Der polnische Konkurrent der DHL InPost steigt um auf Elektrovans

Der polnische Konkurrent der DHL InPost steigt um auf Elektrovans

Copyright Abbildung(en): Paul Maguire / Shutterstock.com

Auf dem polnischen Markt für Kurierdienste hat es die DHL nicht gerade leicht. Auf dem Markt gibt es einen harten Wettbewerb vieler Anbieter. Das polnische Unternehmen InPost gehört neben der Poczta Polska zu den aktivsten und stärksten Konkurrenten von DHL. Ein erheblicher Vorteil für das Unternehmen sind dabei die rund 8.000 Paketstationen, die InPost in Polen betreibt. Weitere 800 Automaten sind in Großbritannien aufgestellt worden, sowie rund 300 in Italien. Damit kann InPost auch im gesamteuropäischen Wettbewerb punkten.

Nachdem bereits letztes Jahr die polnische Post ihre Flotte um 20 Nissans e-NV-200 ergänzt hat, setzt nun auch InPost auf dieses Modell. Wie das Logistikportal der polnischen Tageszeitung Rzeczpospolita berichtet, erweitert InPost derzeit die eigene Elektroautoflotte um 40 neue Nissan e-NV200 XL Voltia- und e-NV 200-Fahrzeuge. Diese E-Vans werden in Warszawa, Wrocław und Kraków zum Einsatz kommen.

„Die Marktführerschaft bedeutet nicht nur Privilegien – aber auch Verantwortung für unsere gemeinsame Zukunft. Wir haben eine strategische Entscheidung getroffen und uns für Investitionen in Elektroautos entschieden. Eine Flotte von 40 neuen Autos kommt auf die Straßen polnischer Städte. Wir handeln damit sozial verantwortlich angesichts von Klimaproblemen – mit denen die ganze Welt kämpfen muss. Investitionen in Elektroautos sollten heute eine wichtige Strategie für jedes Logistikunternehmen sein“, sagte der Vorsitzende von InPost, Rafał Brzoska.

Mit der Unterstützung des Fonds für Emissionssenkungen im Transportwesen (Fundusz Niskoemisyjnego Transportu, FNT) möchte InPost weitere 500 Elektrofahrzeuge anschaffen, die die Pakete in den wichtigsten Städten Polens ausliefern sollen. Mittlerweile wurde der FNT in den Zuständigkeitsbereich des Nationalen Funds für Umwelt- und Gewässerschutz (NFOŚiGW) überführt. Das Budget des FNT betrug im September 2020 umgerechnet rund 150 Millionen Euro, die zur Förderung der Reduzierung von Emissionen ausgegeben werden können.

Die erste Stadt, die vollständig emissionsfrei von InPost beliefert wird, wird Warschau sein – was laut der Pressemitteilung bis Ende 2021 möglich werden soll.

Die E-Vans, die InPost einsetzen möchte, verfügen über eine Reichweite von bis zu 200 km in der Stadt, eine Ladekapazität von 580 kg und 8 m3 Laderaum. Der Laderaum wurde durch eine Verlängerung der Karosserie und ein Anheben des Daches vergrößert. Im Inneren können die Mitarbeiter im Stehen arbeiten, was den Arbeitskomfort des Fahrers beim Ein- und Ausladen verbessert. Das Fahrzeug ist mit einem leistungsstarken 40-kWh-Lithium-Ionen-Akku und einem CHAdeMO-Ladeanschluss zum schnellen Aufladen mit Gleichstrom ausgestattet. Es besteht auch die Möglichkeit eines halb so schnellen Ladens mit einer Leistung von 6,6 kW.

Auch aus der Sicht des örtlichen Nissanvertriebs sind die Pläne von InPost ein erheblicher Vorteil, denn die Marke entwickelt sich aktuell zum bevorzugten E-Van polnischer Großunternehmen. In Bezug auf die besondere Eignung des Nissan e-NV200 XL Voltia sagte der Vertriebsleiter der Nissan Sales CEE Tomasz Latała-Golisz:

„Der e-NV200 XL Voltia ist das ideale Fahrzeug für Lieferungen im letzten Abschnitt – komfortabel und günstig für die Nutzer sowie vorteilhaft und praktisch für die Stadtbewohner, da sie sich fast geräuschlos bewegen und keine Emissionen ausstoßen.“


Aleksandra Fedorska ist polnisch-deutsche Politologin und Publizistin. Sie arbeitet als Korrespondentin für polnische und deutsche Medien in den Fachbereichen Energiepolitik und E-Mobilität. Fedorska lebt und arbeitet im schleswig-holsteinischen Jagel und in der polnischen Stadt Poznań.

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Mal sehen was die deutsche Post macht, nachdem sie mit dem Streetscooter gescheitert ist – hat jemand Neuigkeiten dazu?

Bei uns hoppeln immer noch gelbe Verbrenner die Strasse entlang, obwohl für dieses Stop-and-go gerade die Elektrofahrzeuge doch ideal wären.

Daniel W. sagte u.a.: „Mal sehen was die deutsche Post macht, […] Bei uns hoppeln immer noch gelbe Verbrenner die Strasse entlang, obwohl für dieses Stop-and-go gerade die Elektrofahrzeuge doch ideal wären.“
Ja.
Nachdem zusammen mit dem Streetscooter ja auch das Projekt „Work XL“ mit Ford beendet wurde, sehe ich für die Deutsche Post am ehesten ja bereits kurzfristig verfügbare Fahrzeuge der Group PSA (Citroën, DS, Opel, Peugeot und Vauxhall) und für DHL womöglich auch aus der Serie MB eSprinter.
Ich vermute hinter den Kulissen aber auch einen massiven Kampf um Preise … da *könnten* auch weniger prominente „Außenseiter und „Neueinsteiger“ in einigen Bereichen zum Zuge kommen.
Auf einen »Toten Ast« wie Nissan mit veralteter Akku- und Ladetechnik (AC-Schieflader bzw. CHAdeMO) zu setzen, wäre für die Deutsche Post bei entsprechendem Preisangebot aber (wohl) noch möglich.

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