Porsche Entwicklungsvorstand darüber warum Tesla keine direkte Konkurrenz ist

Porsche Entwicklungsvorstand darüber warum Tesla keine direkte Konkurrenz ist

Copyright Abbildung(en): skirgaila photography / Shutterstock.com

Erst Mitte März konnten wir berichten, dass Porsche mit neuen Bestmarken ins E-Mobility-Jahrzehnt startet. Bis 2024 will das Unternehmen rund 10 Milliarden Euro in die Elektromobilität und die Digitalisierung seiner Fahrzeuge investieren. Mit dem Taycan bringt das Unternehmen sein erstes E-Auto auf die Straße, welches durchaus zu begeistern weiß. Der Porsche Taycan 4S gilt seinerseits als Einstiegsvariante des vielversprechenden Stromers. Und trotz all dieser Bemühungen stehe man nicht in direkter Konkurrenz zu Tesla.

Porsche und Tesla nicht im gleichen Segment unterwegs

Dies gab der Porsche Entwicklungsvorstand Michael Steiner gegenüber Automotive News Europe-Korrespondent Christiaan Hetzner zu verstehen. Steiner ist dabei durchaus bewusst, dass die Medien Porsche und Tesla gerne gegeneinander ausspielen. Aus Sicht des Entwicklungsvorstandes betrachtet man Tesla nicht als direkten Konkurrenten. Ausschlaggebend hierfür sei die Tatsache, dass Tesla mit dem Model 3 und Model Y das Volumensegment ansprechen wolle. Porsche hat dieses Ziel nicht.

Auch über die Unterschiede der Batterietechnologien beider Unternehmen wurde gesprochen. Steiner verwies darauf, dass Tesla Rundzellen verwendet, sowie eine etwas andere Chemie und ein anderes Kühlkonzept, die alle ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben. Explizit zielt er auf das Model S ab, welches aufgrund seiner hohen Batteriekapazität in Bezug auf seine Nachhaltigkeit nicht ideal sei – ähnliche Gedanken gibt es übrigens auch bei Mazda. Vonseiten Porsche glaube man “an kleinere, leichtere und damit preiswertere Batterien, die schneller wieder aufgeladen werden können. Es ist nicht unser Anspruch, bei der elektrischen Reichweite führend zu sein. Auch wenn wir derzeit nicht planen, eine andere Architektur für Verbrennungsmotoren zu entwickeln, bedeutet das nicht, dass wir die bestehenden Modelle nicht beibehalten und verbessern können.”

Vollelektrifizierung mit Zwischenschritten geplant

Damit zielt Steiner wahrlich auf die Elektrifizierung des Macan von Porsche ab. 2022/ 2023 soll der vollelektrische Porsche Macan auf die Straße kommen, mit starken Einflüssen vom Taycan. Konsequent ist man bei der Umsetzung nicht. Denn selbst wenn der Macan im Jahr 2022/ 2023 vollelektrisch auf die Straße kommt, soll die reine Verbrenner-Variante mit einem Facelift und mit weiterentwickeltem Verbrennungsmotor weiterhin auf der Straße bleiben. Eine Plug-In-Hybrid-Variante habe Porsche mittlerweile komplett ausgeschlossen.  Hinsichtlich des Designs werden sich Verbrenner- und Elektro-Variante dennoch “erheblich voneinander unterscheiden, so dass man sofort erkennen kann, welcher welcher ist.” 

Brennstoffzelle derzeit keine Option für Porsche

Auch das Thema Brennstoffzellenmodelle bei Porsche kam im Gespräch auf. Wobei der Entwicklungsvorstand von Porsche direkt zu verstehen gab, dass man deren Einsatz weiterprüfe, “aber im Moment ist diese Technologie für Porsche nicht geeignet. Zum einen liegt die typische Leistung eines Stacks bei etwa 100 Kilowatt, wenn man also mehr Leistung will, muss man immer noch eine große Batterie einbauen, um eine Spitzenleistung zu erzielen. Das bedeutet, dass Sie noch mehr Platz für ihre Installation benötigen. Zweitens ist die Gesamtenergieeffizienz des Systems sehr schlecht, weil man viel Strom benötigt, um Wasser in Wasserstoff aufzuspalten, ihn an Tankstellen zu verteilen und wieder in Strom umzuwandeln.” Eine Einschätzung, welche man mit Konzern-Mutter Volkswagen teilt.

Quelle: Automotive News Europe – Porsche R&D boss on why Tesla is not a direct rival

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10 Antworten

    1. Jetzt hat sich einer der grössten Autohersteller der Welt und einer der bedeutensten Sportwagenhersteller der Welt gegen Brennstoffzellenantrieb entschiede.
      Das MUSS doch eine Verschwörung sein. Jeder Fanboi vom Verbrennerstammtisch weiss doch, das Wasserstoff einfach der geilste Antrieb ist, 5 Sekunden Tanken 1Mil. km fahren, oder so…

      *Ironie_off

  1. Bin mir nicht ganz sicher, aber wurde der ePorsche nicht mal zum schlechtesten Elektroauto des Jahres gewählt? Somit darf man diese Fahrzeuge definitiv nicht im gleichen Atemzug mit Tesla nennen. Das wäre eine Beleidigung – für Tesla.

  2. Wieder mal (leider) ist ein grosskotziger Unterton herauszuhören ala Porsche vs Tesla…. Fakt ist: Tesla ist DER Pionier in Sachen E-Fahrzeuge mit innovativem Konzept und eigenem problemlosem Ladenetz. Darüber hinaus Taycan vs Model S: Der Tesla bietet nahezu die gleichen Fahrleistungen und das zum halben Preis, auch ist er das wesentlich praxistauglichere Fahrzeug als echter 5-Sitzer mit überaus praktischer Heckklappe.

  3. Die Aussage, dass Porsche keine Ambitionen hat, bei der Reichweite führend zu sein, könnte sich unter dem Strich negativ auf Porsche auswirken.
    Was ist der Umkehrschluss. Kleine Reichweiten = öfters laden. Öfters laden = mehr Schnellladungen was wiederum einen Einfluss auf das Altern der Batterien hat. Altern der Batterie = Speicherverlust = nochweniger Reichweite.
    Kleinere Reichweiten sind für ein reins Stadtfahrzeug ok, aber da Porsche definitiv kein reines Stadtfahrzeug ist, sondern eher für Ausflüge etc. benutzt wird bleibe ich bei meiner Meinung, dass diese Aussage von Porsche nicht optimal oder gar verkaufsfördernd war.

  4. Porsche ist im Elektroauto Sektor ein Nischenhersteller und wird es bleiben. Allein preislich ist Porsche weit entfernt davon grosse Stückzahlen zu erreichen. Genau das unterscheidet Porsche fundamental von Tesla. Leider sehe ich noch keine grossartigen Innovationen von Porsche wie man es sich sonst von diesem Hersteller gewohnt ist. Da gibt es nichts von Leadership. Schade, weil damit Deutschland seine Führung in der Automobilindustrie preisgibt.

  5. Für einen puren Sportwagen kann ich mir ein FCEV kaum vorstellen. Aber schon für die großen SUV von Porsche. Die sollten mal darüber nachdenken, eine kleine FC als REX zu installieren. Die Akku kann dann kleiner ausfallen und die FC braucht auch nur so groß ausgelegt zu werden, dass der Dauerverbrauch abgedeckt wird. Da reichen locker 30-40 KW Leistung für die FC. An der Dynamik des Porsche ändert sich nichts, da es ein BEV alla Porsche bleibt. Nur die Akku ist halt kleiner ausgelegt. Und bei den Preisen für einen Porsche ist die komplexere Technik sicherlich “drin”. Eventuell können da die letzten Porsche-Verbrennerfans sich auch für ein EV begeistern lassen.

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