Tesla Giga Berlin: Größte Batteriezellen-Fabrik weltweit mit Kosten von 50 US-Dollar/kWh

Tesla Giga Berlin: Größte Batteriezellen-Fabrik weltweit mit 0,50$/kWh

Copyright Abbildung(en): Markus Mainka / Shutterstock.com

Elon Musk hat große Pläne für den Produktionsstandort in Grünheide bei Berlin. So möchte der Tesla CEO das künftige E-Auto-Werk in Deutschland nicht weniger als zur weltgrößten Batteriefabrik erheben. So seine Ankündigung am Dienstag in einem per Video übertragenen Auftritt bei einer Konferenz zur europäischen Batteriewirtschaft. Musk zufolge wäre Teslas Batteriezellenfabrik in Deutschland in der Lage, Zellen Bereich von 100 GWh pro Jahr zu produzieren. Dabei sei das volle Potenzial noch nicht einmal erreicht.

Während eine 100-GWh-Batteriezellenfabrik bereits beeindruckend sei, gibt Musk zu verstehen, dass die Produktion am Standort Brandenburg sogar auf 200 bis 250 GWh pro Jahr ausgeweitet werden könnte. Dies liegt weit über der Kapazität der Giga Nevada. Dabei ist anzumerken, dass es sich dort um eine Fertigungsstätte handelt, in der Batteriezellen und Antriebssträngen für das Model 3 und das Model Y produziert werden. Ab Sommer nächsten Jahres sollen in Grünheide aber zudem noch Elektroautos vom Band rollen. Und nicht gerade wenige. Jährlich sollen dort rund 500.000 Wagen der kompakten Fahrzeuge Model 3 und Model Y entstehen.

Der Tesla-Chef hatte bereits im September nur noch halb so teure Batterien und ein Elektroauto für 25.000 Dollar für die nächsten drei Jahre angekündigt. Im Rahmen seines Vortrags zur Konferenz zur europäischen Batteriewirtschaft legte er noch eins drauf. Er erklärte, dass sein Langfrist-Ziel 50 US-Dollar pro Kilowattstunde auf Zellebene für eine „long range battery cell“ sei. Sprich, für eine in Serie laufende Batteriezelle. Wie immens dieser Schritt in den Cent-Bereich pro kWh wäre, wird ersichtlich, wenn man die Zahlen der Beratungsgesellschaft Strategy& daneben legt. Diese haben erst im September Kosten von 68 €/kWh im Jahr 2030 vorhergesagt.

Erreichen wird Tesla dies wohl durch eine Vielzahl von Faktoren, welche alle auf das angestrebte Ziel einzahlen sollen. Nicht nur das Format der Zelle und deren Aufbau will man anpassen. Auch auf Seiten der Batteriezellchemie hat man Fortschritte erzielt. Dies gilt es in die Serie zu überführen, dem wohl schwierigsten Schritt.  Zudem spielt die Trockenelektrodentechnologie von Maxwell eine wichtige Rolle. Diese würde es Tesla ermöglichen, billigere Zellen mit höherer Energiedichte herzustellen.

Entsprechende Zellen sollen von den internen Teams von Tesla entwickelt worden sein und unter anderem Erkenntnisse aus dem von Jeff Dahn geleiteten Forschungslabor in Kanada beinhalten sowie neue Technologien, die durch die Übernahme von Maxwell erworben wurden. Musk gab dazu zu verstehen: „Der Trockenelektroden-Produktionsprozess ist ein Game Changer. Damit wird nicht nur die Produktion sauberer, da wir keine Lösungsmittel mehr einsetzen müssen. Dazu kommen Vorteile im Herstellungsprozess, da wir das Material präziser auftragen können, die Paste nicht trocknen müssen und auch nicht die bei dem Trocknen entstehenden Gase auffangen und filtern müssen.“

Tesla braucht große Akku-Pakete unter anderem für den Elektro-Sattelschlepper, der gerade für den Marktstart vorbereitet wird, sowie für den künftigen Cybertruck-Pickup. Zudem sollen die Batteriezellen im Model Y zum Einsatz kommen, als auch in einem entsprechenden Einstiegsmodell für den europäischen Markt. Sollte in der Tat ein solch minimaler Preis auf Zellebene erreicht werden, dann darf sich die Konkurrenz erneut warm anziehen.

Quelle: Teslarati – Tesla’s giant battery cell plant in Germany can be expanded to 250 GWh/year

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Ich möchte spätestens in 4-5 Jahren einen Akku von ca. 20kWh für meine Photovoltaik-Anlage kaufen und bin sofort bereit, dafür 100 mal (in Worten: hundert mal) mehr als die hier angegebenen 0.5 $ pro kWh zu bezahlen. Im voraus. Zudem kaufe ich zu diesem Preis gerne noch ein paar zusätzliche Pakete für den Weiterverkauf.
Wer das da oben glaubt, könnte jetzt also ein gutes Termin-Geschäft machen.

Der Preis ist auf Zell-Ebene. Im fertig konfektionierten Akku wird der kWh Preis selbst dann noch deutlich höher liegen.

Wer außer dir redet bitte von 50 Cent pro kWh?

Jetzt ist der Titel und Inhalt des Artikels korrigiert (um den Faktor 100) und mein Einwand obsolet. Lange ist es niemandem aufgefallen weil Typen wie du alles glauben.

„Er erklärte, dass sein Langfrist-Ziel 50 Cent pro Kilowattstunde auf Zellebene für eine „long range battery cell“ sei.“

Die Angabe „Langfrist-Ziel“ ist natürlich dehnbar und bei Elon Musk müssen Zeitangaben wohl mit Faktor X multipliziert werden – aber auch die 10 Euro / kWh (evtl. in 3-5 Jahren) wären ja schon ein großer Fortschritt.

Mein Langfrist-Ziel ist, dass man mir noch Geld gibt, wenn ich eine Batterie nehme. Fraglich ist, wann und ob ich das erreiche. Immerhin: beim Geld, bzw. Zins hat’s auch geklappt.

Übrigens: Wenn ich sage, dass man bei E.M. die Zeitangaben mit dem Faktor X multiplizieren müsse, werde ich von den Tesla-Boys immer gemobbt.

Kritik „von den Tesla-Boys“ nehme ich in Kauf – Elon Musk ist bei Zeitangaben ungenau, aber ich sehe das Ganze (E-Autos in großer Stückzahl) und da macht er der Konkurrenz „Feuer unterm Hintern“.

Es ist immer einfach Menschen mit anderen Ansichten als dumme, Kritik und Hirnlose Fanboys hinzustellen. Ein auf den ersten Blick sehr bequemes Totschlag Argument. Nicht geistreich aber effizient. Trotzdem ist Ihre Aussage EM sei ein Schaumschläger der Termine nicht einhalten könne. Der lediglich Ankündigen verbreite die er dann nicht einhalte. Das alles ist Geschwätz von Neidern und ziemlich in die Jahre gekommen. Bisher hat er alles eingehalten was er verkündet hat. Möglicherweise mit etwas Verspätung. Was ist mit dem hochgelobten VW Konzern? Werfen noch haarscharf vor dem Ende des Sommers den für diesen angekündigten ID.3 in homöopathischen Dosen und unfertiger Software auf den Markt. Und nennen sich dreist Marktführend! So siehts aus mit der Deutschen Marktführerschaft, am A…

Bitte Überschrift korrigieren. 50$/kWh sind ein ambitioniertes Kostenziel, aber machbar. Bei den 0,5$ ist ganz offensichtlich das Komma verrutscht…

50$/kWh sind kein ambitioniertes Kostenziel.

„10 Euro / kWh (evtl. in 3-5 Jahren)“ wären 11,90 $ / kWh – und es geht sicher noch preiswerter.

Natürlich ist das ein ambitioniertes Kostenziel, was reden Sie für einen Unsinn? 10 Euro/KWh sind lächerlich. Und nein, es geht sicher nicht noch preiswerter, die reinen Rohstoffkosten sind höher.

Wenn man auf Lithium und Cobald setzt, dann geht es kaum nach unten mit den Preisen.

Aber es gibt ein Reihe von Metallen, die günstig sind – allerdings schafft z.B. ein Eisen-Luft-Akku bisher nur unter Laborbedingungen 1.000 und mehr Lade- und Entladezyklen, in Feldversuchen bis zu 30 – hier braucht es noch einige Jahre.

Bei allen Metall-Luft-Akkus ist die Zahl der Lade- und Entladezyklen noch das Problem, aber in verschiedenen Ländern wird daran gearbeitet, dass diese Zahl deutlich höher wird.

„Der Glas-Akku des Nobelpreisträgers und Lithium-Ionen-Akku-Miterfinders John Goodenough könnte schon bald Realität werden. Ein kanadischer Stromversorger verspricht die Marktreife bis 2022.“ (Quelle: t3n.de)

Beurteilen kann ich den tatsächlichen Entwicklungsstand und den Zeitpunkt der Marktreife nicht, da ich nicht in diesen Bereich tätig bin.

Das ist schon n bisschen peinlich für ein Elektroauto Magazin in der Überschrift und im Text von 50 Cent/kWh zu reden. Elon redet entweder von 50 Euro oder 50 Dollar wobei die Unterscheidung durchaus interessant ist, aber nicht von 50 Cent. Das sollte jedem klar sein, der es mal eben überschlägt. Wenn die Batteriezellen in einem Tesla mit 100 kWh Batterie 50 Euro kosten würde, dann wär aber war los.

Elon Musk hat sich im Interview selbst versprochen. Elon sprach tasächlich von 50ct/kWh.

Und noch ne Anmerkung: „Long range Battery cell“ bezieht sich natürlich darauf, dass es verschiedene Zellen gibt, unter anderem welche für kurze Reichweiten auf LiFePo4 beruhen. Der Preis gilt aber eben für die, die lange Reichweiten ermöglichen, also sogar für die teuersten!

„Long Range“ könnte auch so ausgelegt sein, dass der Akku groß ist (zB 200kWh) , aber dafür eine niedrige Leistungsabgabe/C-Rate (zB 200kW bzw 1C).
Muss also nicht die teuerste sein, eher im Gegenteil.

Wauh, das wäre genauso günstig wie eine heutige Autobatterie. Bloß das Preis/Leistungsverhältnis wäre nicht so gut, schließlich bekommt man beim Auto 23 kg reines umweltschädliches Blei für gut 50 $/kWh.

Man versteht gar nicht, was das wieder soll: Vor einem Jahr hatte Tesla ja das Projekt Roadrunner gegründet, die unter anderem das Ziel hatte, pro kWh unter $100 zu kommen. Anlass waren vermutlich Informationen von VW, die zu dem Zeitpunkt offenbar schon für unter $100 einkauften. Im Frühjahr machte dann CATL von sich reden, die für 60 € pro kWh liefern. Tesla ließ sich daraufhin, zumindest in China, von Ihnen beliefern. Sie haben schon angedeutet, auch in Deutschland die Grundmodelle mit diesen Zellen zu versehen. Tesla Fans machten daraus natürlich sofort, CATL zum Partner von Tesla. CATL war allerdings etwas wählerischer und nahm Daimler als Partner.

Das wissend und alleine den Preissprung des letzten Jahres betrachtend, sind $50 pro kWh doch überhaupt gar kein ambitioniertes Ziel. Zumal durch die cell2pac-Technik die Konfektionierung auch deutlich günstiger wird. Ich sehe für in zehn Jahren durch die Skaleneffekte einen Preis von $10 pro kWh.

Es gibt Quellen, die in der Tat behaupten, dass CATL LFP Zellen für 60€/kWh liefern würde. Die sind allerdings höchst unseriös. Ich halte 80 Euro für realistischer. Die Pläne von Tesla sind allerdings für NMA Zellen, außerdem werfen Sie hier Zellen und Battery Pack durcheinander – Tesla plant Battery Packs für unter 100$/kWh, VW hat in der Tat Einkaufsabschlüsse für knapp unter 100$/kWh erzielt, aber bezogen auf die Zellen. Auf Pack-Ebene liegt VW bei etwa 160$/kWh. 10 $/kWh sind auch auf Zellebene lächerlich, selbst eine hypothetische Na/LFP Zelle oder Calcium Luft Zelle könnte das nicht erreichen. Ich kann mir vorstellen, dass wir langfristig 50$/kWh sehen für Battery Packs, aber erst deutlich nach 2030.

Ein seriöser Fachjournalist sollte IMO aber

  1. merken – spätestens beim Schreiben des Textes, dass der Wert soo nicht stimmen kann und
  2. eine solche Korrektur der Überschrift/ des Artikels auch explizit vermerken!

Hint: Meine journalistische Ausbildung begann 1977 in HH …

Was soll den diese Erbsenzählerei gegen Meinungen von EM betreffend Zukunft der Akkus? Wenn dies die Chinesen täten dürfte man wohl kein Wort glauben. Aber bei TESLA….. Schliesslich haben diese Vorfahren den Wechselstrom erfunden. Da müsste mich der Teufel holen, wenn der Musk mit Weiterentwicklung der Batterie nicht auch für die Zukunft daneben liegen würde.

Zweit reichste Mensch der Welt nimmt von den Steuerzahlern Pfui

Ich findes es extrem unseriös, dass gerade in Zeiten wo der Staat extrem viel Geld wegen Corona braucht, der zweit reichste Mensch Steuergelder will. Gelder die vom Bürger sind. Ja ich höre jetzt die Politiker sagen, dass kommt uns ja hundert mal zu gute, nur damit Sie einmal im Rampenlicht mit Musk stehen um zu zeigen wie gut Sie sind. Wenn ich Geld verschenke kann ich leicht gut sein.
Fakt ist Musk kann es sich leisten und braucht keine Förderung. Er wird auch seine Visionen nicht halten können, damit ist die Konkurenz zu groß. Weiters darf man nicht vergessen, das Tesla ein Unternehmen ist, dass noch keinen Cent durch die Autos verdient hat sondern nur mit Umweltzertifikaten.
Leider ist die Medienwelt auch nur mehr gesteuert von Macht und Gewinn. Seriöse Berichterstattung gibt es schon lange nicht mehr. Aber alle werden sehen, dass Tesla zurück fällt und genau so nur mehr ein Unternehmen ist wie andere. Leider die schreinen nicht so laut und werden nicht von den Medien zu einem Hype hochgejubelt. Denn das meiste ist ein Hype. Volkswagen und alle anderen werden mit zig Modellen kommen. Dies wird Tesla nicht so schnell umstezen können. Ich warte nur bis die Autos älter und reperaturbedürftig sind. Dann schaue ich mir an, wen die Besitzer verzweifelt sind weil Sie zu wenig Unterstützung bekommen.
Dankbar muss man Musk sein, dass er die Revolution am E Auto angestossen hat. Das ist überhaupt keine Frage.

Herr Musk, wenn Sie ein wenig Anstand haben dann verzichten Sie auf die Förderungen.

Die Anderen halten ja auch die Hand auf und sicherlich nicht zu knapp – wieso nicht auch Herr Musk?

VW kommt, aber würde VW auch ohne Tesla mit zig Modellen kommen? – wohl eher nicht.

Und wenn die Autos reparaturbedürtig sind, dann gibt es sicherlich mehr als genug (freie) Fachleute.

Wieso Anstand? – es geht um Arbeitsplätze und Wählerstimmen, auch bei VW & Co., da hilft die Politik.

Reich sind auch die Piechs und Quants, aber würde die aus Anstand die Staatshilfen ablehnen?

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