Serienentwicklung des Twike 5 gestartet

Copyright Abbildung(en): Twike

Uff, das war anstrengender als erwartet.“ So leiten die Macher des Elektrofahrzeugs Twike die News zum aktuellen Stand ihres Twike 5 ein, welche einige interessante Details in die Entwicklung eines Fahrzeugs gibt. Die Konzeptphase habe einiges an Kraft gekostet und etwas länger gedauert als zunächst geplant, räumen die Verantwortlichen ein. Aber das Ergebnis könne „sich sehen lassen“, sie seien „stolz auf das bereits Erreichte als auch auf die gute Zusammenarbeit der ganzen Entwicklermannschaft und den Support der zuliefernden Unternehmen“. Vor allem der in allen Bereichen kritischen Grenzen eines solchen Entwicklungskonzepts und der Komplexität einer Fahrzeugentwicklung sei man sich „schmerzhaft bewusst“ geworden: „Denn jedes Detail, jede Entscheidung zu einem Bauteil, einer Materialwahl oder einer Dimensionierung steht im zwingenden Zusammenhang mit dem angrenzenden Bauteil oder der Anforderung an die betreffende Baugruppe.“

Sämtliche Entscheidungen wiederum stünden insgesamt „unter dem Einfluss einer Matrix von Randbedingungen, seien es Anforderungen zu Gewicht, Fertigbarkeit, Verfügbarkeit, Recyclefähigkeit, Kosten oder der Zulassungsbedingungen, um nur einige zu nennen“. Schon „scheinbar kleine Änderungen oder simple Anpassungen einer Geometrie“ ziehen „zeitraubende Entwicklungsschleifen hinter sich her, weil ein vermeintlich schlichtes Zukaufteil in der benötigten Ausführung auch nicht in absehbarer Zeit“ verfügbar sein kann. Das wiederum habe eine erneute Recherche nach einem geeigneten Bauteil zur Folge.

Schmunzeln mussten wir bei folgender Passage: „In einem guten Team und unter Zeitdruck erzeugt das zwar auch graue Haare, doch konnten wir in den letzten drei Monaten sehr gute Ergebnisse erzielen. Und mit diesen gehen wir jetzt in die Serienentwicklung.“ Ob mit „mit diesen“ die „grauen Haare“ oder die „sehr guten Ergebnisse“ gemeint sind, ist uns nicht ganz klar. Wir tippen auf beides.

Das neue Modell 5 wurde mit dem Ziel höherer Sicherheitsreserven und nochmals niedrigerem Verbrauch im Vergleich zu seinen Vorgängern optimiert. Mehrere batterie-Pakete stehen zur Auswahl. Das Einstiegsmodell kommt auf mindestens 150 Kilometer, das Topmodell soll bis zu 500 Kilometer weit kommen. Twike 5 erlaubt aufgrund eines speziell entwickelten Fahrwerks und besserer Aerodynamik nun auch eine Geschwindigkeit von mehr als 190km/h. Diese soll interessierten Kunden jedoch nur nach Nachweis von Fahrpraxis als Option freigeschaltet werden. Der Preis für ein Twike 5, das auf 500 Stück limitiert und bereits ausverkauft ist, soll zwischen 39.900 Euro (Reichweite bis 250km) und 49.900 Euro (bis 500km) liegen.

Twike 5 zielt auf Serienstart im Spätherbst diesen Jahres ab

Davor stehen allerdings noch einige weitere harte Wochen bevor, bis der Twike 5 in Produktion gehen kann. Zum Beispiel müssen nun „die in der Konzeptphase entstandenen CAD-Daten des Rohbaus auf Plausibilität und Unstetigkeit geprüft werden“, etwa um die Crashsicherheit zu gewährleisten und zu optimieren. Parallel gehen auch bereits die Fertigungsprozesse in die Feinplanung, der Materiallauf werde definiert, der Flächenbedarf für die Produktionsabläufe bestimmt, die Einkaufsbedingungen und Lieferlosgrößen in ersten Verträgen vereinbart, die Qualifikation der in der Produktion arbeitenden Mitarbeiter bestimmt und der logistische Ablauf des Materialeingangs aber auch der Fahrzeugbereitstellung geplant.

Außerdem müsse mit der Sammlung erster Unterlagen der prüfwürdigen Bauteile und dem Abgleich der Dokumentation mit den gesetzlichen Zulassungsanforderungen die Prozedur der Zulassung vorbereitet werden, welche sich in den letzten Jahren „sehr verschärft“ und nun „erhebliche Mehrarbeit bei der Dokumentation“ verursacht habe sowie teilweise auch Komponentenpreise nach oben treibe, da auf der Lieferantenseite schärfer formulierte Anforderungen erfüllt werden müssen. Bei all dem überwiegt, wie wir der Meldung herauslesen, die Vorfreude auf die erste Testfahrt. Wir sind schon gespannt auf die nächste News zum Twike 5

Quelle: Twike – News-Mitteilung auf Website

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5 Antworten

  1. 3 rädrig auf 190 Km/h. Dieser Konstrukteur wird sich wohl als einziger selber auf die Schultern klopfen müssen. Er soll zuerst mal einen 3 rädrigen Kinderwagen mit Schwung durch eine Kurve bewegen.

  2. Persönlich beschäftige ich mich seit Anfang der 90er mit Alternativen zum Automobil. Habe selber Umfragen in der Bevölkerung, Liegeradrennen (LiFaRe) und die ersten Twikes bewundert.
    Mein Liegeradverleih und Verkauf (FutuRad)
    Ich war im Vorstand des HPV Deutschland (Human Powered Vehicles)
    3-Rädrig ist für die Karosserieformen gut, ebenso für den Rollwiederstand.
    Aus meiner Praxis mit diversen 2,3 und 4-rädrigen Fahrzeugen sowie aus der reinen Physik habe ich gelinde gesagt Respekt vor einem 3-Rad mit einem Rad vorne.
    Warum:
    * Gekippt wird immer über die Radaufstandspunkte auf dem Boden. Das ist ein Fakt. Deswegen ist 2 Räder vorne besser als 2 Räder hinten.
    * Löcher denen man mit 4 Rädern ausweicht ( 2 Links und 2 Rechts) trifft man mit dem Dreirad meistens doch. 😉
    * 190 km/h braucht kein Mensch.

    Ich freue mich darauf eines Besseren belehrt zu werden.

    Euer Joachim von FutuRad ( jetzt PowerJo.de )

  3. Da macht ein Motorrad oder Roller mehr Spass und ist viel wendiger und flexibler im Verkehr. Ausser auf abgefahrenen Passtrassen hat es im Asphalt kaum wo solche „ Löcher„. Egal wo der 3 rädrige das 3. Rad hat, der kippt auch auf ebener Fahrbahn um.

  4. mir erschließt sich noch nicht ganz der Sinn ein Fhz für knapp 40tsd Euro oder mehr zu kaufen in dem ich selber Strampeln soll/ muss und das auch nur 3 Räder hat.

    Ein E-Bike mit Dach kann doch nicht so viel kosten….

    Vlt gibts ja für die ganz extravaganten noch ne Marktlücke einen 450 Euro-Jobber anzustellen der für einen dann strampelt 😉

    für mich leider uninteressant so lange es ein Auto gibt für 200km Reichweite

    es bleibt spannend….

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