VDA: Wasserstoff und E-Fuels wichtige Bausteine für klimaneutralen Verkehr

VDA: Wasserstoff und E-Fuels wichtige Bausteine für klimaneutralen Verkehr

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Die Pläne der Bundesregierung für eine Nationale Wasserstoffstrategie zielen in die richtige Richtung, sind aber noch nicht ambitioniert genug, findet der Verband der Automobilindustrie (VDA). Regenerative Kraftstoffe können Elektromobilität sinnvoll ergänzen und für eine Verbesserung der Klimabilanz der Bestandsflotte sorgen.

Die deutsche Automobilindustrie bekennt sich zu den Pariser Klimaschutzzielen bis 2050. „Das gemeinsame Ziel, den Verkehr bis 2050 klimaneutral zu machen, kann jedoch nur erreicht werden, wenn im Verkehrssektor zusätzlich zur Elektromobilität mit grünem Strom auch nachhaltige, regenerative Kraftstoffe wie Wasserstoff, mit erneuerbaren Energien hergestellte E-Fuels und fortschrittliche Biokraftstoffe zum Einsatz kommen“, sagte Hildegard Müller, Präsidentin des VDA. Auch 2030 und in den Jahren danach wird noch ein großer Teil der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren angetrieben.

Bereits die ambitionierten Zwischenziele für 2030 setzen einen schnellen Hochlauf der Elektromobilität voraus. Die EU-Flottengrenzwerte geben eines der weltweit ehrgeizigsten CO2-Ziele vor. „Die deutsche Automobilindustrie legt zur Umsetzung der Vorgaben den Fokus auf Elektromobilität und wird bis 2030 sieben bis 10,5 Millionen Elektrofahrzeuge auf die deutschen Straßen bringen. Der Aufbau insbesondere der Ladesäulen-Infrastruktur muss dafür ambitioniert erfolgen“, findet Hildegard Müller.

Der VDA setzt sich dafür ein, den Hochlauf der Elektromobilität zu beschleunigen. Die Politik und die betroffenen Branchen haben die Aufgabe, am schnellen Hochlauf der Elektromobilität mitzuwirken – und schon jetzt zusätzlich die Weichen zu stellen, damit nachhaltige, regenerative Kraftstoffe rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Die Voraussetzung dafür sei der zügige Aufbau von Produktionsstätten für Wasserstoff und E-Fuels. „Die Weichenstellung dazu in der derzeit durch die Bundesregierung diskutierten Nationalen Wasserstoffstrategie ist ein richtiger, erster Schritt. Aber der Entwurf dafür geht noch nicht weit genug“, so Hildegard Müller. „Es fehlen darin konkrete Maßnahmen, wie regenerative Kraftstoffe in der benötigten Menge rasch zum Einsatz kommen könnten. Der VDA hat dafür konkrete Vorschläge entwickelt.“

Vor allem sollte die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) der EU mit Ziel einer Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien möglichst ehrgeizig umgesetzt werden. Der VDA schlägt eine Quote von 23 Prozent erneuerbaren Kraftstoffen bis 2030 vor, um auf die zum Klimaschutz notwendigen Marktanteile von regenerativen Kraftstoffen zu kommen. Zusätzlich sollte eine Mindestquote von Wasserstoff und E-Fuels in Höhe von fünf Prozent eingeführt werden. Mehrfachanrechnungen beispielsweise für Ladestrom sollten entfallen.

Um regenerativen Kraftstoffen zum Durchbruch zu verhelfen, fordert der VDA außerdem ein befristetes Markteinführungsprogramm, damit die Wirtschaftlichkeit erster Anlagen möglich wird. Zudem müssten Wasserstoff und E-Fuels vollständig von der Energiesteuer nach EU-Richtlinie befreit und stromseitige Steuern und Abgaben deutlich gesenkt werden.

Der Einsatz von Wasserstoff und regenerativen Kraftstoffen kann die Elektromobilität in bestimmten Bereichen sinnvoll ergänzen. Wird eine globale Produktion synthetischer Kraftstoffe zugrunde gelegt, ist die Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie kein limitierender Faktor. Entsprechende Kraftstoffe seien zudem die einzige Möglichkeit, den CO2-Austoß des derzeitigen Kraftfahrzeugbestands zu senken und damit schnell wirksam zum Klimaschutz beizutragen. Regenerative Kraftstoffe auf einzelne Anwendungsgebiete wie die Luftfahrt zu reduzieren, erhöht deswegen das Risiko, die Klimaziele zu verfehlen.

Quelle: VDA — Pressemitteilung vom 09.03.2020

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Was ist das wieder? Der erste Preis beim Wettbewerb ‚Wieviel Unsinn kann ich in einen Artikel packen.‘?
Wasserstoff und eFuels sind tote Pferde. Je schneller das auch der vda kapiert, desto eher erreichen wir die ziele.

Der Metzgerverband hält Würste für ein ganz wichtiges Grundnahrungsmittel…

Nein sind sie nicht, auch wenn es im ersten Moment den Anschein hat. Mit der Elektromobilität und dem Ausbau von regenerativen Energien wurde viel zu spät begonnen. Das Resultat ist, dass immer noch neue Verbrenner verkauft werden. Diese Verbrenner brauchen Kraftstoff, der kann auch CO2 frei erzeugt werden. Nur eben nicht kostengünstig in Deutschland.
Es macht auch gar keinen Sinn diese Kraftstoffe in Deutschland zu produzieren. Da wir nicht genug regenerative Energien haben um ausreichend Kraftstoffe herzustellen und als Produktionsstandort sind wir viel zu teuer. Die Kraftstoffe sollen in Nordafrika, Island und in Norwegen hergestellt werden um unseren Bedarf decken zu können. Es soll eine Brückenlösung sein um den Gesamtbedarf an Energie zu decken. Weil eben die Produktion von Elektroautos warscheinlich nicht ausreichen wird um die Klimaziele zu erreichen, da es zu langsam voran geht.

Wes Brot ich fress, des Lied ich sing und da ist keine Lüge zu schade. Möge den FUD&FAKE Erzeugern die Hand abfaulen, mit der sie derartiges schreiben! Sie tun es zum Schaden der Menschen und der Natur.

Genau – würde sich unsere Regierung nicht in Dinge einmischen, von der Sie keine Ahnung hat, hätten wir inzwischen an jedem dritten Discounter kostenlose Schnellladesäulen. Aber in unserem Groko-Brei ohne Opposition, kann sich halt jeder Depp politisch in Szene setzen und Schaden anrichten – zur Freude unserer großen OEM’s, die derzeit mit ihren PlugInHybriden weiterdrecken dürfen und nahezu uneingeschränkt Steuervoteile von BEV’s samt absolut ungerechtfertigter CO2-Kontingente kassieren.

VDA „Der VDA setzt sich dafür ein, den Hochlauf der Elektromobilität zu beschleunigen “ Das ist m.E. die Motivation des VDA, und die ist ok.
Zu dem umstrittenen Thema Wasserstoff-technologie und -industrie lese man auch die früheren Berichte hier :
– offener Brief des VCD
– Studie/report zur Wasserstoffindustrie in Baden-Württemberg.
Es gibt starke und nachvollziehbare Argumente von beiden Seiten.
Rein von Seiten der Naturwissenschaftler und Ingenieure – plus Ökonome – macht die Wasserstofftechnologie gegenüber der reinen Batterie-technologie in e-Mobilität keinen Sinn, wegen der Energie-effektivität (und daher auch CO2-Bilanz).
Man vermutet förmlich auch, dass die Politiker (eine Grosszahl derer) für die Wasserstofftechnologie sind, weil sie dadurch mehr Industriearbeitsplätze erhalten können – und ebenso ist die bestehende Industrie (last not least Ölindustrie) daran interessiert.
Ich denke, es gibt noch einen 3. Faktor, den man nicht ausser Acht lassen sollte : der Zeitfaktor: wenn man nur auf e-Mobilität setzt, sprich „Batterie-autos“, so dauert es sehr lange, bis diese den totalen Autobestand durchdringen…..mit anderen Worten, es geht zu langsam. Wenn man durch Einführung paralleler Technologien erreichen könnte, dass die Kurve der CO2-Ausstösse steiler nach unten geht, wäre dies zu begrüssen, auch wenn diese weniger „optimal“ sind. Wie in den zitierten anderen Dokumenten konstatiert, sollte Wasserstoffproduktion nur aus „Überschuss Energie“ geschehen. Eine „downside“ könnte jedoch sein, dass z.B. nach 10 Jahren diese Technologien und Lösungen nicht mehr relevant bzw. rentabel sind (das sollten die Politiker auch bedenken)……… das Thema ist eben sehr komplex…

Die Autohersteller wie VW, BMW usw hätten schon lange Fabriken für BEV bauen können, aber sehr lange haben sie dies erfolgreich verhindert. Gerade die hohen Umbaukosten für ihre alten Fabriken sorgen auch heute noch dafür, dass die Hersteller auch weiterhin nur soviele Autos wie nötig bauen.

Wasserstofffahrzeuge dienen sogar eher dazu, die Autokäufer wie auch die Politiker dazu zu bringen, weiterhin auf die Zukunft für ein Wasserstoffauto zu warten als schon heute ein BEV zu fahren. Dazu bekommen die Hersteller auch noch Milliarden an Subventionen, um diesen Wasserstoffmist weiter zu entwickeln.

Es ist eher wahrscheinlich, dass Technologieoffenheit die Dekarbonisierung des Individualverkehrs und Güterverkehrs beschleunigt und nicht ausbremst. Die Mobilitätsbedürfnisse sowie die individuellen Voraussetzungen der Menschen bzgl. Kaufkraft und private Lademöglichenkeiten sind sehr verschieden. Nicht für jeden macht ein Batterielektroauto Sinn (z.B. wenn keine Möglichkeit besteht sich eine Wallbox zu installieren) und nicht jeder kann sich eines leisten. Besonders Langstrecken-e-Autos sind noch sehr teuer. So könnte die Fokussierung auf eine Technologie hinsichtlich der Dekarbonisierung bremsend wirken. Als Beispiel für den Einsatz von Wasserstoff kann man z.B. das Projekt von Hyundai mit vielen Schweizer Unternehmen sehen. Diese setzen im großen Umfang auf Wasserstoff LKW. Mehr als 1000 Stück sind scheinbar schon gesetzt und die ersten werden momentan geliefert.

Zudem hat Batterieelektromobilität ein Problem mit der zur Verfügung stehenden Netzleistung. Ladesäulen benötigen Leistung und diese ist im Netz begrenzt; gerade in dicht bebauten Gebieten. Was im dünn besiedelten Oslo funktioniert, muss nicht unbedingt in Berlin klappen. Ausbau der Netze, um mehr Leistung bereitstellen zu können, (im Prinzip Erhöhung des Querschnitts der Leitungen und Austausch der Trafostationen) ist aufwendig und teuer und ggf. sind diesen Maßnahmen Grenzen gesetzt. E-Fuels sind zwar ineffizient was die Herstellung angeht, können aber einfach per LKW, Schiff und Pipeline transportiert und schnell getankt werden.
Diese Technischen Aspekte sind somit ein weiteres Argument für Technologieoffenheit.

Es gibt auch aus wirtschaftlicher Sicht Argumente dafür und die Wirtschaftsleistung kann ein nicht unerheblicher Faktor für erfolgreichen Klimaschutz sein. Heutige und zukünftige Klimaschutzmaßnahmen müssen auch finanziert werden.
Es ist ggf. möglich über Technologieoffenheit Arbeitsplätze in der Automobilbranche zu erhalten, die wesentlich zu unserer Wirtschaftsleistung beiträgt. Verluste von Arbeitsplätzen führen zu einem Rückgang von Einkommen und dieser wirkt sich, über einen Multiplikatoreffekt, letztendlich stäker negativ auf unsere Wirtschaftleistung aus als der ursprüngliche Einkommensverlust. Es hängt alles zusammen. Auch ihr Einkommen hängt teilweise direkt oder indirekt an dieser Branche.
Ohne Rücksicht auf die Wirtschaft werden wir möglicherweise Probleme bekommen die langfristigen Klimaschutzziele zu erreichen bzw. zu finanzieren.

Ja, es gibt sehr viele Faktoren über die rein technischen (bzw. physikalischen) hinaus zu berücksichtigen – und es gibt immer irgendeine Perspektive, die in den vorgebrachten Reports ,Studien und Apellen ausseracht gelassen wird (so wie zum Beispiel der „Zeitfaktor“)
Und – so haben wir die Prioritäten, die gesetzt werden müssen. „P.K“ hat recht, die Auswirkung auf die (unsere) Wirtschaft muss bedacht werden.
Ja, aber das wichtigste Ziel, m.E. , ist den CO2 Ausstoss so schnell wie möglich zu verringern – ab Jahr 1 und nicht ab Jahr 5 oder so. Wenn Wasserstoff und andere Lösungen dazu beitragen können !?

Ich kann ihre Sorge nachvollziehen, dass wir möglicherweise nur noch wenig Zeit haben und so sehr schnell handeln sollten. Neben den langfristigen Klimaschutzzielen spielen kurzfristige im Hinblick auf mögliche Kippunkte im System (Methanspeicher, Walbrände etc.) gegebenenfalls eine wichtige Rolle.

Ich denke es macht Sinn zwischen langfristigen und kurzfristigen Klimazielen zu differenzieren. Dies macht es natürlich sehr kompliziert.
Ist ein schneller und möglicherweise unbedachter Start auch das beste, um unsere langfristigen Ziele zu erreichen? Analogie: Wir sprinten bei einem Marathon los und dann kommen wir nicht oder nur als letzte ins Ziel. kurzfristig sind wir so natürlich an erster Stelle.
Ob dies so eintreten würde, kann ich natürlich nicht wissen.

Eine Berücksichtigung von FCEV könnte wesentlich zur langfristigen Zielerreichung beitragen; zusätzlich zu ihrer Überlegung, dass parallele Infrastrukturen zur kurzfristigen beitragen können, die meiner Meinung wichtig, aber nicht alles ist. Langfristig halte ich zudem eine große Wasserstoffproduktion in Afrika für realistisch und dann spielt die Energieeffizienz keine Rolle mehr. Diese Projekte könnten zudem direkt oder indirekt zur Dekarbonisierung von Afrikas Stromversorgung beitragen und natürlich zu auch Wirtschaftswachstum in diesen Regionen.
Dies könnte viele Probleme in diesen Regionen verringern und auch auf uns und den Rest der Welt positive Effekte haben

Das Thema ist einfach:
Es gibt einen Bestand an „Verbrennern“.(ca. 50Mio KFZ, darüber u.a Baumaschinen, landwirtschaftliche Maschinen, u. 47 Mio PKW)
Diese brauchen wir noch vorübergehend oder auf Dauer, z.b. um Bahnlinien, Schulen, Krankenhäuser, Ladeinfrastruktur und und und , zu bauen)
Dank moderner synthetischer Kraftstoffe können diese Arbeitsmaschinen CO2-frei und mit minimaler Schadstoff Emission betrieben werden – oder mit Erdöl!!!
Da sollte jeder ganz klar verstehen, was zu tun ist.
Jeder Liter Kraftstoff, der nicht Erdöl basiert ist, ist richtig!
Selbstverständlich muss dabei die Bestimmung freu Nachhaltigkeit eingehalten werden. Und das funktioniert – jetzt schon!
Ich tanke seit 1/2 Jahr Care Diesel :
CETAN-Zahl 70 , Aromatenfrei, frei von Palmöl, nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmitteln, im Gegenteil, die Traktoren, die damit betrieben werden, produzieren Nahrungsmittel!!
Die sind biologisch abbaubar, rußfrei, winterstabil und und.
Bitte gerne mehrmals lesen, auch gerne nachfragen und verstehen.

An der Brennstoffzelle wird seit 25 Jahren erfolglos gebastelt, Erzeugung von E-fuels und selbst Wasserstroff ist und bleibt hierzulande absolut unwirtschaftlich. Andererseits entwickelt sich das BEV in einem Tempo, dass leider selbst VW auf der Strecke bleben wird: Im April stellt Tesla seine neuen Zellen vor und merkt nebenbei an, dass diese bereits ab März von CATL in chinesische Model 3 verbaut wurden, der neue plade-Antrieb, der HED-Motor ohne Untersetzungsgetriebe,… Es geht so schnell, dass OEM’s, die nur über riesige Stückzahlen noch Gewinn erwirtschaften können, bis Jahresende keine Chance mehr haben. Aber viel Spaß beim philosofieren bis dahinn !

Zitat: „Zudem müssten Wasserstoff und E-Fuels vollständig von der Energiesteuer nach EU-Richtlinie befreit und stromseitige Steuern und Abgaben deutlich gesenkt werden.“

Das dann bitte dasselbe auch für „Fahrstrom“ für Züge, Eautos,Strassenbahnen, damit die Energie „gerecht“ bepreist werden kann!!!!

1+

Wir diskutieren im guten alten Deutschland … andere produzieren in USA und China. Aber bald halten wir dagegen, mit der Tesla Gigafactory Berlin …

Absolut richtig, StromBert ! Der Gesamtstrombedarf um ein Brennstoffzellenfahrzeug zu bewegen liegt mindestens 2-fach und ein E-fuel-fahrzeug mindestens 4-fach über dem Strombedarf eines BEV. Da bereits Elektrolyse nicht stündlich hoch und runtergefahren werden kann und unsere Kohleausgleichskraftwerke, dank regenerativer Energie, am Limit laufen, wäre hierfür derzeit nur Atomstrom aus Frakreich, oder Gas aus Russland verwendbar. Wirkungsgrad und CO2-Belastung von E-fuels über Herstellung bis unwirtschaftlichem Verbrauch im Fz liegt deutlich unter einem Dieselfahrzeug der Schadstoffklasse 4 !

@Kasch: Wenn dem wirklich so ist (letzte 2 Sätze), dann wären e-fuels abzulehnen. Und wenn das Hydrogen oder e-fuels importiert werden könnte aus Regionen, wo ständig regenerative Energie im Überschuss erzeugt wird, wäre es dann immer noch ein „no-go“ ? (Ich denke an Norwegen als Beispiel)
Wenn bzgl. CO2 e-fuels nicht besser – unter keinen Umständen – als Diesel ist, dann sollte man davon abgehen, klar….
Ich denke, könnte man – unter gewissen Voraussetzungen – mithilfe von e-fuels – SOFORT, den CO2 Ausstoss um, sagen wir einmal, 20 % gegenüber Diesel senken, so wäre das zu überlegen.

Stimmt schon, am fahrenden Fz kein Schadstoffausstoß – leider aber der einzige Vorteil. Wir bauen (noch) Autos für die ganze Welt – mit dem Euromarkt alleine könnte kein deutscher Hersteller derzeit überleben. Jedes Industrieland auf der Welt, ausser Deutschland, baut einfach weitere Atomkraftwerke, falls Bedarf vorhanden ist und ermöglicht seinen Einwohnern damit für 2-3 Euro Stromkosten ein BEV über 100 km weit zu bewegen – damit sollte man sich als ein Land, das vom Export lebt auseinandersetzen, statt die heimische Autoindustrie vollkommen sinnfrei mit Fördergelder zu mästen und vor absolut gerechtfertigten Umweltstrafen zu schützen – nichts anderes läuft bei uns derzeit.

Amtomkraftwerke sind nur für die Baukonzerne und Betreiber gut:
Weil ohne Steuergelder in Milliardenhöhe keins mehr gebaut würde. Im Endeffekt machen AKW den Strom teuerer.

Frankreich und England erleben gerade wie die Bauruinen extrem teuer werden.
Daher ist der Weg über AKW nicht möglich. Ausschließlich WK und Solarstrom haben noch Zukunft.

Ist leider noch lange nicht in trockenen Tüchern, Ralf. Zu befürchten ist, dass Tesla dank Brexit den strategisch vorteilhafteren Standort England entdecken könnte.

Wie sieht eigentlich Mobilität, sagen wir mal in 10 Jahren aus, um einen mehr oder weniger überschaubaren Zeitraum zu nehemen, in dem sich aber enorm viel verändern kann ?
In dieser und der kommenden Dekade werden sehr viele Schüler/Studenten dazu kommen, Zukunft zu bestimmen und sie werden über Mobilität schon ganz anders denken als wir heutzutge ( Greta & Co ). Ich wage mich einmal etwas aus dem Fenster und sage Folgendes :
– Der ÖV ( Tram, Busse, Bahn, Fahrrad, Fussgänger etc. ) bestimmen weitgehende das Stadtbild, ganz sicher aber in den Innenstädten.
– Zwischen den Städten verkehrt ein weitgehend reibungsloser Schnellbahn Verkehr.
– In der Arbeitswelt kommunizieren wir vorwiegend Digital ( Videokonferenzen usw. ) und mehr oder vielleicht schon 2/3 der Leute können von zu Hause aus ihre Arbeit erledigen.
– Studenten nehmen ihren Unterricht weitgehend via Videokonferenzen von zu Hause aus war.
– Die eher ländliche Bevölkerung ist ebenfalls an der Schnellbahnnetz angeschlossen, ist aber zum Teil auf das Elektroauto angewiesen, das sie privat laden und für etwas weitere Strecken auch notfalls noch die öffentlichen Schnellladestationen benützen.
– Campingplätze, Hotels sind mit Ladestationen ausgerüstet ( so wie WLAN heute ), das den Kunden weitgehend ermöglicht Ihre Elektroautos während dem Aufenthalt ( Übernachtungen, Restaurantbesuche ) aufzuladen, so dass sie sicher wieder, ev. über einen Kurzstop an einer Schnelladestation, nach Hause kommen, wo ja eh schon ihre Ladestation steht.
– Für Distanzen > 800km nehmen wir das Flugzeug ( schneller, günstiger, bequemer ) und können ein Elektroauto mieten, wenn wir am Flughafen ankommen.
– Robotaxi’s für Kurz und Mittelstrecken lösen Taxi und Uber ab.
– Der Ausbau von lokalen Solaranlagen ( Eigenheim, Mitshäuser, Industriebauten, Lebensmittelgrossverteiler etc. ) ist heute nur zu 1-2% vorhanden und kann ohne Rocket Science auf minimum 50% ausgebaut werden.

Die Liste könnte ich hier sicher weiter fortsetzen. Die neuen Generationen werden ganz anders mit Mobilität umgehen. Ihr Verstand ist bezüglich CO2 viel mehr sensibilisiert.

Sie werden eine Gesellschaft aufbauen, die per se ein „nachhaltiges“, „optimiertes“ und „effizienzgestigertes“ Verhalten voraussetzt.
Sie werden von alleine eine Gesellschaft fordern, die „Unabhängigkeit“ als Chance begreift unsere Konflikte in Übersee zu beenden.

Und da stellt sich jetzt die Frage müssen wir wirklich so viel Energie herankarren, egal wie effizient es denn auch immer ist, um in Deutschland 47 Mio PkW’s und und in der Schweiz 5 Mio PkW’s zu garantieren, nur um zu verhindern, dass sich in den kommenden 2 Dekaden an unserem Verhalten nichts ändert ?
Lassen wir es in Zukunft immer noch zu ein Auto zu besitzen als quasi ein Menschenrecht betrachten ?
Wäre es unter diesen Umständen nicht eher sinnvoll uns vorher einmal zu überlegen, ob wir wirklich nicht mit unserem Europäisch erzeugten nachhaltigen Strom auskommen ?
Erdöl wurde über 1 Jahrhundert fast gratis und auf die ineffizienteste Weise im ICE Motor in Wämer umgewandelt. Wollen wir das wirklich wieder auf die gleiche Art und Weise weiterführen, indem wir die Energie aus Ländern importieren, die mindestens so zweifelhaften Praktiken verfolgen wie die aktuellen Erdöllieferanten ?

Sind einfach mal so ein paar Gedanken rund um das Thema „Effizienz“. Jeder auch nur so kleine Aspekt unseres täglichen Lebens gestalten wir so effizient wie nur möglich. Nur wenn etwas im Überfluss vorhanden ist, wie Öl, dann ist es uns völlig egal.

Nur einmal etwas quergedacht.

Ich denke, dass schon sehr viele mit Deinen Gesichtspunkten übereinstimmen ! … weil es doch einfach rational gedacht ist.
Hier (und in den Medien) in den Diskussionen um e-Mobilität wird immer wieder erwähnt : ja, bei grösseren Distanzen bräuchte man etwas anderes als BEV-autos, also zum Beispiel FC-autos. Wie Markus meine ich, wenn ich z.B 400 km oder mehr reisen möchte, da würde ich am liebsten
Bahn oder Flugzeug (evtl. auch Bus) nehmen , und dann einen e-Mietwagen. Fahrzeuge (ausser LKWs) die mehr als 500 km können müssen, sind (oder sollten) auf lange Sicht nur ein Nischenprodukt sein.
Auch der Punkt Energie effizienz und Energie bedarf : es muss doch nicht sein, dass wir ständig mehr Energie benötigen … das ist doch kein Naturgesetz, hat sich eben durch unsere Lebens-Gewohnheiten so eingeprägt.

1+ Markus. Als Softwareentwickler sind wir Lösungsorientiert und denken möglichst effizient. Gewinne sind da um weiter optimieren und verbessern zu können nicht um noch mehr zu verdienen.

Der VDA bekennt sich jetz (2020) zum Klimavertrag von Paris aus 2015. Dass CO2 Emissionen von Autos (und Kohle) das Klima schädigen ist seit den 1990er Jahren bekannt. Spätestens seit dem 7.(?) IPCC Bericht 2007 auch politisch anerkannt. Jetzt bekennt sich der VDA zum Klimaschutz. o.k…
Diese Erkenntniss dient aber in erster Linie, die gegenüber BEV, zeitlich rückständige Wasserstoff-Technik zu begründen.
Was ist mit Elektroautos? Sollen ID3, und andere Modelle aus deutscher Produktion nicht mehr gekauft werden? Was ist mit der Forschung zur elektrochemischen Energiespeicherung. Wird die jetzt nicht mehr gebraucht? (ausser für die Akkus in Wasserstofffahrzeugen)
Mit dieser Aktion des VDA wird nur der Markt verunsichert. Wasserstoff ist doch ok. Aber doch nicht zu dem Preis die technisch weiter entwickelte Batterie-Elektrische-Mobilität zu beschädigen.
Hoffentlich sind dem VDA die EU-Vorgaben zum Flottenverbrauch bekannt. Wie sollen diese erreicht werden wenn gebremst wird?
Ob der VDA im nächsten Jahr, wenn Ausnaheregelungen weg fallen, die Verantwortung für seine Verzögerungsaktion übernimmt?

Wie wird denn dann der CO2-Ausstoss eines H2-Autos berechnet das steuerfreien fossilen Wasserstoff oxidiert?

Mir scheint dass ein deutliches „cui bono?“ hier nicht ganz unangebracht ist!

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