Oslo führt mit Jaguar induktives Laden von I-Pace Elektro-Taxen ein

Copyright Abbildung(en): Jaguar

Jaguar Land Rover unterstützt die norwegische Hauptstadt Oslo mit der weltweit ersten Flotte kontaktlos aufladbarer Elektro-Taxen. Ziel der Partnerschaft ist der Aufbau einer Infrastruktur zum induktiven Hochleistungs-Aufladen von Taxen im Großraum Oslo. Jaguar Land Rover liefert für die erste Phase des Großversuchs 25 Exemplare des aktuellen Jaguar I-Pace (Modelljahr 2021). Das vollelektrische Performance-SUV ist auf die Kompatibilität mit der kontaktlosen Ladetechnologie von Momentum Dynamics ausgelegt. Es handelt sich um eine der weltweit ersten Initiativen für einen besonders umweltfreundlichen und kosteneffizienten Taxibetrieb. Die Partner im Projekt „ElectriCity“ sind der skandinavische Taxibetreiber Cabonline (NorgesTaxi AS), der größte Ladesäulenbetreiber der Region, Fortum Recharge, das US-Technologie-Unternehmen Momentum Dynamics und die Stadt Oslo.

Der Anstoß zu diesem bislang einmaligen Projekt kam von Fortum Recharge, wo die Notwendigkeit für ein effizienteres und schnelleres Laden der in Oslo verkehrenden Taxifahrer erkannt wurde. Mit Momentum Dynamics war der Wunschpartner für den Aufbau einer kontaktlosen Ladeinfrastruktur gefunden. Im nächsten Schritt testeten Ingenieure und Techniker von Momentum und Jaguar Land Rover die Funktionsfähigkeit des Systems, ehe mit Cabonline der Partner für den Betrieb der Jaguar Taxen ins Boot geholt wurde.

Für einen effizienten Einsatz benötigen Taxifahrer ein Ladesystem, das sie während ihrer Arbeitszeiten nicht zu Stillzeiten zwingt. Beim Aufladen der Batterie an einer konventionellen Ladesäule ist dies der Fall, zudem ist die Säule häufig von anderen Nutzern belegt. Im neuen System sind an zentralen Haltebuchten zahlreiche Ladeplatten mit Ladeleistungen von je 50 bis 75 kW im Boden eingelassen. So ist es möglich, dass die am Taxistand auf Kundschaft wartenden Taxen beim Vorrücken automatisch, kontaktlos und bequem Strom „nachtanken“ können. Im Schnitt mit 50 kW Ladeleistung bei sechs bis acht Minuten Standzeit. Der Effekt: Die Lithium-Ionen-Batterie eines Oslo-Taxis vom Typ Jaguar I-Pace erhält bei jeder Rückkehr zum Standplatz eine neue Ladung; so kann das Fahrzeug ohne große Standzeiten im 24/7-Service laufen.

Das Engagement in der Oslo „ElectriCity“ ist ein Baustein für Jaguar Land Rovers Vision der „Destination Zero“ – null Emissionen, null Unfälle und null Staus – mit dem Ziel unsere Umwelt gesünder und Gesellschaft sicherer zu machen.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Erfolgsbilanz auf dem Sektor Elektromobilität und haben uns zum Ziel gesetzt, den Besitz und den Einsatz von Elektroautos zu erleichtern. Die Taxi-Industrie ist das ideale Prüffeld für kontaktloses Laden und für eine elektrische Mobilität mit hohen Laufleistungen. Die sichere, energieeffiziente, leistungsstarke und kontaktlose Ladeplattform wird sich als entscheidend für elektrisch betriebene Fahrzeugflotten erweisen – so ist die Infrastruktur doch effizienter als das Nachtanken eines konventionell angetriebenen Fahrzeugs.“ — Ralf Speth, CEO von Jaguar Land Rover

Oslo wird einer der weltweit ersten Großräume sein, der kontaktlose Hochleistungs-Ladepunkte auf induktiver Basis für Elektroautos implementiert. Das Projekt ist Teil des ehrgeizigen Plans, bis 2024 alle Transport- und Taxisysteme im Raum Oslo emissionsfrei zu machen. Norwegen als Land geht sogar noch weiter und wird ab 2025 nur noch Pkw-Neuzulassungen mit Zero Emission-Antrieben zulassen.

„Wir freuen uns, private Unternehmen willkommen zu heißen, die uns dabei helfen, unsere Vision in die Wirklichkeit umzusetzen. Als Teil unserer Verpflichtung, vor 2030 die Emissionen um 95 Prozent zu reduzieren, haben wir viele aufregende Maßnahmen auf den Weg gebracht, wobei das Transportwesen weiterhin eine Hauptherausforderung darstellt. Durch die Verbesserung der Infrastruktur und bessere Lademöglichkeiten für die Taxibranche sind wir zuversichtlich, dass bis 2024 alle Taxis in Oslo emissionsfrei unterwegs sind. Um unser Ziel zu erreichen, müssen der öffentliche Sektor, Politiker und Privatunternehmen an einem Strang ziehen – wie in diesem Projekt geschehen.“ — Arild Hermstad, Vizebürgermeisterin von Oslo und verantwortlich für das Ressort Umwelt und Verkehr

Quelle: Jaguar Land Rover — Pressemitteilung vom 23.02.2020

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Für Taxifahrer vielleicht gar nicht so schlecht.

Mich würde aber der Stromverlust durch den schlechteren Wirkungsgrad im Vergleich zu einem einfachen Kabel interessieren.

Das wurde sicherlich ganz bewußt nicht aufgeführt. Andererseits, im Vergleich zu einem der neusten Dieselantriebe ist auch hier das BEV um ein Vielfaches besser. Ich fahre mein MS seit 2,5 Jahren mit unter 150Wh/km, das entspricht etwas mehr als 1,5 Liter/100 km. Aber eben völlig CO2- gift- und lärmfrei. Wenn ich schon einen Anlasser höre, könnte ich …

Ganz wichtiges Thema wie schon erwähnt: Wirkungsgrad und Kosten gegenüber Bequemlichkeit (Kabel rein und raus). Leider verstehen dies viele nicht. Man sieht dies bei der Wasserstoff-Debatte. Nicht falsch verstehen, Wasserstoff wird in riesigen Menngen gebraucht aber nicht für das Auto weil die Effizienz weit hinter der Batterie liegt und dies physikalisch bedingt nur gering verbessert werden kann.

Ganz schön arrogant, ich würd auch ein Models S fahren, wenn ich es mir leisten könnte. Ob du es glaubst oder nicht, es gibt Leute die könnne sich kein E-Fahrzeug leisten sonder „nur“ einen 30 Jahre alten Kombi.

Effizienz ist bestimmt ein wichtiges Thema. Warum stellt man nicht einfach 50kW Ladesäulen an die Stellplätze? Oder sind die teurer? Kann ich mir kaum vorstellen. Geht es nur um die Bequemlichkeit der Fahrer?? An der 1min die es braucht um den CCS Stecker einzustecken kann es ja praktisch eigentlich nicht scheitern.

@KaiGo: „Warum stellt man nicht einfach 50kW Ladesäulen an die Stellplätze?“
Schon mal den Betrieb an einen Taxistand gesehen?:
Weil 50-kW-Ladesäulen und deren Anschlusskabel nicht eben »einfach mal so« mit vorrücken, wenn an den Warteplätzen das Taxi ein ums andere Mal einen Platz vorrückt … gell?

Jede Art der Bequemlichkeit hat ihre Kehrseite… Was Handling anbelangt ist kabelloses laden im allgemeinen sicherlich zu begrüßen. Wie sich die Menge der dabei freigesetzten elektromagnetischen Strahlung auf den menschlichen Körper auswirken kann ist noch nicht erforscht. Hier sind die Berufsfahrer, die sich stundenlang in unmittelbarer Nähe der Quelle befinden besonders zu beachten!
Ich habe dabei kein gutes Gefühl, lasse mich aber gerne belehren ; )

Ich habe noch keine klaren Angaben zur Effizienz des induktiven Ladens von E-Autos gefunden.
Wahrscheinlich ist das noch so eine Energieverschwendung, daß man darüber nichts erzählen will (so wie beim FCEV).

Allerdings habe ich mal was über induktives Laden von Handys gefunden. Hier lautet der aktuelle Wert 40% ggü. 75% beim Laden per Kabel (meint evtl. wohl die Verluste in der Steckerbeschaltung bzw.Netzteil). Und man geht davon aus daß man mit viel Arbeit noch ca. 55% erreichen kann.

Ich gehe davon aus daß man prinzipbedingt auch für das Laden von E-Autos nicht wirklich bessere Werte erreichen kann.
Das stützt meine Annahme daß induktives Laden eigentlich nichts taugt, außer irgendwelche harten Randbedingungen machen es wirklich erforderlich.
Aber auch Taxistände lassen sich prinzipiell anders als mit dieser „Nachrückschlange“ organisieren, so daß das Fahrzeug stationär bleiben kann, bis ein Kunde kommt.
Das ist nämlich auch nur so eine Gewohnheits-Bequemlichkeit, zu erwarten daß das Taxi exakt vor dem Ausgang vorfährt.
Das Laufen zu einem 30m weiter stationär wartenden Taxi wäre ja auch überhaupt nicht zumutbar, und vom Taxi-Koordinator überhaupt nicht umsetzbar, *heul* !

Also: Weg mit dem induktiven Laden! Dafür haben wir keine Energie übrig.

https://www.emf.ethz.ch/fileadmin/redaktion/public/downloads/3_angebot/wissensvermittlung/studien_fachartikel/Wireless_Charging.pdf

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