Über die Potenziale der Wasserstoff- und Brennstoffzellenindustrie in Baden-Württemberg

Über die Potenziale der Wasserstoff- und Brennstoffzellenindustrie in Baden-Württemberg

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockillustrations-Nummer: 1197091564

Im Auftrag des Baden-Württembergischen Umweltministeriums hat die Unternehmensberatung Roland Berger eine umfangreiche Studie zu den Potenzialen der Wasserstoff- und Brennstoffzellenindustrie angefertigt. „Es geht um eine Schlüsseltechnologie, um die Klimaschutzziele zu erreichen“, sagte dazu der Ministerialdirektor im Umweltministerium, Helmfried Meinel. „Baden-Württemberg ist dabei mit führend auf der Welt – und das soll so bleiben.“

Die Studie (hier als PDF-Dokument zu finden) zeige auf, wie die Wasserstoff- und Brennstoffzellenindustrie in dem süddeutschen Bundesland aufgestellt sei und was getan werden könne und getan werden müsse, um ihre globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu stärken, so Meinel. „Bemerkenswert für mich ist der weit über die Fragen der E-Mobilität hinausgehende Charakter der Studie. Wir diskutieren die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bisher vor allem unter dem Gesichtspunkt einer künftigen emissionsfreien Mobilität. Aber sie ist viel mehr und kann in allen Energieverbrauchssektoren und in der industriellen Produktion eine zentrale Rolle einnehmen.“

Mehr als 90 Unternehmen und 18 Forschungseinrichtungen sind derzeit landesweit mit der Wasserstoff- und Brennstoffzellenthematik befasst. Langjährige Erfahrung in Forschung und Entwicklung sowie hohe technologische Kompetenz und Innovationskraft zeichneten den Standort aus, so die Situationsanalyse der Berger-Studie.

Baden-Württemberg verfügt heute über eine gute Kompetenzbasis“, so Uwe Weichenhain, Partner von Roland Berger und Autor der Studie. „Allerdings sind kurzfristig weitere Investitionen der heimischen Wirtschaft notwendig, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Durch den zügigen Ausbau von Technologiekompetenz und Produktionskapazitäten wird Baden-Württemberg vom zukünftigen Marktwachstum profitieren.”

Laut der Studie ist im Jahr 2030 eine Bruttowertschöpfung von bis zu zwei Milliarden Euro in der Wasserstoff- und Brennstoffzellenindustrie möglich. 13.000 Menschen könnten in der Branche beschäftigt werden. Langfristig bestünden noch weitaus größere Potenziale. Voraussetzung: Investitionen. „Nur, wenn bereits heute weiter in Forschung und Entwicklung, Ausbau des Produktportfolios der lokalen Unternehmen sowie den Ausbau von Produktionskapazitäten investiert wird, kann die weltweit steigende Nachfrage an Wasserstoff und Brennstoffzellen auch aus Baden-Württemberg befriedigt werden“, so heißt es in der Studie.

Drei Empfehlungen für die Wasserstoff-Zukunft

Insbesondere drei Empfehlungen gibt die Berger-Studie dem Land: Die Entwicklung einer Wasserstoff Roadmap für Baden-Württemberg, die Förderung lokaler Wasserstoff-Champions für den Weltmarkt sowie die Förderung lokaler Wasserstoff-Projekte als Schaufenster für die Welt. Die Entwicklung der Wasserstoff-Roadmap wird derzeit bereits im Umweltministerium vorbereitet. Eine entsprechende Kabinettsvorlage dazu ist in Abstimmung.

Die Studie wurde mit Mitteln aus dem Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg finanziert. Sie wurde im Rahmen des Clusters Brennstoffzelle Baden-Württemberg vorgestellt, der von der Landesagentur e-mobil BW geleitet wird. Das Netzwerk treibt seit 2013 gemeinsam Projekte entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette erfolgreich voran und gibt damit bereits sichtbare Beispiele, wie die großen Potenziale der Wasserstofftechnologie konkret umgesetzt werden können.

Im Projekt „HyFab” beispielsweise werden mit Förderung des Umweltministeriums BW automatisierte Fertigungs- und Qualitätssicherungsverfahren für Brennstoffzellen erforscht. Unter dem Namen „H2Rivers” wird zwischen Rhein und Neckar mit Bundesförderung in einem Großprojekt demonstriert, wie eine lokale Kette aus regenerativer Wasserstoff-Erzeugung, -Distribution und -Verbrauch nachhaltig aufgebaut werden kann.

Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg — Pressemitteilung vom 20.02.2020

Newsletter abonnieren

Montag, Mittwoch und Freitag die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teilen auf

Diese News könnten dich auch interessieren:

12 Antworten

  1. In Einzelbereichen kann Wasserstoff in der Mobilität zukünftig sicherlich sinnvoll sein. Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass der Wasserstoff aus Überschuss-Strom der regenerativen Erzeuger kommt und nicht aus Erdgas gewonnen wird.
    Dabei ist zu berücksichtigen, dass der grün erzeugte Wasserstoff zunächst besser in der Industrie verwendet werden sollte, da die Effizienz dort aufgrund der sinnvollen Nutzung der entstehenden Wärme bei der Verstromung von Wasserstoff deutlich höher ist als bei der Mobilität wo fast ausschließlich nur der Strom benötigt wird.
    Um ausreichend Überschuss-Strom aus regenerativen Erzeugern – wohl in der Hauptsache aus Wind und Sonne da diese von uns nicht beeinflussbar sind – zu bekommen, müssen diese aber erstmal massiv ausgebaut werden. Im Ersten Schritt sollte dann der Überschuss aber in Akkus gespeichert werden um die Energieversorgung für 24-48h bei weniger Sonne und Wind aus regenerativen zu gewährleisten. Alles was dann noch an Überschussstrom zur Verfügung steht kann in Wasserstoff gespeichert und verteilt werden. Dabei sollte nach effizientester Nutzung verteilt werden. Die Mobilität steht da wohl kaum an erster Stelle.
    Dann macht Wasserstoff auch Sinn und hilft dem Klima und der Umwelt, worauf es letztendlich ankommen sollte.

    1. So sehe ich es auch. Denn ist logisch, mit Hinblick auf Energieeffizienz, und letzten Endes CO2 -bilanz und Klimaauswirkung. Aber von dieser Logik kann man in dem Artikel leider überhaupt nichts sehen. Die Wasserstofferzeugung, soll die in Baden-Württemberg stattfinden – da wo der weitere Ausbau von Windenergie mühsam ist ? Wenn schon Wasserstoffindustrie, dann sollte die Erzeugung an Orten stattfinden, wo Überschuss an erneuerbarer Energie entstehen kann. In Norwegen ist alle Energieereugung erneuerbar, z. B. . Dort würde es mit Hinblick auf das Klima Sinn machen – auch z.B. in der Wüste Afrikas mit Solarenergie, oder Nordseeküste. Die Technik (z.B. Anwendungen in Industrie,…) rund um Wasserstoff kann jedoch gut in Baden-Württemberg stattfinden.

  2. Wieso wohl ist die GASAG AG mit Ballard Power eine Kooperation für SmartHomes eingegangen? Wasserstoff ist für das Beheizen von Häusern bestens geeignet, wenn man Solarzellen oder einen Kollektor auf dem Dach hat. Will man wirklich “Grün” werden, ist die Batterie völlig falsch, denn woher genau kommen kommen 2/3 des Kobaltmarktes nochmal? – Genau, dem Kongo, einem Bürgerkriegsland mit Kinderarbeit und einem Höchststand an Korruption. Natürlich braucht es trotzdem Batterien aber die Industrie, dass hat sie schon längst realisiert, kommt an Wasserstoff nicht mehr vorbei. Das einzige Problem, was die Entwicklung verzögert, ist die Politik. Sie hat wenig Ahnung von den Themen und sie ist nicht bereit, schnell zu entscheiden und Weichen zu stellen. Es wird viel geredet, während in Ländern wie Japan oder China längst umgesetzt wird. Die Zulassungshürden und die Bürokratie verhindern in Europa ein schnelles Umsetzen von Megatrends. Man will erst schauen, was die anderen tun, um ja nicht eine Fehlentscheidung zu treffen und dadurch noch mehr Wähler zu verstimmen.

    1. Ich finde, wir können doch wenigstens mal hier mit diesem Unsinn Kongo/Kinderarbeit usw. aufhören. Bitte verstehen Sie das nicht falsch. ich bin gegen Kinderarbeit. Andererseits weiss ich aber auch das wahrscheinlich JEDES unserer Kleidungsstücke und Schuhe mit Hilfe von Kinderarbeit hergestellt wurde. Genauso ist es bei allen Schokoladeprodukten (wegen der Kakaoernte) oder Produkten mit Haselnüssen.

      1844 wurde die Arbeitszeit von Kindern unter 13 Jahren in England als erstes Land in Europa gesetzlich auf 6,5 Stunden pro Tag beschrängt. Erst 1901 wurde dort ein Mindestarbeitsalter von 12 Jahren eingeführt. Also so lange sind wir auch in Europa noch nicht “zivilisiert”.

      Es würde sich wesendlich einfacher diskutieren lassen, wenn wir bereit wären Tatsachen zu akzeptieren. Dann könnten Diskussionen auch zu echten Ergebnissen führen.

  3. Dass die E-Mobilität Schuld sei an den menschlich unhaltbaren Zuständen im kongolesischen Bergbau, ist ein hartnäckig sich haltender Mythos. Dazu einige Fakten, die in einem Vortrag von Prof. Dr.Ing. Rainer Klein an der DHBW Mosbach widerlegt werden. Der Vortrag ist auf Youtube unter dem Titel “Mythen der Elektromobilität” abrufbar.
    ab 49:00 werden Aufbau und Zusammensezung einer Zelle und deren Materialanteile beschrieben. Die größte PKW-Batterie (Tesla) wiegt 600Kg bei einer Leistung von 100 KWh, enthält 2,8% Kobalt (17Kg) und 3% Lithium (18 Kg).
    Lithium wird größtenteils in der Glas- und Keramikproduktion verwendet, nur 27% gehen in die Batterieproduktion (größtenteils Laptops und Handys). Die Verfügbarkeit von Lithium reicht für 5 Mrd. Kfz, wir haben weltweit eine Mrd. Vorkommen in Australien (Tagebaue) und Chile, Bolivien, Argentinien in Salzseen.
    Kobalt wird verwendet meistens für Laptop- und Handy-Akkus, 5% in Auto-Akkus. Reserve 25 Mio.t.
    Tesla reduziert bereits den Kobalt-Anteil und strebt den kobaltfreien Akku an.
    ab 56:10: Für Lithium keine Entnahme von landwirtschaftlich benötigtem Süßwasser, denn das wird genutzt, bevor es die Salzseen erreicht. Für die Lithiumgewinnung durch Verdunstung wird die natürlich vorkommende Salzlake verwendet. Kein Bauer würde mit Salzlake seine Felder bewässern.
    ab 1:00:35: 80% des Kobalts werden in industriell betriebenen Kupfererz-Tagebauen maschinell abgebaut. 20% illegale Kleinminen im Kupfer- und Nickel-Abbau fördern auch Kobalt mit, und diese Minen gibt es schon seit Jahrzehnten, lange bevor das E-Auto in den Bereich des Möglichen kam. Die großen Konzerne werden darauf nicht zurückgreifen, die wissen, dass ihre Lieferketten unter kritischer Beobachtung stehen.
    BMW greift darum auf australische Rohstoffe zurück.
    Die dem Vortrag folgende Diskussion kann man sich sparen, weil da einige Mythen von einigen Zuhörern wieder behauptet werden, die vorher gerade widerlegt wurden.

    1. Und eine kleine Korrektur: Zwischen “eine Mrd.” und “Vorkommen in Australien” muss ein Absatz, damit keine satzbaulichen Irritationen entstehen.

    2. Sehr gut. Ich hatte von Anfang an das “Gefühl”, dass diese Umwelt-Argumente gegen die e-Autos unverhältnismässig waren und eher nur eine willkommene Gelegenheit der Verbrenner-Lobby war, die e-Mobilität etwas auszubremsen.
      Argumente, die dann von dem Grossteil der Bevölkerung geschluckt wurde… und auch weiterhin noch geschluckt wird, gepaart noch von der “range” angst…. aber die e-Mobilität wird nicht aufzuhalten sein, denke ich.

  4. Danke jomei dass Du Dir die Mühe gemacht hast.
    Das sollte auch immer wieder mal so erklärt werden, damit auch die Verhältnismäßigkeiten aufgezeigt werden.

  5. Ist doch egal wo das ganze Obst und Gemüse, Mandeln, Gummibärchen, Palmfett und was für tausend andere Produkte herkommt, und was dadurch für Land vernichtet wird, aber Batterien sind an allem schuld, klar. Nur Ich nich…..
    Sarkasmus Ende.

  6. Nur soviel zu diesem Thema: Die Brennstoffzelle ist schon seit 20 Jahren bekannt. Fast nichts passierte. Jetzt kommt das e-Auto und schon ist die Brennstoffzelle wieder aktuell und das e-Auto wird schlecht gemacht (Reichweite). Hier nun der Wikipeda Beitrag zur Alu-Luft Brennstoffzelle ohne Kommentar:
    Die Aluminium-Luft-Batterie ist eine elektrisch nicht wiederaufladbare Primärzelle, deren elektrische Spannung pro Zelle 1,2 V beträgt und durch eine chemische Reaktion von Luftsauerstoff mit Aluminium entsteht. Die Aluminium-Luft-Batterie weist eine hohe Energiedichte von 1300 Wh/kg auf.[1] Aufgrund der vergleichsweise hohen Betriebskosten hat die Aluminium-Luft-Batterie allerdings gegenüber anderen elektrischen Speichersystemen nur eine geringe Verbreitung. Anwendungen gibt es im militärischen Bereich für den Antrieb elektrisch betriebener Fahrzeuge. Elektrofahrzeuge mit Aluminium-Luft-Batterie als Energiespeicher erzielen, bei sonst identischen Bedingungen und gleichem Gewicht, im Vergleich zu Lithium-Ionen-Akkumulatoren eine ca. 8-fache Reichweite.[2]

    Da die Aluminium-Luft-Batterie elektrisch nicht aufladbar ist, muss bei Wiederverwendung die verbrauchte Anode aus Aluminium und der Elektrolyt physisch ersetzt werden. Außerdem weist die Batterie eine hohe Selbstentladung auf, weshalb in manchen Anwendungen das Elektrolyt erst kurz vor oder während des Betriebs in die Zelle eingesetzt wird. Die dafür notwendigen zusätzlichen technischen Einrichtungen sind der primäre Grund für die vergleichsweise geringe Verbreitung und die hohen Betriebskosten.[1]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).