Tesla, ein besseres Nervensystem

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Unser Nervensystem verwaltet alles in unserem Körper und das kostenlos und unbemerkt. Die Steuerung, Kontrolle und Ausführung jeder Funktion in unserem Körper wird perfekt umgesetzt, aber wir nehmen es als selbstverständlich hin. Wenn es nicht funktioniert dann funktioniert nichts. Wir unterschätzen seine buchstäblich lebensnotwendige Leistung und werden uns seiner nur bewusst, wenn es nicht mehr oder nicht mehr richtig funktioniert.

Letzteres ist eine Beschreibung einer Krankheit, die auf ein systematisches Versagen eines komplexen Systems zurückzuführen ist, das in der Regel chronisch und dauerhaft ist. Man kann einen kurzfristigen Nervenzusammenbruch haben, aber ein systematisches Versagen des Nervensystems verschwindet nicht so leicht wieder, wenn überhaupt. Das gilt für unseren Körper und es gilt auch für ein Unternehmen.

Ich litt in den ersten 20 Jahren meines Lebens an einem schlecht funktionierenden vegetativen Nervensystem und war während meiner gesamten Kindheit krank, was schmerzhaft und bestimmend war. Ich brauchte viele Jahre, um zu verstehen, dass das nicht normal ist, und erst spät wurde mir bewusst, was für ein Segen unser Körper eigentlich ist und wie dankbar wir für ein System sein sollten, von dem die meisten Menschen nicht einmal wissen, dass es existiert oder wo es zu finden ist. Ein Systemfehler, der sich in vielen Funktionsstörungen äußerte, die alles, was ich getan habe, jederzeit und überall betrafen. Es war nicht schön und ich zahlte einen hohen Tribut.

Genau dasselbe passiert, wenn ein Nervensystem in einem Unternehmen versagt oder nicht richtig funktioniert. Es ist schlimm – wirklich schlimm.

„Das Nervensystem eines Unternehmens ist seine Unternehmenssoftware. Es kontrolliert, plant, führt aus und verwaltet seine Funktionen und sorgt dafür, dass alles richtig zusammenarbeitet. Wenn es nicht funktioniert, ist das Unternehmen nicht fähig korrekt zu handeln, und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es verschwindet.“

Unternehmenssoftware ist eine der elementaren Funktionen in einem Unternehmen, von denen die meisten nicht wirklich wissen, wie sie funktioniert und wo sie zu finden ist. Wenn sie nicht funktioniert dann ist die Zukunft des Unternehmens in Gefahr.

Für ein so wichtiges Element, das für den Erfolg ihrer Mission unerlässlich ist, suchen Unternehmen nach einer Lösung, die ihre internen Prozesse optimal unterstützt. Prozesse mit denen sie ihr Geld verdienen. Da die meisten Unternehmen keine Organisationen für Software-Design und -Entwicklung sind, versuchen sie, eine Lösung zu finden, die sie einkaufen können und die es ihnen ermöglicht, erfolgreich zu sein und zu wachsen. Sogar Softwarefirmen kaufen extern Unternehmenssoftware, weil die Kosten für die eigene Entwicklung, Wartung und Anpassung im Laufe der Zeit sehr hoch sind, und wenn Sie nur einen Kunden dafür haben nämlich Ihre eigene Organisation, ist das schwer zu rechtfertigen und kaum zu bezahlen.

Elon Musk während des dritten Quartalsberichtes in 2020:

„Wir sind nicht von Unternehmenssoftware abhängig. Für diejenigen, die das verstehen, das ist eine sehr große Sache. Ich ziehe meinen Hut vor der großartigen Arbeit des internen Applikationsteams. Sie schreiben das Nervensystem, das Betriebssystem des Unternehmens Tesla. Äußerst fundamental!“

Das Nervensystem oder die Unternehmenssoftware, die in buchstäblich allen Unternehmen der Welt verwendet wird, kann man beschreiben mit einer Maßanfertigung im Vergleich zu einer Konfektionsware. Irgendwo passt es nicht so, wie es sollte, und infolgedessen ist die Funktion des Kleidungsstückes und der Unternehmenssoftware eingeschränkt. Wenn Ihr Körper von der Norm abweicht, und das ist im Geschäftsleben etwas Positives, dann passt es überhaupt nicht mehr.

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99% der Industrie kauft immer noch Unternehmenssoftware ‚von der Stange’, weil sie erschwinglich ist. Wenn Sie sie selbst schneidern, wird sie in den meisten Fällen immer noch nicht richtig passen, weil Sie kein professioneller Schneider sind, und wenn doch, dann machen Sie das beruflich und verkaufen Ihre Produkte an andere.

Konfektions-Unternehmenssoftware wird von Firmen für Firmen entwickelt und wird daher Business to Business (B2B) Software genannt und ist ein großes Geschäft. In meiner beruflichen Laufbahn hatte ich das Glück, für Abschlüsse bis in den Bereich von 200 – 300 Millionen US Dollar verantwortlich zu sein. Geld macht ein Produkt nicht unbedingt besser, aber es zieht viel Interesse, Menschen und Ineffizienzen an. Insbesondere Ineffizienzen sind ein großes Thema.

Der Grund, warum Unternehmen wie SAP oder Oracle so unglaublich viel Geld für ihre Unternehmenssoftwarelösungen verlangen können, liegt darin begründet, dass Ihr Unternehmen ohne ein maßgeschneidertes Nervensystem nicht gut funktionieren wird. Teile des Körpers werden nicht so interagieren, wie wir es wünschen, und irgendwann versagen.

Nichts funktioniert ohne Unternehmenssoftware oder ein Betriebssystem, und das ist der Grund, der es ihnen erlaubt, die größten Organisationen der Welt buchstäblich zu erpressen, und das Beste ist sie tun es sogar auf legale Weise. Legale Erpressung ist häufig im Wirtschaftsleben und in diesem Fall ist es ein Produkt das sie verkaufen, das nicht wirklich zu Ihren Bedürfnissen passt, weil es nicht maßgeschneidert ist. Firmen kaufen es trotzdem, weil es keine Alternativen gibt und sie keine Wahl haben. Sie versuchen es anzupassen, und mit dem Einsatz von viel Ressourcen irgendwie passend zu machen.

Unternehmenssoftware verwaltet die Lieferantenbeziehung, den Finanz- und Güterfluss sowie das Kundenbeziehungsmanagement und außerdem auch alles andere. Sie übernimmt die Planung, die Ausführung und die Kontrolle all dessen, was geschieht und was nicht geschehen soll. Ohne Unternehmenssoftware funktioniert kein Unternehmen.

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Im Jahr 2013 bestätigte der CIO von Tesla, Jay Vijayan, dass der Großteil der Unternehmenssoftware selbst entwickelt wurde. Mit der verstärkten vertikalen Integration in den letzten Jahren kann davon ausgegangen werden, dass heute fast alle Abläufe innerhalb von Tesla mit Inhouse-Lösungen gesteuert werden. 20 Jahre meines Berufslebens habe ich für Unternehmenssoftwarefirmen gearbeitet, aber ich habe noch nie eine Organisation wie Tesla gesehen, die buchstäblich alles eigenständig entwickelt hat. Selbst Softwarefirmen, die Teile von Unternehmenssoftware entwickeln, kaufen externe Lösungen hinzu, da die Komplexität und die damit verbundenen Kosten sonst zu hoch sind.

Es ist ein Abenteuer und ein Risiko, das kein anderes Unternehmen, das ich kenne, bereit ist einzugehen. Die Belohnung, wenn man Erfolg hat, ist jedoch sehr hoch, da die Flexibilität, die Agilität und damit die Manifestierung des Wettbewerbsvorteils nicht von anderen kopiert werden kann. Sie schaffen einen sehr breiten und tiefen Wassergraben um ihre Burg, der es für andere schwieriger macht beispielsweise mit Ihrem Innovationstempo zu konkurrieren.

Warum ist Unternehmenssoftware überhaupt so wichtig? Als Konsument sehe ich sie nie und es scheint als existiert sie gar nicht.

Ohne Unternehmenssoftware gibt es keine Regeln, wie ein Prozess ausgeführt werden soll, und jeder im Unternehmen würde in seiner ganz eigenen Art und Weise diesen Prozess neu erfinden. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber sehr chaotisch und so wie jemand, der die Fähigkeit verloren hat, zu planen, zu lernen, sich zu verbessern und sich zu erinnern was gut funktioniert hat.

Gute Prozesse, die sich als erfolgreich erwiesen haben, werden vergessen und beeinflusst von persönlichen Interessen neu definiert und nicht durch das, was gut für die Kunden und das Unternehmen ist. Unternehmenssoftware ist ein Gedächtnis dessen, was gut funktioniert hat, und eine Automatisierung dessen um deren Effizienz zu steigern. Sie ermöglicht es den Mitarbeitern, ihre Energie und Gehirnkapazität auf Teile des Unternehmens zu lenken, die noch nicht durch Software automatisiert sind oder jemals sein werden.

„Ein Unternehmen ohne Unternehmenssoftware ist wie ein Land ohne Gesetze, Vorschriften und Kontrolle. Jeder macht alles, wie es ihm gefällt, aber nichts funktioniert. Es ist ein gescheiterter Staat.“

Teslas Unternehmenssoftware ist der „geheime Zusatz“, der den Unterschied macht, und kein anderes Unternehmen ist in der Lage, sie zu kopieren. Während die meisten Konkurrenten von Tesla Autohersteller sind, sollten es stattdessen Softwarefirmen sein.

Herbert Diess, der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns, versteht, wie wichtig es ist, die Software von batterieelektrischen Fahrzeugen zu beherrschen, aber ihre Unternehmenssoftware kaufen sie als Standardprodukt ‚von der Stange’ von SAP und müssen dadurch vordefinierte Prozesse trotz enormer Kosten akzeptieren. Das ist bei allen Autoherstellern der Fall. Sie akzeptieren ein Korsett das sie einschränkt und kaum Luft zum Atmen lässt.

„Werden wir zum Anbieter einer Hülle, die mit einem fremden Computer ausgestattet und angetrieben ist, oder sind wir in der Lage, dieses aufregende neue Fahrzeug in eine echte Internetanwendung zu wandeln?“

VW und die meisten anderen Hersteller sind auf einem sich beschleunigenden Weg, Anbieter einer Art Hülle zu werden, die sie als Fahrzeuge verkaufen, und sie werden nicht in der Lage sein, mit dem Tempo, der Flexibilität und der Innovation bei Tesla Schritt zu halten, weil sie keine eigene Unternehmenssoftware entwickeln.

Die hoch bezahlte Wertschöpfung ist aber nicht in einer Hülle oder einer Marke zu finden, sondern in der Software die diese mit Leben füllt und dasselbe hat Gültigkeit für Unternehmenssoftware.

Software frisst die Welt.


Dieser Artikel ist im November 2020 auf der US Webseite www.cleantechnica.com erschienen und wurde in der heutigen deutschen Version mit aktuellen Zahlen, Inhalten und Informationen angepasst.

Über den Autor

Alex Voigt unterstützt die Bewegung der Transformation in eine nachhaltige CO2 freie Welt seit 40 Jahren. Als Diplom Ingenieur ist er fasziniert von der Fähigkeit der Menschheit durch Technology eine bessere Zukunft zu erschaffen. Mit 30 Jahren Erfahrung an den Aktienmärkten ist er ein langfristig orientierter Investor in Tesla (TSLA) als auch anderer Technologieaktien.

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Ich glaube, umgekehrt wird ein Schuh draus. nicht die anderen lernen Software, sondern Tesla muss gerade klassischen Automobilbau lernen:

Es ist von neuen Lackieranlagen die Rede, man feiert sich für ein Chassis wo der Vorderwagen nicht mehr aus 130 Teilen besteht und vielleicht wird sogar die Heckschürze im Modell 3 demnächst Drainageöffnungen bekommen, wie sie jedes andere Auto der Welt auch hat. Auch will man jetzt ein Netz von Service Centern eröffnen, weil man gelernt hat, Wasser im Kofferraum oder einen Weg fliegendes Glasdach kann nicht per Update over the air gefixt werden. Offenbar können Sie nicht einmal Softwareprobleme over the air fixen. Denn der Speicherüberlauf, der zu einem Totalausfall der MCU in Model S & X führte, ließ sich nicht abstellen.

Kulanz und proaktiven Austausch gibt es bei Tesla natürlich auch nicht. Wer eine MCU haben möchte, die künftig nicht mehr kaputt geht, muss, Garantie oder nicht, 2500 € auf den Tisch des Hauses legen. Aber rigide Politik gegenüber dem Kunden, wird sich rächen, wenn man keine Fans mehr, sondern normale Kunden hat. Auch das ist klassisches Autobauergeschäft und auch dass wird Tesla noch lernen müssen.

Ihre Ausführung kommen über den Stammtisch nicht hinaus. Ich kenne per Zufall so einen geselligen Typen, der seine MCU nicht einmal in der Garantie gratis tauschen wollte. Seine Aussage: „leider habe er noch Garantie auf der MCU!“.

Grund: purer infantiler Hass gegen Tesla.

In Foren und Social Media kann jeder ohne Restriktionen Alles schreiben. Wenn Sie aber die waren Hintergründe kennen würden, würden Sie nicht so eine grosse Lippe riskieren. Ich bin nämlich in solche Fälle eingeweiht und lese sie im Whats’App Chat regelmässig mit. Da geht es nicht mehr um rationales Handeln, sonder nur noch um kindisches trötzeln. Wer ein chonischer Dauermotzer ist, darf auch nicht erwarten, besonders bevorzugt behandelt zu werden.

David, klassischer Automobilbau ist was aus dem 20. Jahrhundert. Das würde ich Tesla ganz sicher niemals empfehlen. Was ist das für eine Vision einfach nur ein Auto wie jedes Andere auf der Welt zu bauen. Jämmerlich mittelmässige Ansichten.

Ich bin seit fast 10 Jahren Kunde bei Tesla und bin jedes Mal nur proaktiv behandelt worden. Niemand kann behaupten, dass Tesla noch viel zu wenig Service Center hat. Da hat Tesla offensichltlich noch Handlungsbedarf.

Ich glaube zwar, dass sie irgendwie einen standpunkt haben, kann aber das was sie schreiben nicht so recht nachvollziehen:
Warum sollte jemand ein teil, was irgendwann kaputt geht nich freiwillig tauschen lassen?

Und der letzte absatz macht beim wiederholten lesen auch nicht wirklich sinn.

Einfach nur immer zu sagen, hey ich weis es besser und die anderen, die das gegenteil behaupten haben keine ahnung, wird die zweifler nicht überzeugen

Technisch ist das ganze schon noch klassischer automobilbau: rohbau, lack, montage.
Würde man das ganze auto aus einem kunststoffblock pressen oder drucken, dass wäre eine revolution, aber das auto an sich ist und bleibt was es ist, eine blechkiste auf 4 Rädern.

Wie ich als Grund schon genannte habe, geht es dabei nur darum Tesla auf ganzer Ebene durch Klagen möglichst viel Schaden zuzuführen. Seine Aussage „Tesla muss Bluten“ ist noch das Harmloseste was er von sich gab. Der Fall den ich kenne ist delikat, weil es eben darlegt, dass derjenige eine kaputte MCU hat, sich dann aber darüber aufregt, dass Tesla ihm diese innerhalb der Garantiezeit ersetzt hat. Da er aber keinen Ersatz sondern eine geflickte MCU haben wollte, hat er wieder mit seinem Anwalt einen Prozess angefangen um möglichst viel Stress aufzubauen. Da geht es nicht mehr um den gesunden Menschenverstand sondern eben um infantilen Hass gegen ein Unternehmen, das in Deutschland halt eben, wenn auch nur ein kleines Stück, dennoch ein Stück vom Kuchen abbekommt. Er selber Deutscher hat den irren Glauben, keiner macht Deutschland in Sachen Autobau was vor. Da wird zu Mitteln gegriffen, die dann in den Social Media gnadenloss breitgetreten werden. Umso mehr da es sich ja nur um einen „Ami“ handelt.

Letzter Absatz ist von mir falsch formuliert worden. Müsste heissen: Tesla hat heute immer noch viel zu wenig Service Stationen und das belastet die MA und Kunden sehr. Auch das Personal müsste da und dort noch besser geschult sein. Bei mir geben sie immer das Beste aber ich bin halt eben auch keine Motzer. Halt eben eine angenehme Firmen – Kunden Beziehung.

Selbst ich, der nichts von Maschinenbau verstehe und der nie in einer Autofirma gearbeitet hat, kann einen Unterschied im Design und der Anzahl Einzelteile eines Tesla im Vergleich zu einem Verbrenner erkennen. Ein rollendes Mobiltelefon vs. den klassischen Automobilbau mit all seinen Tausend Dingen, die sich drehen müssen, Tank, Ölwanne, Katalysator, Auspuff und dem ganzen Verbau unter der Kühlerhaube. Das ist wie ein Smart Phone vs. einem Telefon mit Drehwahlscheibe anno 1975. Eine nachhaltige vegane Innenausstattung vs. Leder. Ein zentraler Touchscreen vs. hunderte von Knöpfen und Schaltern. Die Neuzeit hat schon begonnen.

Ich erinnere mich noch mit Grausen an den Artikel „Ein Haufen verrückter Ingenieure“ des selben Autors. Der war zwar noch ein bischen schlimmer als dieser hier, aber generell sind solche tendenziösen Fanboyartikel, die im Wesentlichen aus wilden Behauptungen und nicht belastbaren Fakten (d.h. alternativen Fakten) bestehen eher schädlich für ein Newsportal.

Der Autor bestätigt ja selbst, daß er in seiner Jugendzeit psychische Probleme hatte. Ob die erfolgreich behandelt wurde, davon steht aber nichts.

Ich halte den Beitrag auch für recht unsinnig. Dass VW, Daimler o.ä. Software von der Stange hätten, glaubt doch keiner. Man kauft sich SAP und nimmt das als Programmierumgebung für die eigenen Anforderungen. Über die Jahre ist ein Wirrwarr an Anwendungen (Standardanwendungen und Eigenentwicklungen) entstanden, der sicher nicht sinnvoll ist. Aber generell sind Standardsoftwarepakete nicht per se schlecht. Und ich habe auch Unternehmen gesehen, die überwiegend auf Eigenentwicklungen vertrauten und dann auch keinen Durchblick mehr hatten. Der Vorteil Teslas ist eher darin zu sehen, dass/ falls sie (noch) kein Chaos an Softwareanwendungen erzeugt haben, das niemand mehr durchblickt.

Nun ganz so ist es wieder auch nicht. Ich bin seit über 20 Jahren als Qualitätsmanager in mehreren Firmen tätig. Ja, die Betriebssoftware paßt nie zu 100% und man muss sich stellenweise an die Software anpassen bzw. die Software teuer hinbiegen. Aber die Unternehmenssoftware steuert bei weitem nicht alles. Ein gutes Unternehmen hat ein gutes Managementsystem, in dem die Prozesse festgeschrieben sind. Ein gutes Unternehmen entwickelt seine Prozesse weiter und hält diese im Managementsystem fest, so dass sie nicht wieder verloren gehen.
es klingt mir schon sehr nach Überschätzung der Unternehmenssoftware. Diese ist ein Werkzeug um die Unternehmensprozesse zu unterstützen, nicht umgekehrt.

Management ebene ist auch nicht alles. Ich kenne selbst ERP software nicht und wie weit die involviert ist.
Das hört sich aber für mich so an, als ob die software sich durchaus den prozessen anpassen MUSS.

Dazu ist ja industrie 4.0 im automobilbau schon länger quasi normal, aber meines wissens nach sind produktion und supplychain durchaus sehr abgetrennte systeme.
Vielleicht ist da noch potential

Ich finde ja Tesla als Wegbereiter auch gut; bin auch son „First Mover“, aber hier werden die AMIs maßlos überschätzt. Die AMIs bauen weder die beste Software der Welt geschweige denn die besten Autos. Die AMIs sind aber führend in Wirtschaftsspionage.
Elon Mask hingegen ist ein Idealist im Gegensatz zu den anderen Hanseln, die solche Unternehmen führen.
Es sind doch nicht die Besten (Menschen, Ingenieure, Wirtschaftler oder Teamplayer) die große Unternehmen führen, sondern skrupelose Menschen, die aufgrund von Beziehungen dort gelandet sind. Und genau diese „Unternehmer“ sind schon längst keine Leader mehr. Elon Mask ist noch so ein Leader.

Last edited 4 Monate zuvor by babelfisk

Seit 2003 gibt es Tesla und solange dauerte es, bis so ein Unternehmen immer erfolgreicher wurde. Hier zeigt sich wiederholt der Vorteil, den Newcomer haben: keine Altlasten und hoffentlich viele risikobereite Investoren und eine Idee die durchgehalten wird!
Herzlichen Glückwunsch und es lebe der positive Geist unter Mitbewerbern!
Vielleicht „muss“ ich auch bald zum Nutzer werden, wenn die „älteren Hersteller“ den Wandel nicht schaffen.

Wie ein anderer Kommentator schrieb, es ist ein Wirrwarr im ERP-System, das über Jahre entsteht, das den „etablierten Firmen“ Schwierigkeiten macht, nicht wer das ERP-System schreibt. Tesla hat das Wirrwarr noch nicht. Zudem, wie ebenfalls erwähnt, ist das ERP-System nur ein Tool, um Daten zu verarbeiten. Die Managementprozesse in einer Firma machen m.E. eine Firma viel mehr aus, als das ERP-System.

Tesla macht alles selber in der Einschätzung, alles selber besser zu können, Schnittstellen und Zwischenhändler einzusparen, und damit billiger, schneller, besser zu sein. Der technologische Fortschritt wurde jedoch im Wesentlichen durch Spezialisierung ermöglicht und Skaleneffekte, die durch Verkauf an mehrere Kunden entstehen. Das Grundprinzip halte ich für immer noch am erfolgsversprechendsten.

Schauen wir 10 Jahre in die Zukunft – wird Tesla alles selber machen und damit erfolgreich sein? Beinhaltet Tesla dann neben dem Kerngeschäft von Fahrzeug-Design, Software und automatisiertem Fahren ein SAP für ERP&CRM, Magna für Sitze, CATL für Batterien, Bacanora Minerals für Lithium-Mining, Autohäuser – für Sales und Service, und das alles nur für Tesla. Ob das erfolgreich? Man wird sehen…

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