Verband Deutscher Verkehrsunternehmen: Elektrifizierung schreitet nicht schnell genug voran

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen: Elektrifizierung schreitet nicht schnell genug voran

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Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat im Rahmen der europäischen Fachmesse für Elektrobusse „ElekBu“ ein Zwischenfazit zur Entwicklung der Elektromobilität im Öffentlichen Personalverkehr gezogen. Eine Zunahme sei zu verzeichnen, allerdings sei weiterhin viel Potential vorhanden. So das Kurzfazit.

Anfang Februar konnten wir berichten, dass Elektrische Busse das Potenzial haben, das führende Segment für die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen zu werden. So zumindest das Ergebnis eines Reports von Navigant Research aus dem Oktober 2019. Alleine in der Hauptstadt sollen bis 2030 1.875 E-Busse gut 1.500 Diesel-Busse ersetzen. Bis dahin ist es ein langer weg, denn E-Busse sind in Deutschland noch nicht richtig angekommen.  Der VDV schätzt, dass die Zahl der bundesweit eingesetzten Stromer (aktuelle Bestellungen miteingerechnet) in diesem Jahr von derzeit 400 auf 1.000 steigen wird.

“Die Verkehrsunternehmen elektrifizieren ihre Busflotten weiter und investieren in den Umbau der Betriebshöfe und Werkstätten. Erfreulich ist, dass die Elektrobusse immer besser und zuverlässiger werden. Trotzdem sind sie noch deutlich teurer als ein moderner Euro-6-Dieselbus und auch in Sachen Reichweite müssen die E-Busse noch zulegen. Für einen stabilen städtischen Linienbusbetrieb brauchen wir mindestens 250 Kilometer, aktuell schaffen die Elektrobusse nur 150 bis maximal 250.” – Ingo Wortmann, VDV-Präsident

Des Weiteren gibt der VDV zu verstehen, dass der Aufbau von Ladeinfrastruktur und der Umbau der Werkstätten und Betriebshöfen nicht schnell genug voranschreite. Vor allem fehlende Gelder seien der Grund dafür, dass der Ausbau nur schleppend vorankomme. Aus Sicht des VDV-Präsidenten sei es notwendig, dass der Bund und Länder ihr finanzielles Engagement deutlich erhöhen, damit die Elektrifizierung der Busflotten mit Blick auf Klimaschutzziele und Emissionsminderungen im Verkehr zügiger umgesetzt werden kann.

Mittlerweile wurde durch die EU-Kommission die deutsche Beihilferegelung erhöht. Diese gilt bis Ende 2021 und soll die Mehrkosten für den Erwerb elektrisch betriebener beziehungsweise aufladbarer Hybridbusse anstatt herkömmlicher Dieselbusse und den Aufbau der für den Betrieb dieser Busse erforderlichen Ladeinfrastruktur decken. 650 Millionen Euro stehen nun in Summe als staatliche Förderung zur Verfügung. Aus Sicht der VDV zu wenig.

“Das ist zu wenig, um daraus einen Großteil der rund 33.000 ÖPNV-Linienbusse und auch noch den Umbau der Infrastrukturen zu finanzieren. Ein Elektrobus kostet zwischen 600.000 bis 700.000 Euro, das ist doppelt so viel wie ein ebenfalls emissionsarmer neuer Dieselbus. Viele unserer Unternehmen stehen jetzt vor der kurzfristigen Herausforderung, ihr Angebot vor Ort ausweiten zu müssen, damit mehr Fahrgäste vom Pkw umsteigen. Das geht aktuell am schnellsten und kostengünstigsten über die Anschaffung von Dieselbussen.” – Ingo Wortmann, VDV-Präsident

Quelle: Vision Mobility – VDV: Zwischenbilanz zum Einsatz von Elektrobussen

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Eine Antwort

  1. Das ist wirklich ein Dilemma mit dem Geld. Eigentlich sollten keine neuen Dieselbusse mehr angeschafft werden, sondern nur noch E-Busse. Aber aus finanziellen Gründen findet das eben doch nicht statt. Es sollte halt doch baldigst eine CO2-Steuer eingeführt werden, und diese Mittel vorzugsweise für solche Zwecke wie E-Busse verwendet werden. Das heisst, nicht alles sollte für den notwendigen sozialen Ausgleich für höhere Benzinkosten verwendet werden.

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