E-Mobilität und Umstieg auf Bus und Bahn können laut VCD neue Jobs schaffen

E-Mobilität und Umstieg auf Bus und Bahn können laut VCD neue Jobs schaffen

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1006217668

Eine aktuelle Studie für die Bundesregierung kommt zu dem Ergebnis, dass der Umbau auf Elektro-Antriebe in Deutschland hunderttausende Jobs kosten könnte. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert, dass mit derartigen Schreckensszenarien vor dem Autogipfel Stimmung in der Autoindustrie gemacht wurde.

„Vor allem der IG Metall geht es jetzt um die Durchsetzung von Kurzarbeitergeld, Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen. Damit soll auch das bisherige Versagen von Industrie und Gewerkschaften bei der Transformation kaschiert werden. Die Maßnahmen sind grundsätzlich richtig und wichtig, hätten aber viel früher eingefordert und angestoßen werden müssen.“ — Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD

Die Weichen hin zu emissionsarmen und -freien Antrieben wurden bereits vor längerer Zeit gestellt. Doch die Industrie habe zu lange am alten Geschäftsmodell mit Verbrennungsmotoren festgehalten, kritisiert der VCD. „Der Anschluss bei den Zukunftstechnologien wie Elektromobilität und autonomem Fahren droht verloren zu gehen“, so Müller-Görnert weiter. „Wenn dies jetzt Arbeitsplätze kostet, ist es zu großen Teilen selbstverschuldet.“

Immer weniger Autos werden in Deutschland produziert, denn die Automobilhersteller verlagern zunehmend ihre Produktion ins Ausland. So produzieren beispielsweise BMW und Mercedes einige neue Elektromodelle in China. Dass es auch anders geht, zeige der Volkswagen-Konzern. Der vollelektrische ID3 wird in Deutschland hergestellt und sichert damit Arbeitsplätze. Statt zu jammern, sollte die Industrie, aber sollten auch die Gewerkschaften endlich in die Offensive gehen und Richtung Zukunft steuern, so der VCD in einer aktuellen Mitteilung. Nur dann seien die deutsche Automobilindustrie wettbewerbsfähig und die Arbeitsplätze dort zukunftssicher.

Andere Mobilitätsbranchen suchen unterdessen händeringend Personal: Nicht nur Busfahrer und Zugführer seien Mangelware, auch Elektroniker, Ingenieure, IT-Spezialisten und Servicekräfte fehlen. Allein die Deutsche Bahn stelle aktuell mehr als 50.000 neue Mitarbeiter ein. Warum sollten Menschen in der Autoproduktion nicht künftig Schienenfahrzeuge bauen, wirft der VCD ein? Schon vor 20 Jahren hat der VCD zusammen mit dem Öko-Institut eine Studie erstellt, die zeigt, dass eine Verkehrswende neue Arbeitsplätze schafft, statt sie abzuschaffen. „Wir müssen über den Tellerrand der Auto-Branche hinaus und auf das große Ganze sehen, dafür braucht es Entschlossenheit und Weitblick.“

Quelle: VCD — Pressemitteilung vom 13.01.2020

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „E-Mobilität und Umstieg auf Bus und Bahn können laut VCD neue Jobs schaffen“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
6 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Sehe ich genauso.
Es fehlen ebenso in diversen anderen Branchen enorm viele Mitarbeiter….wie Hochbau, Tiefbau, Infrastruktur und natürlich bei allen technischen Gewerken und dem Handwerk.
Ebenso Softwareentwicklung und der komplette Bereich der Digitalisierung bis zum planenden Gewerbe.
Ganz zu schweigen vom Gesundheits- und Pflegebereich.

Ganz klar: Statt Kurzarbeitergeld zu zahlen mit der Aussicht auf spätere Entlassung in die Arbeitslosigkeit, muss systematisch Umschulung betrieben werden. Das erspart auch Anwerbung im Ausland mit all den damit zusammenhängenden Problemen.

Spezlwirtschaft heisst man das bei uns in Bayern.
Heute werden so viele Autos in Deutschland produziert wie niemals zuvor.
Der Ruf nach Ingeneuren ist alles Macherei.
Wenn unsere Familien in Deutschland besser unterstützt würden und die Ausbildung besser wäre,
hätten wir genügend Qualifizierte Arbeitskräfte aus den eigenen Familien.
wenn nur Jeder Zweite Deutsche Staatsbürger so denken würde wie unsere Politiker,
könnten wir schon lange zusperren
Franz Zehendmaier

Grundsätzlich sehe ich das auch so. Allerdings muss man schon sehen, dass die massiv überlegene Technik deutlich weniger bzw. Einfacheren Service braucht. Dadurch fällt natürlich Arbeit weg!

Jede neue Technologie hat in einem anderen Bereich Arbeitsplätze gekostet, dafür viele neue Bereiche mit neuen Arbeitsplätzen geschaffen.
Der Verbrennungsmotor hat Anfang des 20sten Jahrhundert Arbeitsplätze bei den Kutschern und Schmiden gekostet und was ist daraus für eine Industrie und Wohlstand entstanden!
Oder das Internet und die eBooks: was wurde da alles geunkt.
Wandel tut meist weh aber es wurde danach immer besser für alle.
So wird es auch mit der Mobilitätswende sein. Es werden neue Dienst und damit Arbeitsplätze rund um die Mobilität entstehen an die wir heute noch gar nicht denken.

Das ist ja alles richtig aber was ist mit der heutigen Jugend nicht alle aber viele .Schule ist für die nur eine last in der Zeit kann man ja nicht
mit dem Handy/ PC oder Spielekonsole spielen . Es ist bewiesen das die heutige Jugend weltweit langsam verblödet .
Das heist mann kann nur noch aus einer geringeren menge an Jugendlichen ordentliche Qualifizierte Arbeitskräfte machen.
Die werden auch Arbeit haben die anderen werden es schwer haben.

Diese News könnten dich auch interessieren:

VW-Konzern kann E-Auto-Absatz mehr als verdoppeln
Skoda verdreifacht E-Fahrzeug-Absatz
Polestar plant Erlebniszentrum südlich von Frankfurt am Main
6
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).