Merkel plädiert für möglichst schwaches CO2-Ziel für 2030

Merkel plädiert für möglichst schwaches CO2-Ziel für 2030

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit Blick auf die Industrie dafür ausgesprochen, dass die geplante Verschärfung des CO2-Ziels, welches die Unternehmen aus Bereichen wie dem Maschinenbau oder Autohersteller ab dem Jahr 2030 erfüllen müssen, möglichst schwach ausfällt. Das Ziel sollte zwar „ambitioniert, aber auch realistisch bleiben“, so Merkel. Sie sagte, die neuen Grenzwerte sollten nicht mehr als 55 Prozent strenger ausfallen als zum Vergleichswert aus dem Jahr 1990. Die EU-Kommission hatte bei der Reduzierung des Treibhausgases als Ziel bis 2030 „mindestens 55 Prozent“ vorgeschlagen, das Europäische Parlament plädiert für 60 Prozent. Das offizielle Ziel liegt bislang noch bei 40 Prozent bis 2030.

Auf ihrem Gipfel am 10. und 11. Dezember wollen die Staats- und Regierungschefs der EU die neuen CO2-Ziele festlegen. Schon die 55 Prozent, so Merkel, erfordern „erheblichste Umstellungen in vielen Mitgliedstaaten und eine große, große Kraftanstrengung”. Die EU müsse „auch immer an die industrielle Kraft denken“, betonte die Kanzlerin mit Blick auf wichtige Industriezweige wie der Maschinenbau und die Autoindustrie. Europa werde sich nach der Corona-Pandemie einem großen Wettbewerb stellen müssen und dürfe ihre Industrie daher nicht „vor eine Transformation stellen, die gar nicht zu bewältigen ist, sondern es muss auch machbar sein“, so Merkel. Bei der Umsetzung des 55-Prozent-Ziels plädiert die Bundeskanzlerin für möglichst viel marktwirtschaftliche Instrumente und setze weniger auf ordnungspolitische Maßnahmen.

Die 2009 erstmals gesetzten Ziele beinhalteten bis zum Jahr 2020 eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von mindestens 20 Prozent im Vergleich zu 1990, einen Anteil von mindestens 20 Prozent erneuerbarer Energien am EU-weiten Energieverbrauch sowie eine 20-prozentige Steigerung der Energieeffizienz. Bis 2019 sanken einem Bericht der

„Die EU beweist, dass es möglich ist, die Emissionen bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum zu senken“

2019 sanken die EU-weiten Treibhausgas-Emissionen einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) zufolge um etwa vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit auf gut 24 Prozent unter den Richtwert von 1990. Der Anteil an erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch stieg auf 19,4 Prozent. Allerdings liegen 14 Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, auf nationaler Ebene aber noch unter diesem Wert. Beim Ziel der Energieeffizienz seien die Fortschritte „nicht ausreichend“ gewesen, um das Ziel für 2020 zu erreichen.

Frans Timmermans, EU-Kommissar für Klimaschutz, sieht in diesen Zahlen einen Erfolg und warnt anders als Merkel vor einem Nachlassen in der Klimapolitik: „Die Europäische Union beweist, dass es möglich ist, die Emissionen bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum zu senken“, erklärte er in einer Mitteilung. Der Bericht der EEA bestätige jedoch erneut, dass „wir unsere Anstrengungen in allen Wirtschaftssektoren verstärken müssen, um unser gemeinsames Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen“.

Quelle: Reuters – Merkel: Müssen beim Klimaschutz auch realistisch bleiben // Tagesschau – Zwischen Hoffnung und mahnenden Worten

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Was ist denn das für eine schwachsinnige Überschrift? Merkel plädiert für möglichst schwaches co2 ziel
Sie will ja eine deutliche Verschärfung im Vergleich zu den jetzigen 40%, 15%Punkte mehr sind eine Steigerung um 37,5% zum jetzigen Ziel, dass muss man erstmal schaffen

Naja am ende schaffen wir eh nur die Hälfte…
Solange mit Zertifikaten geschummelt werden kann interessiert es die Industrie eh wenig…
Solange die Strompreise der Industrie nicht versteuert werden heißt es wozu sparen…Strom ist billig

Sie sollte sich Gedanken mache warum sie so einen Blödsinn fordert ,es gibt nur einen weg aus der Klimakrise wenn sie nur mehr Elektroautos zulassen und so schnell wie möglich bis 2023 . Die Merkel macht einen ganz grossen Fehler wir wollen keine Stinker die sind Umweltschädlich . Sie denkt überhaupt nicht nach was mit kleinen Kinder in der Stadt passiert wenn sie die verpestete Luft wegen den Stinkern einatmen . Also Frau Merkel es wird zeit das sie umdenken und nicht der Öl Lobbi den rücken stärken.

Ich verstehe das alles nicht mehr ! Wollen wir unseren Kindern jetzt eine bessere Welt hinterlassen oder nicht ?

Meine Tochter ist noch zu Jung aber würde sie ankommen und sagen Dad ich will auf die „Fridays for Future Demo“ ich würde sie sofort lassen … Es ist gut das die Jungen sich für eine saubere und grüne Zukunft starkmachen …

Ich bin selber nicht der grösste Held aber ich habe einen Coffee 2 Go Becher der immer wieder zu verwenden ist, Ich fahre noch A3 E-tron der nächste ist voll elektrisch ! (hatte mich noch nicht Gertraut) Alle Neuanschaffungen sind so weit möglich nachhaltig und was schon da ist wird so lange benutzt wie es nur geht (bei guter pflege passt das auch) ,,, das sind nur einige Punkte im täglichen leben. Mit ein wenig ;-) …

Aber mal wirklich vor ca. zwei Wochen habe ich das in der efahrer gelesen !

Zu den europäischen Ländern, die ab 2030 den Verbrenner sogar auf nationaler Ebene verbieten wollen, gehören Island, die Niederlande, Irland, Slowenien, Schweden und Dänemark, die sich allesamt den generellen Abschied vom Verbrenner ab 2030 zum Ziel gesetzt haben.


Norwegen will bereits ab 2025 keine Autos mehr mit Verbrenner neu zulassen – immerhin werden dort schon jetzt mehr Elektroautos als Verbrenner neu auf die Straßen gebracht. Dieser noch schnelleren Handlungsbereitschaft will sich in Europa auch Belgien anschließen: Unser Nachbarland will ab 2026 einen Zulassungsstopp speziell für Firmenwagen mit Diesel oder Benziner einführen.


Großbritannien hatte zunächst einen Ausstieg für das Jahr 2040 angekündigt, zog den Plan jedoch Anfang dieses Jahres auf 2035 vor und weitete ihn zudem auf Nutz- und Hybridfahrzeuge aus. Die schottische Regierung will außerdem ein Neuzulassungsverbot für Verbrenner ab 2032 einführen. Finnland hat einen Verkaufsstopp mit fossilen Brennstoffen betriebener Pkw ab 2035 sowie ab 2045 einen Verkaufsstopp fossiler Brennstoffe selbst angekündigt. Frankreich und Lettland sind etwas später dran, haben jedoch Neuzulassungsverbote von Verbrennern ab 2040 angekündigt. Auch Spanien will einen Ausstieg von Benziner- und Diesel-Pkw bis 2040 anstreben.“

Es scheint doch zu gehen, und es ist mal wieder erstaunlich wie stark die Lobby ist ! Mittlerweile muss mann glaube ich wirklich Lobbyismus und Korruption in einen topf werfen, so leid mir das tut !

ich lasse es einfach dabei … fühlt sich an wie vergebliche liebes mühe darüber zu sehr nachzudenken …

Da hat sich wohl mal wieder die Lobby der Umweltverschmutzer durchgesetzt – wie seit 30 Jahren.

Es muss wohl noch viel dicker mit den Umweltschäden kommen und es muss wohl eine weltweite Hungersnot kommen, weil wegen der Dürre nirgendwo mehr genug Nahrung wächst, bevor auch die Politk merkt, dass sich ein „Weiter so“ ganz einfach finanziell und politisch nicht mehr rechnet.

Da muss ich jetzt tatsächlich Merkel mal in Schutz nehmen – werden die Ziele zu utopisch, nimmt sie überhaupt keiner mehr ernst (die Ziele, nicht Merkel).

Wohlstand=Umweltbelastung, ohne wenn und aber. Da in Kerneuropa die Bevölkerungsdichte von wohlhabenden Bürgern am höchsten ist, werden wir auch die größten Umweltschw… auf diesem Planeten bleiben. Kaum ein Mensch verzichtet freiwillig auf Wohlstand, kommt lediglich darauf an was er sich leisten kann: Eine kuschelig warme Bude, selbst kleinste Mengen Nahrung in großen Mengen Plastik verpackt, alle 3 Jahre +- neue Elektronikgeräte, ein, zwei, … Autos, Urlaubs(fern)reisen per erwähntem Auto, Flugzeug, luxuriosem Schiff, ….

Obwohl die (biologisch betrachtet) Seuche Mensch vielleicht nicht mehr so stark wachsen wird, streben über 7 Millarden Menschen selbstverständlich auch nach unser Erreichtem.
Zeigst du einem Mittelafrikaner einen wiedernutzbaren Coffee-to-go Becher, zeigt er dir vielleicht einfach nur seinen Mittelfinger – wohl zurecht und hoffentlich nie Schlimmeres.

letztlich wird die Umweltzerstörung durch den Konsum jedes Einzelnen verursacht – das Verbraucherverhalten eben..
Wenn JEDER in seinem Haushalt versucht, Verschwendung zu vermeiden, nur langlebige Konsumgüter anzuschaffen (im Bedarfsfall zu reparieren) und bekannte ökologische Problemfälle ( z.B. Plastik) weitestgehend zu minimieren und auch bei der Ernährung „nachhaltig“ wird, KÖNNTE viel erreicht werden. Und all das muss für den Einzelnen noch nicht einmal einen realen „Verzicht“ bedeuten. (Ich verstehe auch nicht, warum viele Leute Fernreisen mit dem Flugzeug für 7 Tage machen. Lieber nur halb so oft und dafür doppelt so lang – auch das ist Vernunft und garantiert das größere Reiseerlebnis.)

Auf Dauer wird nur das hergestellt, was auch verkauft werden kann – wer etwas anderes tut, geht pleite!

Frau Merkel kennt halt das deutsche (Konsum-)Volk … da ist es schwierig, ein anderes Verbraucherverhalten zu verordnen. Da können schon Plastiktüten und Kaffeebecher ein Problem sein.
Aber die Politik hat die – manchmal eben auch unbequeme – Pflicht, zu steuern und für zweifellos notwendige Änderungen die Rahmenbedingungen zu schaffen!

Aber nochmal, fangen wir jeder bei uns an: JEDE(R) schaut, was er/sie in seinem Haushalt und seinem Umfeld verbessern kann … dann kann es noch klappen.

Es gibt 700 Lobbyisten, die einen Dauerausweis für den Bundestag besitzen. Das Selbe in Straßburg und Brüssel auch.

Leider sind unter den Lobbyisten keine Wissenschaftler. Die Beraten nur auf Anfrage und deren Warnungen gehen in lauten „Profit und Arbeitsplätze“ Diskussionen unter.

Wobei oft vergessen wird, daß Nachhaltigkeit auch viele neue Industrie und Arbeit erzeugt hat.

Neuen(m) etwas vom Kuchen abzugeben, fällt schwer. Und Konservativ bedeutet konservieren.

Natürlich „müssen“ die wirtschaftlichen Ziele realistisch sein. Aber dieser ausschließlich wirtschaftliche Realismus wird dann vakant, wenn die Umwelt da nicht mitspielt. Und das sie das nicht tut, ist auch für Ignoranten nicht mehr zu übersehen.

Die Umwelt funktioniert nach ihren eigen Regeln, denen wir auch unterworfen sind. Und auch die Timeline gibt sie vor, wo wir Menschen uns anpassen müssen und ja seit Generationen tun. Nur bilden wir uns seit 150 Jahren immer stärker ein, das wir die intakte Umwelt immer weniger benötigen.

Last edited 1 Jahr zuvor by Stefan

Wenn ich das schon wieder lese: „die Emissionen bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum zu senken“. Das ist doch absoluter Blödsinn! Wenn wir uns nicht endlich von diesem Wachstumsduktus verabschieden, geht die Welt in jedem Fall vor die Hunde. Vielleicht schaffen es ja die Industrieländer irgendwann, einigermaßen CO2-frei zu sein. Aber was ist mit der Landwirtschaft und den Schäden, die Rohstoffabbau und Abfälle verursachen? Und was ist mit den ganzen „Schwellen-“ und „Entwicklungs-ländern“, die unsere Lebensweise übernehmen wollen? Werden die so nett sein, zu verzichten oder von Anfang an ökologisch zu wirtschaften und zu konsumieren? Wohl eher nicht, siehe z. B. Brasilien.

Mit der Politikergeneration und den ganzen Lobbyisten mit Dollarzeichen in den Augen, welche unsere Welt beherrschen, können wir einpacken.

So ist sie halt, unsere Klimaschutz-Kanzlerin: Zögern, Zaudern, Aussitzen. Dabei sollte uns gerade Corona gelehrt haben, wie etwas lange Undenkbares quasi über Nacht zu disruptiven Veränderungen unserer Lebensrealität auf dem gesamten Planeten führen kann. Die mit Macht heranrollende Klimakatastrophe wird langfristig und über viele Generationen hinweg unser Gesellschaftssystem und unsere Lebensgrundlagen zerstören und einen Überlebenskampf befördern, in dem nur noch das Recht des Stärkeren zählt! Dagegen wird Corona aus der Rückschau nicht der Erwähnung wert sein. So wird es später heißen: Wir hätten das Schlimmste verhindern können, wenn wir auf die Wissenschaft gehört hätten, denn alle Fakten waren bekannt. Jedoch hat sich die Politik aus Gründen des Machterhalts und Feigheit vor dem Wähler für die Devise „nach uns die Sintflut“ entschieden!

Sorry, aber Mutti hat wohl keinen Sinn für die Übernächste Generation!!!
Nur ein Linksgrünes Bündniss kann hier noch was erreichen … die Alten sind zu sehr von der Lobby unterwandert, aber diese Lobbyisten haben doch auch Kinder und Enkel??? … aber wohl kein Gewissen mehr!

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