VDA-Präsidentin: „Brauchen ab sofort etwa 2000 neue Ladepunkte pro Woche“

VDA-Präsidentin: „Brauchen ab sofort etwa 2000 neue Ladepunkte pro Woche“

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Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), setzt sich weiterhin für einen technologieoffenen Ansatz bei der Suche nach dem Antrieb der Zukunft ein. Der klassische Verbrenner hat ihrer Meinung nach noch lange nicht ausgedient und seine Daseinsberechtigung – sofern er künftig mit klimaneutralen Kraftstoffen betankt wird. Gleichzeitig setzt sie sich aber auch für die Elektromobilität ein, und fordert zum Beispiel einen massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Die Ladeinfrastruktur muss jetzt schnell deutlich besser werden“, sagt VDA-Präsidentin Müller in einem lesenswerten Interview mit dem Spiegel. Sie höre oft Klagen von E-Auto-Fahrern, vor allem in ländlichen Gebieten, dass Ladesäulen nicht nur spärlich zu finden, sondern häufig auch defekt oder von einem anderen Fahrzeug belegt seien. Über den aktuellen Boom bei den Zulassungszahlen von E-Autos freue sich der VDA „natürlich“. Er zeige, dass die Autoindustrie liefert, was sie versprochen hat. Die Dynamik zeige aber auch, dass dringend neue Ladepunkte installiert werden müssen, so die VDA-Präsidentin: „Aktuell werden in Deutschland mehr als 12.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride pro Woche neu zugelassen, aber nur 200 weitere Ladepunkte installiert“, sagt sie. „Die Folge: Eine öffentliche Ladesäule kommt momentan auf etwa 13 E-Autos, an Ostern 2021 werden sich nach unseren Prognosen bereits 20 E-Fahrzeuge eine Säule teilen müssen – wenn der Ausbau nicht erheblich beschleunigt wird.“

Zwar sehe der Masterplan Ladeinfrastruktur der Bundesregierung vor, dass bis 2030 eine Million öffentliche Ladepunkte aufgebaut sein sollen. Um dieses Ziel jedoch zu erreichen, „würden wir ab sofort etwa 2000 neue Ladepunkte pro Woche benötigen“ – also das Zehnfache dessen, was derzeit errichtet wird. VDA-Präsidentin Müller schlägt deshalb „gegenüber der Politik Alarm: Wenn es so weitergeht wie bisher, wird sich die E-Mobilität nicht in der Breite durchsetzen können.“ Man könne die Menschen nur schlecht dazu bringen, „Elektroautos zu kaufen, wenn sie die nicht überall aufladen können.“

„Jede Kommune braucht jetzt einen verbindlichen Umsetzungsplan“

Der Staat investiere zwar aktuell schon viel, etwa mit den bis zu 9000 Euro Umweltbonus und den 900 Euro pro privatem Ladepunkt, die es ab 24. November geben wird. Momentan allerdings hapere es beim Aufbau von Ladesäulen an der praktischen Umsetzung, bei der nicht nur die Bundesregierung in der Pflicht sei, sondern auch die Bürgermeister: „Jede Kommune braucht jetzt einen verbindlichen Umsetzungsplan, den sie konsequent vorantreiben muss“, fordert Müller. Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass alle Ladesäulen intelligent vernetzt sind, „damit der Kunde mit einer App oder Ladekarte seiner Wahl durch ganz Deutschland kommt.

Zwar sei neben der Politik in Sachen Ausbau der Ladeinfrastruktur auch das Engagement von Mineralölkonzernen, Tankstellenbetreibern und Stromanbietern gefragt. Allerdings müsse die Politik einen beschleunigten Ausbau erst „möglich machen – indem sie die Planungsverfahren vereinfacht und beschleunigt und Ladestrom von der Erneuerbare-Energien-Umlage befreit, damit er billiger wird.“ Müller fordert im Spiegel-Interview „einen Ladegipfel mit der Autoindustrie, den Mineralöl- und Energiekonzernen, dem Einzelhandel, den Parkhausbetreibern, der Wohnungswirtschaft, mit Vertretern der Bundespolitik und der Kommunen“. Nur wenn alle mitziehen, könne es gelingen, „die großen Lücken im Ladenetz endlich zu schließen.

„Mit der richtigen Infrastruktur wird sich E-Mobilität schrittweise durchsetzen“

Mit der richtigen Infrastruktur“ werde sich die Elektromobilität „schrittweise durchsetzen, daran besteht kein Zweifel mehr“, so die VDA-Präsidentin, zumal das Angebot an Elektroautos „immer umfangreicher“ und „die Reichweiten höher“ werden. Und auch die bis zu 9000 Euro Umweltbonus seien „für den Markthochlauf der Elektromobilität ein wichtiges Instrument“.

Trotz der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos dürften, so Müller, „2030 immer noch etwa 75 Prozent der Fahrzeuge auf den Straßen einen Verbrennungsmotor haben“. Damit diese CO2-neutral unterwegs sein können, müsse die Industrie „an synthetischen, nachhaltigen Kraftstoffen arbeiten“, so die VDA-Präsidentin. „Niemand“, und das gelte auch „für alle Hersteller auf der Welt“, könne sagen, „ob ein kompletter Ausstieg aus der Verbrennertechnik wirklich machbar und der richtige Weg“ sei. Das gemeinsame Ziel müsse aber auf jeden Fall „klimaneutrale Mobilität bis spätestens 2050“ sein. „Viele unterschätzen den enormen Aufwand, den dieses Ziel erfordert“, mahnt Müller.

Der Verbrenner an sich sei nicht das Problem, „sondern der eingesetzte Kraftstoff“. E-Fuels, zwar äußerst energieintensiv bei der Herstellung, könnten „einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, findet Müller: Synthetische Kraftstoffe könnten mit erneuerbarem Strom „dort erheblich effizienter erzeugt werden, wo die Sonne häufiger scheint und der Wind stärker weht“, was den Nachteil bei der Energieumwandlung wieder ausgleichen könne. „Diese Technologie wird also noch deutlich billiger werden“, sagt sie, weshalb die Bundesregierung einen Rahmen „für engagierte Forschung und Entwicklung“ setzen sollte.

Auch Wasserstoff und Brennstoffzelle seien mögliche Kandidaten für CO2-neutrale Mobilität, so die VDA-Präsidentin, nicht nur wie allgemein gerne propagiert für den Schwerlastverkehr. Grüner Wasserstoff werde „ein großes Thema“ werden, ist sich Müller sicher. Klimaneutraler Verkehr erfordere aber nicht nur eine Antriebswende, sondern auch eine Verkehrswende: „Wir brauchen bessere Bus- und Bahnangebote sowie mehr digitale Mobilitätskonzepte wie On-demand-Ride-Sharing oder selbstfahrende Shuttles“, sagt Müller. Auch bessere Fahrradwege seien wichtig „für alle, die ihren Alltag mit dem Rad bewältigen können“. Das gelte aber „nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung“.

Quelle: Spiegel – E-Auto-Strategie in Deutschland: „Wir brauchen 2000 neue Ladepunkte – pro Woche“

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Tja hätte man nicht mit allen Mitteln (Eichrecht, Ladesäulenverordnung, etc.) Lebensmitteldiskounter boykotiert, hätten wir derzeit keinen Ladenotstand. Statt dessen lässt man weitere unnütze AC-Werbetafeln an begehrtesten Innenstadtparkplätzen mit Steuergeldern errichten, um Zorn der Verbrenner Fahrer weiter zu schüren. War und ist der VDA daran auch beteiligt ?

Lebensmittelmärkte und Baumärkte wären neben den Parkplätzen bei den Arbeitgebern eigentlich die zu bevorzugenden Plätze für Ladestationen, da hier viele Leute mit ihren Auto längere Zeit stehen.

Beim Arbeitgeber genügen sogar einfachere Ladestationen, da die Autos hier etwa 8 Stunden stehen.

Es gäbe also viele Möglichkeiten, um E-Autos zu laden. Die „begehrtesten Innenstadtparkplätze“ könnte man allen Autofahrern zur Verfügung stellen, aber „kleine Könige“ (Bürgermeister) wollen in die Presse.

Kein Wunder, dass die Strompreise an den Ladesäulen so hoch sind, wenn auf sechs neu verkaufte Autos eine neue Ladesäule kommen soll. Wie soll sich denn diese Investition jemals lohnen?
Gehen wir mal davon aus, dass jedes dieser Autos jährlich 15000km fährt und auf 100km etwa 20kWh verbraucht. Wenn dann noch zu 80% zuhause geladen wird, verkauft man pro Ladesäule im Jahr 6x150x20kWh/5=3600kWh. Bei den neuesten Varianten mit 350kW Leistung käme dann so eine Ladesäule auf eine Auslastung von immerhin über zehn Stunden pro Jahr.
Ich würde mir da vom VDA etwas mehr Augenmaß wünschen. Man kann sich ja durchaus mehr öffentliche Ladepunkte wünschen, aber dann muss man eventuell auch mal bereit sein, bei Leistung und Ausstattung Abstriche zu machen. Wenn jeder öffentliche Ladepunkt immer auf dem neuesten Stand sein soll, heißt das beim aktuellen Tempo der Entwicklung, dass man wahrscheinlich nach zwei Jahren schon wieder nachrüsten muss. Das ist dann weder wirtschaftlich noch nachhaltig.

Die angesprochrnen 2000 Ladepunkte müssen keine 350kW Ladepunkte sein. Nicht jedes Auto kann 350kW laden. Wenn rechnen, dann bitte realistisch. 11 oder 22kW Ladesäulen reichen völlig aus. Da braucht man keine teure Technik für, sondern das sind bessere Drehstromsteckdosen. Und an denen steht so ein Auto auch länger. 80% zu Hause können ja auch nur die laden, die zu Hause einen Stellplatz mit Steckdose haben. Für die Laternenparker benötigt man diese vielen Ladeplätze. Schnelllader braucht man nur für unterwegs, oder vielleicht am Supermarkt, wo man nicht so lange steht.

Farnsworth

Genau das habe ich gemeint, als ich von Abstrichen bei Leistung und Ausstattung geschrieben habe. Gefordert werden aber immer nur Maximallösungen.

Noch ne Anmerkung zur globalen Situation: Wenn ein Chinese vom Regime in den Brunnen gestoßen wird, spürt er das. Beim deutschen Schaf geschiet das derart sanft, dass es auf halben Weg nach unten immer noch an nichts Schlimmes denkt. China beneidet Deutschland um diese subtile Kunst seit 1933.

Gut, dass bei den vielen deutschen Schafen einer den Überblick behalten hat und uns alle mit solch überaus intelligenten Anmerkungen beglückt.
Gott, ist das arm.

Im Vergleich zu China in der deutsche Brunnen enger, so dass das Schaf mit seiner dicken Wolle als Dichtmittel seit 75 Jahren sanft hinuntergleitet. Soll man die Chinesen jetzt beneiden, dass die Regierung sie schneller im Umwelt-Modder ersaufen lässt?

Zurzeit träumen wohl Etliche von 1933, aber haben die das Jahr 1945 schon vergessen?

Ich habe das aber schon richtig verstanden, das der Staat gerade ein Programm für 1.000 Ladestationen mit jeweils mindestens 10 Schnellladesäulen fördert? Was hat Frau Müller verpasst?
Wenn das nicht reicht kann ja auch Ionity schneller ausbauen.

Zum Thema E-Fools: Ich finde, die sind so klasse, die sollte man einfach dem Markt überlassen. Der richtet das dann schon.

edit: Ostern 2021 ist es sowieso egal wieviel E-Autos auf eine Ladesäule kommen. Wir haben Corona, der Osterurlaub fällt aus!

edit2: Wozu ist ein Gipfel mit der Wohnungswirtschaft notwendig? Es ist jetzt gesetzlich erlaubt Wallboxen an den festen Stellplätzen zu installieren. Bei Neubauten müssen zumindest Leerrohre vorbereitet werden.

Last edited 1 Jahr zuvor by Silverbeard

Die nächsten 5 Jahre diskutiert man dann, wer das aufmeiseln der Bestandstiefgaragen, die kpl. neue Elektroinstallation samt Schaltschränke (die paar Euro Strom müssen ja dem Zähler der entsprechenden Wohnung zuweisbar sein) bezahlen soll. Der Vermieter, der Mieter, die Vermietergemeinschaft ? Wird es nicht der Mieter sein, ohne Erstattung nach Auszug, gibts günstige Wohnungen zu kaufen. Für eine 15-Einheiten-Bestandsimmobilie würde ich so ab 30.000 Euro pro Einheit rechnen – nur weiter so mit der Blödelei.

Warum sollte man Bestandstiefgaragen aufmeiseln? Es geht sicher auch weniger brachial.

Die Kosten dürften mit etwa 2.000 Euro pro Ladeeinheit hinkommen, kaum mehr als eine Wallbox plus Installation durch den Fachmann in einer Einzelgarage.

„Manche Hausstrom-Anbieter haben auch einen günstigeren Autostrom-Tarif im Angebot.“ (Quelle: ADAC)

„Tipp: Die Anbieter mancher Autostrom-Tarife verfügen über eigene öffentliche Ladepunkte, an denen Kunden des Unternehmens den Akku teilweise günstiger und manchmal sogar kostenlos laden können.“ (Quelle: verivox.de)

Kasch, diese Diskussion ist bereits beendet. Der Stellplatzmieter oder -eigentümer muss die Kosten tragen und bekommt eine Subvention. Wie Daniel W. Schreibt kostet so eine Wallbox mit Anschluss etwa 2.000€ und kann an den Nachmieter/nächsten Käufer weiterverkauft werden (Ablöse).
Also alles keine Probleme, bei denen man mit ein bisschen Überlegung verzweifeln muss.

In Anbetracht der Tatsache, dass ich zentral in Berlin wohne, liegt die nächstmögliche Ladestation 1,7 km vom Wohnort entfernt. Diese Station anzufahren macht ebenfalls wenig Sinn, weil diese i.d.R. meist besetzt ist, durch wen auch immer. Der Weg dahin könnte als sportliche Herausforderung betrachtet werden, Bewegung tut ja gut, aber nicht immer hat man Lust dazu. Nun werden in Berlin Lampenlademöglichkeiten eingerichtet, welche zwar o.k. gingen, wenn nicht diese ungeschützten Lademöglichkeiten von Verbrenner zugeparkt wären, und die eMobile sich über den Gehweg rantasten und illegal auf dem Gehweg parken müssten, um aufzuladen.
Dazu sei gesagt, in Berlin gibt es im Vergleich zu vielen anderen Städten noch sehr viele Lademöglichkeiten.
Fakt ist, es gibt zu wenig Ladestationen in Wohngegenden, und diese sind dann oft meist falsch belegt.
Um dem Defizit an Lademöglichkeiten in Zukunft abzuhelfen müssen noch sehr viel mehr Lademöglichkeiten errichtet werden. Damit steht und fällt die eMobilität und insbesondere der innerstätdtische Klimaschutz.

Und wie ist es mit Lademöglichkeiten bei Super- oder Baumärkten bzw. beim Arbeitgeber?

Gibt es da nicht so ein Startup, dass gerade mehr als 20.000 Supercharger weltweit installiert hat? Es handelt sich dabei wohlgemerkt um Stationen, also Ladeparks.
Gut, die Spaltmasse an den Autos sollen nicht so der Hit sein und auch die Farbe der Ziernähte auf den Sitzen kann man sich nicht aussuchen. Aber ich staune dann schon, dass sowas nebenbei für dieses Startup möglich ist und die geballte klassische Autoindustrie immer noch diskutiert. Kann es sein, dass ich hier was nicht gut verstanden habe? Nun, dann fahre ich einstweilen meinen koreanischen Elektro Rollator mal weiter. Vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr so etwas wie den Willen weiter relevant zu sein. How knows?

Ja das „Startup“ hat 20.000 Supercharger gebaut. Die stehen aber irgendwo in der Pampa an der Autobahn. Gebraucht werden aber Ladestation in der Stadt mit 11/22KW. Und von denen brauch mach nur in Berlin wenn alle Autos elektrisch fahren soll schon 100.000.

Komisch. Hier stehen sie im nächsten Dorf (8 Ladepunkte) an einer Tankstelle umgeben von einer Handvoll Einkaufszentren mit Dutzenden von Läden in lockerer Fusswegreichweite. Aber da wo Diesel gefahren wird, ist das wohl nicht so en vogue.
Kurz mal shoppen. Voll und heim. Um die 2 Schnarchlader am Jumbo maximo balgen sich dann alle anderen. Was macht dies drollige Startup nur falsch?

Tja wenn sie Ihre Batterie nur am Supercharger oder Schnellader laden werden Sie merken das die Batterie schnell im Arsch ist. Und gucken Sie sich die Karte mal an. So viele Schnellader von Tesla gibt es gar nicht. Mein nächster wäre 45km weit weg. Da muss man schon sehr ein Fan der Marke sein um da jede Woche nur aus spaß hin zu fahren.

zum Thema „Aber da wo Diesel gefahren wird, ist das wohl nicht so en vogue.“

Die Mehrheit fährt noch Verbrenner. Auch in der Stadt. Es gibt noch Strecken wo der Diesel im Moment noch das Beste Fortbewegungsmittel ist. Die meisten wollen oder können sich halt kein Tesla für mind. 45.000€ leisten.

Wenn ich es Recht erinnere hatte dieses „Startup“ der deutschen Autoindustrie sogar angeboten, sich daran zu beteiligen. Das hatten unsere Premium-Arroganzlinge jedoch nicht nötig. Stattdessen haben sie lieber ein elitäres Ladenetzwerk geschaffen, dass offenbar Champagner-Strom zu solch unverschämtn Preisen anbietet, dass ein schneller Erfolg der E-Mobilität zuverlässig verhindert wird.

Ich bin sehr interessiert an efuels zum günstigen Preis. Was sagte sie auch noch, wo ich diese bekomme? Bei Strom für eine Batterieladung hätte ich schon so eine leise Ahnung. Ich bin mir jetzt auch gerade nicht sicher, ob es klug ist, für die nächste Wasserstoffladung riesige Wegstrecken in Kauf zu nehmen.

Wasserstoff und E-Fuels besser vergessen – reine Energieverschwendung.

Wenn man einige Jahre in die Zukunft blickt, dann sind E-Autos und die Batterien so preiswert, das nur noch die ganz Unbelehrbaren einen Verbrenner (egal welcher Brennstoff) oder Hybriden kaufen würden.

Ich betanke meinen Diesel in 2 Minuten, bezahle und fahr dann 4 Wochen weiter. Ja gut, bei 1 Euro pro Liter zahle ich am Monatsende vielleicht 5 oder 10 Euro drauf. Wegen mir auch 15 Euro, die der E-fahren an der Tanke verfrißt. Geschenkt! Über fehlende Ladesäulen und Ladestreß, stundenlanges Warten, Zwangseinkäufe usw., muß ich mich da nicht aufregen.

Sie vergessen die CO2 Abgabe ab nächstem Jahr. Die wird von Anfangs 25€ auf 180€ pro Tonne CO2 steigen. Auch die Strafzahlungen der EU Kommission für den CO2 Flottenverbrauch werden Verbrennerneuwagen nicht billiger machen. Etwas später werden die Produktionskosten durch sinkenden Stückzahlen steigen.
So wird auch erstarrten und bequemen Menschen mit sanften Fußtritten der Übergang ermöglicht.

Und sie vergessen,den Mehrpreis,den ich für ein qualitativ minderwertigeres Fahrzeug(Billigplasten beim ID3,fehlende Anhängekupplung für Fahrradträger und Anhänger,Softwareproblemen usw.) trotz der Zuschüsse aller Bürger bezahlen muß. Dafür bezahle ich locker die europäische Abzocksteuer und gehe abends ruhig ins Bett,weil ich mich morgens nicht um Ladestrukturen bemühen muß,wenn ich mal eine Wochenendfahrt mit der Familie unternehmen will.

Quaster, wie viele 1000 Km willst du denn machen am Wochenende.Glaubst du nicht, dass deine Familie lieber mal aussteigen möchte?
Es geht nicht nur darum immer mehr Ladesäulen aufzustellen. Mann sollte bei den vorhandenen problemlos Aufladen können, mit viel einfacherem Zugang.Weshalb nicht Ladesäulen bei bedienten Tankstellen aufbauen? Und ganz einfach mit Bargeld nach alter Vätersitte bezahlen. Beispiel ein aktuelles Auto, der ID3, führt einem nach langem Nörgeln am Display an Ladesäulen wo das Laden gar nicht möglich ist.

Ich mach mir einfach nichts vor und bin doch nicht irre,für einen lumpigen (sorry) ID3 viel schwer verdientes Geld auszugeben,um gleichzeitig den motorisierten Abstieg zu dem,was ich jetzt fahre ,inkauf zu nehmen. Jeder einigermaßen real denkende Mensch weiß doch,daß die Kilometerangaben von E-Autos maßlos geschönt sind.Das ändern auch obskure Reichweitentests nicht,wo der ID3 im Windschatten zwischen den LKWs dahinschleicht.Wenn heute ein Bericht veröffentlicht wird,wo ein ID3 gegen den Golf 8 GTI antritt und gewinnt,lacht sich jeder Kenner kaputt,daß da der ID3 das Rennen macht,allerdings auf einer Meßstrecke von 60 (!)m,die wohl extra für diese Disziplin erfunden wurde. Auf 100m hätte der ID sang- und glanglos verloren.Der zukünftige Zwangskunde wird vorne und hinten geneppt.Und so ist es mit dem ganzen Hype. Da wird uns Norwegen als Musterbeispiel vorgeführt.Ein völlig irrer Vergleich,um den dt. Bürger das E -Fahren schmackhaft zu machen. Zufälligerweise hab ich dorthin gute Beziehungen. Norwegen strotzt nur so von Strom aus der Wasserkraft und jeder Norweger könnte damit 5-10 Privatefahrzeuge betreiben und immer noch nicht unsere Kosten erreichen.Dumm,wer dort nicht mit E-Auto fährt. Komischerweise wird verschwiegen,daß in der Garage in zweiter Reihe noch der Verbrenner-Pickup-SUV für „Notfälle“ und Urlaubsreisen steht und im Winter wieder rausgeholt wird .

Der Mehrpreis ist noch das einzige Gegenargument gegen E-Autos, aber dieser Mehrpreis müsste gar nicht sein, denn der Verbrenner-Motor plus Mehrganggetriebe ist ein großer Kostenblock und könnte durch die immer günstiger werdenden Batterien ersetzt werden.

Wenn die großen Autohersteller wollten, dann könnten sie auch schon heute E-Autos zum Verbrennerpreis verkaufen. Aber es quälen sich kleine Startups mit preiswerten E-Autos ab und deshalb entsteht der Eindruck, dass es preiswerte E-Autos nur mit „Billigplaste“ gibt.

Bei uns in der Kleinstadt gibt es genug Ladekunkte, leider immer noch von Verbrennern als Parkplatz genutzt. Es ist eine Art Sport geworden. Wenn ich dann unser Ordnungsamt anrufe, geht nie einer dran. Die örtliche Polizei interessiert es einfach nicht.Wenn ich drauf bestehe, kommt die Rückmeldung: Da müssen sie aber schon lange warten, andere Einsätze haben Vorrang. Ich habe aufgegeben. Fahre jetzt meinen Plugin dann mit Benzin, da ich daheim nicht laden kann. So sieht die Realität bei uns aus. Schöne neue Elektrowelt, wenn du zu Hause laden kannst.

Bei uns im Ort (4.500 Einwohner) gibt es 3 Ladestationen. Ich habe aber noch nicht geschaut, ob und wie die genutzt werden.

Ich bin dafür, dass Solarpanele (wie beim Sion) allgemeine Verbreitung finden und dadurch so „billig“ werden, damit es keine Ausrede („ist zu teuer“) mehr gibt. Dann könnten die vielen Kurzstreckenfahrer und Sonnenlichtparker ihre Batterien auch ohne Ladestation aufladen.

Wie soll denn das Laden in den Großstädten vonstatten gehen, in den vielen Vielfamilienhäusern und massenhaften Straßenschluchten, wo sich Auto an Auto abgestellt befinden? Mit Kabelrollen aus dem 5.Stock oder will man den Individualverkehr dann ganz abschaffen und den Bürgern vorschreiben, wann Sie vom Staat einmal im Jahr ein Urlaubselektroauto gestellt bekommen ?

Richtig Quaster, in den Grosstädten wo nicht jeder eine eigene Garage haben kann, ist dies noch ein Problem.Nur diese Autokolonne in der Strasse steht nicht so Tag und Nacht.Weshalb dort Aufladen?

  • Autos nicht leer abstellen

-in der Firma aufladen
-es wird Parkplätze geben wo Aufladen möglich ist
-ein hybrid Auto kaufen , nicht PHEV

Vorher hast du behauptet ein E Auto sei nichts für Urlaub. Jetzt möchtest Du eines für die Ferien.
Umstellung auf E Mobilität beginnt im Kopf.

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