Meinung: „Watt für die Zukunft“ – Stromer doch die besseren Verbrenner

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Corona hin oder her – an der Tanke ist das Leben derzeit ein Fest. Kein Vergleich mit schrecklichen Zeiten, als man sich angesichts ständig steigender Preise die Zapfpistole an den Kopf setzen wollte. Bei randhoher Füllung springt fürs selbe Geld wie vor Wochen noch zusätzlich ein XL-Rundgebäck beim Italiener des Vertrauens heraus, wahlweise eine Kiste Bier in Vorbereitung auf das große Fest zum Lockdown-Ende.

Die Gründe sind komplex – und irgendwie doch einfach. Ein bisschen OPEC-Zoff, gnadenloses Fracking in Amerika und sehr sehr viel virale Wirtschaftsflaute – schon laufen weltweit die Ölbunker voll, und Sprit kostet so wenig wie seit Jahren nicht. Endlich mal Marktwirtschaft, wie man sie gerne hat. Könnte aus Sicht leidgeprüfter Verbraucher gerne noch eine Zeitlang so weitergehen. Beinahe schade, dass man vor lauter Homeoffice so verdammt wenig fahren kann. Der Kauf eines sparsamen, aber teuren Elektroautos verlockt da im Moment eher wenig.

Womöglich ist die Preis-Bewegung Richtung Süden auch den aktuell mächtig gebeutelten Herstellern gar nicht so unrecht. Immerhin muss der Durchschnittskunde dann beim nächsten Neuwagen nicht mehr gar so sehr an den Verbrauch denken. Klug gelenkt vom geschickten Verkäufer wählt er für den kleinen Wagen wenigstens den großen Motor oder steigt – noch besser – eine oder zwei Modellreihen höher ein.

Am besten gleich in ein SUV. Das Segment der Sport-Nützlinge verzeichnet – jenseits von Corona – die mit Abstand steilste Ansteckungsrate. Selbst wenn kaum einer der dickbackigen Großstadt-Panzer jemals einen Feldweg unter die wuchtigen Räder bekommt, sondern bestenfalls ein paar Krümel Kies vom Kita-Parkplatz. Aber Erhabenes bringen den Autobauern eben noch die richtig dicke Kohle. Was man vom eher homöopathischen Absatz subventionierter Elektromobile nicht wirklich behaupten kann.

Dabei werden dieselben SUV-Fans nicht müde, mit Leichenbittermiene um die schrecklichen Folgen der Erderwärmung zu barmen. Gerne dämmen sie ihr Anwesen, unterschreiben für den Schutz der Eisbären und strafen im Ökoladen mit Verachtung, was nicht vom nächstgelegenen Bio-Bauernhof stammt – nur bei der Auswahl des eigenen Wagens scheint irgendwas schief zu fahren. Plötzlich kümmert die sonst so Besorgten kein Regenwald mehr, kein Ozonloch und kein Dürresommer. Schließlich braucht man beim Überholen doch auch Reserven – schon der Sicherheit der Kinder wegen. Und schwups siegt statt des sparsamen Stromers der selbstzündende Schlechtwegerich.

Vielleicht aber endet mit Corona dereinst auch die Zeit der Heuchler. Denn wer es wirklich ernst meint mit der Zukunft von Mutter Erde und uns allen, dürfte bestenfalls noch Fahrrad fahren. Was zugegebenermaßen nicht immer ganz bequem ist mit zwei Kästen Mineralwasser, im Wolkenbruch oder zum 20 Kilometer entfernten Arbeitsplatz. Wenn aber schon Auto – dann gerne mit ein bisschen mehr Vernunft. Eher früher als später. Und weshalb, wenn nicht wegen 6.000 Euro Staatsknete, sollte man ein E-Mobil ernsthaft in Betracht ziehen? Sehr viel mehr wird’s auf absehbare Zeit kaum geben.

Womöglich sollten auch die Hersteller etwas weitsichtiger sein und mehr Zukunft anpreisen als Vergangenheit. Irgendwann wird die Sprit-Party nämlich wieder zu Ende gehen. Und spätestens dann werden vor allem die Erbauer gehobener Fahrzeugklassen froh sein um jedes verkaufte Spar-Modell, das ihren Flottenverbrauch drückt. Und um jedes Elektroauto, das ihnen hilft, die immer strengeren Umweltauflagen einzuhalten.

Und vielleicht sollten sie darum weniger so tun, als verlasse noch beim größten Spritfresser die kostbare Luft den Endtopf sauberer, als sie in den Ansaugtrakt hineingekommen ist – sondern ihre Ingenieure und Designer auf wirklich zukunftsfähige Autos ansetzen. Wo es Nachholbedarf gibt, lässt sich in diversen Studien nachlesen. Akku-Autos gelten laut Umfragen durchweg als umweltfreundlich und überaus vernünftig – aber eben leider auch als langweilig, teuer und auf längeren Strecken nervig in Sachen Lade-Stopp. Gelänge da endlich der große Durchbruch bei Technik, Preis und Image – es wäre völlig egal, wenn der Spritpreis durch die Decke ginge. Selbst bei teurem Strom würde man noch ordentlich sparen. Für Pizza und Bier jedenfalls sollte es dicke reichen.

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Also, Radfahren mit Wasserkisten muss sich heute eigentlich niemand mehr antun – in Zeiten von Lieferdiensten wie Durstexpress oder Flaschenpost. Klar, produziert etwas CO2 und andere Gase. Aber lieber einmal im Monat bequem die Garage mit lecker Trinken bestücken und ansonsten Radeln, als dauerhaft den VSP (Vorstadtschützenpanzer) vor der Tür stehen haben – weil, man könnte ja mal in die Versuchung kommen, aus einem versteckten Fjord norwegisches Felsquellwasser besorgen zu müssen. Oder eben aus dem profanen Supermarkt.

Ein Elektroauto ist langweilig? Der Autor hat vermutlich noch nie Tesla oder Seat Mii electric gefahren. Danach will man keinen langweiligen Verbrenner mehr fahren.

Ich finde, wir sollten anfangen, darüber nachzudenken, wie wir die ganzen Verbrenner kostengünstig mit Batterien nachrüsten. Dann bleibt für die meisten alles beim Gewohnten und nur die Energiequelle ändert sich. Wenn dann auch noch Firmen-, Parkhaus-, Raststätten-und Einkaufsparkplätze mit Strom ausgestattet werden, ist auch dieses Problem gelöst. Man vermeidet eine Menge hochwertigen Schrott & die Autobauer können sich darauf konzentrieren, andere Geschäftsmodelle zu entwickeln – beispielsweise die Dinge herzustellen, die wirklich gebraucht werden. Wer wirklich einen Verbrenner fahren will, kann auf Methan umsteigen.

Voraussetzung wäre natürlich, dass wir uns jetzt „schon“ um Plusenergie-Häuser & die konsequente Verwertung aller organischen Abfälle in Biogasanlagen kümmern, Abwässer mit grünem Überschussstrom plasmalytisch säubern und dabei H2 kostengünstig erzeugen.

Klingt spinnert? Auf den ersten Blick ja. Aber je mehr Menschen – auch in Sozialwohungen – mit einem Übermaß an günstigem Strom versorgt sind und eine Garage voll mit Carsharing Stromern haben, desto geringer wird der Appetit auf Verbrenner.

Wenn man sämtliche organischen Abfälle einschließlich menschlicher und tierischer Ausscheidungen – jenseits der freien Wildbahn – in Biogas und Kompost umsetzt und sämtliche Abwässer in sauberes Wasser plus H2, O2, C, N2, etc verwandelt, hat man eine Menge überschüssiger Energie – und zwar relativ stabil & regulierbar. Sonne darf gerne dazu kommen!

Man kann jeweils vor Ort der H2-Erzeugung H2-Tankstellen bauen und entsprechende Nutzfahrzeuge in Gebrauch nehmen. Man kann den Überschuss an Methan für Gasfahrzeuge anbieten. Auch die Umrüstung von Verbrennern als H2-Autos ohne Brennstoffzellen ist angeblich möglich.

Wir müssten halt den Mut haben, unserer Schlüsselindustrie einiges zuzumuten. Angeblich ist ein gut geführtes, gesundes Unternehmen ja fähig auf Veränderungen der Märkte zu reagieren. Vielleicht ließen die sich ja tatsächlich einiges einfallen, wenn niemand mehr ihre alten Verbrenner haben will. Ich denke, in so einer Notlage wird man kreativ und konzentriert sich auf das Wesentliche.

An alle Antwortenden:
Akku-Autos gelten laut Umfragen durchweg als umweltfreundlich und überaus vernünftig – aber eben leider auch als langweilig, teuer und auf längeren Strecken nervig in Sachen Lade-Stopp. ! ! Dies ist nicht die Meinung des Verfassers ! ! Bitte genau lesen was da steht, das war eine Umfrage!
Alle Daumen hoch für den Verfasser Wolfgang Plank und dem Kommentar von Andro Wegner. Unser aller Verhalten der Umwelt gegenüber ist eine Schande! Nach der Krise fliegen alle wieder mehrmals im Jahr für Kurzurlaube in den Urlaub, sind stolz darauf 4 Tage in New York verbracht zu haben da ja der Weihnachtsmarkt soooo schön ist, Aida und Konsorten verpesten dann auch wieder die Luft mit ihrem Schweröl, aber das ist doch auch hier soooo schön, Leute, ganz ehrlich, wir sind alle nur noch bekloppt.
Der E-Techniker (E-Smart für die Stadt, Teslas Model S für die Strecke)

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