Netze BW: „E-Mobility-Carré als Blaupause für elektrifizierte Tiefgaragen“

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Anfang Mai 2018 hat die EnBW erstmalig die Diskussionen um die Netzstabilität beim vermehrten Einsatz von E-Autos aus der Theorie in die Praxis geholt. In der Belchenstraße in Ostfildern südlich von Stuttgart, standen von Mai an, neben den bisherigen Verbrenner, auch E-Autos. Doch damit war Anfang November Schluss. Das nächste, einjährige Projekt steht bereits in den Startlöcher. Tamm soll  „Elektropionier am Steuer“ beobachten.

Dabei stehen vor allem Fragen wie: Wie muss ein Stromnetz optimal für die Elektromobilität gestaltet werden? Wie lassen sich auch Mehrfamilienhäuser in die Mobilitätswende mit einbeziehen? im Mittelpunkt des Projektes, welches Netze BW in Tamm vor dem Hintergrund von gesetzlichen Neuregelungen durchführen will. Netze BW zielt damit auf die jüngst beschlossene Änderung des Wohnungseigentumsgesetzes ab, welche eine Verbesserung der Ladesituation verspricht. Des Weiteren greift das „Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG)“ das Thema „Privates Laden“ auf. Das von der Bundesregierung ebenfalls kürzlich auf den Weg gebrachte Gesetz schreibt die Vorbereitung von Stellplätzen für Lademöglichkeiten in Neubauten und bei größeren Sanierungsmaßnahmen in Bestandsgebäuden vor. Beide gesetzlichen Maßnahmen dürften zu einem Hochlauf der Elektromobilität beitragen – insbesondere in Mehrfamilienhäusern.

Dass die Frage aufkommt was dies für das Stromnetz bedeutet ist vollkommen nachvollziehbar. Denn es könnte durchaus sein, dass das Netz möglicherweise an seine Grenzen gelangt. Um auf die neuen Herausforderungen vorbereitet zu sein, will die Netze BW herausfinden, wie die Netzintegration von Elektromobilität in Mehrfamilienhäusern am besten gelingen kann. In seinem sogenannten Netzlabor „E-Mobility-Carré“ in Tamm (Landkreis Ludwigsburg) testet das Stuttgarter Unternehmen ein Jahr lang unter realen Bedingungen, welche Hausanschlussleistung für das Laden zuhause mindestens benötigt wird.

Es wird ebenfalls betrachtet, welche Leistung ausreichend ist, ohne Komforteinbußen befürchten zu müssen. Sprich, welche Leistung ist notwendig, dass neben dem störungsfreien Betrieb aller Stromverbraucher im Haushalt ebenfalls gesichert ist, dass die Akkus von E-Fahrzeugen morgens vollgeladen zur Verfügung stehen. Insgesamt 45 e-Golfs und BMW i3 wurden zur Verfügung gestellt und die Tiefgarage der Wohnanlage „Pura Vida“ mit einem Ladesystem ausgestattet, um zu erfahren welche Auswirkungen dies auf das Stromnetz hat. Pura Vida würde so zur Blaupause für elektrifizierte Tiefgaragen werden.

„Uns treibt die Frage an, wie wir die Infrastruktur unserer Stromverteilung optimal gestalten können, damit eine zunehmende Zahl an Elektrofahrzeugen – auch zeitgleich – geladen werden können. Insbesondere bestehende Mehrfamilienhäuser sind dabei eine Herausforderung.“ Darum prüfe der Netzbetreiber exemplarisch vor Ort im E-Mobility-Carré, wie dort die Stromversorgung an die neuen Anforderungen angepasst werden muss. „Im Netzbetrieb von heute erproben wir hier in Tamm bereits das Netz von morgen“ – Dr. Martin Konermann, Netze BW-Geschäftsführer Dr. Martin Konermann

Die Netze BW treibe die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität voran, erklärt Konermann. Mit Initiativen wie dem E-Mobility-Carré ebenso wie mit fortlaufender Optimierung und stetigem Ausbau der Netzinfrastruktur. Dafür plane das Unternehmen bis 2025 zusätzliche Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro in seinem Netzgebiet.

Quelle: Netze BW – Pressemitteilung vom 28. April 2020

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Wow, jetzt nochmal ein Jahr „Forschen“. Wie wäre es den mal die zu Fragen die es schon können , Norwegen zb. Dort gibt es bis zu 100 Ladepunkte mit 11 KW am Stück.

@volsor…..aber nicht doch…einfach so übernehmen? Das geht doch garnicht! Est mal schauen und Daten erheben und nochmal schauen. Hauptsache viel Geld in nichts investiert. Es sind zwar nicht sehr viele Versuche gelaufen und die ENBW hat sich wirklich bemüht. Aber ALLE sind so verlaufen wie es in den Nachbarländern auch im Alltag läuft. Die einzige Herausforderung ist den Mut zu haben voran zu gehen auch wenn der Bedarf noch nicht da ist.Das ist uns hier in Deutschland leider abhahanden gekommen. Der Mut zu scheitern.
War da nicht mal eine Bahn die mit Magnetkraft gefahren ist? Und nur wegen einem kleinen Fehler wurde alles in die Tonne getreten? Genau das könnte der Elektromobilität noch bevor stehen……

Das E-Auto lässt sich gottseidank nicht mehr aufhalten. Alle wollen saubere Luft in den Städten. Man kann es so wie ich auch nur mit 2,1 kW aufladen. Am Tag mit der PV vom Dach und nachts wenn es sowieso in der Garage steht.

Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, die Elektroautos bei Tag am Arbeitsplatz aufzuladen. Die meisten Leute sind 9 Stunden auf der Arbeit wo doch genügend Zeit wäre um mit ner Photovoltaik zu arbeiten. Dann wäre nur noch bei ganz schlechtem Wetter das laden zu Hause.
Am besten man setzt die Deutschen wieder auf Esel, dann haben Sie genug Zeit um zuzuschauen wie die Entwicklung weitergeht und die sogenannten Autoerfinder das Nachsehen haben.

Ich bin wirklich sprachlos, keine Ahnung, welchen Stellplatzbesitzern in Tiefgaragen VW ein Elektroauto verkaufen will, wenn die das bis 2025 nicht laden können, weil die Politik nicht in die Pötte kommt und die Netzbetreiber gemütlich vor sich hin forschen.
Es muss klar sein, dass wer ab 2020 in einer WEG Tiefgararge ein Elektroauto laden will, das kann, und zwar ohne, dass er für mehr als seine Person in Vorleistung geht. Es muss garantiert werden, dass ein Konzept erstellt wird, wie das System aussieht , wenn es zu 90% mit Elektroautos belegt ist
und wie es dann gemanagt ist und wie der kostengünstigste Weg dahin aussieht. Der Staat muß in geeigneter Weise in Vorleistung gehen, die Netzbetreiber das umsetzen, wobei diskutiert werden sollte, ob sie dafür gesicherte Renditen von 7,5% erhalten sollen.
Das Recht auf das Laden eine Elektroautos in einer WEG Tiefgarage muss ein Grundrecht sein, das nicht im Entscheidungsbereich einer Wohnungseigentümergemeinschaft liegt.

Um ein „Grundrecht“ zu verankern, so dass es nicht topediert wird brauchen Sie in einer Demokratie eine Mehrheit. Haben Sie die für Ihren Vorschlag ? Ich behaupte, selbst in einer WEG ist diese Einsicht < 1%, LEIDER !

Es gibt immer noch viel zu starke Lobby Gruppen, die nichts am Hut haben wollen mit Autos, die Strom laden. Das sind ausser den BEV's nur die Plug-In Hybride und REX. Alle Anderen = Fehlanzeige. Klar, es gibt auch noch Sympatisanten, die ein Elektroauto kaufen würden, wenn eben dieser Ladeanschluss denn vorhanden wäre. So ist die Situation. Und die Situation vor 10 Jahren war noch viel dramatischer.

Als ich vor 9 Jahren meinen Tesla Roadster gekauft habe ( 1-ph Laden bis max. 70A oder ca. 15kW ), da gab es in Europa ca. 50 von diesen HPC ( High Power Connectors ), die allermeisten bei Tesla Stores, Hotels und in privater Hand. Ich habe ein Ladekabel von Tesla für 10A oder 2.2kW Ladeleistung bekommen, that's it. Dazu habe ich mir dann für 1'500 EUR ein Ladekabel von Tesla gekauft max. 7.4kW oder 32A 1-ph. um an CEE Dosen zu laden. Und zusätzlich habe ich mir eine Ladestation in meiner WEG Garagenbox gebaut. Unterstützung von den Anderen 7 Wohneigentümern, Fehlanzeige. Man hat mich ausgelacht und gemotzt, dass ich dann ja den Strom von meiner Zähleranlage nehmen soll.

Ja, viele finden es Cool ein Elektroauto zu fahren aber wenn es darum geht eine Vorleistungen zu erbringen, dann ist Sendepause, wie bei Vielem in unserer Gesellschaft. Und nochmals, es gibt aktuell, KEINE MEHRHEIT für unser Anliegen. Alles passiert nur auf Druck ( Subventionen, Grenzwerte, Verlust von Marktanteilen, etc. ) und dann gibt es die Gruppe, zu denen Sie und 5%-10% Andere gehöhren, die eine Vorleistung erbringen, indem sie den Mut fassen und zeigen wollen, dass CHANGE ohne Einbusse der Lebensqualität möglich ist. Ich gehöre auch dazu, weshalb ich seit 9 Jahren nur noch Elektroauto fahre, in den Schweizer Tesla Club eingetreten bin und wann und wo auch immer es mir möglich nachhaltigen Strom lade und bewusst nur diese Ladeorte aufsuche. Leider lässt dieses Netz immer noch viel zu wünschen übrig.

Aber es gibt einen Silberstreifen am Himmel und der ist: die Gruppe gleichgesinnter nimmt schnell zu.

Situation bei mir in der WEG ( 8 Parteien ): Jede Partei hat Ihre eigene Zähleranlage und deshalb ist es jeder Partei möglich, unabhängig von einenander, genügend Strom zu bekommen, um einen 11kW Ladepunkt in der Garage zu installieren. Alles was ich brauche ist die Ladestation, die Zuleitung mit FI-Schalter ( ganz wichtig ) und Abnahme des zuständigen Elektrizitätswerkes, und natürlich das Bewusstsein eine Vorleistung für die Algemeinheit erbringen zu Wollen im Zeichen des Klimas.

Aktuell werden Sie nie und nimmer eine Zustimmung für eine solche Grundrechtsforderung bekommen. Nur schon, wenn Sie das Wort Elektroauto oder Tesla in den Mund nehmen, ernten Sie Neid, Missgunst und Zorn. Das Klima ändert sich leider viel zu träge, als dass wir es spüren.

Ich unterstütze alle Hersteller von Elektroautos egal ob Tesla oder nicht Tesla. Ziel: Kill-Off the Combustion Engine asap.

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