Auf Tuchfühlung mit dem Opel Grandland X HYBRID4 im Schwarzwald

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„Opel wird elektrisch“ mit diesem Motto eröffnete der Automobilhersteller bei der IAA 2019 in Frankfurt seine Messepräsenz. Schon zuvor konnten wir uns, im Rahmen einer statischen Präsentation, ein Bild vom Opel Corsa-e machen. Eindrücke des ersten Plug-In-Hybriden aus dem Hause Opel, den Grandland X HYBRID4, konnten wir nur durch Berichtserstattungen aus bekannten Medien und Pressemitteilungen sammeln. Zumindest sollte dies bis Mitte Januar 2020 der Fall bleiben. Dann aber hieß es einsteigen, losfahren und den Schwarzwald im Opel Grandland X HYBRID4 erkunden. Und genau auf diese Reise möchte ich dich mitnehmen.

Der Schwarzwald als idealer Lebensraum des Grandland X

Start unserer Reise war der EuroAirport Basel. Allerdings bin ich nicht mit dem Flugzeug dahin angereist, sondern mit der Bahn. Von Mannheim aus ist man in gerade einmal zwei Stunden nach Basel gefahren. Wahrscheinlich um einiges entspannter, als mit dem Flugzeug. So zumindest meine Vorstellung. Bevor wir von Basel aus den Grandland X auf die Straße bringen sollten war ein kurzes Briefing geplant. Quasi die wichtigsten Fakten aus einer Hand. So auch die Erklärung, warum man sich für den Schwarzwald entschieden hat, um den Opel Grandland X HYBRID4 ein wenig näher kennen zulernen.

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Opel sieht den Schwarzwald als typischen SUV-Lebensraum, wenn es diesen denn gibt. Denn tatsächlich sehe ich SUVs eher in den engen Straßen der Städte, vor Kindergärten und Schulen, aber nicht über Felder fahrend oder gar über Stock und Stein. Stand bei unserer Testfahrt des Grandland X übrigens auch nicht auf dem Plan. Aber der elektrifizierte SUV mit Allradantrieb könnte, wenn man wollte. Von Basel über Todtnau bis hin zum Titisee führte die erste Etappe der Strecke. Urbanes treiben, flottes Vorankommen auf der Autobahn, als auch sich verlieren in fast vergessenen Tälern stand uns an diesem Tag bevor.

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Schnee und Eis ließen sich nur vereinzelt unterwegs blicken, aber nicht in einem solchen Ausmaß, dass der SUV vor einem Problem gestanden hätte. Im Gegenteil. Über den Feldberg an Freiburg vorbei führte uns die Schleife wieder Richtung Basel EuroAirport. Eine Tour welche bewusst gewählt wurde. Präsentiert sich Freiburg doch als “grünste Stadt” Deutschlands. Der Grandland X würde sich dort zu Hause fühlen. Da ist sich Opel ganz sicher.

Freiburg, bekannt für Ökohäuser und nachhaltiges Wohnen, gehört zu den grünsten Städten Europas. Die Stadt im Südwesten Deutschlands hat eine grüne Agenda, deren Ursprung in den 1970er Jahren liegt. Mithilfe von Solarenergie und öffentlichen Verkehrsmitteln will Freiburg bis 2050 eine kohlenstoffneutrale Stadt sein. Im Bereich Umweltschutz nimmt die Stadt mittlerweile eine Vorreiterrolle ein.

Lange warten muss man auch in Freiburg nicht mehr auf die Allrad-Version des Grandland X. Seit Juni 2019 ist dieser bestellbar, am 18. Januar 2020 wurde er in den Handel eingeführt, die Produktion sei bereits seit Herbst 2019 angefahren. Die Frontantrieb Variante des ersten Hybrid-Kompakt-SUV eines deutschen Herstellers. startet im Frühjahr 2020. Mit der Auslieferung ist dann im Laufe des 2. Quartals 2020 zu rechnen.

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Macht der Grandland X HYBRID4 aus Kundensicht Sinn?

Eine Frage, welche wir für uns beantworten sollten und auch konnten, nach ein paar Stunden Probefahrt mit dem Teilzeitstromer. Aber auch Michael Walter, Product Manager Opel, hatte eine Antwort auf die Frage und gliederte diese nach den drei Aspekten: Was macht der Markt? Welche Emotionen vermittelt der PHEV-SUV und macht er rational Sinn?

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Was macht der Markt?

Der Markt erwartet SUVs. Einfacher kann man es nicht zusammenfassen. Statistiken belegen, seit 2014 bis 2019 hat sich der SUV-Absatz um über 100 Prozent gesteigert. Nicht nur auf Opel bezogen, sondern über alle Hersteller hinweg. Der Grandland X in seiner Verbrenner-Variante als spezifisches Opel-Modell und Grundlage der Plug-In-Hybrid-Version wurde seinerseits seit Markteinführung über 180.000 bestellt. Ein wahrer Bestseller, welchen man daher auch teilelektrifiziert auf die Straße bringen wollte. Quasi mit dem Besten aus beiden Welten – zwei E-Motoren und ein Verbrenner, doch dazu später mehr.

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Welche Emotionen vermittelt der Plug-In-Hybrid?

Emotionen sind so eine Sache. Meist sehr subjektiv und vor allem nicht immer ganz einfach einzuordnen. Dennoch macht man mit dem Grandland X HYBRID4 vieles richtig. Ein SUV, welcher nicht in voller Macht vor einem steht und das Gefühl vermittelt, dass er alle Hindernisse aus dem Weg räumen kann, ob sie nun wollen oder nicht. Aber eben doch so präsent, dass man sich im Inneren sicher fühlt, guten Überblick über die Straße behält und nicht mit zig Knöpfen, Schalter und Co. im Inneren erschlagen wird. Beinahe minimalistisch präsentiert sich der PHEV. Auch ohne zu sehr auf die Nachhaltigkeit im Stadtverkehr hinzuweisen.

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Einzelne, beinahe versteckte Zierelemente und Schriftzüge lassen erkennen, dass dieser Grandland X nicht nur mit einem Verbrenner unterwegs ist. Maximal der zweite “Tankdeckel” könnte für Aufsehen sorgen. Ansonsten wirkt der Opel Grandland X HYBRID4 beinahe unscheinbar. Nicht im negativen Sinne. Vielmehr im Sinne davon, dass er als Fahrzeug daherkommt, welches sich durch fast nichts aus der Ruhe bringen lässt. Denn Opel betont bewusst, der Grandland X ist nicht nur ein Auto für den urbanen Raum, er ist für die Weite, für Überlandfahrten und die Natur erdacht. Wichtig sei nur, man “sollte diesen so oft wie möglich elektrisch fahren”, so die Aussage von Matthias Reinartz, Direktor Elektromobilität bei Opel. Denn dann spiele er seine Stärken aus.

Macht er rational Sinn?

Bleiben wir direkt beim Aspekt “so oft wie möglich elektrisch fahren”, denn dies hat direkten Einfluss auf die Frage, ob er rational Sinn macht. Denn neben lautlosem, lokalen emissionsfreien Fahren für maximal 59 Kilometer nach WLTP, verspricht der PHEV bares Geld zu sparen. Wobei es hier zwischen Privatperson und Dienstwagenfahrer zu unterscheiden gilt. Beide Parteien können den Dienstwagenbonus in Anspruch nehmen, allerdings derzeit nur für die Frontantrieb-Variante, welche netto unter 40.000 Euro beginnt; mit der Änderung des Umweltbonus wird dies auch der Fall für die Allradvariante sein. 3.750 Euro gibt es dann, welche vom Kaufpreis in Abzug gebracht werden können. Bei der Frontantrieb-Variante sind bis zu 4.500 Euro Ersparnis drin.

Beispielrechnung: Geldwerter Vorteil für PHEV

Als Dienstwagenfahrer eines PHEV profitiert man vom Geldwerten Vorteil eines solchen Fahrzeugs, im Vergleich zu einen Verbrenner. Vergleicht man zwei ähnliche Dienstwagen – Verbrenner und PHEV – zeigt sich unter gleichen Voraussetzungen, dass die Einkommensteuerbelastung bei einem Plug-In-Hybriden bei 1.980,00 Euro im Jahr liegt, beim Verbrenner um die 3.960,00 Euro im Jahr. Somit spart man als Fahrer eines Teilzeitstromers bares Geld, fast 2.000, 00 Euro im Jahr.

Berechnungsgrundlage für Steuervorteil durch PHEV laut Opel

Als Stromer günstiger im Alltag unterwegs als der Verbrenner

Selbst ein Teilzeitstromer wie der Opel Grandland X HYBRID4 sei laut Opel im Alltag günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner unterwegs. Auch hierfür hat das Unternehmen eine Beispielrechnung parat. Verglichen hat man einen Grandland X 1,6 Turbo (Verbrenner) mit dem Grandland X HYBRID4 (PHEV). Als Grundlage wurden 30.000 km pro Jahr sowie 100 km am Tag angenommen. Fährt man keine dieser 100 km elektrisch – also 0 Prozent davon – führt dies zu Energiekosten von 3.600 Euro im Jahr. Doch wie sieht es aus, wenn man zumindest teilweise elektrisch unterwegs ist?

Elektr. Tagfahrleistung in Prozent / Energie-Kosten pro Jahr
2.800 Euro pro Jahr 40%
2.600 Euro pro Jahr 50%
2.000 Euro pro Jahr 80%
1.600 Euro pro Jahr 100%

Die zuvor eingebundene Grafik verdeutlicht, fährt man beispielsweise 50 Prozent seiner täglichen Strecke, also 50 Kilometer, rein elektrisch kommt man auf Energie-Kosten im Jahr von 2.600,00 Euro – spart somit gegenüber dem Verbrenner bereits 1.000 Euro pro Jahr. Gelingt es einem zu 100 Prozent die tägliche Strecke zu fahren, kommt man auf eine Einsparung von 2.000 Euro im Jahr. Dies würde allerdings auch bedeuten, dass man den PHEV zweimal am Tag lädt, da dieser laut WLTP “nur” auf 59 km rein elektrische Reichweite kommt.

Ein detaillierter Blick auf den Opel Grandland X HYBRID4

Im Vergleich zu unseren Testberichten, geht es in diesem Event-/ Erfahrungsbericht darum einen ersten Eindruck des Plug-In-Hybriden zu vermitteln. Dabei ist es uns wichtig, dass du nicht mit Fakten, technischen Details, usw… erschlagen wirst. Die wichtigsten Informationen zum Teilzeitstromer haben wir natürlich dennoch nachfolgend für dich aufbereitet.

Leistung & Reichweite

Der teilelektrifizierte SUV aus dem Hause Opel setzt mit seiner Plug-in-Hybrid-Technologie auf eine Systemleistung von 221 kW/300 PS. Zum Antriebssystem des Grandland X Hybrid4 zählen ein WLTP-zertifizierter, 147 kW/200 PS starker 1,6-Liter-Turbobenzin-Direkteinspritzer, eine elektrische Einheit mit zwei Elektromotoren, deren Leistung jeweils 80 kW/109 PS entspricht, und eine 13,2 kWh-Lithium-Ionen-Batterie. In der Allradvariante kommt der PHEV 59 km nach WLTP, in der Frontantrieb-Variante 57 km.

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Der Unterschied von zwei Kilometer in der rein elektrischen Reichweite lässt sich daher erklären, dass die Allrad-Variante des Grandland X HYBRID4 sehr häufig mit reinem Heckantrieb unterwegs ist. Denn durch ihre Positionierung ist der hintere E-Motor effizienter als der vordere. Daher ist dieser öfters im Einsatz und sorgt so für den geringfügigen Reichweiten-Vorteil gegenüber dem Fronttriebler.

Rein elektrisch kann der Plug-In-Hybrid natürlich nur fahren, wenn die Batterie entsprechend geladen ist. Ab Werk ist der SUV mit einem 3,7 kW-Onboard-Charger ausgestattet, optional ist auch ein 7,4 kW-Onboard-Charger (1-phasig) erhältlich. Mit diesem lassen sich Aufladezeiten von einer Stunde und 50 Minuten auf die volle Batteriekapazität erzielen. An der Haushaltssteckdose mit einem Mode 2 Ladekabel benötigt man 7 Stunden 10 Minuten. Mit 3,7 kW Ladegeschwindigkeit immerhin noch vier Stunden, bis der Akku komplett geladen ist.

Fahrmodi des Grandland X HYBRID4

Als Fahrer des Teilzeitstromers kann man zwischen vier Fahrmodi wählen, welche es gestatten den Grandland X ganz nach den eigenen Bedürfnissen fortzubewegen. Die Wahl hat man zwischen: Elektro, Hybrid, Allrad und Sport. Im Hybrid-Modus fährt das SUV automatisch in der jeweils effizientesten Antriebsweise. Für den Stadtverkehr ist der Elektro-Modus erste Wahl – und schon läuft das Auto bis zu 59 Kilometer gemäß WLTP-Fahrzyklus rein elektrisch mit Null-Emissionen. Das Plus an Fahrdynamik bietet der Sport-Modus, indem er die kombinierte Kraft von Verbrenner und Elektromotor nutzt. Für beste Traktion auf jedem Untergrund sorgt der Allrad-Modus, der die elektrifizierte Hinterachse zuschaltet.

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Elektromodus

  • Standardmodus bei geladener Batterie
  • E-Motor an der Hinterachse sorgt für abgasfreies Fahren
  • Front-Elektromotor schaltet sich bei Bedarf automatisch zu

Hybridmodus

  • Standardmodus bei nicht ausreichend geladener Batterie
  • Optimale Kombination aus effizientem Kraftstoffverbrauch und guten Fahrleistungen
  • Intelligenter Mix von Verbrennungs- und Elektroantrieb

Allradmodus

  • Permanenter elektrischer Antrieb auf beiden Achsen
  • Null Emissionen bei geladener Batterie
  • Beste Traktion auf jedem Untergrund

Sportmodus

  • Nutzt kombinierte Kraft aus Verbrennungsmotor und Elektromotor für einen dynamischen Antrieb
  • Bis zu 300 PS und 520 Nm Drehmoment-Systemleistung

Mein Fazit für den Teilzeitstromer aus dem Hause Opel

Den Grandland X HYBRID4 durch den Schwarzwald zu fahren macht Freude, keine Frage. Und dennoch ergibt er eigentlich nur Sinn, wenn man seine elektrische Reichweite so oft und so lange wie möglich ausfährt. Die Frage ist nur, zählen Argumente wie Geldwerte Vorteile als Dienstwagenfahrer für Privatpersonen. Eher nicht. Hier greift schon eher die Tatsache, dass man, bei regelmäßigem elektrischen fahren, im Unterhalt bares Geld sparen kann.

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Mit dem PHEV aus dem Hause Opel hat man dann zudem ein Fahrzeug an seiner Seite, welches relativ rund wirkt. Einen guten Eindruck vermittelt und sowohl im städtischen Treiben, als auch Überland oder im Gelände zu überzeugen weiß. Für eine detailliertere Betrachtung hat uns schlichtweg die Zeit gefehlt. Werden wir aber sicherlich noch nachholen. Zumindest haben wir versucht die Stärken und Schwächen ein wenig herauszuarbeiten. Und das sollte ganz gut gelungen sein. Sollten Fragen bei dir offen sein, kannst du diese per Mail oder hier in den Kommentaren natürlich gerne stellen.

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Opel hat zur Testfahrt des Grandland X HYBRID4 in den Schwarzwald eingeladen und hierfür die Reisekosten übernommen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine hier geschriebene ehrliche Meinung.

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5 Antworten

  1. Danke für den guten Überblick über den Grandland X!
    Hast Du auch eine Einladung zur Testfahrt für das „Schwesterfahrzeug“ Peugeot 3008 GT Hybrid4?
    Der Franzose soll ja im Interieur deutlich moderner daherkommen.

  2. Hier wurde der Vorteil und Preisersparnis eines Elektroautos deutlich aufgezeigt.
    Warum man sich dann noch einen Plug in und keinen reinen BEV kauft verstehe ich nicht.
    Bei 2000€ Preisvorteil im Jahr ist der Unterschied zum Tesla nicht groß.

  3. Im Schwarzwald und sonst im Gelände warum nicht. Also dort wo man den Allrad unbedingt braucht. Sonst lieber einen technisch viel einfacheren Frontriebler der ein Selbstsperrdiff hat, als EV. Die Wartungskosten werden bei dieser aufwendigen Technik immer höher sein als bei einem normalen Elektrischen, obschon das PHEV System schon viele Jahre auf dem Markt ist und problemlos funktioniert.

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