StreetScooter hat scheinbar größere Problemen als bisher geahnt

StreetScooter hat scheinbar größere Problemen als bisher geahnt

Copyright Abbildung(en): Oliver Hoffmann / Shutterstock.com

Geringe Nachfrage, technische Probleme und weitere Herausforderungen lassen das Geschäft der Deutschen Post mit StreetScooter alles andere als gut aussehen. Erst am Samstag konnten wir berichten, dass es noch kein Jahr her ist, dass Professor Dr. Achim Kampker StreetScooter als CEO im Streit mit Post-Chef Frank Appel verlassen hat. Mit Jörg Sommer trat nun sein Nachfolger als CEO ebenfalls den Rücktritt von StreetScooter an. Ob sein Nachfolger Markus Dörr, der bislang COO des Unternehmens war, der Aufgabe gewachsen ist, wird sich zeigen.

StreetScooter im täglichen Verkehr nicht einsatzfähig

Immer wieder tauchen in Online-Medien Artikel auf, dass die E-Transporter der Deutschen Post-Tochter StreetScooter mit technischen Mängeln belastet sind. Mal blieben Sie ohne vorherige Warnmeldung stehen, ein anderes Mal sind sie von Beginn an fahrunfähig oder lassen sich über Nacht nur auf 40 Prozent laden (Software-Fehler). So oder so, verlassen scheint man sich darauf nicht zu können. Und sollten Sie doch fahren, dann reicht der Ladeplatz nicht aus. “Weil die Ladefläche viel zu klein ist, müssen die Zusteller zum Nachladen zur Basis zurückkommen“, so ein Post-Angestellter.

Noch immer scheint man bei StreetScooter auf der Suche zu sein. Auf der Suche nach einem neuen Eigentümer. Dachte man Ende Mai zunächst, dass sich beim posteigenen Elektrotransporter StreetScooter ein Besitzerwechsel anbahnen könnte. Schien dies schon kurz darauf nicht mehr der Fall zu sein. Das Risiko scheint zu groß. Um Streetscooter langfristig und erfolgreich gegen andere Autohersteller antreten zu lassen, müssen dreistellige Millionen-Euro-Beträge in die Entwicklung wie auch die Fertigung gesteckt werden. Ein Wagnis, welches Investoren und Firmen wohl nicht eingehen wollen.

StreetScooter: Ein Viertel der angekündigten 20.000 Fahrzeuge pro Jahr wurden produziert

Bester Beleg hierfür ist die Tatsache, dass “StreetScooter im Jahre 2019 insgesamt rund 4500 E-Fahrzeuge produziert” hat, wie ein Konzernsprecher zu verstehen gab. Dabei sollten schon 2017 etwa 10.000 Fahrzeuge gefertigt werden. Im Mai 2018 wurde das zweite Produktionswerk in Düren in Betrieb genommen. Auf dem gut 78.000m² großen Gelände des Autozulieferers Neapco laufen künftig bis zu 10.000 E-Transporter pro Jahr vom Band. Gemeinsam mit Fertigungsstandort Aachen sollten 20.000 Einheiten pro Jahr gefertigt werden. Wegen der rasant steigenden Nachfrage, wie es damals hieß.

Die Schwierigkeiten reichen weit und sind groß. Nach Informationen der Welt hat StreetScooter bei mittelständischen Firmen auf deren Betriebsflächen etwa im Rhein-Ruhr-Gebiet sowie in Hessen zwischengelagert. Teilweise sind dies Neuwagen, teilweise handelt es sich um Fahrzeuge, die technisch nachgerüstet werden müssen. Der Austausch von Batterien und die Überarbeitung der eigenen Software seien Grund hierfür, außerdem erhalten einige Wagen stärkere Bremsen.

Rätselraten um die Zukunft der Deutschen Post Tochter

Was ausbleibt sind allerdings Bestellungen im nennenswerten Ausmaß. Selbst setze man derzeit um die 12.000 E-Transporter ein und zuletzt konnte man 40 dieser an Amazon veräußern. Mehr scheint aber auch nicht zu passieren. Guter Rat scheint teuer. Zunächst einmal will man die eigenen Modelle weiterentwickeln. Brennstoffzellenantrieb sowie die Fähigkeit bidirektional und CCS-ladefähig sollen eingebracht werden. Schlußendlich wolle man “führende Plattform für Energie- und Logistikdienstleistungen werden”. Die Expansion nach China und USA unterstützen diese Pläne. Auch wird derzeit überprüft inwiefern sich StreetScooter intelligent miteinander und dem Stromnetz vernetzen lassen.

Quelle: Welt.de – Volle Lager, schwache Produktion – Post verschätzt sich bei Streetscooter

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16 Antworten

  1. Kein Wunder daß die Dinger ständig ausfallen. Für den 12V Stromkreis werden billige Starterbatterien verwendet. Und der Ruhestrom ist auch zu hoch. Andere Hersteller verwenden wenigstens Gel Batterien.(Tesla)

  2. …..tja…hätte man doch mal bei Tesla nachgefragt……..die wissen wie das geht. Ist halt doch ein wenig mehr als nur ein Motor eine Batterie und ein paar Kabel. Aber darüber werden noch mehr stolpern auf dem Weg zur Emobilität……

    1. Die wissen gar nicht wie das geht. Damals hatte kein einziger Hersteller einen E-Lieferwagen im Angebot und selbst heute noch nicht. Das war ja der Grund warum die Deutsche Post dieses Projekt gestartet hat. Was bringt es, wenn Tesla zu der Zeit BEV mit über 600 PS und für mehr als 80.000$ produziert, wenn DHL einen wirtschaftlich vertretbaren E-Lieferwagen sucht? Amazon steht ja vor dem gleichen Problem. Diese ständigen Tesla-Verweise nerven einfach nur. Bisher haben sie nur das Model 3. Soll DHL etwa damit Pakete ausliefern?!

      1. Was soll denn dieser Kommentar?
        Tesla hat schon für den Smart 1 und die elektrische B-Klasse Motor und Elektronik geliefert. Die Frage ist weniger ob Tesla das kann, sondern ob sie wollen.

        1. Aber was bringt es, wenn man die gesamte Wertschöpfung eines Fahrzeugs auf Zulieferer aufbaut (zudem noch auf den jetzigen? Wenn man zukünftig nur noch Fahrgestelle mit Aufbauten produziert und den gesamten Antriebsstrang aus den Händen gibt, fallen tatsächlich die prognostizierten 400k Arbeitsplätze weg. Natürlich ist eine solche Eigenentwicklung teils Problembehaftet. Wer nicht wagt, hat jetzt schon verloren. Daher ist mir der ständige Tesla-Verweis zuwider. Wer allerdings nicht vom Industriestandort Deutschland abhängig ist, dem mag das egal sein.

  3. Tja, wenn das bauen von zuverlässigen und fehlerfreien Autos in nennenswerten Stückzahlen doch so einfach wäre. Die Leute aus Aachen sind vielleicht Experten in der Entwicklung (Prototypenbau), aber Produktionskompetenz ist dann wohl doch nochmal was anderes.
    Witzig dass die Post eigene E-Transporter baut und dann die Ladefläche zu klein ist… Das muss man nicht wirklich verstehen. Die sollten doch am besten wissen wie viel Platz sie in ihren Fahrzeugen brauchen.
    Der letzte Absatz ist ja auch wieder seltsam. Es gibt keine Bestellungen, sie wollen aber neue Sachen entwickeln und nach China/USA expandieren. Haben aber noch nicht einmal die aktuelle Technik zuverlässig am laufen (Software + Hardware) und kriegen anstelle von 20.000 nur 4.500 Stück produziert. Habe ich da was überlesen oder passt das alles nicht zusammen?

  4. Wenn man die 70Mio EUR Verlust auf die 4500 Fahrzeuge aufteilt ergibt sich + Kaufpreis ein Preis für die Post von >50TEUR pro Stück. Dafür gibt’s einen nicht mehr zeitgemäßen ETransporter mit zu geringer Reichweite und schlechter Raumausnutzung….die Idee war damals gut, schöne Pionierleistung der Post, aber das Auto ist heute leider offenbar nicht mehr marktfähig.

  5. Es ist schon verrückt, wieviele Kommentare einfach daher gesagt werden und damit die Marke Streetscooter kaputt gespielt wird. Bisher hat noch kein anderer Hersteller in 5 Jahren so ein Fahrzeug auf die Straße gebracht. Ich kann nur sagen, dass dieses Fahrzeug auch seinen Platz in der Wirtschaft findet. Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern sieht man dieses Fahrzeug immer häufiger z.B. in der Hotelerie, auf den Werften, im Überseehafen Rostock, in Bauhöfen/Stadtverwaltungen ,Auslieferung von Essen innerhalb von Klinikgeländen als Handwerkerauto ( Elektriker, Schlüsseldienst), im Nationalpark Müritz, Auslieferungsfahrzeug eines Möbelhause und zuletzt auch zu nennen in der Auslieferung von Erdbeeren in Rostock und demnächst auch in der Auslieferung von Lebensmitteln eines Biohofes. Gerne kann ich die Liste fortführen….. Bisher waren nur Kleinreparaturen notwendigt, welche innerhalb einer Woche abgestellt wurden. Das sei bitte erlaubt. Und übrigens: Die Brief- und Paketauslieferung ist in Deutschland auch noch nicht zusammengebrochen. Ich sage Daumen hoch!

    1. Danke. Wenigstens ein Kommentator der nachdenkt, anstatt auf die Hilfe von Tesla zu verweisen. Niemand hat bisher ein solches oder ähnliches Fahrzeug auf die Beine gestellt und Amazon kommt jetzt erst mit konkreten Umsetzungen.

  6. Warum wird so ein mutiger Schritt immer wieder kaputt geredet? Jeder Angestellter in einem Industrieunternehmen weiss wieviel Durchhaltevermögen man braucht, um eine gute Idee zu einem Produkt und in den Markt zu bringen. Diese Idee ist einer der ersten Kombinationen von E-Mobilität und Logistik für die letzte Meile. Und sie stammt aus Deutschland, dem Land wo allgemein immer gerne behauptet wird, wir hätten die Entwicklung verschlafen. Entscheidend ist das Durchhaltevermögen und die sinnvolle kontinuierliche Verbesserung mit bestem Ingenieurwissen. Das ist unsere wahre Stärke!
    Und die Postboten, die bei mir an der Haustür ankommen sind begeistert von diesem Fahrzeug!
    Deswegen sage ich auch, Daumen hoch! Haltet durch!

  7. Gerne ergänze ich meinen Kommentar: Bei welchem anderen Hersteller eines Transporter wechsel ich den Kotflügel in 10 min und brauchen diesen noch nicht einmal lackieren und kostet am Ende 130€ netto. Sonst kennt man es von den herstellern immer nur: Montags in die Werkstatt, Freitags abholen, 1 Woche Leihwagen, An- und Abfahrt zur Werkstatt usw. So baut man heute Autos!

  8. Das Teil hat nichtmal eine Heizung. Bei den kleinen Zustellern wird immer gespart. Die Sesselpupser in der oberen Etage stopfen sich das Geld in die Taschen, schütten unmengen an Dividenden aus und wenn man die mal zufällig sieht, halten se gerade Kaffeekränzchen. Wir Zusteller müssen da draussen bei eiseskälte, mit solch einem Müllwagen, zusehen wie wir klar kommen. Wenn der Platz in den Klapperkisten nicht ausreicht, dann macht die Bezirke endlich wieder kleiner. Sieben von Zehn Sesselpupsern sind absolut überflüssig, vielleicht sollte Herr Appelt an der stelle mal anfangen zu sparen. Samstags siehste keinen von denen, aber wir müssen Samstags raus, wenn ich von jedem der mich gefragt hat:”Wie? Ihr bringt Samstags auch die Post?” einen Euro bekommen hätte, könnte ich mir heute mit hundert Euroscheinen den hintern abwischen.

    1. du solltest mal bei dir aufräumen. Ist ja schlimm das zu lesen. Du hast ein ganz anderes Problem, wofür Streetscooter nichts kann. Ich kenne nur Streetscooter, die eine Heizung haben und auch funktionieren. Glaubst du etwa, das hier einer deine Probleme löst und deine Samstangdienste veringert? Schönen Tag!

  9. An der TU Aachen wurde der Streetscooter bis zur Marktreife entwickelt!
    Dann erst ist die Deutsche Post mit eingestiegen !
    Anschließend hat die Post die Firma komplett übernommen bzw gekauft und seitdem wird “geplant” und “entwickelt ” von Büromenschen die weder Ingeneure sind, noch Ahnung vom Fahrzeugbau haben!
    Die Fachleute der TU Aachen wurden nicht übernommen!
    So kommt es Mängeln wie:
    Zu geringe Reichweite
    Zu geringes Ladevolumen
    Brände durch schlechte Verkabelung
    Ladeprobleme
    Softwareprobleme
    Usw
    Es liegt einfach an der Inkompetenz der Planungsbeauftragten die selbst keinen Fuss in die Fertigungshallen setzen oder jemals in so einem Fahrzeug gesessen haben!
    Es wird einfach nur vom Schreibtisch aus geplant und delegiert!

    1. wenn du der Meinung bist, dass du das Fzg. schlecht reden möchtest, dann bleibe bei vernünften Fakten und wende keine oberflächiges Gesülze an. Z.B. ist eine geringe Reichweite kein Mangel. Lass dir einfach ein Auto mit einem größeren Akku geben. Dein Fuhrparkchef macht die Einteilung der Akkugröße nach Fahrstrecke. Das Auto wird dabei nicht gefragt.

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