Plug-in-Hybride im Schnitt 265 Prozent über Normverbrauch

Plug-in-Hybride im Schnitt 265 Prozent über Normverbrauch

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Eine Studie des europäischen Dachverbands verschiedener Verkehrs- und Umweltorganisationen Transport & Environment (T&E) enthält neue, aber für viele wahrscheinlich nur wenig überraschende Erkenntnisse zu den realen CO2-Emissionen von Plug-in-Hybridautos (PHEV). Die Analyse mehrerer europäischer Studien zu realen CO2-Emissionen von Plug-in-Hybriden zeigt, dass die tatsächlichen Emissionen im Durchschnitt mehr als das Zweieinhalbfache der offiziellen Testwerte betragen.

Über seine Nutzungsdauer (inkl. der Emissionen, die bei der Erzeugung von Kraftstoff oder Strom anfallen) wird ein aktueller Plug-in-Hybrid rund 28 Tonnen CO2 ausstoßen, etwas weniger als ein herkömmliches Hybridauto ohne Stecker (33 Tonnen). Im Vergleich dazu stößt ein herkömmlicher Benziner 39 Tonnen und ein Diesel im Schnitt 41 Tonnen CO2 aus. Ein neues Batterie-Elektroauto hingegen wird während seiner Nutzungsdauer nur etwa 3,8 Tonnen CO2 verursachen.

Die Untersuchungen zeigen zudem, dass Plug-in-Hybride häufig ihren Verbrennungsmotor hinzunehmen, selbst wenn sie mit angeblich null Emissionen fahren. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass die CO2-Emissionen von PHEV im Realbetrieb viel mehr mit herkömmlichen Benzinern und Dieseln vergleichbar sind, denn mit reinen Elektroautos, so T&E.

Plug-in-Hybridautos haben sowohl einen herkömmlichen Verbrennungsmotor als auch eine Batterie und einen Elektromotor an Bord. Sie werden von Autoherstellern als emissionsarme Elektrofahrzeuge angepriesen, welche das beste aus zwei Welten unter einem Blechkleid in sich vereinen sollen und eine gängige rein elektrische Reichweite von mindestens 50 Kilometern aufweisen müssen, um in den Genuss von Förderungen zu kommen. Die Verkäufe von Plug-in-Hybriden steigen exponentiell, zum Teil im dreistelligen Prozentbereich.

Eine Attraktivität, welche die Hersteller in bare Münze umwandeln wollen: Allein in diesem Jahr werden in Europa fast 50 neue Plug-in-Modelle auf den Markt gebracht, womit sich die Gesamtzahl der verkauften Modelle auf mehr als 100 erhöht. Die Verkäufe werden in Deutschland neben der direkten Prämie auf den Kaufpreis auch durch großzügige Firmenwagensteuersätze getrieben.

117 Gramm CO2 je Kilometer statt den 44 Gramm aus den Labortests

Die Analyse der Datenbanken der realen Emissionen von PHEVs durch T&E zeigt, dass die Plug-in-Hybride im Schnitt eben nicht die 44 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren, wie es aus den offiziellen Labortests abzuleiten ist, deren Werte in die Verkaufsprospekte wandern und in die Berechnung der CO2-Flottenemissionen der EU einfließen. Tatsächlich ist es mehr als das Zweieinhalbfache dessen: 117 Gramm CO2 je Kilometer.

Dies liegt zum einen daran, dass die Teilzeitstromer häufig nicht ausreichend regelmäßig von ihren Besitzern aufgeladen werden. Andererseits seien die Stecker-Hybride oft im Verbrennermodus unterwegs, selbst wenn sich der Plug-in-Hybrid im vermeintlichen emissionsfreien Modus befindet, etwa wenn bei kalten Temperaturen die Heizung eingeschaltet ist. Auch wenn Fahrer stark beschleunigen, werde oft automatisch der Verbrenner hinzugeschaltet. Die Daten zu den realen Emissionen von PHEV hat T&E aus einer Vielzahl von Quellen zusammengestellt, mit Informationen zu rund 20.000 Plug-in-Hybriden aus Flotten oder von privaten Käufern.

Quelle: Transport & Environment – UK briefing: The plug-in hybrid con (PDF)

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Ab nächstem Jahr werden von der EU die Verbrauchsdaten erfasst, dann werden Großflächig alle Daten von Fahrzeugen der letzten Jahre erfasst und diese Statistik wird entscheiden ob weiterhin Förderungen für Hybrid möglich sind.
Bin mal gespannt ob es so wie in England läuft wo die Förderungen bereits eingestellt wurden.

Mein Vater fährt einen Mitsubishi Outlander PHEV und der liegt sogar unter dem Normwert. Letzte Woche ist der Wagen jedoch zwangsweise in den Verbrennermodus gegangen. Angeblich würde die Kraftstoffqualität sonst zu schlecht. Das macht der Wagen wohl immer automatisch, wenn seit 3 Monaten der Verbrenner nicht mehr gelaufen ist.

Zu Hause werden diese geladen. Auswärts nicht den reinen E s die Ladesäulen blockieren. Macht auch keinen Sinn wegen 12 KW h s Akkus an die Säule zu fahren. Anders wird es sobald diese 30 er Akkus haben, dann müssen sie den angegebenen Verbrauch auch nicht mehr zu 200% leugnen.

Ich selbst fahre einen Outländer PHV , da ich fast nur im Ort Unterwegs bin auf fast nur elektrisch (Eigenheim mit Steckdose ). Der Schuss ins Knie war, diese PHV´s als Dienstwagen zu subventionieren…. idiotisch, da bedeutend mehr als 50km am Tag unterwegs. Nun wundern sich die Politiker, das der PHV soo viel Sprit verbraucht.

Als Privatperson macht PHV wirtklich dann Sinn, wenn man viel Kurzstecke fährt. Da schont man wirklich Geldbeutel UND Umwelt. und wenn die Dienstwagenregelung wegfällt wird sich auch das Missverhältniss Strom zu Sprit ändern….sooo einfach kann die Welt sein. Das ist ein einfaches Rechenexempel….

Das E-Kennzeichen an Plugs zu verschenken ist vorsätzlicher Mord am Klimasschutz.
Die meisten Plugs sind mit demonstrativen Poser-Abgasrohren ausgestattet und demonstrieren damit nicht gerade die Absicht unserer Kugel zu helfen, zB Audi Q5 plug.
Des Weiteren verstopfen diese Fahrer gerne vorsätzlich wie viele sonstige Verbrennerpiloten die innerstädtischen E-Ladestellen, d.h. ohne an den Säulen zu laden.
War gerade in Stuttgart und wurde schockiert wie E-Ladestellen absichtlich zuparkt werden. Da will keiner eMobil haben

Volle Zustimmung. Ich fahre meinen neuen A250e in der Stadt und in der näheren Umgebung immer elektrisch. Nur bei längeren Strecken wird der Verbrenner benutzt. Damit wird die Co2 Bilanz hervorragend. Das Bashing von PEHV Autos ist voll daneben. Man sollte nur die niedrigere Besteuerung der Dienstwagen wieder aufheben

Die 0,5% Regelung ist ein Anreiz um zumindest den ersten Schritt in Richtung Stromer zu gehen und wenn es nur ein Hybrid ist. Ich selber fahre einen Porsche Panamera Hybrid. Das letzte Mal habe ich Ende 2019 (vor neun Monaten) getankt und bin dieses Jahr zugegebener Weise weniger gefahren als sonst, aber immerhin schon 2.500 km mit einer Restreichweite >500 km, Durchschnittsverbrauch 1,2 Liter. Zumeist lade ich in der Firma, manchmal auch in anderen Städten. Wenn ich lade bedeutet dies, das ich elektrisch fahre wie ein BEV. Warum soll ich die Ladesäule für die kurze Zeit nicht belegen dürfen? Ich tue dem Klima den gleichen Gefallen wie ein BEV. Auch auf Langstrecke ist der Hybrid eine fantastische Sache. Er lädt sich fortlaufend während des Fahrens durch Rekuperation auf, der Verbrauch wird bedeutend reduziert. Auf dem Weg zum Stromer ein tolles Konzept und sicherlich einer Förderung würdig. Mein Ladekabel habe ich am ersten Tag ausgepackt.

Fahre selbst einen Plug-In-Hybride. Tanke den Strom über Photovoltaik, das ist fast null Emission. Denn ich fahre nur kurze Strecken. Fahre fast 1000km und verbrauche knappe 30 Liter Benzin. Wer als Hybrid eine öffentliche Ladestation blockiert ist rücksichtslos und Pfenningfuchser. Diejenigen sollen bitte an die reinen E-Autos denken, bei denen ist der Akku leer, da geht nix mehr. Die Hybrid können noch mit Verbrennen fahren.

Wer vorwiegend Kurzstrecken fährt kauft heute ohne hin nur EV s. Handelsvetreter die Mieter sind kaufen solche Autos . Ihr Nächstes wird ein rein Elektrisches sein, vor allem wenn sie dann ab PV vom Dach in der Nähe laden können.

Es ist ja erschreckend was für ein Elitäres Publikum sich hier herumtreibt, Tipps wie eine Preisdiktatur von 3€ bis 4€ sind ja offenbar nur die Spitze und entbehren jeglicher Realität.
Mich würde wirklich interessieren was für Berufsgruppen hier symphatisieren, dass DDR gleiche Verhältnisse erwünscht sind und das heuchlerisch im Namen der Umwelt.

kistner: So unterschiedlich können Beobachtungen sein. Alle Ladesäulen, die ich ansteuere, werden überhaupt nicht blockiert, weil ich es vermeide, mich in Großstädten oder überfüllten Ferienregionen aufzuhalten. Gestern noch beim Ikea hat sich mein PHEV zusammen mit einem Zoe 4 Ladesäulen geteilt.
Bei Ihren Erfahrungen würde ich eher Beschwerdebriefe an die Kommunen und Autohersteller schreiben, damit mehr Ladesäulen aufgestellt und höhere Ladeströme bei PHEVs möglich werden.

Einfach unfassbar welche Verbotsorgien hier vorgeschlagen werden.
Mein Q2 Tdi mit 115 PS verbraucht 5l Diesel und ist deutlich umweltfreundlicher als plugin Hybride, die niemals eine Steckdose sehen werden. Die dienstwagenfahren donnern jetzt mit 200 und einem Benziner über die Autobahn. Einfach nur Wahnsinn.
Diese ganze Debatte wird nur noch religiös geführt

Bin die letzten 40000km im Schnitt mit 2,3 Liter ausgekommen Herstellerangabe 1,7Liter… Schlimm… Sehr schlimm für ein SUV mit knapp 2Tonnen…

Was ich irgendwie nicht verstehe, wieso bei vielen der PHEVs so groß dimensionierte Motoren verbaut werden. Da fahr ich einmal Langstrecke und hol alles an CO2 wieder rein, dass ich mit dem Elektroantrieb gespart habe….

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