Renault ZOE: Absoluter Spitzenreiter am europäischen E-Automarkt – noch vor Tesla Model 3

Renault ZOE: Absoluter Spitzenreiter am europäischen E-Automarkt - noch vor Tesla Model 3

Copyright Abbildung(en): supergenijalac / Shutterstock.com

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 brachte es der europäische Elektroautomarkt auf auf 215.711 reine E-Auto- sowie 164.063 PHEV-Zulassungen. Wie sich diese Zahlen auf die Hersteller verteilen, haben wir auf Elektroauto-News.net bereits berichtet. Welche Modelle allerdings für den starken Absatz verantwortlich waren, wollen wir nachfolgend aufzeigen. Vor allem kompakte Kleinwagen bis hin zur Unteren Mittelklasse spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Renault ZOE läuft dem Tesla Model 3 den ersten Rang ab

Bereits vor einigen Tagen konnten wir berichten, dass seit 2012 mehr als 100.000 ZOE alleine in Frankreich verkauft worden sind, zur Einordnung, über 30.400 wurden in Deutschland im gleichen Zeitraum verkauft. Frankreich selbst stellt diese Zahl in den Schatten und blickt alleine von Januar bis Juni 2020 auf 17.650 zugelassene ZOE-Modelle zurück. Doch diese Zahlen scheinen bereits ein wenig überholt. Renault selbst gab zu verstehen, dass man in Europa 300.000 Elektroautos seit dem Start seiner ersten E-Modelle vor knapp zehn Jahren verkauft habe. Die positiven Nachrichten scheinen hierbei für Renault kein Ende zu nehmen.

Den Ende Juni 2020 konnte der Renault ZOE den ersten Rang am europäischen Elektroautomarkt für sich beanspruchen und verwies mit 35.884 verkauften ZOE das Tesla Model 3 (32.255) auf Rang zwei des Rankings. Erwähnenswert ist, dass der Absatz des ZOE im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48,9 Prozent gewachsen ist. Der des Model 3 um 13,2 Prozent zurückgegangen ist. Alleine im Juni konnte der ZOE 10.153 zugelassen werden. Eine Ansage. ZOE und Model 3 waren alleine im Juni für 35,2 Prozent am Gesamtabsatz rein elektrischer Fahrzeuge in Europa verantwortlich, aufs erste Halbjahr gesehen für 31,6 Prozent.

Rang drei bis zehn an Europas E-Automarkt folgen mit Abstand

Mit Abstand folgen darauf VW e-Golf (16.933 Einheiten), Audi e-tron (13.288 Einheiten) sowie der Peugeot e-208 (12.794 Einheiten) im ersten Halbjahr 2020. Erwähnenswert ist hierbei vor allem der e-tron, welcher sich in puncto Absatz deutlich verbessern konnte und gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf ein Wachstum von 105,4 Prozent kommt. Weniger positiv ist das Wachstum des Nissan Leaf zu betrachten, der es zwar auf 12.191 Einheiten bis Ende Juni 2020 brachte, aber gegenüber 2019 ein Rückgang am Absatz von 21,4 Prozent hinnehmen musste.

Der Hyundai Kona brachte es auf 11.180 verkaufte Fahrzeuge. Sowie ein leichtes Wachstum von 0,3 Prozent. Mit dem Kia Niro bewegt man sich bei 7.984 Zulassungen, aber einem positiveren Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 36,1 Prozent. Am schlechtesten im Ranking schloss wohl der BMW i3 ab, welcher ein Absatzrückgang von 49,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen musste, bei 7.578 abgesetzten Fahrzeugen.

Klarer Sieger in puncto Wachstum – rein prozentual betrachtet – ist der VW e-up! welcher es auf ein Wachstum von 553,5 Prozent im ersten Halbjahr brachte. Eine Ansage. Wobei es zu bedenken gilt, dass die Ausgangsbasis mit 1.058 Fahrzeugen im ersten Halbjahr 2019 gegenüber 6.914 Fahrzeugen im gleichen Zeitraum 2020 vergleichsweise niedrig ist. Zur Einordnung. Tesla alleine konnte das Model 3 im Juni 2020 7.054 Mal an den Mann oder die Frau bringen.

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 06.2020/Q2 2020

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18 Antworten

  1. In der Biografie von Elon Musk steht, dass er die Elektromobilität mit den aktuellen Highperformern aus der Schmuddelecke befreien will. Sein eigentliches Ziel elektrische Kleinwagen, wie z.B. der e-Up! für den Massenmarkt.

    1. Man kann ihm und uns nur wünschen, dass er diesem Ziel rasch nahe kommt. Denn die restliche Autoindustrie braucht diese konstante Arschtreterei, damit es deutlich rascher vorwärts geht mit der Transition.

  2. Also hinsichtlich des BMW i3 bezweifle ich die im Artikel genannte Zahl (7.578). Der Wagen verkauft sich nämlich in letzter Zeit wieder überraschend gut. Evt. ging nur ein Teil der i3-Absatzzahlen in das Zahlenwerk ein. Denn lt. dem BAFA wurden in diesem Jahr bis zum 31.07.2020 sehr viel mehr Förderanträge für diesen Wagen gestellt:

    BMW i3: 7.335 (was in etwa der im Artikel genannten Zahl entspricht)
    BMW i3 (120Ah): 4.842
    BMW i3s (120Ah): 3.631
    BMW i3s: 1.369

    Macht in Summe: 17.177
    Quelle: https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/emob_zwischenbilanz.pdf;jsessionid=84988C637EE141AA218CFD25D469438E.2_cid390?__blob=publicationFile&v=59

    1. So, der Hinweis, die von dir aufgeführten 17.177 spiegeln alle BMW i3 Zulassungen, welche den Umweltbonus genutzt haben, seit dessen Start in 2016 wieder. Wir beziehen uns in unseren Zahlen lediglich auf die Zulassungen im ersten Halbjahr 2020. Hoffe dies trägt zum Verständnis bei.

      1. Das ist schon klar. Ich finde es dennoch interessant, dass die VAG im Gesamtportfolio doch (jetzt schon, bevor ID.3 und ID.4 in den Markt kommen) recht gut dasteht. Interessant wäre es, wenn man auch Hyundai/Kia zusammenrechnen würde und die PSA-Gruppe. Gerade bei der PSA-Gruppe sind DS3/e208/eCorsa doch fast ein Modell in (stark) verschiedenen Ausführungen.

    1. Mit der aktuellen Elektroauto Prämie müsste der Gebrauchtmarkt eigentlich so gut wie zum Erliegen kommen.
      warum sollte man sich ein 4 Jahre altes elektroauto ohne Garantie kaufen, wenn man ein neues für nur wenig mehr Geld bekommt.

  3. Mich würde interessieren, wie viel frustrierte E-Auto-Gebrauchtwagenkäufer es mittlerweile gibt.
    Ich habe meinen gebraucht gekauften ZOE von 2014 nach etwas mehr als 2 Jahren und ca. 40000 gefahrenen in Kilometern frustriert dran gegeben, nachdem ich einen Wassereinbruch hinter dem Armaturenbrett hatte, Motor und Ladegerät defekt waren und sowohl Koppelstangen als auch Traggelenke getauscht werden mussten.
    Die Reparaturen hätten sich ohne Garantievlersicherung und bei ausschließlicher Durchführung beim Vertragshändler auf mehr als 12.000 € summiert.
    Nicht alles aber der größte Teil davon (ca. 10.000 €) geht dabei auf Komponenten des Elektroantriebs. Die Fahrwerksteile sind eine bekannte Schwachstelle dieses Fahrzeugtyps und dürften noch viele andere Käufer frustrieren.
    Für dieses Geld (sogar weniger) kann man auch ein tolles neues E-Auto von der Konkurrenz fahren, was ich derzeit aber auch in Zukunft tun werde.

  4. Markus , Wassereinbruch hinter dem Armaturenbrett……. Wolltest Du die Scheibe mit dem Hochdruckreiniger putzen ? Im Zoe hat s gar keinen Wasserkreislauf. Betr. Markt: Technik + Preis führen zu Rang 1. Gebrauchtwagenpreise bei E Autos , dies hängt z. Zt. immer noch von der Haltbarkeit und Wiederverwertung der seltenen Erden die darin vorkommen, ab.

    1. Wassereinbruch in der normalen Waschstraße wegen verstopfter Abläufe im Wasserkasten. Wenn der voll ist, läuft das Wasser hinter dem Armaturenbrett in den Fußraum.
      Hatte ich in über 30 Jahren bei keinem anderen Fahrzeug und ich habe viele auch ältere Autos gefahren.
      Entweder generelles Renault- oder spezifisches ZOE-Problem, hab’s nur der Vollständigkeit halber erwähnt, kann nicht verstehen, das solche Konstruktionsfehler im 21. Jhd. noch passieren.
      Ist laut Händler „noch nie“ aufgetreten, es gibt jedoch zahlreiche Berichte über Feuchtigkeitsprobleme in diversen Foren.

  5. Erfreulich mit dem deutlich ansteigenden Marktanteil der e-Autos in allen europäischen Ländern. Der Audi e-tron, aber auch der Mercedes GLC werden in den kommenden Statistiken weiter nach oben rücken, glaube ich. Der Tesla 3 wird dagegen etwas absinken, vielleicht in Erwartung des Model Y. Respekt vor dem BMW i3, der sich gegen alle odds immer noch in den Top10 -listen hält. Der ID.3 wird demnächst sicher Furore auf dem Markt machen.

  6. Was nützen mir Ahnungen über BEV, welche noch garnicht richtig im Markt sind und sich im Alltag bewährt haben. Bei VW habe ich midt den ID-Modellen meine Zweifel. Bin in der Vergangenheit mit diversen VW´ reparaturmäßig ziemlich reingefallen.

    Fahre seit 2 Jahren eine Zoe, keine Probleme mit Verbrauch, Verschleiß oder Batterieleistung. Die Zoe ist für mich nach wie vor die Heldin des Alltags, für Pendler oder junge Familien mit 2 Kindern welche kein Statussymbol brauchen. Stromkosten seit 2 Jahren und 20.000 Km = 0.
    Habe halt die Möglichkeit am Arbeitsplatz aufzuladen. Sogar ohne Versteuerung des Geldwerten Vorteils ( ist Gesetz ).

  7. Uwe, so urteilen eigentlich alle Zoe Kunden. Sagen wir dem armen Markus er soll mal feststellen um was für Dreck es sich darin handelt. Es gibt halt
    gar nichts was es nicht gibt. Oder parkiert er im Hebst unter einem Baum , wenn die Blätter fallen.?

  8. @Strauss:
    Der „Kompost“ in den Abläufen stammte offenbar vom Vorgänger.
    Ich selbst hatte nur im Carport und auf der Straße geparkt.
    Das Problem ist die Form der Abläufe, welche die Ansammlung von Material begünstigen, was irgendwann zwangsläufig verstopft.
    Was ich insgesamt zum ZOE sage ist, dass hier einfach das Preis-/Leistungsverhältnis nicht so gut ist. Ich hatte noch nie ein Fahrzeug mit so vielen Problemen unter 100.000 km.
    Neue ZOE nur noch 2 Jahre Garantie auf Antrieb.
    Alles was ich an E-Autos bisher gesehen und gefahren habe ist entweder günstiger oder qualitativ höherwertig.
    Im meinen Freundes- und Bekanntenkreis habe ich 8 E-Auto Fahrer, 4 davon ZOE, 3 davon schon mit Motorschaden, bzw. defekter Batterie.
    BMW i3 => läuft seit 120.000 km
    Tesla Model S => läuft seit > 150.000
    Tesla Model 3 => >40000 km => Wasser im Kofferraum => bekannte Schwachstelle => neue Dichtungen => alles ok

  9. Alle e Autohersteller geben eine Akku Garantie die über den genannten Fahrleistungen liegt. Miete halt bei Renault den Akku , dann hast Du das Risiko auch noch weg. Motorschaden bei Elektromotoren…Praktisch unmöglich, die laufen doppelt oder 3x solange wie ein Verbrenner. Was beim Zoe nach 60 000 Km kommen kann , sind die Kreuzgelenke am Frontantrieb.

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