Norwegen mit neuem Zulassungsrekord bei Elektroautos

Norwegen mit neuem Zulassungsrekord bei Elektroautos

Copyright Abbildung(en): Grisha Bruev / Shutterstock.com

Norwegen hat eine neue Rekordmarke bei den Neuzulassungen von Elektroautos aufgestellt: Der Absatz neuer Batterieautos stieg im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Drittel auf 42,2 Prozent aller Neuwagen bzw. 60.316 neue E-Autos auf den Straßen. Hinzu kommen fast 20.000 Plug-in-Hybride, deren Absatz im Vergleich zum Vorjahr allerdings um 27 Prozent zurückging.

Den Daten des norwegischen Road Traffic Information Council (OFV) zufolge liegen die durchschnittlichen CO2-Emissionen aller im Jahr 2019 neu zugelassenen Pkw bei nur 60 g/km, um satte 35 Gramm unterhalb des neuen EU-Flottengrenzwertes, an dem sich vor allem Hersteller vorrangig großer und schwerer Fahrzeuge die Zähne ausbeißen werden.

„Der Verkauf von Elektroautos verlief erwartungsgemäß, basierend auf den verfügbaren Marken und Modellen. Aber jetzt, ab 2020, wird es eine viel größere Auswahl an Autos geben, die für die meisten Menschen sowohl in größerer Reichweite, als auch in erschwinglichen Preisklassen erhältlich sind. Wir gehen daher davon aus, dass der Anteil an Elektroautos im Jahr 2020 noch höher sein wird als im Jahr 2019.“ — Øyvind Solberg Thorsen, Direktor des Informationsrates für den Straßenverkehr (OFV)

Das Minus bei den Plug-in-Hybriden erklärt der OFV unter anderem mit den strengeren Emissionsvorgaben des neuen Mess- und Prüfverfahrens WLTP. Diese hätten dazu geführt, dass Hersteller eine Vielzahl von Stecker-Verbrennern vom Markt nehmen und anpassen mussten. Fahrzeugauswahl und Liefersituation seien beschränkt gewesen. Darüber hinaus dürften Änderungen in der Steuerpolitik dazu beigetragen haben, den Verkauf vorübergehend zu dämpfen

Mehr als 250.000 Elektroautos im Bestand

Der norwegische Verband der Elektroautobesitzer Norsk Elbilforening sieht 2019 als ein Jahr mit zahlreichen wichtigen Entwicklungen für die Elektromobilität, mit dem März als Höhepunkt des Jahres: In diesem Monat wurden zum ersten Mal mehr Elektroautos verkauft als Autos mit fossilen Antrieben, was vor allem damit zu erklären ist, dass Tesla in jenem Monat damit begann, das Model 3 in Norwegen auszuliefern. Ein weiterer Meilenstein war das Erreichen von 250.000 Elektroautos im Bestand. Der meist verkaufte Neuwagen in Norwegen war 2019 das Tesla Model 3, mit 15.683 Einheiten.

Bis 2025 will Norwegen seinen Elektroautoabsatz auf 100 Prozent erhöhen, so der Beschluss des norwegischen Parlaments, der bereits im Jahr 2017 getroffen wurde. Das Land zeigt sich momentan auf einem guten Weg dorthin. Im Jahr 2020 sollten die Verkäufe von Elektroautos bereits einen Marktanteil von 60 Prozent erreichen. Gut möglich, schließlich kommen in diesem Jahr einige neue und attraktive Modelle auf den Markt, wie etwa der VW ID.3, der Polestar 2, der Škoda Vision iV, der Peugeot e-208 und das Tesla Model Y.

Insgesamt ging der Neuwagenverkauf in Norwegen in 2019 von fast 148.000 auf nur knapp 142.000 Fahrzeuge zurück. Vor allem Benziner erlebten mit einem Minus von 31,4 Prozent einen deutlichen Einbruch, während die Verkäufe von Dieselfahrzeugen nur um 13,1 Prozent sanken.

Quelle: BusinessPortal Norwegen — Norsk Elbilforening: 2019 war Rekordjahr für Elektroautos in Norwegen // BusinessPortal Norwegen — OFV-Bilanz und Ausblick: Weniger Diesel und Benziner, mehr Elektroautos in Norwegen

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4 Antworten

  1. Das sollte der Automobilindustrie und der Umweltpolitik in Deutschland ein Vorbild sein. Es ist also möglich Emissionswerte zu erreichen, bei konsequenter Förderung der E-Mobilität!

  2. Norwegen zeigt die mobile Zukunft, so ähnlich wird es auch in den anderen Ländern ablaufen. Die Berechnungen mit neueren Zahlen zeigen immer stärker auf ein Pro für BEV, die Interesse und Akzeptanz steigt langsam

  3. Diese Diskussionen zeigen doch wieder einmal auf, dass keiner es auch nur einmal aus der Sicht betrachtet, wieviel Einwohner Norwegen hat und wieviel in Deutschland leben. Bitte sagt den Menschen in Deutschland doch auch einmal, wieviel E-Tanksäulen den Norwegern zur Verfügung stehen für den so grossen Autoabsatz? Noch ist es doch so, dass die einfachsten Grundvoraussetzungen nicht vorhanden sind. Die Frage beantwortet sich doch von selber, alle wollen “sauberen” Strom, doch keiner möchte die Stromerzeuger vor seiner Haustür haben. In Norwegen ist mehr als genug Platz im Gegensatz zu Deutschland. Wenn diese Voraussetzungen vorhanden sind in Norwegen, dann kann man gut über andere herziehen und sich gross tun.

    1. Dem muss ich widersprechen.
      Ich fahre seit 4 Monaten das einfachste, günstige Model 3 und habe die Erfahrung gemacht, dass es zurzeit kein Problem mit dem Laden gibt.
      An den meisten Ladesäulen sind mehr Plätze frei als belegt, außerdem ist die Dichte des Ladenetzes auch schon ausreichend und viele Stationen sind sogar kostenlos..
      Auf dem Gebiet der Elektromobilität wird von Unwissenden viel Unwahres verbreitet!

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