Neue Enevate Batterie-Generation verspricht 5-minütige Ladung auf 75 Prozent Kapazität

Neue Enevate Batterie-Generation verspricht 5-minütige Ladung auf 75 Prozent Kapazität

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Enevate gilt als ein fortschrittliches Unternehmen im Bereich der Lithium-Ionen-(Li-Ionen)-Batterietechnologie mit Sitz in Irvine, Kalifornien. Im November 2018 investierte Alliance Ventures, der strategische Venture-Capital-Arm von RenaultNissanMitsubishi, in das Unternehmen. Nun scheint diese Investition Früchte zu tragen, hat das Unternehmen doch die 4. Generation seiner schnellladenden Akkus vorgestellt.

Enevate selbst setzt auf eine Technologie die Lithium-Ionen-Batterien ermöglicht, die extrem schnell aufgeladen werden können und eine hohe Energiedichte aufweisen. So sei es möglich eine Batterie von Enevate ebenso schnell zu laden, wie man ein herkömmliches Fahrzeug betankt. Die neuste Generation sei für die Kommerzialisierung und Fertigung in großen Stückzahlen optimiert. Mit dieser wird es nach Aussage des Unternehmens möglich sein eine 5-Minuten-Ladung auf 75% Kapazität bei 800 Wh/L Zellenenergiedichte zu erreichen. Dank der verwendeten XFC-Energy-Technologie. Diese bringt weitere Vorteile mit sich:

  • Zelltechnologie skalierbar für großformatige Pouch-, prismatische und zylindrische EV-Zellen, die für verschiedene Batteriemodul- und Pack-Architekturen geeignet sind. Erreicht 800 Wh/L und 340 Wh/kg bei großformatigen EV-Zellen.
  • Reine Silizium-dominante Anodentechnologie, abstimmbar mit 10-60µm Dicke und 1000-2000mAh/g, die mit NCA, NCM811, NCMA, Low-Cobalt oder anderen fortschrittlichen Kathodentechnologien gepaart werden kann.
  • Kontinuierliche Rolle-zu-Rolle Anoden-Herstellungsprozesse, die entwickelt wurden und in der Lage sind, mehr als 80 Meter pro Minute Elektrodenproduktion zu erreichen, mehr als 10 GWh pro Elektrodenproduktionslinie, mit reinen Siliziumanodenrollen von mehr als 1 Meter Breite und mehr als 5 Kilometer Länge, was unter anderem für die Produktion von Giga-Fabriken in großen Mengen ausreicht.
  • Geringere Anodenmaterialkosten (Euro pro kWh) als bei konventionellem und synthetischem Graphit.
  • Verbesserung der Transformationsleistung mit einer fünfminütigen Aufladung auf 75 % der Batteriekapazität und, in Verbindung mit einer Hoch-Nickel-Kathode, mit einem EV-Fahrzyklustest und einem Betrieb bei -20˚C und niedrigeren Temperaturen über 1000 Zyklen möglich.

Sinkende Batteriekosten & schnellere Ladezeiten entscheidend für E-Mobilität-Erfolg

Entscheidend für den langfristigen Erfolg des E-Autos seien Kostensenkungen bei den Lithium-Ionen-Batterien, wie wir erst kürzlich aus einem Bericht von Bloomberg erfahren haben. Die Preise werden in diesem Jahr im Durchschnitt etwa 135 Dollar pro Kilowattstunde betragen, etwa 13% niedriger als 2019 und 89% niedriger als vor einem Jahrzehnt. Des Weiteren lässt Enevate mit seiner Schnellladefähigen Technologie E-Autos für den Massenmarkt noch interessanter erscheinen.

Die vierte Generation von Enevate ist das jüngste Ergebnis von mehr als 74 Millionen Stunden Batteriezellentest der Wissenschaftler von Enevate, einer Millionen Meter Elektroden, die in der F&E-Pilotlinie des Unternehmens produziert wurden, und zwei Milliarden Testdatenpunkten, wie das Unternehmen zu verstehen gab. Enevate arbeitet derzeit mit mehreren Automobil-OEMs und Elektroauto-Batterie-Herstellern zusammen, um seine Technologie für E-Autos der Modelljahre 2024 ff. zu kommerzialisieren, wobei die bestehende Fertigungsinfrastruktur mit minimalen Investitionen genutzt wird – ein Kernziel der Entwicklung.

Blick über den Tellerrand

TeraWatt Technology gab Mitte August bekannt, dass man einen Festkörper-Akku geschaffen habe, der 432 Wh/kg (Energiedichte) erreicht. Ebenfalls 2019 hat Imec eine Festkörperbatterie mit einer Energiedichte von 400 Wh/Liter bei einer Ladegeschwindigkeit von 2 Stunden hergestellt, eine Rekordkombination. Die Innolith AG, führender Entwickler innovativer Akkumulatortechnologien, gab im April 2019 bekannt, dass man an der weltweit ersten wiederaufladbaren Batterie mit 1000 Wh/kg arbeitet. Neben der hohen Reichweite von 1.000 km der Innolith Energy Battery, welche im deutschen Labor des Unternehmens entsteht, soll diese vor allem durch erhebliche Kostensenkung überzeugen, da sie ohne kostspielige exotische Materialien auskommt und eine sehr hohe Energiedichte bietet.

Quelle: Green Car Congress – Enevate announces new 4th-generation Si-dominant battery technology; optimized for high volume production

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Immer wieder neue Entwicklungen. Schon seltsam daß es jetzt plötzlich so schnell geht…..

Ich vermute nachdem die Australier angefangen haben, hauen alle anderen auch ich Pressemitteilungen raus um Kund zu tun, dass sie auch was tolles haben und im Gespräch zu bleiben und ebenfalls Aufmerksamkeit zu erregen.

Heute stoßen Welten aufeinander. (Der Verbrenner verliert eigentlich nur seine Alleinherrschaft) Morgen wird alles viel besser. (So jedenfalls die Versprechungen 😉
Und doch bleibt irgendwie alles beim Alten.

Die E -Heilsbringerautos werden der Menschheit noch mächtig auf die Füße fallen. Jeden Tag eine neue Batteriekonfiguration, was soll man davon halten.
Die Verbrenner werden noch lange gebaut! Hauptsache die CO2-Statistik der EU wird erfüllt.

Peter Dipl.Ing.(FH)

„Die E -Heilsbringerautos werden der Menschheit noch mächtig auf die Füße fallen.“
Bitte nennen Sie Alternativen zur Decarbonisierung des Individualverkehrs.

„Jeden Tag eine neue Batteriekonfiguration, was soll man davon halten.“
Sie haben Recht. Das verhält sich ähnlich wie bei Verbrenner-Motoren. In den 60ern holte man aus 1600ccm Hubraum etwa 80 PS, und heute? Entwicklung und Forschung erzeugen Steigerung der Effizienz und Senkung der Kosten, sollte ein Dipl.Ing. eigentlich wissen. 😉

Jeden Tag ein neuer Wunder Akku. Vom
Labor bis zur Serie sind es aber 10 Jahre, sofern sie es überhaupt in die Serie schaffen

Jap, das bleibt abzuwarten. Ob es in diesen Fällen wirklich 10 Jahre dauert wage ich fast zu bezweifeln. Offenbar ist da sehr viel Druck und Konkurrenzkampf im Spiel. Sonst würde hier nicht eine Meldung nach der anderen folgen, wenn einer erstmal angefangen hat etwas publik zu machen.

Man hat das Gefühl, dass alle gleichzeitig Durchbrüche erzielen. Ich vermute nach den Meldung aus Australien mit dem Lithium-Schwefel Akku hauen jetzt auch alle anderen Stellen Pressemitteilungen raus, um auf sich aufmerksam zu machen.
Aber die Entwicklung ist natürlich rasant. Warum? Ich vermute (a) wird viel Geld in die Batterieforschung gepumpt (Klimawandel fällt vielen Ländern mittlerweile auch die Füße) und (b) leben wir heute sowieso in einer sehr schnelllebigen Zeit. Wir haben ganz andere technische Möglichkeiten als in den 50er/60er Jahren als die Verbrenner immer weiter entwickelt wurden. Und (c) scheint es einen harten Konkurrenzkampf zu geben. Es geht um die Nachfolge der heutigen Lithium-Ionen-Akkus und welche Technologie sich durchsetzt. Es ist schlicht ein riesiger Markt und es gibt viel Geld zu verdienen. Wer zuerst dabei ist, hat die größten Chancen seine Technik zu etablieren. Es wird sicherlich spannend in den nächsten Jahren.

Stimmt schon. Man hat den Eindruck, dass bei den Verbrennern nicht mehr viel zu holen ist. Verbräuche stagnieren eigentlich gefühlt seit 15 Jahren. Leistung wird Stück für Stück mehr und die Motoren kleiner.

Bei den Batterien sieht das halt anders aus. Es gibt viele Technologien und man muss jetzt abwarten was sich am Ende etabliert. Nachhaltigkeit spielt auf einmal ein große Rolle (da hat beim Verbrenner nie jemand einen Gedanken drauf verschwendet). Kosten natürlich auch, da der Akku mit Abstand das teuerste am Fahrzeug ist. Die Masse der Bevölkerung ist aktuell noch nicht mit den Reichweiten und Ladegeschwindigkeiten zufrieden, auch wenn derjenige das vielleicht garnicht wirklich braucht. Aber es scheint für die Akzeptanz wichtig zu sein. Im Alltag brauchen 95% der Bevölkerung ein Aufladen in 5min nicht wirklich, wenn man sich über die Nutzung des PKWs Gedanken macht.

Über Feststoffbatterien wir viel geschrieben, wann werden aber Feststoffbatterien endlich auf den Markt kommen ?

Vermute schon ne weile, dass li-polymer auch quasi solide sind. Die sind kaufbar, halten wohl aber auch nur so 100 zyklen

D.h. sie kommen dann, wenn sie länger haltbar sind. Aber das weiß keiner so genau

Das mit dem feststoff is halt mechanisch nicht so stabil. Und man braucht anscheinend auch hochreines lithiummetall (das zeug aus dem chemieunterricht, dass in wasser so schön sprudelt)
Generell wird für alle elektrolyte hochhochreine lithiumchemie gebrauch.
Aber ist halt alles chemie. Und die produktion ist wie das ende der klopapierrolle ins wasser hängen und dann zu versuchen so zu spülen, dass sie sich gleichmäßig abrollt.
Jeder hat sein eigenes rezept und wird es wohl auch in zukunft haben.

Man muss an dem punkt erinnern, es gibt nur vier hersteller, die top lion akkus in Stückzahl produzieren: panasonic samsung lg und catl

Schaut mal auf alibaba.com was es da alles für Müll und Fälschungen gibt… An lion zellen. Nicht alles ist unbrauchbar, aber hundertprozent Qualität ist eben schwierig. Und unter hundert geht halt bei autos nix

Und die erwähnten australier sind halt auch ein wenig Träumer.
Das mit den silizium anoden klingt da schon wesentlich spannender. Also ich finds glaubwürdig. Bei halbleitern werden auch schon FET-transistoren mit Si dotiert(kann man kaufen), dadurch sinkt der elektrische widerstand.

Sry quatsch, dass war Si mit carbid, also andersrum

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