Telekom setzt auf Alternative Antriebe & pusht in Richtung E-Mobilität

Copyright Abbildung(en): TelekomMobilitySolutions

Schon seit gut drei Jahren will die Telekom ihre grauen Verteilerkästen zu Elektroauto-Ladepunkten upgraden. Aber mit „vorne nur einen Stöpsel dran“, wie Vorstandschef Timotheus Höttges damals erklärte, ist es eben nicht getan, wie wir kürzlich erfahren mussten. An anderer Stelle ist es jedoch möglich einen positiven Einfluss auf den Wandel hin zur Elektromobilität zu bewirken. Die eigens erklärte Mission sei es nachhaltige und garantierte Mobilität für alle Beschäftigten im Konzern zu verwirklichen. Mit der zweitgrößten Firmenfahrzeugflotte in Deutschland ist der Hebel zur Veränderung auch nicht gerade klein.

Telekom pusht durch E-Autos im eigenen Fuhrpark die deutsche E-Mobilitätsoffensive

Bis 2030 will die Telekom ihre Kohlendioxid-Emissionen um 90 Prozent gegenüber 2017 senken. Eine geteilte, digitale und vernetzte Mobilität sei der wichtigste Stellhebel, um dies zu erreichen. Aus diesem Grund denkt man Mitarbeitermobilität neu, ressourcenschonend und bedarfsgerecht, wie uns im Austausch mit Mitarbeitern der dafür zuständigen Telekom MobilitySolutions mitgeteilt wurde. Bei der Telekom MobilitySolutions  handelt es sich um eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG, welche sich unter anderem um das Flottenmanagement der Telekom kümmert.

Deren drei Ziele sind aktuell:

  • Diversifiziertes Portfolio und Push Elektromobilität
  • Digitale Mobilität und effiziente Auslastung: Pooling und Sharing, Mobilität on Demand
  • Vernetze Mobilität: Mobility as a Service ab Q2 2021 für Telekom-Mitarbeiter (eine App zu Mobilität unabhängig von Transport-Providern, stattdessen bedarfsorientiert; E2E Customer Journey, seamless User Experience)

Um dies zu erreichen setzt die Telekom auf einen technologieneutralen Ansatz. Sprich, bereits heute werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alternative Mobilitätsangebote – vom On Demand Shuttle Service über Carsharing-Lösungen bis hin zu Mikro-Mobilitätsformen wie der Gehaltsumwandlung Fahrrad, Pool-Bikes und E-Scootern angeboten. Dabei ist anzumerken, dass der Anteil umweltfreundlicher Antriebe im vergangenen Jahr deutlich erhöht wurde. „In verschiedenen Flottensegmenten sind Elektro-, Hybrid-, Erdgas- und Wasserstoffantriebe im Einsatz. Die unterschiedlichen Nutzungsszenarien geben vor, wo welche Antriebstechnologie am sinnvollsten ist“, so die Telekom MobilitySolutions gegenüber Elektroauto-News.net.

Wie man uns erläuterte stehen derzeit rund 20 bestellbaren elektrifizierte Modelle zur Auswahl. Womit man, eigener Aussage nach, das größte E-Portfolio aller DAX-Konzerne bereitstellt und aktiv den Bewusstseinswandel hin zu „grüner“ Mobilität fördert. Darin enthalten sind auch Diesel-PHEV-Fahrzeuge. „Im Rahmen eines Pilotprojektes testen wir darüber hinaus Benzin-PHEV-Fahrzeuge, um herauszufinden, ob der Einsatz dieses Antriebs in der Flotte in Sachen Wirtschaftlichkeit sinnvoll ist“, so die Telekom MobilitySolutions weiter. Auch die Telekom-Servicebereiche setzen auf Elektrifizierung: Bald werden die Telekom Service-Elektrofahrzeuge deutschlandweit zu sehen sein.

E-Carsharing ein wichtiger Baustein für die Mobilität bei der Deutschen Telekom

Neben der Elektrifizierung der eigenen Dienstwagenflotte bietet die Telekom ihren Mitarbeiter auch die Möglichkeit zum E-Carsharing an. Aktuell sind E-Carsharing-Fahrzeuge neben Bonn an sechs weiteren Standorten buchbar: in Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Darmstadt und Münster. Insgesamt sind es aktuell 20 Fahrzeuge. Weitere Standorte folgen in zeitlicher Abhängigkeit des Aufbaus weiterer Ladeinfrastruktur. Zum Einsatz kommt hierbei neben dem Renault ZOE der Hyundai Ioniq Electric als auch das Tesla Model 3. Demnächst kommen noch VW ID.3, Audi e-tron und BMW i3 hinzu, wie uns mitgeteilt wurde.

TelekomMobilitySolutions

Mit Hilfe einer eingekaufte White-Label-Lösung des Flottenmanagement-Dienstleisters Fleetster, die passgenau auf die Anforderungen der Telekom zugeschnitten wurde, wird das Buchen, Öffnen und Starten der E-Autos zum Kinderspiel. Die App heißt „Telekom Carsharing“ und steht für iOS sowie Android zur Verfügung. Abgerechnet werden die dienstlichen Fahrten über die jeweilige Kostenstelle der Mitarbeiter. Das heißt, Mitarbeitern müssen für das Carsharing nicht aus eigener Tasche bezahlen. Allerdings können die Mitarbeiter die E-Autos auch privat Fahren. „Gerade für E-Fahrzeuge gibt es zu diesem Zweck attraktive Angebote ab einem Euro pro Stunde. Interessierten Mitarbeitern bietet das Carsharing eine niedrigschwellige Möglichkeit, E-Mobilität zu testen“, so die Telekom MobilitySolutions über das eigene E-Carsharing-Angebot.

Erwähnenswert ist hierbei sicherlich die Tatsache, dass nicht zwischen Führungskräften und Mitarbeitern unterschieden wird, ob man E-Auto fahren darf oder nicht. „Jeder Mitarbeiter kann unsere Carsharing-Fahrzeuge zu denselben Konditionen dienstlich und auch privat nutzen“, dabei werden diese zudem aktiv an das Thema E-Mobilität herangeführt, wie man uns zu verstehen gab.

TelekomMobilitySolutions

Im Rahmen der #movegreen-Aktionswochen wird zurzeit gemeinsam mit weiteren Initiatoren für umweltfreundliches und verkehrsentlastendes Pendeln zum Arbeitsplatz geworben. Mit Events, Schnupperangeboten und Testfahrten wird zudem konzernweit auf alternative Antriebe und Mobilitätsformen wie Sharing und Pooling aufmerksam gemacht. Neuerdings gibt es auch Fahrtrainings für Nutzer von Elektro-Geschäftsfahrzeugen. Zudem werden die eigene Ziele durch eine „grüne“ Car Policy unterstützt. Die Einstiegshürde wird zudem noch ein wenig gesenkt, dass für die E-Carsharing-Kunden Bedienungsanleitungen im Handschuhfach bereit liegen. „Aber wir setzen vor allem auf Digitalisierung: Deshalb gibt es im Intranet verschiedene Video-Tutorials zum Carsharing“, wie uns abschließend mitgeteilt wird.

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5 Antworten

    1. Sicher, die ersten Telefon Ortsvermittlungen wurden 1881 in Berlin und Mühlhausen eingerichtet. Mit Ihren Worten könnten Sie dasselbe fragen ? Dazwischen liegen fast genau so viele Jahre.

      In Ihrem Fall haben wir im Laufe dieser Zeit leider unendlich viel einer wertvollen Resource sinnlos und preislich fast zum Nulltarif verbrannt und da ist es tatsächlich ein grosser Fortschritt, dass wir es vermutlich noch schaffen werden diesen Unsinn hoffentlich möglichst bald zum erliegen zu bringen. Den Menschen davon abzubringen ist viel schwieriger als den Menschen auf den Mars zu schicken.

      Wenn sich Menschen ohne Wenn und Aber dazu bekennen gegen eine so übermachtige Mehrheit und die Öl Industrie in diese neue Entwicklung zu investieren, dann ist das ein mega grosser Kraftakt und für mich tatsächlich ein grosser Fortschritt.

  1. Ach, die gute alte Telekom. Das Marketing strotzt vor Anglizismen, als ob das den Kunden noch hinterm Ofen hervor lockt. Das ist so neunziger. Und dann auch noch Car Sharing – Daimler und BMW haben es gerade eingestampft. Wie schon so oft, verkauft uns die Telekom mal wieder Konzepte von vorgestern. Schuster bleibt bei Euren Leisten

    1. Es ist ja lediglich Mitarbeiter Car Sharing und dies finde ich sehr gut , denn aktuell interessieren sich laut Umfragen nur 20% für E Autos und der Rest will nicht oder denkt E-Autos sind schlecht.
      Wenn jetzt jeder der Telekom Mitarbeiter mal ein mindestens 400km Modell testen konnte sieht die Sache wieder anders aus und vielleicht haben wir demnächst dann schon 25% der Deutschen die E-Autos kaufen wollen.

  2. Die Telekom – erst will sie keine Glasfaserkabel verlegen, lohnt sich angeblich nicht, doch kaum verlegt ein anderer Anbieter Glasfaser, da kommt die Telekom angerannt und verbuddelt dann ganz schnell doch ihre Glasfaserkabel. So haben die einen Anwohner doppelt Glasfaser, während andere weitere Jahre keines haben.

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