Roland Gumpert: „Wir wollen kein Lieschen-Müller-Auto bauen“

Copyright Abbildung(en): Roland Gumpert

Deutschland und China machen für den Elektro-Supersportwagen mit Methanol Power Cell RG Nathalie gemeinsame Sache. Hinter dem RG Nathalie steht Firmengründer Roland Gumpert, welchen wir ein paar Fragen zum vollelektrischen Supersportwagen, als auch der Zusammenarbeit mit dem chinesischen E-Auto Start-Up Aiways gestellt haben.

Hinter der Roland Gumpert Nathalie steht das Joint Venture Gumpert AIWAYS, können Sie, bevor wir auf das Fahrzeug eingehen, ein paar Informationen zu den beiden Unternehmen sowie dem gemeinsamen Joint Venture verlieren?

Roland Gumpert und AIWAYS sind zwei unterschiedliche Firmen mit unterschiedlichen Zielen. Allerdings bringe ich als CPO von AIWAYS mein Wissen in die Firma ein – deutsche Ingenieurskunst. Ohne die wäre AIWAYS so nicht möglich. Das Joint Venture Gumpert AIWAYS gründet sich auf diesen Technologie Transfer. Roland Gumpert selbst beruht auf drei Säulen: Pure Electric, Pure Independence, Pure German Speed. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt die Welt mit Elektro-Autos zu versorgen, die nicht stehenbleiben, wenn die Pufferbatterie leer ist.

Mit der Gumpert AIWAYS Automobile GmbH ist die Marke Roland Gumpert der Technologieentwickler der heutigen AIWAYS Gruppe. Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Entwicklung, Erprobung und dem Bau von Automobilen steht Roland Gumpert dabei heute als Manufaktur für Spitzentechnologie für Elektro-Supersportwagen „Made in Germany“. Und das mit Alltags- und straßentauglicher Performance sowie kompromissloser „ready to race“ Technologie. Wir produzieren Elektroautos, die auch ohne externe Stromversorgung oder nachladen auskommen und ihre Elektrizität aus Methanol selbst erzeugen.

Die gemeinsame Vision sei es den weltweit ersten elektrisch angetriebenen Supersportwagen mit Racing Performance und intelligenter Energietechnologie zu entwickeln. Die Roland Gumpert Nathalie. Erläutern Sie uns die relevanten Details des E-Fahrzeugs in ihren Worten.

Wir stehen für die Verbindung von Erfindergeist und automobiler Technologieführerschaft, ein deutsches Silikon Valley sozusagen. Wir haben von vorneherein gesagt, dass ein normales BEV (Battery Electric Vehicle) für uns nicht wünschenswert ist. Unserer Meinung nach ist das alleine wegen der Reichweiten, der benötigten Materialen wie beispielsweise seltenen Erden und nicht zuletzt der Energieversorgungsnetz der Fahrzeuge weltweit unbrauchbar.

Wir haben uns deswegen bewusst für einen Supersportwagen entschieden um diese bahnbrechende Technologie zu präsentieren, Wir wollen, dass unser Fahrzeug in den Köpfen hängen bleibt und mehr Aufmerksamkeit erregt, als ein herkömmliches Auto. Für unsere revolutionäre Technik brauchte es ein entsprechend aufregendes Fahrzeug.

Wir wollen kein Lieschen-Müller-Auto bauen. Wir wollen ein Auto, das Aufsehen erregt.

Mit dem Rennwagen Nathalie Race haben wir uns zudem zum Ziel gesetzt, in der von der FIA genehmigten Rennserie EPCS (Electric Production Car Series) teilzunehmen. In dieser Serie werden wir unter anderem mit Tesla, Audi und Porsche um den Sieg kämpfen.

Roland Gumpert

Bei Roland Gumpert Nathalie handelt es sich um kein klassisches, rein batteriebetriebenes Elektroauto. Vielmehr setzt Gumpert AIWAYS auf die Brennstoffzellentechnik. Umgeht aber gleichzeitig die Nachteile einer Wasserstoffbrennstoffzelle, da man auf Methanol-Powercell MPC Methanol setzt. Erläutern Sie uns dieses Antriebs- Energiespeicherungskonzept.

Mit der Methanol-Brennstoffzelle haben wir es geschafft, ein ungefährliches und sicheres Energiekonzept aus Wasserstoff zu entwickeln. Unser wichtigstes Anliegen ist es ein umweltverträgliches Fahrzeug herzustellen. Mit unserer Technologie ist uns das gelungen. Wir erzeugen Elektrizität ohne Risiken und umweltneutral – und sogar gefahrenloser als jedes Benzin getriebene Auto.

Flüssiger Wasserstoff ist durch den hohen Druck bis zu 800 Bar nicht ungefährlich und kam für uns allein aus Umweltgründen im Bezug auf Herstellung und Handhabung nicht in Frage. Methanol ist ein Alkohol und von der Handhabung noch einfacher als Benzin und dabei weniger brennbar oder explosiv. Methanol ist der perfekte Wasserstoffträger, denn es kann umweltneutral mittels grün gewonnener elektrischer Energie aus CO2 und Wasser hergestellt werden. Dazu kommt, dass Methanol ein Abfallprodukt der modernen hiesigen Industrie ist, beispielsweise bei der Abgasaufbereitung wo Hüttengase zu Dünger und Kraftstoff, in diesem Fall Methanol aufbereitet werden.

Die Brennstoffzelle verwandelt einen Liter Methanol in zwei Kilowattstunden Elektrizität. Der 70-Liter Tank der Nathalie erreicht somit 140 kW. Gemeinsam mit der Puffer-Batterie (70 kW) hat das Auto eine Kapazität von 210 Kilowattstunden – mehr als doppelt so viel wie aktuelle Marktführer. Und das Nachtanken dauert nur drei Minuten. Das Auto produziert seine Elektrizität während der Fahrt selbst. Das Auto wird beim Fahren, im Stand und beim Parken permanent nachgeladen. Grenzen nach oben gibt es nicht.

Welche Vorteile hat Methanol-Powercell MPC Methanol gegenüber der Wasserstoffbrennstoffzelle? Gegenüber rein batteriebetriebener E-Autos?

Es kann nicht explodieren. Unter Druck stehender Wasserstoff ist einfach gefährlich. Wie oben bereits erwähnt, ist für uns Methanol die Alternative zu herkömmlichen Antrieben. Darüber hinaus liegen die Investitionen für Wasserstoff-Tankstellen bei mehreren Millionen Euro. Und allein die Energie die nötig wäre für einen einzigen Tankvorgang ist absurd. Zudem ist Wasserstoff flüchtig und der Tank entleert sich dadurch nach wenigen Monaten von selbst.

Ist angedacht die Technik des Supersportwagens auch in die Masse zu bringen, um diese bspw. für AIWAYS Modelle in China zu nutzen?

Die Roland Gumpert Nathalie ist ein erster Schritt und natürlich fließt das Know-how daraus auch in die Weiterentwicklungen auch bei AIWAYS in China mit ein. Wir haben viele Konzepte in Erprobung. Wir wollen Fahrzeuge bauen, die das non plus ultra bei alternativen Antrieben sind. Und mit unserem Partner Blue World Technologies in Dänemark haben wir auch bei der Fertigung der Brennstoffzellen die Möglichkeit zur Massenproduktion.

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Interessantes Konzept. Aber von der Energiebilanz wieder fraglich. Warum aus Strom Methanol machen und nicht gleich in die Batterie laden? Wenn das Ding sowieso eine 70kW Batterie hat ist ja von den Rohstoffen her auch nicht viel gewonnen…. Und die 70kW können (siehe Porsche Taycan) in unter 20min aufgeladen werden…. Also warum auf Methanol gehen (was auch ein Ausgangsstoff für viele Materialien in der chemischen Industrie ist, also sowieso in großen Mengen produziert wird) und dafür Strom verbrauchen?

Grundsätzlich finde ich das Konzept sehr interessant aber in der aktuellen Umsetzung oder aber in der Außendarstellung stimmt etwas nicht:
Wenn die Brennstoffzelle (wie auf der Webseite genannt) konstant 5 KW liefert und das Auto im Eco-Modus geschätzte 20 KW verbraucht, kann ich die auf der Webseite genannte Reichweite nicht nachvollziehen. Ohne zu tief einzusteigen heißt dies grob gesagt, dass effektiv 20 – 5 KW verbraucht werden womit die Fahrt bei einem 70 KW Akku (ohne Berücksichtigung von Verlusten und Restladung etc.) nach knapp 460 KM zu Ende ist nach ca. 4 Stunden wäre dann wieder ausreichend Energie für die nächsten 120 KM ECO nachgeladen und so weiter. Im Rennbetrieb wäre die Reichweite dann nur ein Bruchteil dessen. Es bräuchte dann sicher mehr Brennstoffzellenleistung, um zu einer realistischen Reichweitenverlängerung zu kommen.

Reichweite, keine neue Infrastruktur notwendig (kann man ganz normal an der Tanke zapfen), könnte lokal im Haus produziert werden, einfacher Transport.

Gibt so viele Gründe für Methanol, das einzige Manko ist der geringere Wirkungsgrad als BEV oder H2. Bin der Meinung diese werden aber mehr als kompensiert für mich.

Aber dass Methanol hochgiftig ist, ist dann egal beim Tanken ? Oder gibt es neben den Dieselhandschuhen dann auch Gasmasken ? Das künstlich aufgeschaukelte Reichweitenproblem würde sich mit Induktionsladern auf den Autobahnen die sowieso ständig aufgerissen werden wesentlich einfacher (ich sage nicht kostengünstig) lösen.

@JoeBerlin
Blue.World bietet auf seiner HP „10-20kW methanol fuel cell system“, könnte mir vorstellen, dass es sich möglicherweise um ein 20kW-System handelt. So wären die Angaben zu halten, zumindest rechnerisch.

@Volker
Methanol ist ein flüssiger Alkohol, Sie meinen vermutlich Methan.

Ich bin auch Chemiker (wie kaigo) und Methanol ist im Gegensatz zu Diesel und Benzin giftig (also mit Totenkopf Symbol, man erblindet z.B). Zumindest bei uns braucht man eine Giftbezug Lizenz und eine entsprechende Ausbildung. Theoretisch darf man das als nicht Chemiker gar nicht tanken.

Wieso kommt keiner auf die Idee das im Januar eingereichte patent vom Magnet motor in ein Auto einzubauen?
Ein mit dauermagneten betriebene Auto das tag und Nacht Strom produziert und abends am besten noch ins Haus einspeist.

@Robert
was meinst Du? Hast Du da mal einen Link.

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