Tesla in Grünheide: Es ist nicht alles grün, was glänzt!

Grünheide zweifelt an Teslas Gigafactory

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Die Tesla Gigafactory in Deutschland, um genauer zu sein in Grünheide, lässt keine Ruhe in den Medien einkehren. Mitte Dezember haben wir darüber berichtet, dass 2021 das Model Y in der Tesla Gigafactory 4 in Brandenburg vom Band laufen soll. Bis dahin gilt es noch einige Unstimmigkeiten aus dem Weg zu schaffen. Zudem scheint nicht alles ganz so grün zu sein, wie zunächst vermutet.

Tesla Gigafactory Grünheide offiziell auf den Weg gebracht

Kurz zur Historie: Der Kaufvertrag des Grundstücks stehe kurz vorm Abschluss und dürfte wohl noch im Januar erfolgen. Baubeginn für die Fabrik soll im ersten Halbjahr 2020 sein. In dem europäischen Werk sollen Batterien, Antriebsstränge und Fahrzeuge gefertigt werden, beginnend mit dem bevorstehenden Model Y von Tesla. Ein Investment von bis zu vier Milliarden Euro sowie 3.000 neue Jobs stehen im Raum, später gar bis zu 8.000 Arbeitsplätze.

Mit der Bekanntmachung im Amtsblatt ist das Genehmigungsverfahren für das geplante Werk offiziell eröffnet. Demnach soll in der Gigafactory 4 im Kreis Oder-Spree ein Presswerk, eine Gießerei, Karosserierohbau, Lackiererei, Sitzefertigung, Kunststoff- und Batteriefertigung sowie die Fertigung von Antrieb und Endmontage untergebracht werden. Auch ein zentrales Versorgungsgebäude und eine Abwasserbehandlungsanlage seien geplant.

Ein gewisser Zeitdruck herrscht, wenn man die ambitionierten Pläne einhalten möchte. So die Aussage von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD), zumindest wenn man wie geplant mit dem Aufbau der Gigafactory starten wolle. Doch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gab bereits zu verstehen, dass man es darauf nicht beruhen lasse. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigt sich zuversichtlich. Man kann nur hoffen, dass die Entscheidung nicht einfach übers Knie gebrochen wird. Denn nicht jeder scheint über Teslas Gigafactory  in Grünheide begeistert.

Tesla: Fluch und Segen für Grünheide

Aus Grünheide haben uns einige Informationen erreicht, welche man so bisher noch nicht oder eher spärlich in den Medien gesehen hat. Wir versuchen dies ein wenig aufzugreifen und wiederzugeben, da wir der Meinung sind, dass nur ein umfassend gezeichnetes Bild als Diskussionsgrundlage für eine deutsche Gigafactory dienen kann.

Naturschutzbund sieht Gefahr bei zu schnellem Vorgehen

Der Naturschutzbund (NABU) hatte anfänglich eine sehr moderate Stellungnahme abgegeben – nachfolgend. Jetzt habe es mittlerweile vermehrt Gespräche mit NABU-Leuten gegeben, die sehr große Befürchtungen haben, die das Naturschutzgebiet Löcknitztal betreffen, dass sich in ein paar hundert Metern Entfernung befindet. Die Befürchtungen gehen soweit, dass vermutet wird, dass das Naturschutzgebiet komplett verschwindet. Ob das mit der unvorstellbaren Abwassermenge von 250 m³ pro Stunde – die in den gerade erst ausgelegten Plänen genannt wird – zusammenhängt, wurde hierbei noch nicht kommuniziert.
Des Weiteren die Tatsache, dass bis Ende Februar bereits ein Drittel der Bäume gefällt sein sollen, bevor die Vögel ihre Nester bauen. Wenn man Informationen der Süddeutschen aus ihrem Artikel “Nevada, Shanghai, Grünheide” Glauben schenken darf. Verwunderlich, sollte doch eigentlich erst nach der offiziellen Genehmigung damit begonnen werden. Bedingt durch den engen Zeitplan geht Tesla hier wohl ins eigene Risiko. Denn “Tesla dürfte schon vor der Genehmigung auf eigenes Risiko losbauen, wenn mit einer positiven Entscheidung gerechnet werden kann. Das erlaubt das Bundesimmissionsschutzgesetz bei Vorhaben im öffentlichen Interesse”,  so wird zumindest Brandenburgs Umweltminister von der Berliner Zeitung zitiert.
Grünheide zeigt sich davon nicht gänzlich überzeugt, wie wir aus dem Mailverkehr zwischen Bürgern, Kommunalpolitikern und einem Naturschutz-Experten zitieren können:
“Allerdings lässt sich das Fällen von Bäumen nicht rückgängig machen. Die wollen das Ding mit aller Macht durchziehen. Es relativiert auch die Aussage des Ministers, dass alles nach deutschem Recht und Gesetz gemacht werden soll. Bleibt ein bitterer Nachgeschmack…”

Grundwasserabsenkung kann Naturschutzgebiet austrocknen

Auch das Absenken des Grundwassers steht zur Diskussion, beziehungsweise könnte durch die Ansiedlung Teslas ein Thema werden. Hierzu lässt sich aus dem zuvor aufgeführten Mailverkehr folgendes zitieren:
“Bei einer Waldbegehung mit den Grünen (auch Landtag) war schon zu merken, dass der Waldboden sehr feucht ist (nicht nur wegen dem Regen) und ein vertiefendes Gespräch mit jemandem, der u.a. an dem Managementplan mitgewirkt hat und sich bzgl. Hydrogeologie recht gut auskennt, war nach kurzer Recherche klar, dass direkt unter dem B-Plangebiet eine Grundwasserscheide verläuft. Das heißt jede Grundwasserabsenkung hat direkte Auswirkungen auf die Löcknitz und evtl. andere Gewässer.”
Mit anderen Worten, die Absenkung des Grundwassers in diesem Bereich kann dazu führen, dass das Löcknitztal (Naturschutzgebiet), die Müggelspree sowie der Störitzsee von der Austrocknung bedroht sein können. Wie es nun weiter geht können wir nur von der Ferne beobachten. Gehen aber davon aus, dass der Naturschutzbund sich das ganze Thema genauer ansieht.

Naturschutzbund schaut künftig genauer hin

Im November 2019 gab man noch zu verstehen:

“Wir erwarten jetzt vollständige Transparenz bei den weiteren Schritten und die Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen Anforderungen. Der zugrundeliegende Bebauungsplan ist fast 20 Jahre alt. Seitdem haben sich die Rahmenbedingungen verändert, so ist z.B. derzeit nicht bekannt, ob im Rahmen des damaligen Bebauungsplanverfahrens die natur- und artenschutzrechtlichen Belange ausreichend berücksichtigt wurden.” – Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender des NABU Brandenburg

“Zudem sollten neben den direkten Auswirkungen durch den Bau der Gigafactory auch die Folgen auf die Region betrachtet werden. Es ist mit erheblichen zusätzlichen Verkehrsströmen zu rechnen. Auch die mögliche Ausweisung neuer Wohnbauflächen darf nicht zum Verlust weiterer Waldflächen führen”, so der NABU weiter. Unseren Informationen nach wird man vonseiten des NABU künftig genauer hinsehen, wenn es um die Auswirkungen des möglichen Gigafactory-Baus in Grünheide geht. Auch anonym wird in Grünheide auf die Problematik mit der Gigafactory hingewiesen.

Anonyme Flugblätter regen zum Nachdenken über Gigafactory an

Am 29.12. sind in Grünheide anonyme Flugblätter verteilt worden – liegen der Redaktion vor -, deren Inhalte sehr kontrovers diskutiert werden. Es schein, als ob erst langsam den Einwohnern die Dimension der Ansiedlung klar wird, sowie die bevorstehenden Veränderungen. Grünheide hatte in den letzten 10 bis 20 Jahren einen ständigen, moderaten Zuzug. “Sehr viele Familien sind der Stadt (Berlin) entflohen, um hier ihren Kindern bessere Bedingungen in Schule, Freizeit und Natur zu bieten. Jetzt wird uns die Stadt überrollen. Es ist bei einigen Leuten eine nervöse Stimmung zu verspüren”, so ein Bürger aus Grünheide.

Wir werden das Voranschreiten der deutschen Gigafactory weiter im Blick behalten und würden uns wünschen, dass diese ihren Weg nach Deutschland beziehungsweise Europa findet. Aber nicht um jeden Preis. Daher dieser kurze Einblick auf die Gedankengänge vor Ort und die mit Teslas Gigafactory verbundenen Herausforderungen, welche im Medien-Trubel untergehen können.

Quelle: Per Mail

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35 Antworten

  1. Das sind natürlich die erwarteten Probleme.
    Anstatt seine Naturschutz Interessen auf die riesigen Umweltzerstörungen in den Braunkohle Tagebau Regionen in Ost und West zu richten und diesen Irrsinn endlich zu beenden, müssen wir über die Nachhaltigkeit einer Elektro Auto Fabrik diskutieren.
    Es wird allerorts geklagt, dass Gießereien, Kupplungs- und Getriebe Hersteller und alle Bereiche der Komponenten Fertigung von Diesel- und Benzinerspezifischen Teilen massiv Jobs abbauen.
    Wer Bäume pflanzen will kann in Kohleregionen und auf den zu renaturierenden Arealen von alten Kraftwerken, der Petrolindustrie und der Automotive Branche tätig werden.
    Das werden riesige freiwerdende Flächen sein.
    Ohne Elektro Auto werden in Deutschland in Zukunft nur noch Steppengräser wachsen, weil es für Bäume zu heiß und trocken ist.
    Leider scheint das die Bevölkerung und erst recht die Politik nicht zu begreifen.

    1. Aber ist es nicht einfacher, die gigafactory gleich in der Lausitz zu bauen (die paar Km), wo Strukturwandel nötig ist, dieNatur bereits zerstört ist, statt gut erhaltene Natur zu zerstören und woanders künstlich nachzubauen.

  2. Da lachen ja die Hühner! Bäume sollen gefällt werden, BEVOR die Vögel zu brüten anfangen. Ja wann denn sonst? Vielleicht soll jeder Einwohner jetzt noch ein kleines Sümmchen erhalten, als Ausgleich für eine Landmarkinvestition so wie für Anwohner von neuen Windrädern geplant. Wollt Ihr oder wollt Ihr nicht? Ein paar Kilometer weiter liegt Polen …

  3. Es gibt keine Jobs und Innovationen für lau. Es wird immer etwas zerstört werden. Wer die Natur schützen und keine Kompromisse machen möchte muß in freier Natur vom Beerensammeln leben. Und selbst da sind wir Umweltschädlich. Wie meine Vorschreiber schon sagten, schauen wir ich auf die Großen Schäden die wir anrichten und Bremsen nicht die Firmen die uns zu mehr Umweltschutz verhelfen.
    Gebaut wird die Gigafactory sowieso. Die Frage ist wo……

  4. Ich habe mich gefreut als von Plänen von Tesla in Brandenburg gehört habe und wäre ein Segen für die Region wenn alles Realität würde. Nur, offensichtlich hat niemand die Deutsche Bürokratie, die komplizierten Genehmigungsverfahren und diverse Verbände auf der Rechnung. Selbst wenn alles irgendwann genehmigt würde, wer sollte den Bau realisieren? Man denke doch nur an den Flughafen ganz in der Nähe.
    Es mag sein dass Tesla irgendwann in Europa baut, ganz sicher aber nicht in Deutschland.

    1. Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Hätte Tesla vor Jahren schon geraten in den Niederlanden die Giga Factory zu bauen. Dort hätte er den Zeitplan einhalten können. 2021 heißt in deutscher Rechnung 2031. Siehe den Stuttgarter Bahnhof, Elbphilharmonie oder den BER. Egal ob Bahn, Windenergie etc. Deutschland schafft sich ab.

  5. Umfassende Diskussionsgrundlage?
    Wozu? Entweder Deutschland spielt mit oder Tesla geht nach Polen!
    Und selbst wenn dort ein Feuchtgebiet trockengelegt wird… Für die Rettung des Welt-Klimas … GERNE!

    LEGT IHN TROCKEN DEN SUMPF!!!

    Es geht um die weltweite Verbesserung der Emissionen durch den Individualverkehr.
    Entweder das oder weiter nur Verbrenner fahren… Was wollen die Ökos jetzt lieber?
    Alles zum Nulltarif geht nicht!

  6. Wegen fortschrittsfeindlicher Propaganda gegen jede Technologie, die die Umwelt weniger belastet, bin ich schon in den 1990ern aus Greenpeace und BUND ausgetreten, als dort gegen die ersten Entwürfe eines BEV polemisiert und gegen den sparsamen Lupo-3L gehetzt und gegiftet wurde, also gegen einen Kleinwagen mit bis dahin bestem Wirkungsgrad und sparsamsten Verbrauch, als wäre es die schlimmste bis dahin gebaute Dreckschleuder. Der Tunnelblick des NABU ignoriert die Entlastungen in der ökologischen Gesamtbilanz. Früher nannte man diese Ignoranz Kirchturmpolitik und Krähwinkel.

    1. …und um eine grundsätzliche Überlegung zu ergänzen:
      Sehr lesenswert über den Konflikt Naturschutz vs. Umweltschutz und dem nationalkonservativen reaktionären Charakter der Naturschutzbewegung, siehe
      sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-die-braungruenen-1.3658420
      Aufhänger dort ist die Verteufelung der Windkraft als Vogelhackmaschinen und Waldfeind Nr.1.
      Übrigens auch eine Position des Chefredakteurs von GEO, der dazu auch noch für den Klimaschutz eine Renaissance der Atomenergie befürwortet. So in einem Vorwort in einem Heft letzten Sommers. Welche Ausgabe, weiß ich nicht mehr, habe das Heft nach der Lektüre im Altpapier entsorgt.

    1. Jawoll. Das stimmt. Ohne die Menschliche Zivilisation gäbe es die ganzen Themen nicht, über welche aktuell in unserer Gesellschaft so kontrovers diskutiert wird.

      Retten können und müssen wir die Erde aber nicht. Aus erdgeschichtlicher Sicht betrachtet sind unsere “Probleme” keine wirklichen Probleme. Für unseren Planeten ist die gesamte Menschheit nicht mehr als ein kleiner Furz. Der riecht vielleicht ein bisschen, richtet aber keinen größeren Schaden an. Das alles regelt sich letztendlich von selbst. Die Menschen werden so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind und die Erde dreht sich weiter – so, als ob nichts gewesen wäre. Letztendlich bleibt rein gar nichts von uns übrig. Und das ist auch gut so. Es erstaunt mich immer wieder, mit welcher Überheblichkeit wir als Menschen immer agieren und meinen, dass wir irgendetwas tiefgründiges bewegen können – erdgeschichtlich betrachtet.

      Wenn wir als Menschheit aber in diesen Dimensionen und Zeitfenstern denken, wie es unsere Spatzenhirne zulassen, dann müssen wir uns verdammt nochmal mit Kompromissen arrangieren, um auch für die nächsten Generationen das Leben auf diesem Planeten noch einigermaßen lebenswert gestalten zu können.

      Wie gesagt, irgendwann hat sich das ganze dann sowieso für alle Ewigkeit erledigt…

  7. Umweltschützer und Klimaretter wollen jetzt den Bau einer Elektroautofabrik verhindern? Ich kann vor lachen nicht mehr… uuuuund es erinnert mich an die sogenannte “Flüchtlingskrise”… alle retten aber wenn ein Heim in der Nachbarschaft errichtet werden sollte…niemals. alles Heuchler

  8. Wenn im Lande der Denker und Erfinder, schon bei der Einführung des Computers und des Internet soviel Zaudern und Zweifeln gegeben hätte, wie zurzeit bei der Akzeptanz und Entwicklung der Elektromobilität, dann gäbe es Heute immer noch die berittene Post und Tintenfaß mit Federkiel. Ja, super!
    Ja und jetzt wird das Thema Akku-Entsorgung plötzlich als DAS Problem entdeckt! Die Abermilliarden Laptop- Handy- usw Akkus waren all die Jahre kaum wichtig. Warum eigentlich???

    1. Deutschland schafft sich ab durch viele unfähige politische Entscheidungsträger und den Großteil der Bevölkerung die diese Politiker gewählt hat und gewähren lässt. Meine Empfehlung:jeder möge sich in zielorientierten Organisationen wie Bürgerenergie- oder Bürgerwohngenossenschaften.

  9. Ich lese hier ab sofort nix mehr. So nen gequirlten mist wegen nem Kiefernwald neben der Autobahn eingerahmt in Bahrnschienen und nen Logistikpark… nach Arbeitsplätzen gerechnet sind Logistiklager flächenmäßig der einzige kraus.
    Bosch hat hier in Dresden nen fettes Chipwerk mit massenweise hochgiftigen Chemikalien wenige hundert Meter neben den Flughafen gebaut. Der Ausgang des Gerichtprozesses dürfte klar sein.
    Das Tesla nicht nur sowieso schon 5 mal effizientere eautos baut, sondern auch noch die effizientesten eautos sollte die angeblich so ökologisch interessierte vielleicht mal bedenken. Man glaubt es kaum es gibt relativ einfache Möglichkeiten oberflächenwasser gezielt versickern zu lassen. Bei Sandboden dürfte das nicht schwer sein.

    Am besten wir schließen sämtliche Industrieanlagen in Deutschland angefangen bei innerstädtischen Stahlwerken und sonstigen lauten Werken in der nähe von Wohngebieten. Benachbartes Kabelwerk erzeugt an meinem Schlafzimmerfenster locker 55 dba Schallpegel dauerhaft! Im Sommer wenn die die Tore auflassen Nachts auch gerne 60dba (mit 15000 € Messgerät gemessen).
    Es gibt wohl keinen besseren Standort für so ein Werk!!!!!

    1. Schön, dass du hier nicht mehr vorbeischauen magst. Eventuell ist deine Reaktion ein wenig überzogen. Dir müsste klar sein, dass wir als Elektroauto-News-Portal selbst sehr an einer deutschen Gigafactory Interesse haben. Dass dennoch ein Blick auf andere Meinungen geworfen wird sollte dann aber auch selbstverständlich sein.

      1. Hallo Sebastian, das klingt grundsätzlich ehrenwert, und Dominiks Leseboykott erscheint mir auch etwas überreagiert. Dennoch verstehe ich seine Verärgerung ein wenig. Denn ich lese gerne diese Seite (und andere ähnliche zur E-Mobilität), um über den Fortschritt der E-Mobilität auf dem aktuellen Stand zu sein, aber nicht, um vergangenheitsfixierte, kirchturmpolitische oder tunnelblickbehaftete Herummeinerei (entschuldigen Sie die Ironie) vorgesetzt zu bekommen, die sich als mentales Hindernis auf dem Weg zur notwendigen Verkehrswende entpuppt und eher auf Informationsdefiziten beruht. Tunnelblickhaftes Meinen machen schon die Mainstreammedien (z.B. in der Verteufelung der Windkrafträder als Vogelhackmaschinen, dazu habe ich oben schon gebloggt), damit sollte Ihre Seite nicht unnötige MBs und GBs vergeuden. Sie vertreten eine Richtung und brauchen keine neutralisierende sogenannte “Ausgewogenheit”.

  10. Ich bin Naturfreund und Umweltschützer. Aber was in dem Artikel steht, macht mich ärgerlich. Wenn nur noch Bedenkenträgerei bei jedem Industrievorhaben besteht, dann Gute Nacht. Der übliche nächste Schritt ist der, dass eine seltene Art in dem Bereich gesichtet wird, die vorher nie dort vorhanden war. Mich erinnert das Ganze an die elende Diskussion um Windkraftanlagen und Leitungsnetze für Erneuerbare Energien. Wir wollen Klimaschutz, wir benötigen dafür Erneuerbare Energien – aber statt dies voranzubringen, kommen die üblichen Widerstände. Und fast nie konstruktiv im Sinne von Lösungsfindung, sondern pauschal dagegen. Tesla hat angeboten, Naturschutzschäden in der Region zu kompensieren, mehr als auszugleichen. Warum wird nicht über dieses Angebot ernsthaft diskutiert.

  11. Es scheint mit, dass die meisten Kommentatoren den Bau befürworten. Ich natürlich auch.
    Vor allem ist der Elektromotoren mit weniger Aufwand herzustellen und hat danach auch weniger Unterhalt.
    Das sind nach meinem Ermessen Vorteile und keine Nachteile.
    Der Naturschutzbund sollte sich hier zum Wohle aller und der Natur zuliebe damit zufrieden geben, dass sowieso zum Ausgleich die dreifache Fläche an Wald woanders aufgeforstet wird.
    Los, Wald weg… Fabrik aufbauen.
    Aber möglichst schnell.

  12. Für die Region wäre der Bau samt Investitionen ein echter Segen. Hier gibt es neben einer Tourismussparte keine nennenswerten Industriezweige, die die Attraktivität der Region für junge Familien langfristig steigern würde. Wo es keine Jobs, keine Infrastruktur gibt..wachsen bald nur noch Kiefern.
    Leider fehlt dieser Blick (wie so oft) in besagten Gruppierungen, die das Leben seltener Tiere schützen wollen. Zukunft muss gestaltet werden, manchmal auch auf Kosten eines Vogels..

    Ralf Beate..ihr sprecht mir aus dem Herzen!

    1. … keine Nennenswerten Industriezweige, die die Attraktivität der Region für junge Familien langfristig steigern würde …
      Und genau das ist die Attraktivität dieser Region, keine nennenswerten Industriezweige! Die Gemeinde besteht aus Wäldern, Seenlandschaft, Naturschutzgebieten und sauberer Luft. Viele denken nicht daran, das es in Grünheide nicht nur Urgrünheider gibt, sondern auch viele ehemalige Städter, die von Lärm, Dreck und Menschenmassen die Nase voll hatten und sich ganz bewusst für diese Gemeinde entschieden haben. Viele dieser Einwohner möchten das daß so bleibt und sie nicht von der Stadt überrollt werden. Zumal der Bau dieser Fabrik einen langen Rattenschwanz nach sich zieht. Mehr Verkehr auf jetzt schon vollen Straßen und der A10, mehr Lärm, der Bau neuer Wohngebiete – wofür wiederum Wald gerodet und Fläche versiegelt werden muss. Arbeitsplätze für die Region? Kaum, das Werk wird nicht umsonst nahe der Grenze zu Polen gebaut. Das Teslawerk soll auf einem Trinkwasserschutzgebiet gebaut werden. Trinkwasser ist überall auf der Welt ein knappes Gut. Bereits im letzten Jahr hat der Wasserverband Strausberg mitgeteilt, das die Trinkwassermenge kaum noch gedeckt werden kann. Zur Herstellung von E-Autos wird sehr viel Wasser benötigt. Tesla hat wohl vor, eigene Brunnen auf dem Gelände zu bauen. Dies wird langfristig zur Absenkung des Grundwasserspiegels führen und hat auf lange Sicht auch Folgen für die Flüsse, Seen und das nahe liegende Naturschutzgebiet. Es gibt mit Sicherheit geeignetere Flächen in Deutschland, wo weniger Natur und Ressourcen zerstört werden müssen, allerdings liegen die dann vielleicht nicht in unmittelbarer Nähe zu Polen. Die Entsorgung der Industriebatterien muss durch den Hersteller oder durch den der sie in den Verkehr bringt erfolgen. Also dann auch im Naherholungs- und Naturschutzgebiet Grünheide?
      Mir ist bewußt, das Bodenschätze nicht unendlich zur Verfügung stehen und Alternativen gefunden werden müssen, aber Natur zerstören um Natur zu erhalten? Da stimmt etwas nicht und hat mit Umweltfreundlichkeit rein gar nichts zu tun. – Eine zugezogene Einwohnerin der Gemeinde –

  13. zwei kritische Punkte und die Fanboys explodieren, herrlich. Mit etwas nachdenken und gründlichem lesen erkennt man, das man grundsätzlich für die Ansiedlung ist, jedoch nicht unbedingt ein Landschaftsschutzgebiet opfern muss. Würde die Politik mit offenen Karten spielen , sich. mit den Kritikern auseinandersetzen wäre das alles ohne großes Theater umsetzbar. Aber nein, Heimlichkeiten, Tricksereien und Ignoranz – und sich dann über klagen wundern.

  14. Ich habe schon drauf gewartet das die ersten mit dem Zeigefinger kommen. So typisch deutsch mal wieder. Hoffentlich wird der ganze Bau keine Lachnummer für Deutschland, ich sag nur Berliner Flughafen. Die letzte Giga Fabrik wurde von Tesla in 11 Monaten gebaut, da kamen jetzt schon die ersten Autos raus. Ich denke die Berater von Elon werden ihm schon gesagt haben er soll sich das gut überlegen, ihm bestimmt Zahlen vom Flughafen vorgelegt. Das er hier trotzdem baut …..Hut ab vor dem Mut.

  15. Bin ein begeisterter TESLA und ZOE-Fan.

    Aber Fortschritte auf Kosten der Umwelt sind Handlungen und Attribute der Erdöl-Industrie-Kultur und sollte gerade der E-Mobilität nicht anhaften.

    Unter den genannten Auswirkungen auf die Umwelt sollte dort keinesfalls gebaut werden.

    Es gibt genügend Standorte (Braunkohle-Flächen), wo die Umwelt bereits zerstört ist.

    Das sollte auch Elon Musk verstehen und respektieren.

    Jedenfalls einen Modell Y mit zerstörter Umwelt kommt nicht in Frage für mich.

    Arbeitsplätze zählen als Argument nicht. Dazu braucht es auch Wohnungen und weitere Infrastruktur in der Gegend. Die gibt es auch nicht. Muss also auch gebaut werden, wieder auf Kosten der Umwelt.

    Schnell ist man dabei auch im Hochwasser-Gefährdungsgebiet, was weitere Katastrophen nach sich ziehen kann. Die Kosten dafür müssen dann wieder “sozialisiert” werden.

    Denken vor Vertragsschluss sollte eine Tugend sein: Unternehmerisch und politisch – Siehe Artikel 20a GG!!!

    1. “Es gibt genügend Standorte (Braunkohle-Flächen), wo die Umwelt bereits zerstört ist.” – Das ist hoffentlich schlechte Ironie. Soll Musk auch noch die versäuchten Gebiete der Kohlelobby auch noch retten, am besten selber reinigen, um dann eine Öko-GF zu bauen? Dann kann er gleich das Jahrzehnt-Bier nutzen, dann muss er ” nur” umbauen, dazu am besten eine Hyperloop-Transport-Strecke aus den vorhandenen Startbahnen. Da gibt’s auch keine Umwelt mehr, aufgrund Dauerarbeiten & Verbrennungsgefahr 😉 Gerade Tesla & Musk arbeiten in den (amerik. & EU) GF so ökologisch & Ressourcen schonenend wie möglich!

  16. Hallo Zusammen,

    zum EINEN ist es ja schon amüsant, dass die deutschen Behörden und Naturverbände, selbst einen Elon Musk etwas einbremsen können.
    Zum ANDEREN wird die Situation der Anwohner beleuchtet, deren Zukunft sich durch den Bau der Gigafactory sicherlich verändern wird.

    Die plötzliche Ansiedelung einer so großen Fabrik würde mir auch etwas angst machen, weil ja keiner weiß ob das letztlich alles so super wird. Tesla ist nicht gerade für die besten Arbeitsbedingungen bekannt. Die Anwohner sollten wir daher ernst nehmen und respektieren!

  17. HALLO…NABU und KONSORTEN!
    Wo wart Ihr im GARZWEILER 1 und GARZWEILER 2?
    Wenn ich heute dort ueber eine mehrfach verlegte A61 vorbeifahre und die Riesenbagger auf ehemaligen Waldflaechen und abgerissenen Stadt/Dorfflaechen nach BRAUNKOHLE schaufeln sehe, steigt mein Puls erheblich. Wenn Ihr TESLA nicht reduzieren lasst, werde ich aus Trotz vielleicht wieder besser zur UMWELTSAU.
    Ohne Elon Musk wuerde sich garnichts geaendert haben. Seit 2009 waren die neuen CO2-Grenzwerte der europaeischen Autoindustrie bekannt. Und was hat die getan? Aus gebaut und Kunden betrogen.
    Weiter so! TESLA WIRD SEHR SCHNELL ALTERNATIVEN NUTZEN KOENNEN.

  18. Entweder ist man Umweltfreundlich oder nicht. BEV´s fahren aber keine Rücksicht auf die Natur nehmen nur weil ein Unternehmer irgendetwas
    wünscht ist wirklich von 1920 und sollte eigentlich 2020 auch anders gehen. Was ist eigentlich mit den ganzen Gutachten von der BMW Ansiedlung von vor 15-20 Jahren? Hat sich die Natur so schnell verändert das hier keine Daten mehr zu nutzen sind? Kann mir irgendwie nicht vorstellen das man damals nicht gemerkt hat das durch so ein Werk der Grundwasserspiegel geändert wird!!!
    Mein Vorschlag. Kommunalpolitiker mal Fakten auf den Tisch damit nicht weiter geraten werden muss, auch was die Ansiedlung von ArbeiterInnen
    anbelangt. Bodenverhältnisse gründlich prüfen und notfalls innovative Lösungen finden (sonst sagen uns die Tesla Ing. noch was zu tun ist). Kohlemitarbeiter umschulen auf Industriemechaniker für Tesla. Renaturisierung der Braunkohlegebiete.

  19. Die Ansiedlung von Tesla ist ein Segen für die Umlandgemeinden. Es wird dadurch massiv in die Infrastruktur durch das Land Brandenburg investiert. Durch den Zuzug von Familien sind die Gemeinden rechtlich verpflichtet Kitas, Schulen und Horteinrichtungen sowie Turnhallen und Sportplätze zu errichten. Nicht unerwähnt muss auch der Straßenbau mit Laternen, Gehwegen usw. aufgezählt werden.
    Diese Investitionen verschlingen den größten Teil des Steuerrestes die die Gemeinden vom Kreis, Land und Bund erhalten. Die Gewerbesteuern, Grundsteuern und der Anteil der Lohnsteuer decken nicht den Investitionsbedarf einer wachsenden Region. Sondermittel kommen dafür nicht aus dem Landessäckel.
    Dadurch können z.B. neue Wanderwege, Brücken Badestellen, also alles was dem Leben vor Ort dient nicht umgesetzt werden. Auch ist die Anbindung der Orte durch Bus und Bahn teilweise am Bedarf vorbei. Gerade die Verkehrsbetriebe, die kommunal Betrieben werden, benötigen mehr Geld für eine dichtere Taktung.
    Mit Tesla kommen Umgehungsstraßen, Radwege, Brücken, neue Bus- und Bahnangebote. Die neu hinzuziehenden Werksarbeiter werden ihr Geld auch in den Orten ausgeben. Das bedeutet das Restaurants, Hotels und sonstige Geschäfte sich wieder lohnen könnten. Derzeit stirbt alles aus, weil der Umsatz fehlt.
    Auch Ärzte und Fachärzte werden sich evtl. dadurch wieder im ländlichen Bereich um Grünheide, Fürstenwalde, Erkner ansiedeln.
    Wer gegen Tesla arbeitet, arbeitet gegen eine positive Entwicklung der Region.
    Wer sich morgens in den Regionalexpress Richtung Berlin setzt weiß, wie viele Menschen teilweise sehr weit Reisen, um ihr Auskommen in Berlin zu finden. Es ist doch zu begrüßen, dass Einige davon demnächst ihren Arbeitsplatz um die Ecke haben werden.
    Umweltschutz der das Auskommen der Menschen verhindert wird keinerlei Akzeptanz der Mehrheit finden. Umweltschutz muss man sich aus leisten können.
    Wie eine naturbelassene Umwelt ohne Industrie und Arbeitsplätze aussieht, kann sich der Umweltaktivist gerne jenseits der Oder ansehen. Dort findet er Natur bis sonstwohin, aber auch ärmliche, verkommene und verlassene Orte, die keinerlei Perspektive haben, weil es kein Einkommen für die Bewohner gibt.
    Mit freundlichem Gruß

  20. Angesichts der derzeitigen Verkehrspolitik, insbesondere in Berlin, wo die Leute ihre Autos abschaffen sollen, wo man noch vor nicht allzu langer Zeit SUV’s (Modell Y!) komplett verbieten wollte und wo Hauptstraßen auf 30 Km/h begrenzt werden, sehe ich für eine Autofabrik vor den Toren der Stadt, in der dann auch noch SUV’s gebaut werden sollen, keine Berechtigung.
    Auch die Bedenken, insbesondere wegen des Wasserschutzgebietes, sind nicht von der Hand zu weisen.

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