast alle eines gemeinsam: sie fahren nicht.

    1. Sie fahren nicht? Also ich habe bereits schon mehrere Tesla, eGolf, Leaf u.a. fahren gesehen, und habe immer noch alle Sinne beisammen. Sie fahren nur dann nicht, wenn der Besitzer sie nicht fahren will (vielleicht weil er sie sich lieber in den Garten stellt?) und das der Versicherung erklärt. Dann sollte aber auch die Versicherung nichts kosten. Null km pro Jahr macht null Euro pro Jahr.
      Aber schon klar, wenn der Klerus sagt, die Sonne dreht sich immer noch um die Erde wie vor Kopernikus, dann ist jeder, der es andersherum sieht, nicht bei Sinnen. omg!

      1. Ach so, ja, wer mit der Zapfpistole an der Ladebuchse herumfummelt, dessen Kiste fährt nicht mehr, aber er selbst wahrscheinlich sogar nie mehr. Wie gesagt, O km = O Euro.

  2. Der e-Golf hat nur einen kleinen Akku, 100kW Motorleistung bei relativ hohem Gewicht und eine auf 150km/h gedrosselte Höchstgeschwindigkeit.
    Der VW ID.3 wird schon in der 1st Edition mit 150kW Motorleistung mit Heckmotor und 160km/h Drosselung ausgeliefert.

    Mittelfristig wird es wohl noch stärkere Heckmotoren, mehr Höchstgeschwindigkeit und auch Allradvarianten geben.
    Dann werden auch die Poweruser in der Kompaktklasse auf Elektroauto umsteigen können, was natürlich das Unfallrisiko erhöht.

    1. Ich freue mich schon auf das Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen, was innerhalb der nächsten 2 Jahre so sicher kommt wie das Amen in der Kirche. Daher verstehe ich nicht, warum bei Maximalgeschwindigkeiten von E-Autos die “Premium”-Hersteller immer höhere Werte angeben und bewerben. Abregelung bei 140 km/h ist vollkommen ausreichend (und das sage ich als E-Autofahrer mit max 130 km/h und als Motorradfahrer mit max 270 km/h erreichbarer Höchstgeschwindigkeit).

  3. Ich hab mir mal den Spaß gemacht und den Tarif für meinen e-Golf durchrechnen lassen. Fazit: ca. 40 EUR/Jahr teurer als mein derzeitiger Direktversicherer.
    Bei Versicherungen gilt bei mir übrigens der Grundsatz: es wird nur das versichert was ich nicht selbst aus eigener Tasche bezahlen könnte und das was “Pflicht” ist. Und ansonsten: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Vollkasko hat es bei mir noch nie gegeben und selbst Teilkasko quasi nur “irrtümlich”. Derzeit nur Haftpflicht ohne alles.

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