Spitzengespräch Ladeinfrastruktur: „Wir haben festgestellt, dass wir gut vorangekommen sind“

Spitzengespräch Ladeinfrastruktur: „Wir haben festgestellt, dass wir gut vorangekommen sind“

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1220715070

Eines der aktuell am meisten diskutierten Themen in Sachen Ausbau der Ladeinfrastruktur ist die Novellierung von Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes. Dementsprechend ging es auch beim zweiten Spitzengespräch mit der Energiewirtschaft und kommunalen Unternehmen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Verkehrsminister Andreas Scheuer unter anderem um den umstrittenen Gesetzentwurf, der dazu beitragen soll, mögliche Probleme im Stromnetz im Zusammenhang mit dem Laden von Elektroautos von Vornherein zu vermeiden.

Die Netzbetreiber haben bereits deutlich gemacht, dass sie das Laden von E-Autos zur Glättung von Lastspitzen für bis zu zwei Stunden begrenzen möchten. Mit den intelligenten, von der KfW mit 900 Euro geförderten Wallboxen wäre dieser Eingriff technisch möglich. Die Netzbetreiber erhoffen sich durch diese Option, Verlässlichkeit bei der Stromversorgung angesichts der stetig steigenden Zahl an Elektroautos und Ladepunkten gewährleisten zu können. Elektroauto-Fahrer dürften davon nicht begeistert sein, warnt Marcus Fendt von The Mobility House: Er vergleicht die zeitweise komplette Abschaltung eines Ladevorgangs mit einem Smartphone-Nutzer, der zwei Stunden lang pro Tag nicht telefonieren kann. Martin Höfelmann, Leiter Politik und Kommunikation bei der VW-Tochter Elli, sagt, dass eine Unterbrechung von Ladevorgängen „E-Auto-Fahrer massiv verunsichern“ könne.

Grundsätzlich will das Wirtschaftsministerium mit der Novelle von Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes zwar einen „notwendigen energiewirtschaftlichen Rechtsrahmen“ schaffen, „um einen starken Markthochlauf der Elektromobilität netzseitig zu begleiten“. Ein „simples Abschalten von Ladevorgängen“ könne dafür aber nicht die Lösung sein, sagt Volkswagens eMobility-Vorstand Thomas Ulbrich. Auf Nachfrage des Branchendienstes Electrive bekräftigte das Wirtschaftsministerium, dass das Ziel der Neu-Regelung sei, „durch regulatorische Anreize Verbrauchsspitzen sogenannter flexibler Verbrauchseinrichtungen wie E-Autos oder Wärmepumpen zu vermeiden“. Dies solle vor allem durch „Anreize“ geschehen, „das E-Auto beispielsweise eher nachts und nicht gleich nach Rückkehr aus dem Büro zu laden“. Ein Anreiz z.B. wäre, dass das Laden nachts günstiger ist als zu Spitzenlastzeiten. Nur „im Notfall“, wenn „zu einem bestimmten Zeitpunkt zu hohe Verbrauchsspitzen eintreten“, sollten Netzbetreiber „auch regulierend eingreifen können“.

„Jetzt geht es richtig los!“

Bei dem mehr als zweistündigen Gespräch von Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Verkehrsminister Andreas Scheuer mit Vertreterinnen und Vertretern der Energiewirtschaft und der kommunalen Unternehmen sowie dem Automobilverband VDA ging es auch um den Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. „Wir haben festgestellt, dass wir gut vorangekommen sind“, sagte Altmaier zu diesem Thema. Es sei „sehr wichtig, dass es an allen Ecken und Enden Aktivitäten gibt, neue Ladepunkte zu errichten.“

Fast 500.000 E-Fahrzeuge Ende Oktober, 35.000 öffentliche Ladepunkte und mehr als 85.000 beantragte private Ladepunkte nach nur einer Woche – diese Zahlen zeigen: Jetzt geht es richtig los!“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer und verwies darauf, dass sein Ministerium in den kommenden Jahren mehr als vier Milliarden Euro in die private und (halb-) öffentliche Ladeinfrastruktur investieren wird. „Kurz: Laden für alle, immer und überall“, sei das Ziel, so Scheuer: „Und damit das funktioniert und die Ladesäulen schnell aufgebaut werden, brauchen wir die Energiewirtschaft als einen der ganz wichtigen Player. Wir brauchen ein schnelles unkompliziertes Verlegen von Netzanschlüssen. Wir brauchen verlässliche und unkomplizierte Ladevorgänge mit einer Zahlungsmöglichkeit für alle Ladesäulen. Und wir brauchen einheitliche Standards, wie etwa beim Plug & Charge. Daran arbeiten wir gemeinsam.

Quelle: Electrive – Spitzengespräch zur Ladeinfrastruktur: „Ich glaube, dass die Probleme lösbar sind“

Newsletter abonnieren

Montag, Mittwoch und Freitag die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teilen auf

Diese News könnten dich auch interessieren:

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
6 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Das Wichtigste kommt (meist) am Schluss.

Kurz: Laden für alle, immer und überall“, sei das Ziel, so Scheuer: „Und damit das funktioniert und die Ladesäulen schnell aufgebaut werden, brauchen wir die Energiewirtschaft als einen der ganz wichtigen Player. Wir brauchen ein schnelles unkompliziertes Verlegen von Netzanschlüssen. Wir brauchen verlässliche und unkomplizierte Ladevorgänge mit einer Zahlungsmöglichkeit für alle Ladesäulen. Und wir brauchen einheitliche Standards, wie etwa beim Plug & Charge. Daran arbeiten wir gemeinsam.

Hoffentlich wird es kein Rohrkrepierer wie Scheuers „Ausländermaut“ – der Name Scheuer steht ja eher für „politisches Blendwerk“ – bei den Lademöglichkeiten sollte es aber um „gutes Handwerk“ gehen.

Was die Ladefritzen sich bis jetzt geleistet haben in Sachen ‚einheitlicher Standards‘, ist unfassbar. Ich habe zu wenig Kenntnis von der Sache, aber ich könnte mir vorstellen, dass unsere politischen Entscheider diesem Ladekarten- und Preischaos von vornherein einen Riegel hätten vorschieben müssen.

Die angedachte Abschalte meines Ladevorgangs nach zwei Stunden verschlägt mir die Sprache. Wir holen nächste Woche unseren Renault Zoe ab, der als Zweitwagen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr als 200 km pro Woche bewegt wird. Vor diesem Hintergrund baut unser Elektriker eine normale Steckdose vor unserer Haustür ’sicher‘ um, wir werden also nur mit, vermutlich, 2,99 kW laden können. Damit kämen wir mit zwei nächtlichen Ladungen locker aus. Meine Rechnung geht aber nicht mehr auf, wenn die Stromspinner ihre Schnapsidee umsetzen sollten. Allemal nicht, wenn das Auto auch mal mit 10 oder 5 % Restladung des Akkus nach einer längeren Strecke nach Hause kommt.

Damit ist nicht gemeint „nach zwei Stunden“ sondern bis zu zwei Stunden pro Tag wenn nötig – in den Lastspitzen insb nach Feierabend.

Wenn Sie so schlau sind, warum gehen Sie nicht in die Politik und regeln das ? von wegen „Stromspinner“ und „Schnapsidee“. Erst mal selber was voranbringen bevor man ohne eigenes Wissen solche Sprüche loslässt.

Manche Leute machen aus jeder Mücke einen Elefanten.

2. Beschleunigte Ladung an der heimischen Wallbox mit 400-Volt-Drehstrom (AC, 3-phasig) mit 16 Ampere und 11 kW Ladeleistung:

Hier ist der Z.E. 50 Akku in 4:30 Stunden wieder zu 80 Prozent „voll“. Beim ZOE mit der Z.E. 40-Batterie dauert das Laden 3:20 Stunden.

(Quelle: blog.renault.de)

Hier Daten zu Reichweite.

52-kWh-Akku mit 335 km Reichweite im ADAC Test

(Quelle: ADAC)

41 kWh-Akku ca. 264 km. Bei 200 km / Woche genügt 1 Ladevorgang von ca. 3,5 Stunden in der Woche.

Natürlich geht auch Schukosteckdose …

5. An einer haushaltsüblichen Schuko-Steckdose mit 230 Volt Wechselspannung und 10 Ampere sowie 2,3 kW Ladeleistung:
Nicht schnell, aber praktisch, wenn keine Wallbox oder Ladesäule in der Nähe ist: Mit einem Schuko-Ladekabel ist der 50 kWh-Akku nach 32 Stunden komplett geladen (Z.E. 40: 25 Stunden).
(Quelle: blog.renault.de)

… wenn genug Geduld vorhanden ist

6
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).