Nach Corona: Niedersachsens Wirtschaftsminister fordert Kaufanreize für Elektroautos

Nach Corona: Niedersachsens Wirtschaftsminister fordert Kaufanreize für Elektroautos

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Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat sich für „befristete Anschubprogramme“ ausgesprochen, um der Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder neuen Schwung zu verleihen. Dies sei „notwendig, sobald wir ein Stück weit Normalität im Wirtschaftsleben bekommen“, sagte er in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, da Deutschland wegen Corona „einen kräftigen wirtschaftlichen Einbruch erleben“ werde und man mit gezielten Maßnahmen gegensteuern müsse.

Vor allem die Bundesländer Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg seien von der Corona-Krise besonders betroffen, weil in diesen Bundesländern die Automobilindustrie mit allen vor- und nachgelagerten Branchen besonders stark betroffen sei. „Die Situation ist sehr ernst, denn die Automobilindustrie ist eine der Schlüsselindustrien Deutschlands“, so Althusmann. Allein in Niedersachsen hängen 250.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt an der Automobilproduktion, gut die Hälfte davon bei Volkswagen.

Deswegen schlägt Niedersachsens Wirtschaftsminister eine ähnliche Maßnahme vor, wie die im Jahr 2009 nach der internationalen Finanzkrise von der Bundesregierung eingeführte Abwrackprämie, um den Automobilverkauf wieder anzukurbeln. „Ein Weg wäre, die Prämie von 6000 Euro beim Kauf eines Elektroautos befristet aufstocken oder gar Anreize für den Kauf modernster Benziner und Diesel zu setzen“, sagte der CDU-Politiker, der in der Förderung alternativer Antriebe gleich zwei Vorteile sieht. Dies sei einerseits ein Post-Corona Konjunkturprogramm, das gleichzeitig dem Klimaschutz diene.

„Ein großes Potential für umweltfreundliche und innovative Antriebe“

Althusmann verwies darauf, dass das Durchschnittsalter des deutschen Pkw-Bestandes annähernd zehn Jahren betrage. Bei 48 Millionen zugelassenen Fahrzeugen liege darin „ein großes Potential für umweltfreundliche und innovative Antriebe, für das wir Kaufanreize setzen sollten“, sagte er. Auch für andere Industrien wie etwa den Schiffbau und die Luftfahrtindustrie könne er sich begrenzte Investitionshilfen vorstellen.

Althusmann will explizit die Wende zur Elektromobilität und den Aufbau einer eigenen Batteriefertigung in Deutschland schneller und stärker vorantreiben. Unter anderem, um sich von der zu starken Abhängigkeit von asiatischen Herstellern zu lösen. „Wir sehen in der Coronakrise bei den Atemschutzmasken gerade, welche negativen Folgen eine zu starke Abhängigkeit von China haben kann“, sagte er der FAZ. Auch bei der Digitalisierung sehe er erheblichen Nachholbedarf, schon allein, um für künftige Krisen besser gerüstet zu sein: „Digitalisierung hilft, die wichtigsten Funktionen einer modernen Gesellschaft aufrecht zu erhalten“, sagte er, weshalb sie ein wesentlicher Pfeiler der staatlichen Sicherheitsstrategie zur Pandemie-Abwehr sein sollte.

Wir müssen den Breitbandausbau vorantreiben“, forderte Althusmann weiter, und „auch beim 5G-Ausbau sollten wir nicht immer nur auf Bedenkenträger hören, sondern das endlich umsetzen“, sagte er. Das wiederum würde auch der Automobilindustrie zu Gute kommen: Schließlich ist eine schnelle Internetverbindung im Auto eine Grundvoraussetzung für das zuverlässige Funktionieren des autonomen Fahrens.

Quelle: FAZ — CDU-Politiker fordert Kaufanreize für E-Autos, Benziner und Diesel

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Ein kauf von Verbrennern zu subventionieren wäre ein falsches Signal und Geld in eine sterbende Technologie investiert. Richtig wäre eine stärkere Förderung der E- Autos im Bereich bis 30k. Auch bei Erwerb eines gebrauchten wären zuschüsse hilfreich um die Massen zu elektifizieren……ok das ginge wohl zu weit…;-)

Sinnvoll wäre eine Förderung von Elektroautos auch über 65000€ Nettolistenpreis.
Diese Begrenzung wurde zu einer Zeit eingeführt, in der die deutsche Autoindustrie noch keine Premium Elektroautos baute.
Heute werden in Deutschland wesentlich mehr hochpreisige Elektroautos von deutschen Herstellern verkauft als Tesla Model S und X.
Eine Förderung bis zum Porsche Taycan 4S wäre sinnvoll.
Es macht derzeit noch kaum Sinn Elektroautos unter 30000€ zu fördern, da in Deutschland bisher nur der E-Golf in dieser Preisklasse ist.
Opel Corsa-e und VW e-UP! sind Importe.

So ist es, und die paar günstigen deutschen wären aus Batteriemangel ruckzug ausverkauft. Vermutlich machen die Hybrid und PlugIns das Subventionsrennen, die vom Kunden meist als absolute Dreckschleudern bewegt werden – die wirtschaftlich und umwelttechnisch denkbar schlechtesten Fahrzeuge. Warum das in Deutschland so läuft, dürften inzwischen die meisten kappiert haben. Einfluss als Kunde und Bürger hat man leider nicht – die große Verarsche wächst weiter. Was gehen dem Staat z.B. Händlerrabatte an ? Richtig nur um in der Presse mit bis zu 6000,- Euro zu praalen, und dann maximal 3000,- zu übernehmen. Sinnvoller Ladesäulenausbau wird per Behörderauflagen inzwischen äusserst effektiv behindert, … Die Volksmanipulation über die öffentlich rechtlichen Quellen ist inzwischen derart dreist, dass selbst China staunt, wie weit das funktionieren kann.

PS: Sinn der niedersächsischen Forderung: mit der erst kürzlich schwammig geänderten BAFA weiterhin Kaufinteressenten zu verunsichern – der ID.3 funktioniert ja noch nicht.

Es muss darum gehen das „große Potential für umweltfreundliche und innovative Antriebe“ im Hinblick auf den Klimawandel voran zu treiben und nicht um die Rettung der im jeweiligen Land ansässigen Automobilindustrie. Alle Elektrofahrzeuge leisten ihren Beitrag an das Klima! Deshalb müssen alle Preisklassen von einer Förderung profitieren, wenn auch in unterschiedlichem Masse. Das Klima wartet nicht, bis wir uns sozial richtig aufgestellt haben.

E-Autos sind langfristig der größte Schwachsinn und Schrott und die nächste Umweltkatastrophe der kommenden Jahrzehnte. Keiner sagt es, die Autoindustrie weiss es und will auf “Teufel komm raus“ die Dreckschleudern in den Markt drücken. Dividende lässt grüßen!
Andere Völker und Menschen werden geschädigt – Abbau Li etc. – In den siebziger Jahren gab es “geheime“ Studien von SHELL UND EXXON über die Folgen der Klimaveränderung bei Einsatz “fossiler Brennstoffe“ für Autos.
Diese Studien sind seit einiger Zeit bekannt und nachlesbar!
Nun fokussiert man sich auf E-Autos. Mit Sicherheit sind bei allen “VERANTWORTLICHEN“ auch jetzt bereits Studien über die Nach- und Nebenwirkungen bekannt. Wieder sagt es keiner, die Verbraucher sollten daher sehr genau überlegen, was sie kaufen und wen sie damit schädigen.
Empfehlenswert und lesenswert sind die Ausführungen des Zukunftsforschers RIFKIN aus dem Jahre 2000, der u.a. auch die Bundeskanzlerin Dr. Merkel in Kenntnis gesetzt hatte und ebenso die chinesische Regierung berät.
Bleiben Sie gesund und sonnige Tage.

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