VDA fordert engagierteren Ausbau der Ladeinfrastruktur

VDA fordert engagierteren Ausbau der Ladeinfrastruktur

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockillustrations-Nummer: 1463745008

Die Vorgaben des Gesetzentwurfs für Ladeinfrastruktur in Neubauten und Renovierungen in Bestandsgebäuden gehen dem Verband der Automobilindustrie (VDA) nicht weit genug. Es seien ehrgeizigere Mindestvorgaben nötig, damit Deutschland Vorreiter und Leitmarkt bei Elektromobilität wird. „Die Pläne der Bundesregierung zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zielen grundsätzlich in die richtige Richtung, gehen aber noch nicht weit genug“, kommentiert die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, den aktuellen Gesetzentwurf.

Für den aus Gründen des Klimaschutzes entscheidenden Hochlauf der Elektromobilität sei ein zeitnaher und umfassender Ausbau der Ladeinfrastruktur unerlässlich. „Die von der Bundesregierung geplanten Vorgaben für den Aufbau halb-öffentlicher und privater Ladeinfrastruktur in Gebäuden gehen nicht über die Richtlinie der EU-Kommission hinaus und sind damit noch nicht ambitioniert genug“, sagte die VDA-Präsidentin und übernimmt damit eine Kritik, die auch bereits die Grünen ausgesprochen hatten.

Das geplante Gesetz „entspricht noch nicht unserer Erwartung einer adäquaten Flankierung der Maßnahmen zur Entwicklung, Produktion und dem Absatz von Elektroautos durch die deutsche Automobilindustrie“, so Müller weiter. Deutschland könne mit den derzeitigen Plänen zum Ladesäulen-Ausbau weder zum Vorreiter der Elektromobilität werden noch zum Leitmarkt.

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass bei neuen oder einer umfangreichen Renovierung unterzogenen Gewerbeimmobilien mit mehr als zehn Stellplätzen nur jeder fünfte Stellplatz mit einer Vorbereitung zum Stromtanken ausgerüstet sein muss. Lediglich ein Stellplatz ist mit einer Ladeeinrichtung zu versehen.

Als Impuls zu Nachfragesteigerung von klimaschonenden Elektrofahrzeugen schlägt der VDA deshalb vor, ehrgeizigere Mindestvorgaben bei der Zahl zu installierender Ladesäulen zu machen. Zudem sollten diese auch für Bau- oder Renovierungsvorhaben gelten, bei denen laut Gesetz weniger als zehn Stellplätze geschaffen werden – im Fall von Wohngebäuden am besten ab dem ersten Stellplatz. Das Gros der Neubauten sind Ein- oder Zweifamilienhäuser.

Quelle: VCD — Pressemitteilung vom 25.02.2020

Newsletter abonnieren

Montag, Mittwoch und Freitag die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teilen auf

Diese News könnten dich auch interessieren:

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
9 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

und die private Ladeinfrastruktur sollte „grosszügig“ subventionniert werden, z.B. auch mit günstigen Kreditten.

1+ : ( Stichwort : „Optimierung“ )

a) Da hat auch jeder auch die Nachhaltigkeit bei der Stromproduktion im Griff.
b) Die öffentliche Infrastruktur bleibt für diejenigen, die keine Möglichkeit haben privat zu laden.
c) Die Mittel für die öffentliche Infrastruktur blieben überschaubarer.
d) Es muss weniger nachhaltiger Strom für die öffentliche Infrastruktur bereitgestellt werden.
e) Privat erzeugter Strom wird vermutlich immer günstiger sein, als derjenige an computerisierten Ladestationen.

Ein blueprint für „effiziente“ und „optimierte“ Elektromobilität, die sofort und kostengünstig implementiert werden kann. Einfach und ohne Rocket Science.

ich fordere Maßnahmen gegen Wegelagerer und Raubritter, ggf. eine EU weite Regulierung der Abgabepreise, was da gerade abgeht ist sagenhaft!

Ladeinfrastruktur ist das Eine.
Die Nutzungsmöglichkeit und Kosten das andere.

Beispiel: selbst mit Roaming Karten muss man mindestens 3-4 Karten verschiedener Anbieter haben um ganz gut den Grossteil der Ladesäulen abdecken zu können. Und dann unterscheiden Sie sich auch noch preislich stark voneinander. Von 25ct/kwh bis 79ct/kwh

Da Lob ich mir Tesla, da kann ich ohne Karte einfach an den Superchanger und habe immer 33ct/kwh

Sicher, bin ja auch Roadster und Model 3 Fahrer, ist es am einfachsten mit einem Tesla, aber auch da sollte jeder im privaten Bereich seinen Wallcharger einrichten lassen, damit die SuC entlastet werden. Ausserdem gibt es weltweit bereits ein riesiges DeC ( Destination Charger Netzwerk ). In Europa auf http://www.chargehotels.com bereits über 5545 Hotels und andere Lokationen.

Tesla Fahrer sind heute so unbeschwert unterwegs wie heutzutage mit Dinos aus dem vorigen Jahrhundert. Es wäre gut, wenn das für alle anderen Elektroautos in Kürze auch der Fall sein würde.

im städtischen Bereich haben leider die wenigsten die Möglichkeit sich einen WallCharger an die Wand zu hängen – hier sehe ich Aufgrund der Gesetzeslage das Problem dass es nicht mal Besitzern von Eigentumswohnungen in einer Anlage oder „Mehrfamilienanlagen“ ohne Zustimmung aller Besitzer gestattet ist eine Wallbox montieren zu lassen.
Besonders schlimm sind Genossenschaften mit 40% Eigentümeranteil, hier hat die Verwaltung die Hand drauf und auch als Eigentümer ist man denen auf Verderb und Gedeih ausgeliefert.

Die örtliche Situation ist überall ein wenig anders und die Gesetzeslage auch.

Bin in der Schweiz und habe eine Eigentumswohnung ( 8 Parteien ) mit Tiefgaragenboxen auf dem Land. Mein Vorgehen: Kauf der Tesla Wallbox, Anmeldung beim örtlichen Kraftwerksbetreiber ( bezieht 100 % Strom aus Wasserkraft ), Betreiber installiert mit Zuleitung hinter FI Schalter an meinen eigenen Stromzähler und fertig. So gesehen einfach, aber eben es kann extrem kompliziert werden.

Wie kann eine Wallbox, die niemand anders tangiert, zum Zankapfel werden ? Was ist da die Motivation, ist es wirklich nur Hass auf e-Mobile oder purer Neid ? Ich verstehe das nicht.

Ja, wirklich, diese Eigentumsgesellschaften, ein „Übel“ – ich sehe das bei meiner Cousine in Stuttgart, in anderem Zusammenhang – haarsträubend….aber die Mehrheit ist halt oft so, jede Menge „Nein“sager

Würden alle große Autohersteller genau so viel Engagement und Kapital in eine eigene Lafeinfrastruktur stecken wie Tesla, gäbe es jetzt schon überhaupt kein Lade-Problem mehr.

9
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).