Plug-in-Hybride im Schnitt 265 Prozent über Normverbrauch

Plug-in-Hybride im Schnitt 265 Prozent über Normverbrauch

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Eine Studie des europäischen Dachverbands verschiedener Verkehrs- und Umweltorganisationen Transport & Environment (T&E) enthält neue, aber für viele wahrscheinlich nur wenig überraschende Erkenntnisse zu den realen CO2-Emissionen von Plug-in-Hybridautos (PHEV). Die Analyse mehrerer europäischer Studien zu realen CO2-Emissionen von Plug-in-Hybriden zeigt, dass die tatsächlichen Emissionen im Durchschnitt mehr als das Zweieinhalbfache der offiziellen Testwerte betragen.

Über seine Nutzungsdauer (inkl. der Emissionen, die bei der Erzeugung von Kraftstoff oder Strom anfallen) wird ein aktueller Plug-in-Hybrid rund 28 Tonnen CO2 ausstoßen, etwas weniger als ein herkömmliches Hybridauto ohne Stecker (33 Tonnen). Im Vergleich dazu stößt ein herkömmlicher Benziner 39 Tonnen und ein Diesel im Schnitt 41 Tonnen CO2 aus. Ein neues Batterie-Elektroauto hingegen wird während seiner Nutzungsdauer nur etwa 3,8 Tonnen CO2 verursachen.

Die Untersuchungen zeigen zudem, dass Plug-in-Hybride häufig ihren Verbrennungsmotor hinzunehmen, selbst wenn sie mit angeblich null Emissionen fahren. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass die CO2-Emissionen von PHEV im Realbetrieb viel mehr mit herkömmlichen Benzinern und Dieseln vergleichbar sind, denn mit reinen Elektroautos, so T&E.

Plug-in-Hybridautos haben sowohl einen herkömmlichen Verbrennungsmotor als auch eine Batterie und einen Elektromotor an Bord. Sie werden von Autoherstellern als emissionsarme Elektrofahrzeuge angepriesen, welche das beste aus zwei Welten unter einem Blechkleid in sich vereinen sollen und eine gängige rein elektrische Reichweite von mindestens 50 Kilometern aufweisen müssen, um in den Genuss von Förderungen zu kommen. Die Verkäufe von Plug-in-Hybriden steigen exponentiell, zum Teil im dreistelligen Prozentbereich.

Eine Attraktivität, welche die Hersteller in bare Münze umwandeln wollen: Allein in diesem Jahr werden in Europa fast 50 neue Plug-in-Modelle auf den Markt gebracht, womit sich die Gesamtzahl der verkauften Modelle auf mehr als 100 erhöht. Die Verkäufe werden in Deutschland neben der direkten Prämie auf den Kaufpreis auch durch großzügige Firmenwagensteuersätze getrieben.

117 Gramm CO2 je Kilometer statt den 44 Gramm aus den Labortests

Die Analyse der Datenbanken der realen Emissionen von PHEVs durch T&E zeigt, dass die Plug-in-Hybride im Schnitt eben nicht die 44 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren, wie es aus den offiziellen Labortests abzuleiten ist, deren Werte in die Verkaufsprospekte wandern und in die Berechnung der CO2-Flottenemissionen der EU einfließen. Tatsächlich ist es mehr als das Zweieinhalbfache dessen: 117 Gramm CO2 je Kilometer.

Dies liegt zum einen daran, dass die Teilzeitstromer häufig nicht ausreichend regelmäßig von ihren Besitzern aufgeladen werden. Andererseits seien die Stecker-Hybride oft im Verbrennermodus unterwegs, selbst wenn sich der Plug-in-Hybrid im vermeintlichen emissionsfreien Modus befindet, etwa wenn bei kalten Temperaturen die Heizung eingeschaltet ist. Auch wenn Fahrer stark beschleunigen, werde oft automatisch der Verbrenner hinzugeschaltet. Die Daten zu den realen Emissionen von PHEV hat T&E aus einer Vielzahl von Quellen zusammengestellt, mit Informationen zu rund 20.000 Plug-in-Hybriden aus Flotten oder von privaten Käufern.

Quelle: Transport & Environment – UK briefing: The plug-in hybrid con (PDF)

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Ab nächstem Jahr werden von der EU die Verbrauchsdaten erfasst, dann werden Großflächig alle Daten von Fahrzeugen der letzten Jahre erfasst und diese Statistik wird entscheiden ob weiterhin Förderungen für Hybrid möglich sind.
Bin mal gespannt ob es so wie in England läuft wo die Förderungen bereits eingestellt wurden.

Ich hoffe, dass das so ist. Die Kunden wurden jetzt oft genug Vera****t. Die Hersteller haben lage genug die Zukunft verschleppt. Es geht schliesslich auch um die deutsche Automobilindustrie und deren Arbeitsplätze, die mit diesem Verhalten aufs Spiel gesetzt wird.

Bei Verbrächen und Emissionen sind nicht die bösen Hersteller schuld, sondern 90% dumme Autofahrer die unfähig sind ihr Fahrzeug vernünftig, also vorausschauend und sinnig, zu bewegen.
Sich einen PlugIn-Hybriden zu kaufen und nicht mit Strom zu laden ist so schlau wie einen Verbrenner nicht zu tanken!

Doch genau die Hersteller sind schuld, indem der Verbrennermotor bei jeder Gelegenheit zugeschaltet wird und im Alltag das dauernde laden kaum jemand macht bzw für manche unmöglich ist. Die Hersteller wissen das ganz genau, dass die beworbenen CO2 Angaben so niemals nie erreicht werden und trotzdem wollen die Hersteller diese extrem stark umweltschädigten Fahrzeuge trotzdem verkaufen

Mein Vater fährt einen Mitsubishi Outlander PHEV und der liegt sogar unter dem Normwert. Letzte Woche ist der Wagen jedoch zwangsweise in den Verbrennermodus gegangen. Angeblich würde die Kraftstoffqualität sonst zu schlecht. Das macht der Wagen wohl immer automatisch, wenn seit 3 Monaten der Verbrenner nicht mehr gelaufen ist.

Leider werden 80% der PHEV von Geschäftskunden gefahren und gar nicht geladen…

Das ist das Problem.
Genau darum sollte man nicht PHEVs subventionieren, sondern einfach den Preis für Benzin und Diesel erhöhen (z.B. so auf 3 bis 4 Euro), dann würde sich das von selbst regeln.

1+
Die Chancen stehen 1:1mio dass ich mit Ihnen einig bin. Zufälle solls auch geben.

Dennoch hätte ich folgenden etwas sozialeren Vorschlag:

Eine Fahzeugkennzeichenerkennung bei jeder Benzin/Diesel Tanksäule. Ein exponentiell steigender Mulitplikator des Literpreises gemessen am Gewicht, PS und/oder Hubraum des Verbrenners hätte den Vorteil, dass sich der Fiat Punto weiterhin sein Vortbewegungsmittel leisten könnte, der 2.5 Tonnen Panzerkreuzer aber so zur Kasse gebeten wird, dass es demjenigen auch wirklich richtig weh tut.

Bei den Steuern akzteptieren wir schon seit Langem eine progressive Mehrbelastung derjenigen mit starken Schultern.
Es sind zwar immer nur genau diejenigen mit diesen Schlachtschiffen, die dann schon die Wirtschaft am Boden sehen. Wir dürfen ihnen nur nicht immer Alles glauben.

Die Mehreinnahmen könnten dann im Umweltkontext als Quersubvention benützt werden, so quasi als Lenkungsabgabe oder einfach ein gerechtes Verursacherprinzip.

In meinen Augen wäre es ohnehin sinnvoller und gerechter, die MotorSteuer, NoVA usw. entfallen zu lassen und alles nur über den Spritverbrauch zu regeln.
Schwere Fahrzeuge brauchen mehr Sprit = teurer.
Vielfahrer benutzen stärker das Verkehrsnetz = teurer.
Bleifussfahrer und Raudis = teurer.
Omas Auto das nur 2x die Woche zum Einkaufen und Arztbesuch benötigt wird wird günstiger.
Einzige auf das man achten müsste wäre dann der Schritt zum 2. und 3. Auto, die dann alles zuparken, da stehen kaum was kostet.

Ja, aber – dann müsste ja das grössere, breitere und schwerere BEV auch mehr für den Strom zahlen, oder?
Die doppelt so grosse Batterie brauchte (beinahe) doppelt so viel Energie für die Herstellung, das schwerere BEV braucht mehr Energie für die Fortbewegung und das breitere BEV stört auf den engen Strassen und insbesondere den Parkplätzen.
So ein Zufall: eine solche rationale Steuerung würde dann automatisch zu meinem Lieblings-Gefährt führen, einem BEV mit Batterie für 150 km und Wasserstoff-Range-Extender.

Von welcher KFZ Steuer reden Sie ?
Die Steuer die mit 200 Euro einen 2,3 Liter Benziner besteuert…
Oder eine die Sinnvoll wäre wie in anderen Ländern?
Deutschland ist ein Auto Land und wenn sich nicht bald was ändert auch ein schlechtes Beispiel für die Welt…

Mit der Subvention von PHEV sind wir uns ja alle einig.
Ich sehe nicht immer ein Verhältnis zwischen Autogröße, bzw. Verbrauch und Finanzsituation der Halter.
Die Umwelt wird durch den Verbrauch belastet und nicht dadurch, ob der Schadstoff oder das CO2 aus einem Fiat oder Bentley stammt. Das ist der Umwelt ziemlich wurscht. Von dem her, ist das Verursacherprinzip bereits gerecht bedient.

Die niedrigen Spritpreise sind eher ein Sorgenkind. Da kann der SUV auch mal eine Nummer größer anfallen. Jedes neue Verbrenner Fahrzeug, wird die Umwelt für die nächsten 15 Jahre belasten.

Mark Müller:
Leider werden dann diejenigen am meissten gestraft, die die wenigsten Möglichkeiten haben ein verbrauchsgünstigeres Auto zu kaufen. Nämlich alle diejenigen an der Einkommensuntergrenze, die auf ein Autos angewiesen sind, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen (aus dem billigen ländlichen Gebiet in die Stadt pendeln etc.).

Ist so. Die subventionieren mit ihren Steuern und v.a. den Brennstoff-Abgaben den Tesla ihres Chefs.

Das ist ein löbliches Fahrverhalten mit einem PHEV. Dann macht es auch Sinn. Ihr Vater ist leider in der Minderheit. Gerade bei den Firmenwägen, dort sind die wegen der 0,5% Regelung immer beliebter wird das Ladekabel umausgepackt nach der Leasingzeit wieder mitabgegeben. Im Besten Fall wird es mal ausgepackt um einen Parkplatz zu sichern (Lademöglichkeit) und der BEV Fahrer guckt dann in die Röhre.

Zu Hause werden diese geladen. Auswärts nicht den reinen E s die Ladesäulen blockieren. Macht auch keinen Sinn wegen 12 KW h s Akkus an die Säule zu fahren. Anders wird es sobald diese 30 er Akkus haben, dann müssen sie den angegebenen Verbrauch auch nicht mehr zu 200% leugnen.

@ Strauss, die meisten Ladesäulen im In- und Ausland werden durch Hybride blockiert! Egal wo, am kompletten Gardasee, in Lyon, in Wien, in Berlin (sowieso) Stuttgart, München oder auch am Supermarkt es stehen immer diese verf****ten Hybride dort und zapfen bzw. lutschen den Strom raus!
Ich habe schon mal meine Stadtwerke angeschrieben das sie ein Hybridverbot veranlassen! Für mich sind Hybridfahrzeuge Lafesäulenblockierer!!

Ich selbst fahre einen Outländer PHV , da ich fast nur im Ort Unterwegs bin auf fast nur elektrisch (Eigenheim mit Steckdose ). Der Schuss ins Knie war, diese PHV´s als Dienstwagen zu subventionieren…. idiotisch, da bedeutend mehr als 50km am Tag unterwegs. Nun wundern sich die Politiker, das der PHV soo viel Sprit verbraucht.

Als Privatperson macht PHV wirtklich dann Sinn, wenn man viel Kurzstecke fährt. Da schont man wirklich Geldbeutel UND Umwelt. und wenn die Dienstwagenregelung wegfällt wird sich auch das Missverhältniss Strom zu Sprit ändern….sooo einfach kann die Welt sein. Das ist ein einfaches Rechenexempel….

Naja, das ganze mit den falschen Werten fängt aber schon bei der Start/Stopp-Funktion an, die gerne deaktiviert wird und so die angegebenen Werte nicht erreicht werden.

Das E-Kennzeichen an Plugs zu verschenken ist vorsätzlicher Mord am Klimasschutz.
Die meisten Plugs sind mit demonstrativen Poser-Abgasrohren ausgestattet und demonstrieren damit nicht gerade die Absicht unserer Kugel zu helfen, zB Audi Q5 plug.
Des Weiteren verstopfen diese Fahrer gerne vorsätzlich wie viele sonstige Verbrennerpiloten die innerstädtischen E-Ladestellen, d.h. ohne an den Säulen zu laden.
War gerade in Stuttgart und wurde schockiert wie E-Ladestellen absichtlich zuparkt werden. Da will keiner eMobil haben

Die werden nicht direkt absichtlich zugeparkt, sonder das tolle gegen das auto von der Regierung vor Ort hat dazu geführt das Parkplätze allgemein zu wenig sind und dort notgedrungen gestanden wird.

Volle Zustimmung. Ich fahre meinen neuen A250e in der Stadt und in der näheren Umgebung immer elektrisch. Nur bei längeren Strecken wird der Verbrenner benutzt. Damit wird die Co2 Bilanz hervorragend. Das Bashing von PEHV Autos ist voll daneben. Man sollte nur die niedrigere Besteuerung der Dienstwagen wieder aufheben

Es gibt eben eine kleine Minderheit, die Hybride ernst nimmt und sich den Aufwand antut. Wenn man einfach nur fahren kann wie mit einem Verbrenner ist das Aufladen anstregend.

Die 0,5% Regelung ist ein Anreiz um zumindest den ersten Schritt in Richtung Stromer zu gehen und wenn es nur ein Hybrid ist. Ich selber fahre einen Porsche Panamera Hybrid. Das letzte Mal habe ich Ende 2019 (vor neun Monaten) getankt und bin dieses Jahr zugegebener Weise weniger gefahren als sonst, aber immerhin schon 2.500 km mit einer Restreichweite >500 km, Durchschnittsverbrauch 1,2 Liter. Zumeist lade ich in der Firma, manchmal auch in anderen Städten. Wenn ich lade bedeutet dies, das ich elektrisch fahre wie ein BEV. Warum soll ich die Ladesäule für die kurze Zeit nicht belegen dürfen? Ich tue dem Klima den gleichen Gefallen wie ein BEV. Auch auf Langstrecke ist der Hybrid eine fantastische Sache. Er lädt sich fortlaufend während des Fahrens durch Rekuperation auf, der Verbrauch wird bedeutend reduziert. Auf dem Weg zum Stromer ein tolles Konzept und sicherlich einer Förderung würdig. Mein Ladekabel habe ich am ersten Tag ausgepackt.

Fahre selbst einen Plug-In-Hybride. Tanke den Strom über Photovoltaik, das ist fast null Emission. Denn ich fahre nur kurze Strecken. Fahre fast 1000km und verbrauche knappe 30 Liter Benzin. Wer als Hybrid eine öffentliche Ladestation blockiert ist rücksichtslos und Pfenningfuchser. Diejenigen sollen bitte an die reinen E-Autos denken, bei denen ist der Akku leer, da geht nix mehr. Die Hybrid können noch mit Verbrennen fahren.

Wer vorwiegend Kurzstrecken fährt kauft heute ohne hin nur EV s. Handelsvetreter die Mieter sind kaufen solche Autos . Ihr Nächstes wird ein rein Elektrisches sein, vor allem wenn sie dann ab PV vom Dach in der Nähe laden können.

Es ist ja erschreckend was für ein Elitäres Publikum sich hier herumtreibt, Tipps wie eine Preisdiktatur von 3€ bis 4€ sind ja offenbar nur die Spitze und entbehren jeglicher Realität.
Mich würde wirklich interessieren was für Berufsgruppen hier symphatisieren, dass DDR gleiche Verhältnisse erwünscht sind und das heuchlerisch im Namen der Umwelt.

Ich sehe eine Erhöhung der Steuern auf fossile Brennstoffe nicht so sehr als Preisdiktat und kann auch Ihren DDR Vergleich nicht ganz nachvollziehen. Der Unterschied zwischen einer sozialistischen Planwirtschaft und einer Steuer in einer Marktwirtschaft besteht darin, dass in der Planwirtschaft der Preis zentral festgelegt wird und keine privaten Marktteilnehmer zugelassen sind. Eine Steuer bedeutet weder das Eine, noch das Andere. Es geht hier vielmehr um einen Ausgleich für ein bestehendes Marktversagen. Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase stellt einen negativen externen Effekt dar, der ohne die Internalisierung durch eine Steuer nicht über den Preis abgebildet werden könnte.
Natürlich muss sich die Höhe der Steuer an dem Schaden orientieren, der über den Preis internalisiert werden soll. Es gibt durchaus ernstzunehmende Wissenschaftler, die den Umweltschaden durch die Verbrennung eines Liters fossiler Kraftstoffe erheblich höher einschätzen, als es der aktuelle Kraftstoffpreis abbildet.
Vielleicht ist Ihre Einschätzung richtig und der Schaden ist deutlich geringer als 3 € pro Liter, vielleicht aber auch nicht. Die Frage ist doch nur, ob Sie es genau wissen?
Andere Nutzer dieses Forums zu beleidigen ist allerdings kein wirklich konstruktiver Beitrag zur Problemlösung.
Ach ja, meine Berufsgruppe möchten Sie auch noch wissen. Ich bin Betriebswirt.

Fakt ist aber doch, dass ein plötzliches Anheben des Treibstoffpreises auf 3-4€ vor allem denen schaden würde, die sich gar kein neues Auto (geschweige denn ein BEV) leisten können, oder? Es kann ja nicht nur das Ziel sein diejenigen zu bestrafen, die Verbrenner fahren (müssen). Alternative Antriebe müssen stattdessen praktikabler (Reichweite, Infrastruktur, Ladezeiten) und vor allem wirtschaftlicher werden.

Eine Anhebung des Kraftstoffpreises auf ein Niveau, das alle negativen externen Effekte vollständig internalisiert, würde zu einer Konsumvermeidung aller Konsumenten führen, deren Grenznutzen unter den neuen Bedingungen negativ wird. Der Nutzen der Gesamtgesellschaft wird hingegen erhöht, da die negativen externen Effekte vollständig durch den Preis abgebildet werden.

Beispiel: Durch eine Fahrt von A nach B habe ich Einnahmen von 5 €. Meine Kosten steigen durch den höheren Spritpreis von 4 € auf 8 €. Unter diesen neuen Bedingungen vermeide ich die Fahrt, die ich zu alten Bedingungen noch angetreten hätte. Mein persönlicher Nutzen reduziert sich in diesem Beispiel durch den neuen Preis von 1 € auf 0 € und der Nutzen der Gesamtgesellschaft erhöht sich von -3 € auf 0 €, da ich die Fahrt nicht mehr antrete.

So hart es klingt, aber für die Gesamtgesellschaft ergibt es keinen Sinn, wenn ein Geringverdiener eine weite Strecke zu seinem Arbeitsplatz fährt und durch den CO2 Ausstoß einen größeren Schaden für die Gesellschaft anrichtet, als seine Arbeit an Wertschöpfung erzielt.

Soviel zur marktwirtschaftlichen Theorie.

Da wir in Deutschland allerdings eine soziale Marktwirtschaft haben, müssen wir die Kosten für Sozialleistungen, auf die der Geringverdiener bei Arbeitslosigkeit Anspruch hat, ebenfalls berücksichtigen. Das könnten wir beispielsweise durch eine Erhöhung der Pendlerpauschale für Geringverdiener erreichen.

Herr Klüsener, wenn Sie die Fahrt nicht mehr mit Ihrem Verbrenner antreten hat das Klima gewonnen und das Öl bleibt sogar dort wo es eigentlich hingehört, nämlich in der Erde. Genau darum geht es.

Müssen am Ende dieses Jahrzehntes wirklich immer noch 48 Milionen Autos in Deutschland unterwegs sein nur dass die Autofirmen, die allesamt im 20 Jahrhundert entstanden sind einfach nur am Leben erhalten werden. Innovation entsteht erst dann, wenn nicht einfach Alles seinen gewohnten Gang gehen kann.

Ich bin mir ganz sicher, dass der harte Kern der SUV Fahrer bis zum Äusserten gehen wird, um noch ihre 3 Tönner duch die Gegend jagen zu können. Vorher würden die Ihr Bett verkaufen.

Oder ist es nicht vielmehr an der Zeit den ÖV DE so auszubauen, dass am Ende nur noch 30 Milionen privater PkW’s und fast kein LkW’s mehr unterwegs sind und/oder diese dann auch noch elektrisch ? Das wäre ein aktiver Beitrag an Innovation und Cleantech.

Warum in aller Welt akzeptieren wir, dass breite Schultern bei den Steuern stärker belastet werden aber beim Benzin/Diesel soll das nicht auch möglich sein ?

Wieso denken wir immer noch so eingeschränkt, dass wir einfach nur das Prinzip „Alter Wein in neuen Schläuchen“ weiterführen können. Die Millenial Generation wird uns zeigen, dass es Anders und dazu noch viel effizienter gehen wird. Eine andere und neue Art der Mobilität die endlich das Alte aus dem 20 Jahrhundert ablösen wird und mehr Lebensqualität schafft.

Zu guter letzt, das Klima wird nicht warten bis wir uns sozial eingerichtet haben. Je früher wir handeln, je günstiger wird es uns kommen. Dass es uns aber schon heute sehr teuer zu stehen kommen wird ist absehbar.

Ich meine das jetzt in aller Höflichkeit, aber in was für einer idealisierten, heilen Welt leben sie eigentlich???
Sie Beschreiben das so, als wäre es purer Luxus, dass ich einen Arbeitsplatz habe, der nicht direkt bei mir vor der Haustüre steht. Ist ihnen schon einmal der Gedanke gekommen, dass manche Menschen da arbeiten müssen, wo sie einen Job bekommen? Dass wir da wohnen müssen, wo wir uns eine Wohnung mit besagtem Job überhaupt leisten können (was mittlerweile bei Leibe nicht mehr leicht ist)?

Meine Frau arbeitet in der Pflege. Mit Geld wird man in diesem Beruf mit Sicherheiten nicht überschüttet. Eine sinnvolle Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr gibt es von uns aus nicht, etwas näheres oder besser angebundenes können wir uns nicht leisten. Was sollen wir also ohne Auto machen, Taxi fahren?

Als ich vorhin gesagt habe es schadet den Falschen, meinte ich nicht die, die jeden Tag mit einem dicken SUV zur 3km entfernten Arbeit pendeln. Ich meinte die, die mit einem alten Fiat 90km zur Arbeit fahren, weil sie es müssen. Und dummerweise zählen meine Frau und ich gemeinsam vor den Augen des Staates nicht mehr als Geringverdiener, gleichwohl nach Ihrem Modell nach Sprit für uns kaum noch Geld fürs Wohnen und Essen bleib…

Herr Van Doom,

ich denke, dass wir uns in einigen Punkten einig sind. Nämlich, dass es durch den Ausstoß von Treibhausgasen einen Umweltschaden gibt, dass dieser Umweltschaden aktuell nicht durch den Spritpreis wiedergegeben wird und dass es für den Schaden erstmal egal ist, ob er von einem neuen Porsche, oder von einem alten Fiat verursacht wird.

Wenn die Arbeitsleistung des Fahrers eines alten Fiat für die Gesellschaft mehr Wert ist, als der verursachte Umweltschaden, dann müssen wir durch geeignete Instrumente, z.B. die Erhöhung des Freibetrags der Einkommensteuer, eine Erhöhung der Pendlerpauschale, oder auch eine jährliche pauschale Auszahlung dafür sorgen, dass diese Person ihre gesellschaftlich sinnvolle Aufgabe weiter erfüllen kann. Gleichzeitig würde der Lenkungseffekt des höheren Kraftstoffpreises bestehen bleiben. Sobald es finanziell möglich ist, würde jeder verständige Mensch ein Auto kaufen, dass weniger Sprit schluckt, als das alte Auto und sobald eine Bahnverbindung besteht, würde jeder mit der Bahn pendeln. Für denjenigen, der auf das Auto angewiesen ist, würde der Effekt nichtmal so groß ausfallen. Derjenige, der das Auto aber stehen lässt/lassen kann wird durch geringere Kosten bei steigendem Einkommen belohnt.

Mal abgesehen davon, dass es schwer umsetzbar ist verschiedene Steuersätze für eine Verbrauchssteuer einzuführen, würde es auch den Lenkungseffekt einschränken. Es gibt nämlich viel zu viele Menschen, für die eine Alternative zum Auto besteht, diese aber nicht genutzt wird, da das Auto die preisgünstigste Möglichkeit ist von A nach B zu gelangen.

Es gibt zum Beispiel den Vorschlag einiger Politiker, einen CO2 Preis einzuführen und alle Einnahmen aus der CO2 Steuer gleichmäßig auf die Einwohner zu verteilen. Das würde dazu führen, dass sich der Pendler seinen kleinen Fiat weiter leisten kann und der SUV Fahrer stärker belastet würde. Gleichzeitig würde ein Bahnpendler finanziell entlastet.

Insgesamt geht es ja bei der Idee der Internalisierung negativer externer Effekte nicht um eine Finanzierung des Staates, oder um eine Umverteilung von armen zu reichen Menschen, sondern um die Vermeidung eines Schadens, der in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.

Letztendlich sollte eine Verbrauchssteuer ausschließlich dem Ausgleich eines Marktversagens dienen um das Konsumverhalten so zu lenken, dass der Nutzen für die gesamte Gesellschaft maximiert wird.

@Marc, nur dank denjenigen, die investieren können entsteht Vortschritt. Wenn niemand investiert oder nur auf Befehl entsteht Stillstand, wie in der DDR.
Ja man kann den Reichtum verteilen, aber das machen Sie genau 1 Mal und dann ist auch da Ebbe. Das Uralte Spiel, dass die Sozies niemals bereit sein werden zu verstehen.

Sorry „Fortschritt“ mein Typo

@Markus kistner: So unterschiedlich können Beobachtungen sein. Alle Ladesäulen, die ich ansteuere, werden überhaupt nicht blockiert, weil ich es vermeide, mich in Großstädten oder überfüllten Ferienregionen aufzuhalten. Gestern noch beim Ikea hat sich mein PHEV zusammen mit einem Zoe 4 Ladesäulen geteilt.
Bei Ihren Erfahrungen würde ich eher Beschwerdebriefe an die Kommunen und Autohersteller schreiben, damit mehr Ladesäulen aufgestellt und höhere Ladeströme bei PHEVs möglich werden.

Einfach unfassbar welche Verbotsorgien hier vorgeschlagen werden.
Mein Q2 Tdi mit 115 PS verbraucht 5l Diesel und ist deutlich umweltfreundlicher als plugin Hybride, die niemals eine Steckdose sehen werden. Die dienstwagenfahren donnern jetzt mit 200 und einem Benziner über die Autobahn. Einfach nur Wahnsinn.
Diese ganze Debatte wird nur noch religiös geführt

Aber bei einem Plug-In habe ich wenigstens die Chance etwas zu tun. Bei Ihrem Diesel sind Sie einfach am Ende der Fahnenstange. Da können Sie soviel drehen und wenden wie Sie wollen. Wenn nur schon 20% anstelle eines Diesels einen Plug-In auch wirklich Plug-In fahren, hat das Klima schon gewonnen. Den Kopf in den Sand stecken und weiter so ist keine Option.

Bin die letzten 40000km im Schnitt mit 2,3 Liter ausgekommen Herstellerangabe 1,7Liter… Schlimm… Sehr schlimm für ein SUV mit knapp 2Tonnen…

Was ich irgendwie nicht verstehe, wieso bei vielen der PHEVs so groß dimensionierte Motoren verbaut werden. Da fahr ich einmal Langstrecke und hol alles an CO2 wieder rein, dass ich mit dem Elektroantrieb gespart habe….

Oh doch das verstehe ich sehr wohl. Ein potenzieller Käufer würde sich sonst einfach den normalen Verbrenner kaufen und der Verkäufer müsste am Ende die CO2 Ziele nicht erreichen. Wie irrsinnig clever die Autobauer doch sind. So typisch BMW und Mercedes. Man lässt es einfach bei der Motorisierung etwas mehr krachen, montiert da und dor vielleicht noch eine Spoiler hin und schon klappt die Falle zu.
Mit einem Normalo Motor können Sie keinen Hardcore Verbrenner Fahrer ködern. Ich frage mich immer woher die soviel Geld haben für all die Werbung an den Events und den Auftritten mit ihren Bolliden in zahlreichen Holywood Filmen. Wenn diese beiden auftreten, dann gibt es immer Champagner vom Feinsten.

Ich kenne auch so jemanden, der hat mir nach der Probefahrt so eindrücklich vorgeschwärmt, wie kraftvoll doch der PHEV angezogen hat. „Das war schon ein geiles Gefühl. Als ich ihn dann anschliessend noch gefragt habe, ob er das Auto nach der Probefahrt auch wieder angesteckt habe, meinte er bloss, „Ahhh, anstecken, wo denn ?“

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