Renault bietet Automobilhersteller beim Erreichen der CO2-Flottenwerte Hilfe an

Renault hilft anderen Automobilhersteller beim Erreichen der CO2-Flottenwerte

Copyright Abbildung(en): Domagoj Kovacic / Shutterstock.com

Erst vor kurzem konnten wir berichten, dass Europas Elektroauto-Markt an China vorbei rast – ohne Tesla-Rückenwind wohlgemerkt. Bereits im September 2020 soll laut Automobil-Analyst Schmidt das Gesamtjahresvolumen des europäischen Elektroautomarktes vom Gesamtjahr 2019 übertroffen werden – die Zahlen hierfür stehen noch aus. Aber auch beim Erreichen der CO2-Flottenwerte bewegt sich einiges. So setzt Mercedes-Benz beispielsweise auf Plug-In-Hybride und der VW-Konzern auf chinesische Unterstützung. Hilfe könnte nun zudem noch von Renault kommen.

Denn wie Automobil-Analyst Matthias Schmidt erfahren hat, zeigt sich Renault zuversichtlich, die CO2-Ziele für 2020 zu erreichen. Daher habe der Automobilhersteller beschlossen, seinen EU-Pool für CO2-Emissionen für andere Hersteller zu öffnen. Dies geht aus dem offiziellen Dokument hervor, das von der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde. Bereits zu Jahresbeginn wurde gemutmaßt, dass der französische Hersteller sich mit den Allianzpartnern Mitsubishi und Nissan zusammenschließen werde, bisher gibt es hierzu noch keine offizielle Stellungnahme.

Da der Renault-Konzern die Erfüllung der CO2-Anforderungen für 2020 „mit Zuversicht erreicht“, hat der Hersteller nun beschlossen seinen CO2-Pool zu öffnen. Dadurch ist Renault nun in der Lage, einen Teil dieses Übererfüllungspuffers auch anderen Herstellern anzubieten, was eine zusätzliche Einnahmequelle in ähnlicher Form wie Tesla mit seinem CO2-Pool-Vertrag mit Fiat-Chrysler ermöglicht und wesentlich dazu beiträgt, dass der kalifornische Hersteller im ersten Halbjahr 2020 positive Finanzergebnisse erzielt.

Ein weiterer gemeinsam genutzter CO2-Pool ist, wie berichtet, der des Volkswagen-Konzern welcher SAIC mit an Bord geholt hat, sei es auch unter anderen Umständen. Ein Sprecher des Volkswagen-Konzerns erklärte gegenüber Schmidt: „Die Schaffung des Pools ist eine zusätzliche Absicherungsmaßnahme aufgrund der erhöhten Prognoseunsicherheiten, die durch die Covid-19-Pandemie verursacht wurden.“ Dies deutet darauf hin, dass SAIC über seine Marke MG dem Volkswagen Konzern über die CO2-Ziellinie 2020 hinweg helfen könnte, da eine weitere Drohung mit einer Covid-bezogenen Sperre das Verkaufsjahr vorzeitig beenden könnte.

Mercedes-Benz setzt seinerseits auf eine starke PHEV-Strategie. Sollte das CO2-Ziel dennoch in nicht erreichbare Ferne verschwinden, hält sich Daimler entsprechende Optionen offen. Durch seinen chinesischen Partner Geely könnte Daimler an VolvoPolestar sowie Lynk&Co gelangen und sich von dort ein entsprechendes CO2-Polster sichern. Nun könnte auch ein Einstieg in den CO2-Pool von Renault interessant werden. Daimler und Renault unterhalten strategische Kooperationen, die ein mögliches Pooling-Abkommen zur Absicherung gegen potenzielle regionale Lock-down-Szenarien ergänzen würden.

Quelle: Matthias Schmidt – Per Mail

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Ich glaube kaum, dass die EU soetwas gewollt hat: Die Hersteller die es nicht schaffen, kaufen sich frei bei anderen, die schon „umweltfreundlicher“ sind. Super Fail. Am schönsten wäre doch, wenn das Markenübergreifende Pooling nachträglich verboten wird und die Hersteller dann zusätzlich noch Strafen zahlen dürfen. Sonst ist doch der Anreiz nicht gegeben, wirklich andere [umweltfreundlichere] Fahrzeuge zu produzieren und vor allem zu verkaufen.

Hm..

Vielleicht führt es ja dazu, dass die Zahler weitere Ressourcen verlieren,

die dann fehlen bei der Entwicklung weiterer altertümlicher Verbrenner

oder wettbewerbsfähiger E-Antriebe.

Vielleicht doch. Es gibt nämlich den Verpenner-Herstellern eine (aushandelbaren) finanzielle Strafe und dem E-Hersteller einen entsprechenden finanziellen Vorteil. So fließen Gelder in die richtige Richtung. Ein stumpfes Kassieren von Strafzahlungen durch die EU ist vermutlich (aus verschiedenen Gründen) in mehrerlei Hinsicht weniger effizient.

Dieser Deal ist eine große Umwelt-Sauerei! So wird faktisch kein Anreiz geschaffen, die eigenen Co2 Ziele zu erreichen und das dann nicht gezahlte Strafgeld fehlt der EU, um wichtige Klimaschutzprojekte zu finanzieren. So rechnet man sich die Bilanz schön. Und alles bleibt beim alten. Die Dinosaurierverbrenner werden weiterhin in großer Stückzahl gebaut und die Herrsteller begehen greenwashing.

JaSuper Peter, bin der gleichen Meinung

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