Skoda-Chef: Enyaq iV „sinnbildlich für die massive Veränderung der Autoindustrie“

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Copyright Abbildung(en): Skoda

Der neue Skoda-Chef Thomas Schäfer, erst seit August im Amt, hat in einem Interview mit Electrified ausführlich über Themen wie die Elektromobilität, das Fahrzeugportfolio mit weltweit unterschiedlichen Ausprägungen, das in vielen Ländern bereits verabschiedete Verbrenner-Verbot und ein E-Auto unterhalb des Kompakt-SUV Enyaq gesprochen.

Skoda habe von VW-Konzernchef Herbert Diess den Auftrag bekommen, seine Stärken „noch gezielter dazu zu nutzen, auch in den Emerging Markets anzugreifen“, wo es für die tschechische Marke „tatsächlich noch großes Potenzial“ gebe, so Schäfer. Skoda habe „viele Ideen, um in den Einstiegssegmenten weiteres Potenzial zu heben“. In Indien etwa wolle Skoda Anfang nächsten Jahres „mit einem kleinen SUV an den Start gehen, ein Modell, das auch beim Preis absolut wettbewerbsfähig“ sein soll.

Auch in Afrika liege hohes Potenzial, so Schäfer weiter: Die Märkte in Nordafrika etwa seien „vielversprechend. Nehmen Sie allein Ägypten, das drittgrößte Land Afrikas mit rund 100 Millionen Einwohnern“. Dort gebe es für Skoda „gute Möglichkeiten Wachstum zu generieren, auch im Bereich alternativer Antriebstechnologien wie beispielsweise Erdgas.“

Dass die Autoindustrie die Transformation zu CO2-armen und CO2-freien Antrieben zu spät angegangen habe, findet Schäfer nicht: „Als traditioneller Autohersteller hat man ein bestehendes Geschäftsmodell, das sich nicht von jetzt auf gleich vollständig transformieren lässt“, so der Skoda-Chef. Er sei „überzeugt, dass sich der Volkswagen-Konzern in punkto Elektromobilität und alternative Antriebe auf dem richtigen Weg befindet.“

„Natürlich brauchen wir ein kleineres Elektrofahrzeug“

Schäfer sagt, es sei für eine Marke eine gute Entscheidung, „dann in die Elektromobilität zu starten, wenn wir unseren Kunden E-Mobilität anbieten können, die wirklich ‚simply clever‘ ist – mit kurzen Ladezeiten, langen Reichweiten und zu erschwinglichen Preisen.“ Die hohe Nachfrage nach dem Citigo e iV hat gezeigt, dass die Leute jetzt solche Autos haben wollen. Schäfer freut es, dass der Elektro-Kleinwagen „bei den Kunden so gut ankommt“. Der Citigo e iV sei „zweifellos ein gutes Fahrzeug, wirtschaftlich ist er allerdings langfristig nicht sinnvoll.“ Perspektivisch brauche Skoda dennoch „natürlich ein kleineres Elektrofahrzeug“, welches unterhalb des elektrischen Kompakt-SUV Enyaq iV platziert werden soll. Dazu sei Skoda „in guten Gesprächen mit dem VW-Konzern.

Der Enyaq iV stehe für Schäfer „sinnbildlich für die massive Veränderung der Autoindustrie“. Es reiche „längst nicht mehr, attraktive Autos zu bauen. Das Gesamtpaket muss stimmen“, wozu der Meinung des Skoda-Chefs zufolge auch Services wie Ladekarten für E-Auto-Fahrer gehören, um unterwegs schnell und komfortabel aufladen können. Bislang sei Skoda davon ausgegangen, den Enyaq iV gut 70.000 bis 80.000 mal pro Jahr zu produzieren. Hier wollen die Tschechen nachschärfen und „sogar noch einen Tick höher hinaus. Die Reaktionen nach der Weltpremiere in Prag haben uns gezeigt, dass wir da durchaus noch optimistischer sein können.“

Ein komplettes Verbrenner-Verbot, wie es einige Länder bereits angekündigt haben, hält Schäfer für „schlicht nicht möglich. Eine solche Vollbremsung würde Tausende von Arbeitsplätzen gefährden“, sagt er. Der Wandel müsse „konsequent, jedoch mit Rücksicht auf die Beschäftigten geschehen“.

Quelle: Electrified – „Perspektivisch brauchen wir ein kleineres Elektrofahrzeug“

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Der Enyag IV wird sicherlich mächtig einschlagen. Ein so großes Auto mit guter Reichweite (macht ja nur mit der großen Batterie Sinn) zu den angekündigten Preisen ist ein Brett.
Geben wir dem ganzen nochmal 2-3 Jahre und die Preisen fallen weiter. Wenn Skoda sowas wir einen elektrischen Octavia bringen könnte, wäre das sicher auch nochmal ein Verkaufsschlager.
Den citigo-e konnte man ja leider nie wirklich kaufen, so schnell wurde ein Bestellstop verhängt. Aber richtig: dieses Zweitwagensegment kann sicherlich für viele den Einstieg in die E-Mobilität markieren.

Eine elektrischer Superb wäre nett gewesen. :/

Schade, dass keine Anhängerkupplung vorgesehen ist.

Hä??? Ist doch im Visualizer drin:

Schwenkbare Anhängerzugvorrichtung, inklusive Gespannstabilisierung890 €

Ich hatte mir nur den iV 50 angesehen. Anhängerkupplung gibt es erst ab iV 60.

Erst ab 1000 km Reichweite bei 130 kmh langstrecke auf der autobahn, samz volle nutzung von radio, klima kuehlung und heizung ist ein e Auto kaufbar. Dazu technisch harmonisierte aufladestellen mit digitaler buchung im voraus. Zum jeweiligen tarif des eigenen energieprovider. Mit verrechnung des eigenen solarstroms am haus. Billiger produzierbare batterien aus der kreislauf Wirtschaft.geht alles mit gemeinsamen zielen und hoher forschungsintensitaet.

Kaum ein Mensch braucht 1000 Km Reichweite. Das sind weniger als 5% der Fahrten, die jährlich anfallen. Aber das wird in den nächsten Jahren kommen und für einen Aufpreis bestellbar sein. Wenn es den unbedingt sein soll. Für die Masse der Menschen reichen 400 Km minimum Reichweite mit Klimaanlage, Entertainment System, Licht, im Winter, bei Regen und Gegenwind, Anhänger, viel Zuladung. Und wenn der Akku durch mehr Brutto Kapazität dann noch aerob Geladen werden kann, so das dieser die Nettokapazität über 10 Jahre hält, wäre alles perfekt.

Aus meiner Sicht sprechen gerade die dramatisch absinkende Reichweite auf der AB (und damit meine ich nicht Rasen, wohl aber eine Richtgeschwindigkeit von etwa 130kmh) für die größere Batterie. Ebenso der erhöhte Verbrauch im Winter (wozu habe ich all die tollen Komfort-Features, wenn ich sie aus Reichweitenangst nicht nutzen kann), insbesondere aber die altersbedingte Degradation der Batterie lassen mich eher zur größtmöglichen Akku-Kapazität greifen. Schade auch, dass es von Seiten vieler Hersteller keine validen Informationen darüber gibt, in wieweit sich auch permanentes Schnellladen auf die Lebensdauer des Energiespeichers auswirkt. Der Akku ist bekanntlich das bei weitem teuerste Einzelteil bei E-Fahrzeugen, dessen Produktion auch einen erheblichen Teil des CO2-Rucksacks ausmacht, mit dem E-FAHRZEUGE starten. Wer nun meint, dass gerade das dafür spricht, sich mit kleineren Batterien zu bescheiden, dem sei gesagt, dass ich mein E-FAHRZEUG mit bsw 82kwh Batterie auch dann noch sinnvoll nutzen kann, wenn die Kapazität sich auf 70 oder gar 60 Prozent verringert hat. Für eine von vornherein kleinere Batterie hätte das längst das AUS für das ganze Fahrzeug bedeutet, da wohl kaum jemand in ein 13- oder 15Jahre altes Auto einen neuen Akku für viele tausend Euro einbauen lassen würde. In eine ehrliche CO2-Bilanz müsste also auch diese Verschwendung eingepreist werden.

Bei 130 km/h wären nach 4 Stunden (500 km) oder 3 Stunden (400 km) eh eine Pause angesagt – für das E-Auto an der Ladesäule und für den Fahrer in der Raststätte und / oder auf dem „stillen Örtchen“.

Stromverbrauch – Autoradio inkl. Lautsprecher – dafür dürften 72 Watt (4 Stunden = 0,288 kWh ) reichen.

Das Radio fällt kaum ins Gewicht. Wie es bei einem Infotainmentsystem ist? – keine Ahnung.

Wie groß die Reichweitenverluste bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Außentemperaturen sind, hat der ADAC gemeinsam mit den Kollegen vom österreichischen Automobilclub ÖAMTC untersucht. Testfahrzeug war ein Mitsubishi Electric Vehicle (i-MIEV).

50 km/h = Reichweite 52% bei -20°C bzw. 67% bei 0°C – gegenüber +20°C

100 km/h = Reichweite 77% bei -20°C bzw. 90% bei 0°C – gegenüber +20°C

(Quelle: ADAC – 2019)

Bei 100 km/h wären es im durchschnittlichen Winter noch 90% Reichweite gegenüber dem Sommer.

Bei höheren Geschwindigkeiten steigt der Verbrauch des E-Motors, aber die Zeit des Heizens wird kürzer, so dass es mehr als 90% Reichweite sind. Je größer die Batterie desto weniger fällt die Heizung ins Gewicht.

Also die Heizung bzw. Klimaanlage fällt eher im Stadtverkehr ins Gewicht und da gibt es hoffentlich Ladesäulen an Super- und Baumärkten zum Nachladen während des Einkaufs – oder wieder zuhause.

Ach du meine Güte. Wenn Sie geschrieben hätten „FÜR MICH ist ein…. „, ok. Aber auch dann wäre Ihr Kommentar nicht sonderlich interessant, weil absolut nicht nachvollziehbar. Sollten Sie damit gar andeuten, dass Sie auf Langstrecken keine Pausen machen, würde ich hoffen, Ihnen nach 990 km nicht auf der Autobahn zu begegnen.

Und natürlich einmal zum Mond und zurück, und nur einmal aufladen auf der Reise zum Mars……
Bitte wie oft fährst Du Wichtigtuer mit Deiner Karre 1000km am Tag?

So Typen wie du gehen mir so richtig am Ars..

Moderne E Autos haben längst eine Wärmepumpe, so ist der Strombedarf auch im Winter gering. Wenn die Nachteile des Schnelladens so gross wären, müsste Tesla schon lange aufhören. Die haben schliesslich schon die längste Erfahrung damit.

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