Tesla: Rodungsstopp bei Giga Berlin, Grünheide nur von kurzer Dauer

Tesla: Rodungsstopp bei Giga Berlin, Grünheide nur von kurzer Dauer

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Aktuell scheint keine Ruhe einzukehren, wenn es um den Aus- und Aufbau der Tesla Giga Berlin in Grünheide geht. Zunächst wurde dem amerikanischen Elektroautohersteller gestattet rund 82,8 Hektar Wald zu roden, um Platz für Europas erste Gigafactory zu schaffen. Dann kam ein Eilantrag der Umweltverbände NABU und Grüne Liga für einen vorläufigen Rodungs-Stopp ins Spiel. Wodurch die Rodungsarbeiten zunächst gestoppt wurden. Doch das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) lehnte den Eilantrag nun ab und lässt Tesla somit weiterbauen.

Angeführt wurde von den Umweltverbänden, dass durch das Abholzen geschützte Tierarten wie die Zauneidechse und Schlingnatter in ihren unterirdischen Winterquartieren getötet würden. Dies wurde vonseiten der Frankfurter Richter betrachtet, die nach entsprechender Beratung zum Schluss kamen, dass die Abwägung der naturschutzrechtlichen Belange durch das Landesumweltamt nicht zu beanstanden gewesen sei. Dies hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch in einem Hauptsacheverfahren Bestand, führte das Gericht aus.

Zudem sei es so, dass die von den Verbänden angeführten Tierarten nicht überall im Rodungsgebiet vorkommen, sondern lichte Waldbereiche und Lichtungen mit ausreichender Besonnung und Nahrungsangebot bevorzugen. Grund genug dafür, dass die Richter argumentierten, dass die Hauptpopulation somit außerhalb des Rodungsareals lebe. Zudem handele es sich nicht um einen „gewachsenen Naturwald“, sondern bei der Rodung gehe es um die „Beseitigung des Wirtschaftswaldes, der zudem bauplanungsrechtlich als Industriegebiet ausgewiesen ist“.

Hierzu hatten wir bereits erläutert, dass der Wald, besser: Forst der gerodet werden soll, zuvor aus einer industriell angepflanzten Monokultur Kiefern mit geringer Biodiversität bestand. Dieser Forst war für die Produktion von Papier und Pappe vorgesehen und wäre früher oder später ohnehin gefällt worden wären. Die Verbände wollen sich mit der Frankfurter Entscheidung aber nicht zufrieden geben. Sie prüfen jetzt den Gang vor das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg.

Quelle: RBB24 – Verwaltungsgericht erlaubt weitere Waldrodung auf Tesla-Baustelle

Über den Autor

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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gut so.
danke liebe Richter in FFO

es bleibt spannend

Last edited 1 Jahr zuvor by neumes

Liebe Umweltverbände,

ich freue mich das Sie die Umwelt schützen wollen, aber warum wollen Sie dann einen Hersteller blockieren der für Umweltfreundliche Autos steht? Gerade Sie als Experten sollten doch wissen was ein Wirtschaftswald ist und was ein Biotop ist. Nutzen Sie die Ressourcen doch lieber für wirklich wichtigen Umweltschutz. Z.B. gibt es genügend Massentierhaltungen wo Tiere gequält werden. Hier können Sie die Leute reihen weise vor Gericht ziehen und was sinnvolles tun. Lassen Sie Tesla ihren Job machen, damit auch weitere Hersteller (vielleicht auch anderen Antriebsarten) endlich ermutigt werden klimaneutrale Autos zu bauen.

wenn BMW dort gebaut hätte wie ursprünglich einmal geplant hätte es keinerlei Klagen gegeben
es ist offensichtlich das es hier nicht um Naturschutz geht, sondern darum die E-Mobilität in Deutschland zu verhindern bzw. zu verlangsamen

Wenn dort ein Weizenfeld gewesen wäre, gebe es dort auch so einen Aufstand? – vermutlich nicht, obwohl es im Prinzip ein Feld mit Bäumen ist, genannt Nutzholzwald, das abgeerntet wird, wenn die Bäume „reif“ sind.

Man könnte natürlich auch ganz öko auf Pferdekutschen setzen, aber dann würden die Tierschutzverbände auf die Barrikaden steigen und „Tierquälerei“ rufen.

Oder man lässt die Menschen stundenlang durch die Pampa laufen, dann spart man sich auch noch die Stahl- oder Aluminiumproduktion für Fahrräder und ist „total öko“, aber dann protestieren die Menschenrechtler.

Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

aus den Lebenserinnerungen von Robert Bosch; 1921, S. 29



Robert Bosch

deutscher Industrieller, Ingenieur und Erfinder

* 23.09.1861, † 12.03.1942

(Quelle: gutzitiert.de)

Unglaublich was hier abgeht , dieses unüberlegte Auto was schon in der Herstellung soviel co2 verbraucht das man mit einem Diesel mindestens 100000 km fahren könnte um das co2 auszustoßen und kinderarbeit und Umweltzerstörung wegen den seltenen erden für den super Akku???aber gut dann noch im t
Trinkwasserschutzgebiet ,Naturschutzgebiet gleich neben an, da fehlen mir die Worte.
Und es ist noch nichtmal ne Baugenehmigung und woher das Wasser kommen soll das ist das größte Problem aber wenn so ein Milliardär hier her kommt und ein bisschen Schmiergeld mitbringt lassen sich scheinbar Richter, Politiker, Behörden gerne schmieren und da zählt der Wille des Volkes nicht ein bisschen. Wenn man als privater auf seinem Grundstück einen Baum fällen will muss man Anträge stellen genehmingungen abwarten und Auflagen beachten bevor man seinen Baum den man selbst gepflanzt hat hinnehmen bevor man diesen Fällen darf . Bei diesem unüberlegten Projekt ist aber alles möglich da alle die hier angeblich was zu sagen sich herausnehmen zu bestimmen und nichts ist abgesichert kein Wasser kein Abwasser und alle reden es nur schön . Die zweitgrößte Politik Katastrophe nach corina.

Dass es nach den ersten großen Rodungen zum Jahresanfang und danach nun soo schnell weitergehen sollte oder „musste“ mit dem zweiten großen Schub, überraschte mich auch. Hatte ich erst in späterer Zeit erwartet, 2022 vielleicht.
Natürlich ist für Tesla Zeit ein wichtiger Faktor, aber manchmal ist Herangehen mit etwas ruhiger(er) Hand erfolgversprechender, vor allem auf politischer und gesellschaftlicher Ebene.
Wie dem auch sei: Ich drücke Tesla die Daumen und bitte immer berücksichtigen, dass Deutschland/Brandenburg in solchen Aspekten eben nicht USA/Texas ist und China erst recht nicht.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg verfügte gestern wieder einen vorläufigen Rodungsstopp!!!
Egal, dieses Hin und Her ist nur peinlich. Es hieß doch immer, das Gelände sei ein ausgewiesenes Industriegebiet; da sollten dann die diskutierten Themen vorher geklärt gewesen sein.
Wäre schön, wenn sich NABU und diese Grüne Interessengruppe auch im Braunkohletagebau so massiv einbringen würden.
Habe fast das Gefühl, die werden von der deutschen Autolobby finanziert.
Ich bin absolut für Arterhaltung und Umweltschutz und wähle entsprechend, aber das hier ist einfach nur lächerlich oder ist es der Dilettantismus der Politiker. Gut , dass TESLA so einen langen Atem hat.
….und zwischenzeitlich werden wieder neue Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung im Golf 7 entdeckt, die ja laut VW legal sind, da sie damit die Motoren schonen. Wo bleibt da der Aufschrei? Alles schon vergessen und VW und Konsorten verkaufen weiter an ihre leichtgläubige und naive Dauerkundschaft.

Alle tun so als ob es hier ein Einzelfall wäre und sowas in Deutschland nie vorkommt… Ich kenne genug Fälle wo Bauverfahren in Deutschland ewig dauern. (betroffene Biomassenahwärme und große Solaranlagen)

Für Amerikaner ist es halt etwas neues, dass ein gewaltiges Bauvorhaben nicht problemlos durchgewunken wird.

Es gab sogar einmal eine Dokumentation über Tiere die Bauvorhaben verzögert haben. Das teuerste Tier damaliger Stand ein Käfer der eine Autobahn Baustelle in Frankreich zeitweilig gestoppt hat (400.000€ pro Stück).

Aber auch in Österreich gabs mit einer Feldhamster-Umsiedelung die Mehrkosten von 35.000€ pro Tier auslöste ein gewisses Schmankerl. Ist ja nicht so als ob Hamster für hohe Fertilität bekannt wären..^^

Zitat:
… und wäre früher oder später ohnehin gefällt worden wären.

Deutsche Sprache, schwere Sprache …

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