Mit dem Porsche Taycan Turbo S durchs Sauerland

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Lust auf eine Probefahrt? Auf eine Probefahrt des Porsche Taycan Turbo S im Sauerland? Die Antwort darauf muss ich nicht wirklich ausschreiben, oder? Dennoch habe ich mich natürlich sehr darüber gefreut, dass eine solche Mail Anfang September in meinem digitalen Postfach gelandet ist. Abgesendet vom Romantik- & Wellnesshotel Deimann, zu denen noch ein gesonderter Artikel erscheinen wird. Doch in diesem Erfahrungsbericht geht es um gut drei Stunden und 100 Kilometer mit dem Porsche Taycan Turbo S.

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Anfang/ Mitte Oktober 2020 war es dann soweit, als ich dem Fünf-Sterne-Hotel im Sauerland einen Besuch abstatten konnte. Dort heißt es seit einiger Zeit: „Das Herz: elektrisch. Die Seele: Porsche“ – Für Fans der Stuttgarter Marke kein neuer Slogan; für die Gäste des Hotel Deimann durchaus. Denn dort bietet man erst seit einiger Zeit relaxte und erlebnisreiche Ausfahrten mit dem Porsche Taycan Turbo S an. Drei Stunden, 100 Freikilometer und ein breites Grinsen im Gesicht kann jeder Gast erleben, vorausgesetzt man entrichtet die 89,00 Euro Bereitstellungspauschale. Aus meiner Sicht ein Schnäppchen, um einen solch mächtigen Stromer selbst zu fahren.

Porsche Taycan Turbo S - mehr als eine Sport-Limousine

Genug der einleitenden Worte, wagen wir uns an das Elektroauto heran. Dieses steht an einem der beiden Porsche Destination Charger, direkt vor dem Romantik- & Wellnesshotel Deimann, wo er nur darauf wartet, dass Gäste, welche Lust auf eine elektrifizierte Ausfahrt haben, mit dem passenden Schlüssel vorbeikommen. Diesen hatte ich glücklicherweise bei mir. Einsteigen, losfahren war dann aber doch nicht direkt. Zunächst gab es eine kurze Einweisung, durch Angestellte des Hauses, was auch äußerst sinnvoll ist, da der Stromer mit 560 kW/ 761 PS eben nicht irgendein E-Auto ist. Auch das sofort zur Verfügung stehende Drehmoment von 1.050 Nm vermag aufzuzeigen, dass dem Stromer entsprechend Power innewohnt.

Allerdings war mir auch klar, dass ich in drei Stunden den Taycan Turbo S nur oberflächlich kennenlernen kann. Quasi ein erstes Abtasten. Was damit begann, dass ich mit dezentem Druck aufs Strom-Pedal rückwärts aus dem Parkplatz heraus gefahren bin. 360°-Kamera-System sei Dank auch kein Problem. Wobei man hier allerdings durchaus anmerken darf, dass der Blick zurück nicht ganz einwandfrei war, da die rückwärtig ausgerichtete Kamera durch den stetigen Regen stark getrübt war. Dennoch ist es natürlich gelungen. Dann hieß es Gang einlegen, über einen Kippschalter, rechts hinter dem Lenkrad – aus meiner Sicht auch ein wenig ungünstig positioniert – Strom geben und losfahren.

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Gemütliches Cruisen oder sportliches Fahren - Der Fahrer entscheidet.

Hier setzt dann auch nur die eigene Fantasie Grenzen wohin die Reise gehen kann mit dem Porsche Taycan Turbo S, denn laut technischem Datenblatt ist es der Fließheck-Limousine möglich 388- 412 Kilometer nach WLTP zurückzulegen. Einem 83,7 kWh-Akku (netto) sei Dank. Dieser ist im Unterboden vorzufinden. 396 Zellen liegen dicht gepackt in 33 Modulen tief im komplett verkleideten Unterboden des Taycan. Dies führt dazu, dass der Taycan der Porsche mit dem niedrigsten Schwerpunkt ist. Und dem Stromer zudem eine extrem gute Straßenlage verleiht, wie ich nach den ersten Kurven im Sauerland, trotz Regen, erfahren durfte.

Dieser verfügt obendrein über ein Zwei-Gang-Getriebe mit geregelter Quersperre. Doch was bedeutet dies: Kurzer erster Gang für maximale Beschleunigung, langer zweiter für Höchsttempo und bestmögliche Effizienz. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden konnte ich verständlicherweise im kurvigen Gelände rund um Schmallberg nicht ausreizen. Ebenso wenig die 260 km/h Höchstgeschwindigkeit. Dennoch war es eine Freude sich durch die Drive-Modi des Taycan zu wählen, welche den Stromer noch schneller nach vorne schnellen lassen. Im Gegensatz zum eher – aus meiner Sicht – unglücklich platzierten Gang-Wahlhebel, ist der Drive-Modi Schalter direkt am Lenkrad angebracht und lässt sich hierdurch äußerst leicht erreichen. Insofern sinnvoll, dass man sich spontan auf neu Fahrgegebenheiten einstellen möchte.

Klar, macht es mit dem „Sport Plus“-Modus am meisten Freude über die Landstraße zu jagen. In der Stadt bietet sich der normale Fahrmodus dann schon eher an. Schon alleine dadurch, dass die künstliche Soundkulisse des Stromers ein wenig zurückgefahren wird. Denn wie wir wissen kommt selbst ein Elektroauto im Kaliber eines Taycan Turbo S fast lautlos daher. Ein Vorteil von E-Autos. Und dennoch fehlt es dem Taycan nicht an Sportlichkeit, welche man von einem Porsche erwartet.

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Der bereits erwähnte Akku-Pack im Boden trägt hierzu seinen Teil bei. Denn der Taycan liegt selbst bei regennasser Straße unheimlich satt auf der Straße, nimmt die Kurven sicher und verliert nicht die Haftung, selbst bei der starken Beschleunigung. Negativer lässt sich hier schon eher die Federung der Fließheck-Limousine aufführen. Denn diese ist durchaus sportlich-straff ausgelegt, wodurch man durchaus kleinste Schlaglöcher und Unebenheiten auf der Straße zu spüren vermag. Auf der anderen Seite bin ich persönlich der Meinung, dass der Taycan eben nicht nur als E-Limousine, sondern als E-Limousine von Porsche daherkommt und dieser eher sportliche Ansatz durchaus hinzunehmen. Gar zu erwarten ist.

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Schlichte Eleganz im Innenraum trifft auf modernen Minimalismus

Dennoch versprüht der Taycan im Innenraum überhaupt nicht dieses sportliche Flair. Im Gegenteil, hochwertig, elegant und mit einem gesunden Hauch Minimalismus weiß das Elektroauto zu überzeugen. Hauptelement im Innenraum sicherlich das freistehende und gebogene Kombiinstrument auf der Instrumententafel. Mit dieser behält der Fahrer alles Nötige im Blick. Ein zentrales 10,9 Zoll großes Infotainment-Display und ein weiteres, optionales Display für den Beifahrer sind formschlüssig zu einem Glasband in Black-Panel-Optik zusammengefasst und verschmelzen so optisch mit dem Innenraum.

Schalter oder Knöpfe wurden stark reduziert, stattdessen setzt man auf Steuerung per Touch oder Sprachsteuerung. So lassen sich beispielsweise über den zentralen Bildschirm alle Fahrzeugkonfigurationen des Taycan einstellen. Des Weiteren bekommt man die Möglichkeit über den klar gegliederten und individualisierbaren Home-Screen schnell zu allen Apps zu gelangen. Zudem setzt der Taycan auf ein großzügiges 8,4 Zoll großen Touch-Bedienfeld mit haptischem Feedback in der Mittelkonsole. Damit lässt sich die Klimatisierung direkt einstellen. Eine integrierte Handschriftenerkennung ermöglicht zudem die schnelle Eingabe von Adressen.

Verbrauchswerte die zu überzeugen wissen & Ein kleines Fazit

Nach den rund 100 Kilometer, welche ich mit dem Porsche Taycan Turbo S des Romantik- & Wellnesshotel Deimann zurückgelegt habe, wurde ein Verbrauch von 22,9 kWh/ 100 km angezeigt. Laut technischem Datenblatt wird dieser mit 26,9 kWh/ 100 km angegeben – war somit relativ sparsam unterwegs. Vor allem, wenn man das Gewicht, die Größe und Leistung des Stromers zu Grunde legt. Hinderlich war ein wenig das Wetter, welches bei Sonnenschein seinen Teil dazu beigetragen hätte, dass der Verbrauch näher an die technischen Daten herangekommen wäre. 

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Geladen wurde der Taycan Turbo S im Anschluss an die Testfahrt am Porsche Destination Charger des Hotels. Rein theoretisch könnte dieser aber auch, dank der 800-Volt-Technologie, mit einer Ladeleistung von bis zu 270 kW geladen werden. Ausgelegt ist das E-Fahrzeug gar für 350 kW; wobei diese Ladeleistung derzeit noch durch die Batterie limitiert wird. Dem ADAC zufolge ist realistisch mit einer Ladeleistung von 150 kW an einer HPC-Säule von Ionity zu rechnen. An den gängigen 400-Volt-Säulen funktioniert das Laden mit 50 kW. Die dafür notwendige CCS-Buchse befindet sich rechts vor der Beifahrertür.

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So oder so lässt sich nach einem ersten Kennenlernen des E-Autos festhalten, dass ich positiv überzeugt von diesem bin. Wie immer gilt, dass in einem solch kurzen Zeitraum eben eher die positiven Dinge in Erinnerung bleiben, als die Dinge, welche als nicht so positiv auffallen. Dennoch bin ich mir sicher, dass der Stromer in seinem Segment mehr als zu überzeugen weiß. Und auch die anderen Hotel-Gäste, welche den Taycan Turbo S von Porsche fahren, diese Meinung teilen dürften.

Eine kleine Tourenempfehlung des Hotel Deimann

Vor Ort konnte ich erfahren, dass Jochen Deimann der Autoliebhaber in der Familie ist. Wie sollte es auch anders sein, hat er seine ganz eigene Lieblingsstrecke „eine Zeitreise durchs Sauerland“ für Autofans. Eine Strecke, welche wir dir mit auf den Weg geben wollen. Egal, ob du nun im Taycan, ZOE oder BMW i3 unterwegs bist.

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Erste Station ist die bezaubernde Altstadt von Bad Berleburg mit seinem über 760 Jahre alten Schloss, bevor es heißt, dem Winterberger Handelsmann „Hallo“ zu sagen, am schönen Marktplatz „Untere Pforte“. Weiter geht es nach Brilon, wo am Mittwoch und Samstag der historische Wochenmarkt zum Probieren alter und neuer Köstlichkeiten einlädt. Das Fachwerkdorf Bödefeld zeigt sich eher mysteriös mit seiner berühmten Reliquie, der „schwarzen Hand“, im Turm der Pfarrkirche.

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Die gesamte Strecke führt auf insgesamt 123 Kilometern durch Serpentinen und an grünen Wiesen vorbei. An dessen Ende man noch einen Abstecher zum klassizistischen Schmallenberg machen sollte, findet Jochen Deimann.

Das Romantik- & Wellnesshotel Deimann hat zu einem ersten Kennenlernen des Porsche Taycan Turbo S eingeladen und hierfür die Kosten übernommen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine hier geschriebene ehrliche Meinung.

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Geografie? Wenn der Test im Sauerland, d.i. in NRW, stattfand, was hat die „Schwäbische Alm“ in der Überschrift verloren? Die Schwäbische Alb (Mittelgebirge) liegt in Baden-Württemberg, und eine Alm ist eine Hochwiese oberhalb der Nadelwaldzone in den Alpen (Hochgebirge). Dazwischen liegen nochmal 100-150 km Luftlinie südlich. Topografie wurde von unseren gewählten Bildungspolitikern seit Jahrzehnten aus dem Lehrplan geschmissen, braucht man auch im Zeitalter des Navi anscheinend nicht mehr.

Guter Bericht mit toller Bebilderung! Der Taycan wurde auch wirklich in einer schön-schlicht geschmackvollen Farbkombi konfiguriert!
Zwei Dinge sind dabei im Text aufgefallen: Der als „Gangwahlhebel“ betitelte Wahlhebel ist eher ein Fahrstufenwahlhebel. Für die Vorwärts- und Rückwärtsfahrt werden ja bekanntlich keine Gänge eingelegt oder selbst gewählt, da einer der Gänge des Zweistufengetriebes grundsätzlich von vorneherein in Verwendung ist, egal ob man nun D, N oder R des Fahrstufenwählhebels wählt, ohne selbst Einfluss auf die Auswahl der Gänge zu haben.
Des weiteren lässt dich nicht die sehr gute adaptive Dreikammer-Luftfederung des Taycan kleinste Schlaglöcher und Unebenheiten spüren. Das ist eher der größten verfügbaren Rad- Reifenkombination geschuldet. Die 20-Zöller mit etwas höherer Reifenflanke wären wesentlich komfortabler auf schlechteren Straßen. Das Fahrwerk in der Komfortabstimmung selbst, ist nahezu über jeden Zweifel erhaben. Wundert mich etwas, dass der offenbar noch keine Winterräder montiert hatte.
Mich persönlich würde noch interessieren, wie viel Kilometer der Wagen bereits gelaufen ist. Für 98 Euro ist das wirklich ein sehr interessantes Angebot und ich kann mir gut vorstellen, dass es entsprechend hohen Zulauf erfährt!

Überschrift korrigiert, danke. Dann kann mein Kommentar auch wieder gelöscht werden.

Vielen Dank für die Antwort!

Dieses Fahrzeug – ich bitte meine Worte zu entschuldigen – wirkt auf mich wie eine Dampfwalze, der man den Kessel heraus gerissen hat, um ihn durch ein Kernreaktor zu ersetzen. Wo bleibt die Modellsprache, die den Aufbruch in ein neues Zeitalter vermittelt?
Porsches waren einst grundehrliche Sportwagen, ohne Proll, ohne barocke Fassade. Kennen Sie den roten Porsche des Künstlers Erwin Wurm? Soweit ist es gekommen. Die Parodie eines Porsches ist Realität!

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