Neuartiger Akku soll E-Autos mehr als 1000 km weit bringen

Neuartiger Akku soll E-Autos mehr als 1000 km weit bringen

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Eine neuartige Akkutechnologie mit der Bezeichnung „Spatial Atom Layer Deposition“ (SALD) soll Elektroautos künftig weit mehr als 1000 km und möglicherweise sogar mehr als 2000 km Reichweite verschaffen. Das Verfahren ist von den deutschen Fraunhofer-Instituten, der größten Organisation für angewandte Forschung in Europa, und der staatlichen niederländischen Forschungseinrichtung The Netherlands Organisation (TNO) gemeinsam entwickelt worden. Die Vermarktung zur industriellen Massenfertigung obliegt der eigens dazu gegründeten Firma SALD BV in Eindhoven. Die Firma will eigenen Angaben zufolge in letzter Zeit „unzählige Anfragen“ von Investoren erhalten haben, die sich an dem Unternehmen beteiligen wollten.

„Spatial Atom Layer Deposition“ bezeichnet ein patentiertes Verfahren, im industriellen Maßstab Beschichtungen aufzutragen, die so dünn sind wie ein einziges Atom. SALD-Akkus sollen auf ähnlich großem Bauraum nicht nur dreimal mehr Reichweite für Elektroautos als heutige Batteriezellen ermöglichen, sondern auch fünfmal schneller geladen werden können, teilt die SALD BV mit. Damit könnte ein E-Auto binnen zehn Minuten zu etwa 80 Prozent und in 20 Minuten vollständig geladen werden. Das Unternehmen will eigenen Angaben zufolge bereits Gespräche mit mehreren Automobilherstellern führen, konkrete Namen werden allerdings noch nicht genannt. Die neue Akkugeneration soll frühestens um 2022/23 in E-Autos eingesetzt werden können, erklärt CEO Frank Verhage.

Leichtere, sicherere und leistungsstärkere Batterien

SALD-Akkus stellen eine Weiterentwicklung der heutigen Lithium-Ionen-Technologie dar. Durch die Nanobeschichtung entsteht eine so genannte „Artificial Solid-Elektrolyte Interphase“ (A-SEI), die gegenüber bisherigen SEI über eine deutlich bessere Leistungsfähigkeit verfügen soll. In Folge dessen sollen die Langlebigkeit, die Sicherheit und die Kapazität deutlich zulegen. „Dadurch kann ein E-Auto entweder mit kleineren Batterien weit über 1000 Kilometer oder mit größeren Akkupacks in Zukunft sogar über 2000 Kilometer ohne Nachladen fahren“, sagt SALD-CEO Frank Verhage.

„Es geht nicht darum, einen theoretischen Reichweitenrekord aufzustellen. Sondern wir reden selbst im ungünstigsten Fall davon, dass der Akku in einem E-Auto bei sportlich-dynamischer Fahrweise und Klimaanlage oder Heizung nach 1000 Kilometern noch mindestens 20 bis 30 Prozent Restladung besitzt.“ – Frank Verhage, CEO SALD

Die SALD-Technologie funktioniert den Angaben zufolge sowohl mit den heute noch üblichen Flüssigelektrolyten als auch mit künftigen Feststoffbatterien (Solid State), die sich derzeit in der Entwicklung befinden. Als ultimatives Ziel nennt der SALD-Chef „3D Solid State SALD Batteries“, die „deutlich leichter, sicherer und leistungsstärker“ sein sollen.

Die SALD-Technologie steht nach seinen Ausführungen im Einklang mit der von Tesla-Chef Elon Musk auf dem Batterie Day im September 2020 vorgestellten Batterie-Entwicklungsrichtung: „Es ist dieselbe Erkenntnis, dass die Batteriezellen grundlegend weiterentwickelt werden müssen, indem der Ionenfluss zwischen Kathode und Anode deutlich verbessert wird, um bahnbrechende Fortschritte zu erzielen“, erklärt SALD-CEO Verhage. So harmoniere die Technologie beispielsweise mit den neuen Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die Tesla für sein jüngstes günstiges Model 3 in China angekündigt hat. Den Angaben zufolge soll die atomdünne dreidimensionale Oberflächenbeschichtung mit allen Kathodenmaterialien funktionieren, die sich derzeit bei Batterieherstellern in der Überlegungs-, Erprobungs- oder Produktionsphase befinden, darunter Lithium Nickel Cobalt Manganese Oxide LiNiCoMnO2 (NCM), LiCoO2 (LCO), LiMnNiO2 (LMNO) und LiMn2O4 (LMO).

Wir sind im engen Austausch mit beinahe allen namhaften Batterieherstellern, um das industrielle Potenzial unserer Technologie zur Anwendung zu bringen“, versichert Frank Verhage weiter. SALD verfügt nach seiner Darstellung über alle notwendigen Patente und hat bereits Fertigungsmaschinen für Kleinserien in Betrieb. Der großindustrielle Einsatz stünde allerdings erst noch bevor.

Smartphones könnten eine Woche lang halten

SALD-Batterien könnten nicht nur in Elektroautos, sondern beispielsweise auch in Smartphones und Smartwatches zum Einsatz kommen. „Stellen Sie sich ein Smartphone vor, das eine Woche lang hält, und eine Smartwatch, die nur einmal im Monat geladen werden muss“, gibt Verhage einen Einblick in die Zukunft.

SALD hat mit „Spatial Atom Layer Deposition“ ein weltweit einzigartiges, patentiertes Verfahren entwickelt, im industriellen Maßstab Beschichtungen aufzutragen, die so dünn sind wie ein einziges Atom. Diese Atombeschichtungen sollen ganze Industrien revolutionieren, darunter die Herstellung von Batteriezellen für Autos und Smartphones, die Textilwirtschaft, die Polymerelektronik (organische Computerchips), die Solarenergiebranche und die Verpackungsindustrie für Consumer Goods und Convenience Food.

Quelle: SALD – Pressemitteilung vom 10.11.2020 // Automobilwoche – Niederländische Firma SALD verspricht Revolution: E-Autos mit mehr als 2000 Kilometern Reichweite

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Bei so viele Batterien Ankündigungen, sollte man das mit Vorsicht geniessen.

Denn ein Prototyp herzustellen ist viel einfacher herzustellen, als dies in der Massenfertigung umzusetzen.

Dennoch wenn es gelingen würde, wäre das eine Sensation.

Die Daten klingen so extrem, das man sich das nicht vorstellen könnte.

Neben Zink-Luft-Akkus sind weitere Metall-Luft-Akkus (z.B. mit Aluminium, Eisen, Magnesium oder Natrium) in der Erprobung, allerdings gibt es da noch Probleme mit der Lebensdauer.

„Attraktiv sind daher auch Lithium-Metall-Batterien, die zehnmal mehr Energie speichern können als Lithium-Ionen-Batterien.“ (Quelle: ingenieur.de)

Allerdings auch hier noch Probleme mit der Lebensdauer, allerdings ist die Aussicht auf 10-fache Energiedichte sehr verlockend – das Gewicht einer 20-kWh-Batterie mit 200 kWh Inhalt für 1000 km.

Dies wäre neben dem Zink-Luft-Akku (preiswert, reichlich verhandenes Material, evtl. ab 2023 kommerziell nutzbar) ein weitere Batterietechnologie für große Reichweiten.

Es geht weiter aufwärts mit den E-Autos, falls die Öl-Lobby und die „Trumps“ diesseits und jenseits des Atlantiks in der Corona-Krise mit ihren „Verschwörungstheorien“ nicht wieder die Oberhand gewinnen.

Jetzt müssen wir nur noch überlegen , wo wir die gesamte Energie herbekommen..ach ja . Atomkraftwerke in Frankreich

Wenn mal keine Ahnung hat, soll man einfach die Fresse halten (D.Nuhr)

Dann fang schonmal damit an.

Energie, besser gesagt Strom, ist kein Problem – wenn nicht dauert einer der Politiker (lobbygesteuert) bei Solar- und Windkraftanlagen auf die Bremse treten würde.

„Die Gestehungskosten für Atomenergie beliefen sich … ungefähr auf 13 Cent pro Kilowattstunde.
Die Kosten von Onshore Windenergie … zwischen 3,99 und 8,23 Cent pro Kilowattstunde.
… Stromherstellung in PV-Anlagen3,71 und 11,54 Cent pro Kilowattstunde.“ (Quelle: quarks.de)

Sonnen- und Windenergie befinden sich derzeit noch in der untersten Entwicklungsstufe und sind noch relativ betrachtet gering ausgeschöpft. Ein Potential, welches all unsere benötigte Energie erzeugen kann.
Dann wären da noch die Fusionstechnologien. Wenn die einmal in Betrieb gehen sollten gäbe es zumindest keinerlei Energieengpässe mehr. 1g Wasserstoff mit 10000kWh Energiepotenzial sind verlockend…

Fusionstechnologie ist kein Option für aktuelle Probleme, das wird wohl noch über 30 Jahre dauern.

„Die Forschungsergebnisse aus ITER sollen den Weg ebnen für das erste „Demonstrationskraftwerk“ DEMO, das ab 2050 Strom erzeugen und damit die kommerzielle Nutzbarkeit der Kernfusion nachweisen soll.“ (Quelle: Wikipedia)

Fusion ist dann doch wirklich noch sehr sehr sehr weite Zukunftsmusik. Der aktuell größte Fusion-Reaktor ITER wird mit internationalen Anstrengungen in Frankreich gebaut. Und wenn ich mich recht erinnere ist selbst der noch zu klein um am Ende Energie zu produzieren. Das kann ein Fusion-Reaktor erst ab einer gewissen Größe. Darunter frisst er mehr Energie als er produziert.

Es klingt eigentlich zu gut. 1000-2000km Reichweite und das schon 2022/23 Marktreif? Kann man sich kaum vorstellen. Das ist nämlich nicht mehr so lange hin. Wenn das tatsächlich so kommen sollte, dann sicherlich zunächst in den oberen Fahrzeugklassen, wie das immer so ist mit den Innovationen. Im Massensegment dann sicherlich 2-3 Jahre später, wenn die Technik günstiger ist (weniger Ausschuss, höhere Stückzahl usw.)

Fakt ist: sollte sowas in der Masse kommen zu bezahlbaren oder zumindest mit Verbrennern vergleichbaren Preisen, können letztere endgültig einpacken. Bei 1000km bei normaler. Fahrweise kann keiner mehr was sagen. Damit ist man einmal von Dänemark bis Österreich gefahren.

Schon wieder eine Ankündigung eines „Wunderakkus“. Mag ja möglich sein. Was aber mit Sicherheit nicht möglich ist, ist die oft versprochene Schnellladung in kürzester Zeit mit immensen Strommengen.
Für die extremen Schnellladungen mit horrenden Strömen bräuchte man für jede Ladesäule ein eigenes Kraftwerk und baumdicke Kabel. Es geht aus physikalischen Gründen einfach nicht einen Akku mit hoher Kapazität in Sekunden oder Minuten voll zu laden. Allein an diesen Aussagen, kann man oft erkennen, wie unseriös die Ankündigungen von solch phantastischen Akkus sind.
Wo bleiben denn all die Wunderakkus, von denen wir schon gelesen haben?

Wenn der Akku eine hohe Kapazität hat, dann muss der nicht in 5 Minuten geladen sein. Wer mit 1.000 km Batteriereichweite mit 160 km/h auf der Autobahn fährt, der sollte eh nach 6 Stunden eine längere Pause einlegen – nicht nur zum Laden, es drückt dann bestimmt auch die Blase und der Magen knurrt.

Also nicht den Dauerfahrer mit Blasenkatheter und Magensonde als Beispiel heran ziehen.

Solche Kritiken wecken in mir immer so ein Gefühl, dass gewisse Leute die schrittweise Weiterentwicklung von Akkus gar nicht wollen. Wieso eigentlich? Darf am Ende das Elektroauto doch nur als Randerscheinung mit micro / mini Batterie existieren dürfen? Was könnten deren wirklichen Grundmotive sein und von welcher Ecke werden sie gespiesen ? Wieso wohl? Lassen sie die Masken fallen. Vor Allem, wieso müssen sich solche Leute immer hinter einem Synonym verstecken? Kann, darf man nicht hinter der eigenen Aussage stehen?

Vielleicht klärt die Redaktion das?

Auch wenn die Schätzungen vielleicht noch etwas optimistisch sind, ist doch die Richtung vielversprechend.

Lieber Herr Doesegger,

natürlich würde ich mir so einen Wunderakku wünschen, wie schon viele angekündigt aber noch nie gekommen sind. Meine Kritik bezieht sich auf das angekündigte Laden in Minutenschnelle für 1000 oder 2000 km. Manche versprechen so eine Ladung sogar in Sekundenschnelle. Das geht physikalisch einfach nicht. Wer verspricht, so eine Schnellladung zu ermöglichen, ist einfach nur unseriös. Tut mir leid, aber das ist halt so. Die Physik setzt Grenzen, die nicht zu überwinden sind, auch wenn man anderes immer wieder in Pressemitteilungen liest.

Für 1000 km Strecke muss man (einschl. Verlusten beim Laden) mindestens 170 kWh rechnen. Um diese Strommenge in 10 Minuten zu laden, müsste der Strom durchgehend mit ca. 1020 Ampere fließen. Dafür benötigt man pro Ader einen Leitungsquerschnitt von ca. 15 cm. Bei Gleichstromladung gibt es nur zwei Adern (plus Datenleitung). Mit Isolierung käme man also auf einen Kabeldurchmesser von ca. 35 cm. So ein Ladekabel wäre so schwer und träge, dass man es nicht bedienen und aufheben könnte. Entsprechende Ladeanschlüsse sind auch noch nicht erfunden. So würden noch monströser ausfallen. Woher diese Leistung kommen soll, ist auch ungeklärt. Kühlt man so ein Ladekabel, können die Adern etwas dünner ausfallen, aber den gewonnenen Platz braucht dann die Kühlleitung und die Leitungsverluste würden größer.

Und ganz im Gegenteil: Ich sehe das E-Auto nicht als Randerscheinung und fahre inzwischen schon mein zweites. Es ist aber der E-Mobilität nicht förderlich, wenn man Unmögliches verspricht. Das weckt falsche Hoffnungen und gießt Wasser auf die Mühlen derer die E-Autos grundsätzlich ablehnen.

Mein Auto kann theoretisch mit 300 kW laden. Theoretisch aber nur. Denn schon nach kürzester Zeit wird der Ladestrom stark reduziert, selbst wenn man eine der äußerst raren Ladesäulen erwischt, die so stark ist. Und man wartet halt doch länger, bis der Akku voll ist.

Also: Immer schön die Kirche im Dorf lassen!

Ihr Name sagt mir übrigens genauso wenig, wie Ihnen mein Synonym. Also was soll’s? Ich habe meine Gründe für ein Synonym.

Rechnen wir doch mal kurz. Wie viel verbraucht ein Auto bei 160km/h auf der Autobahn? Sagen wir mal wenn es nicht gerade ein dicker SUV wie eine Schrankwand ist sind das maximal 30kWh/100km. Heißt 1000km Reichweite entsprechen 300kWh Verbrauch. Aktuelle Ladesäulen liefern bis zu 350kW. Das ganze aber nicht bei 400V wie hier angenommen sondern bei 800/900V. Also 1020A sind schonmal totaler Quatsch. Ein Taycan lädt mit bis zu 270kW weil er 800V hat und nicht nur 400V wie die anderen Autos.
Generell ist der CCS 2.0 Anschluss auf 500A und 1000V spezifiziert. Heißt ich kriege bis zu 500kW damit hin. Jetzt kann man sich leicht ausrechnen, dass ich einen 300kWh Akku bei den aktuellen HPC Chargern in 51min (oder 100km in 5min) voll aufladen kann. Wenn es Säulen mit 500kW gäbe, wären es 36min. Wie gesagt: 350kW sind Stand der Technik.

Davon mal abgesehen: wenn ich 1000 km ohne Nachladen fahren kann, ist das Nachladen sowieso fast egal. Dann fahre ich von Hamburg bis nach Österreich ohne Pause wenn ich das will/ möchte. Ein bei einer etwaigen Pause kann ich mich kurz an eine 350kW HPC Säule anstecken und nachladen. Dann schaffe ich das auch Problemlos bis nach Italien.
Da habe ich das Problem eher zu Hause über Nacht den Akku voll zubekommen. Selbst ein 22kW AC Lader (den schon nicht jeder zu Hause einbauen kann/ darf) braucht 15 Stunden.

naja… diese ganze Diskussion um mögliche neue Wunderakkus, die jede Woche oder kürzer neu hochpoppt, ist doch schon mal bei einer Reichweite von 1000 bis 2000 km angekommen… jetzt nur noch liefern

Ganz so schnell geht es mit den neuen Batteriegenerationen auch wieder nicht – „Gut Ding braucht Weile“

„Nobelpreis für Chemie 2019 an John B. Goodenough, M. Stanley Whittingham und Akira Yoshino für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien. Der Grundstein … in den 1970er Jahren gelegt.“ Quelle: vogel.de)

„Ein kanadisches Unternehmen … arbeitet derzeit mit Hochdruck … die nächste Generation der Zink-Luft-Akkus zu entwickeln … Über eine Entwicklungszeit von insgesamt 14 Jahren … 84 Millionen US-Dollar investiert, … rechnet mit einer ersten kommerziellen Nutzung erst ab 2023. (Quelle: ingenieur.de)

Verbesserte Batterien für E-Autos kommen, aber sie brauchen einen langen Vorlauf. Die Versuche laufen schon seit vielen Jahren an verschiedenen Orten und werden in den nächsten Jahren kommen.

Es gibt immer so Wellen mit neuen Meldungen. Aber hier ist der Unterschied dass die ersten Akkus angeblich 2022/23 in Autos eingebaut werden sollen. Man darf durchaus Zweifel daran haben. Aber träumen ist ja auch erlaubt.

Ich bin bislang der Überzeugung, dass vor 2025 keine großen Würfe zu erwarten sind. Einige meinen eher 2030. Aber Potential ist da und das ist wichtig.Und so lange ist das dann auch nicht mehr hin.

Dass eine Technologie, welche noch so jung ist, noch ein beträchtliches Potenzial hat, sollte jedem klar sein. Genauso ist klar, dass der Verbrenner null Entwicklungspotenzial mehr hat. Ich bin überzeugt, dass die 1000km Batterie Standard werden wird. ob in 3 oder in 10 Jahren ist eigentlich egal. Die Richtung ist entscheidend. Auch die Deutschen Autobauer müssen – auch wenn sie sich noch immer mit Händen und Füssen wehren – umdenken und nach Jahrzehnten des Däumchendrehens den Finger rausnehmen. Nur hybride Gesetzeslücken ausnutzen reicht nicht. Es lebe die Elektrifizierung. Danke an Alan Musk.

Ich finde was diese Meldung von vielen anderen aus den Laboren dieser Welt unterscheidet ist, dass verkündet wurde ab 2022/23 die ersten Elektroautos mit dem Akku ausgestattet werden sollen. Kann ich noch nicht so richtig glauben, aber wenn die das hinbekommen wäre das der Wahnsinn.

Auch sollen sie in Gesprächen mit diversen Herstellern sein. Und da Fraunhofer da mit drin hängt, würde ich fast davon ausgehen, dass auch deutsche Autohersteller mitmischen werden.

Die Enterprise hat Akkus, die reichen ein Leben lang. Hab die gestern erst im TV im Einsatz gesehen.

Um einen 50kWh Akku in einer Stunde auf zu laden, braucht man eine Leistung von 50kW (Verluste mal beiseite gelassen). Mit 100kW kriege ich den Akku in einer halben Stunde voll. Um in 10 min. den Akku zu füllen, bräuchte ich eine Leistung von 300kW. Stehen auf einem Autobahnrastplatz 3 Ladesäulen nebeneinander, sollte es eine 1MW-Leitung zu einem nahen Kraftwerk oder einer Umspannstation geben. Und ein Elektroauto mit 1000 km Reichweite braucht wohl die 3-fache Kapazität. Also, das mit der schnellen Ladung glaube ich noch nicht.

Tesla.com: „2.000 Supercharger-Stationen mit mehr als 20.000 Supercharger-Ladesäulen“
Das macht pro Station 10 Supercharger oder mehr, also die Stromleitungen sind kein Problem.
1000 km sind etwa 200 kWh, bei 80% Ladung wäre eine 250-kWh-Batterie erforderlich.
Bei 200 kWh und 150 kWh Ladeleistung wären das 1 Stunde und 20 Minuten (bzw. 80 Minuten).

Je nachdem was die Batterie verträgt könnte man einen stärken Supercharger nehmen oder z.B. 2, 3 oder 4 Anschlüsse am Auto verbauen und gleichzeitig nutzen – wären dann 40, 27 oder 20 Minuten Ladezeit.

Die Techniker werden dafür sicher eine einfache Lösung mit nur einem Anschluss finden.

Wir brauchen einen neuen Anschluss. CCS 2.0 ist bei maximal 500A und 1000V spezifiziert (ob das Tesla am Ende juckt ist ne andere Frage). Heißt da sind maximal 500kW möglich. Spezifiziert sind aber sogar nur 350kW.

Es könnte auch sein, dass sich die aktuelle Situation umkehrt. Aktuell können HPC Säulen 350kW, was jedoch kein momentan auf dem Markt verfügbares Auto schafft. Vielleicht dreht sich der Spieß irgendwann um und die Ladesäulen müssen nachziehen.

Ich bin jetzt auch kein Ladesäulenexperte, aber ich glaube nicht, dass die 350kW direkt aus dem Stromnetz gezogen werden. Neben den Ladesäulen stehen dicke Trafo-Häuser die das ganze meine ich puffern, sodass das Stromnetz nicht überlastet wird. Die ziehen Strom konzinuierlich nach, aber der Puffer sorgt dafür, dass am Ende nicht 1MW from Stromnetz gezogen wird.

Da hier das Fraunhofer beteiligt ist, ist die Nachricht glaubwürdig.Und was endlich passiert und positiv ist. Fraunhofer verwertet endlich ihre Grundlagen Forschung selber wirtschaftlich und überlässt es nicht mehr anderen, damit Geld zu verdienen. Siehe MP3, wo sie auf Milliarden an möglichen Lizenz Einnahmen verzichtet haben, die hier für weitere Forschung gebraucht werden.

Zuletzt bearbeitetet 8 Tage zuvor von Stefan

Letztendlich hat aber nur das Freigeben des mp3-Codes zu dessen Durchbruch geführt. Sowie das auch bei Linux oder dem darauf basierenden Android-Betriebssystem der Fall ist. Alles was kostenlos ist setzt sich durch und es wird dazu oder dafür Hardware entwickelt.

Ob ein PKW eine Reichweite von 1000 bis 2000km benötigt ist fraglich, für LKW wäre eine große Batterie interessant. Die heutigen PKWs benötigen auch keine derartigen Reichweiten. Nur eine Ankündigung für potenzielle Raser loszulassen sehe ich eher kritisch und potenziell unverantwortlich gegenüber der Natur und der Umwelt. Hohe Geschwindigkeiten verursachen nicht nur einen immens gesteigerten Energieverbrauch, sondern killt überproportional Insekten und sonstige Tiere. Hier sollte endlich 130 km/h umgesetzt werden, wie bereits ansonsten auf der ganzen Welt.

Nötigt sind so großes Batterien bei Autos natürlich nicht, aber sie nehmen der Verbrenner-Lobby ein weiteres Argument gegen E-Autos und den Reichweiten-Angsthasen die Ausrede.

Bei Lkws sind große Batterien – zusammen mit den stark fallenden Preisen – der endgültige Durchbruch und lassen dann auch die Wasserstoff-Befürworter verstummen.

Nun ja, Wasserstoff wäre eine Möglichkeit, die Ladesäulen zu betreiben, ohne dass man den Weg zu einem Karftwerk bahnen muss…Der Wasserstoff kommt wie bisher auch mit dem LKW zur Tankstelle und wird dort dann zu Strom. Ich weiss – jetzt kommen wieder die Wirkungsgrad-Argumente – aber wenn der Wasserstoff mit natürlichen Ressourcen erzeugt werden kann ist das doch zu verschmerzen, oder? Das blöde ist, dass es vermutlich wieder die Öl-Multis sein werden, die in ihren Sonnen-Staaten beliebige Mengen Wasserstoff produzieren werden und eine heimische Produktion unrentabel machen…

Neben den doppelten Verlusten bei der Umwandlung von Strom zu Wasserstoff und von Wasserstoff zu Strom, kämen dann auch noch die Abgase inkl. CO2 der Diesel-Lkw dazu, dann doch besser eine Leitung über Land oder im Boden verlegen.

Wäre ja nicht schlecht wenn man mal die technischen Werte dieser Superbatterie (Energiedichte Wh/kg) und den ungefähren Preis von beispielsweise einer Batterie mit 100 kWh Kapazität erfahren würde.Denn nur Gewicht und Preis der heutigen Batterien behindern den Reichweitenbedarf der Kunden der so wenig oft wie möglich „tanken“ will.

Zum Preis wollten sie sich bislang noch nicht äußern. Bin auch gespannt. Ich befürchte aber, das wird zuerst in Premium-Autos jenseits der 100T€ kommen (siehe Model S Plaid, Lucid Air etc). Aber die Erfahrung zeigt, dass das nach ein paar Jahren dann ins Massensegment durchsickern wird. Wir warten es ab.

Das wäre auch egal, da viele Innovationen über das Premiumsegment den Weg in den Kleinwagen gefunden haben. Mit den Batterien wird es nicht anders sein.

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